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Klausur Cockpit

QUBA — Quantitative Business Analysen · Prof. Rohleder · Excel-Konzept-Fach

Klausur-Cockpit QUBA

Diese Seite ist zum Lesen in den ersten zwei Minuten der Klausur gedacht — bevor du die erste Aufgabe anfässt. Alles darauf steht schwarz auf weiss in Rohleders eigenen Klausur-Deckblättern oder folgt aus der Auswertung aller sieben verfügbaren Klausuren.

Die harten Eckdaten

60 Punkte · 60 Minuten · 10 gebundene Seiten. Ein Punkt ist also genau eine Minute wert. Diese Umrechnung ist das wichtigste Werkzeug der ganzen Klausur: Wenn eine Aufgabe 14 Punkte trägt, darfst du 14 Minuten dafür brauchen — und wenn du bei Minute 20 noch an einer 4-Punkte-Aufgabe sitzt, verlierst du gerade Geld an einer Stelle, an der kaum welches zu holen ist.

Erlaubt: nicht-programmierbarer Taschenrechner und alle analogen schriftlichen Hilfsmittel („open book"). Dieser Ausdruck ist ein analoges schriftliches Hilfsmittel — er darf mit rein.

Die Klausur läuft auf Papier. Das ist der Punkt, an dem QUBA sich von jedem Excel-Kurs unterscheidet, den du kennst: Es gibt keine Autovervollständigung und keine Funktions-Vorschau. Wenn Rohleder nach einer Formel fragt, musst du sie mit korrekter Syntax und korrekten Semikola hinschreiben. Die Funktionsreferenz in diesem Ausdruck ist deshalb kein Nachschlagewerk für den Notfall, sondern dein eigentliches Werkzeug.

Formalia, die still Punkte kosten

Diese Regeln stehen wörtlich auf jedem Deckblatt. Sie werden geprüft, und sie sind der billigste Punktverlust überhaupt, weil sie nichts mit Fachwissen zu tun haben.

Regel vom Deckblatt Was das praktisch heisst
Alle Rechenwege müssen nachvollziehbar angegeben werden Kein blosses Ergebnis. Auch wenn du es im Kopf kannst: Zwischenschritt hinschreiben.
Auf zwei Nachkommastellen runden — auch bei Prozentwerten 12,34 %, nicht 12,3 % und nicht 12 %. Das ist die häufigste vermeidbare Abwertung.
Verwendete Symbole sind zu definieren Wenn du n für die Laufzeit schreibst, schreib einmal dazu, dass n die Laufzeit in Jahren ist.
Fehlende Angaben durch plausible Annahmen ergänzen Eine Aufgabe mit Lücke ist kein Fehler im Aufgabenheft, sondern Absicht. Annahme treffen, hinschreiben, weiterrechnen. Wer hier stehen bleibt, verliert die ganze Aufgabe.
Kein Bleistift, kein Tintenkiller, kein Tipp-Ex, kein Rot Zum Löschen durchstreichen.
Eingeklammertes wird gewertet Das ist die interessanteste Regel: Wenn du dir bei einem Zusatz unsicher bist, setz ihn in Klammern statt ihn wegzulassen. Er zählt trotzdem. Wenn du dagegen etwas wirklich zurücknehmen willst, musst du es durchstreichen — Klammern reichen dafür nicht.
Rückseiten dürfen genutzt werden Bei Platzmangel: weiterschreiben und am ursprünglichen Ort einen Verweis setzen.

Dazu drei Korrektur-Regeln, die er in der Abschluss-Sitzung des Vorjahres (U15) auf Nachfrage wörtlich bestätigt hat:

  • „Für das Wiederholen der Aufgabenstellung gibt es im Regelfall keine Punkte." Die Aufgabenstellung zu paraphrasieren füllt Zeilen, aber kein Punktekonto — direkt mit der Antwort beginnen.
  • „Bei mir gibt es nur volle Punkte, hopp oder top." Halbe Punkte vergibt er nicht. Ein halb ausgeführtes Argument bringt null — lieber drei Argumente sauber zu Ende führen als fünf anreißen.
  • Jedes Wort der Aufgabenstellung ist ein Prüfauftrag. Zur Excel-Hilfe-Aufgabe der SS24-Klausur: „Maximal zwei Punkte hat, wer verknüpfte Arbeitsmappen nicht berücksichtigt." Wer einen Teilbegriff ignoriert, verliert die Hälfte — egal wie gut der Rest ist.

Wie er korrigiert — aus seiner eigenen Einsichtnahme-Führung

Rohleder hat nach der QUBA-Klausur SS23 einen Screencast veröffentlicht, in dem er seine Korrektur am offenen Herzen zeigt (im Prüfungsrelevanznavigator ausdrücklich als klausurrelevant für QUBA markiert). Vier Mechaniken daraus entscheiden über reale Punkte:

Er korrigiert aufgabenweise, anonym und mit Punktkontingenten je Aspekt. An den Rand schreibt er die Anfangsbuchstaben der geforderten Aspekte — bei der Dilemma-Aufgabe etwa D, T, R, C für Dilemma, Tagesgeschäft, Risiken, Chancen — und führt je Buchstabe eine Strichliste. Sind die Punkte eines Aspekts voll, bringt jeder weitere Satz zu diesem Aspekt nichts mehr: „Wenn Sie den Rest der Seite noch was über das Dilemma geschrieben hätten, gibt es keine weiteren Punkte." Die Konsequenz: Antworten entlang aller Aspekte der Aufgabenstellung strukturieren, nicht den Lieblingsaspekt ausschmücken.

Zuordnung ist gnadenlos wörtlich. Wer über eine Antwort „zu A und B" schreibt, bekommt sie nur für A gewertet — „Ich streiche das B durch, und zu B ist nichts vorhanden." Fortsetzungen an anderer Stelle brauchen ein „zu A", sonst werden sie übersehen. Randnotizen ohne Zuordnung gelten als Gekritzel, nicht als Lösungsbeitrag.

Die Einlesezeit ist einkalkuliert — nutze sie. Rohpunkte sind Minuten inklusive Lesezeit: „Sie dürfen jede meiner Aufgabenstellungen zweimal lesen." Beim zweiten Lesen die Substantive und Einschränkungen unterstreichen („im Rahmen des Tagesgeschäfts" — nicht Projekte!) und daraus die Antwortstruktur ableiten. Der erste Satz einer Aufgabe ist oft nur „Setting the Stage" und verlangt keine eigene Antwort.

Strukturpunkte kommen. In SS23 hat er die zwei vorgesehenen Punkte für die Struktur der Ausführungen noch erlassen — mit der Warnung: „Das wird bei künftigen Klausuren nicht immer so glimpflich ablaufen." Eine erkennbare Gliederung der Antwort ist also bares Geld. Und: „Die Fachbegriffe sind gern genommen, sind relativ leichte Punkte" — Substanz und Verständlichkeit zählen, keine Formulierungskunst: „Ich nehme das, was ich kriege."

Wo die Punkte wirklich liegen

Ausgewertet über alle sieben verfügbaren Klausuren (sechs aus der Sammlung 2021–2024, dazu die aktuelle vom 14.07.2025), gewichtet nach Punktsumme statt nach Häufigkeit. Häufigkeit allein täuscht: „Bezugsarten" kam zweimal dran, war aber beide Male nur vier Punkte wert.

Thema Σ über 7 Klausuren davon 2025 Anteil an 420 P.
Excel-Kritik: Tatwaffe, Parallelwelt, Segen oder Fluch 59 P. +10 14,0 %
Arbeitsmappen-Qualität, Gestaltung, Dokumentation 40 P. 9,5 %
CAGR und Co. 39 P. 9,3 %
Navigation per Hashtag / Strukturierte Verweise 30 P. +10 7,1 %
Pivot (Tabellen, Analysen, PIVOTDATENZUORDNEN) 27 P. 6,4 %
Prognose, gleitender Mittelwert, PROGNOSE.ETS 23 P. +6 5,5 %
Gebührende Sorgfalt / Innenrevision 20 P. +10 4,8 %
ABC-Analyse 18 P. 4,3 %
Dynamische Datenverknüpfungen (DDE vs. INDIREKT) 18 P. +8 4,3 %
Hey-Joe-Effekt / Excel-MVP 15 P. +4 3,6 %
Dynamische Matrixformeln 12 P. +12 (neu) 2,9 %
Neue Features · Textverkettung je 12 P.
Datenflussplan · Excel-Hilfe · VBA · Financial Modeling je 10–11 P.
Formelerfassung · Bezugsarten · Mehrfachbedingte Summen · Volatile Funktionen · Performance · Vorlagen · Arbeitsmappen per E-Mail · Kostenspaltung je 4–8 P.

Die ersten vier Zeilen sind zusammen 168 von 420 Punkten — 40 Prozent. Im Inhaltsverzeichnis sind alle Themen bis einschliesslich Prognose mit einem Punkt markiert.

Was die letzte Klausur zusätzlich verrät

Die Klausur vom 14.07.2025 ist die beste Einzelvorhersage für Montag, und sie zeigt eine deutliche Verschiebung: Rohleder fragt zunehmend moderne Excel-Funktionen ab.

  • Dynamische Matrixformeln waren mit 12 Punkten die grösste Einzelaufgabe — und kamen in den sechs älteren Klausuren kein einziges Mal vor.
  • Strukturierte Verweise sprangen von null auf zehn Punkte.
  • Dynamische Datenverknüpfungen (DDE gegen INDIREKT) stiegen von zehn auf achtzehn.

Diese drei sind Excel-365-Themen. Wer nur die alten Klausuren gelernt hat, wäre 2025 mit 30 der 60 Punkte konfrontiert gewesen, die es so vorher nicht gab. Rechne damit, dass dieser Kurs weitergeht.

Umgekehrt gilt weiterhin: Die punktstärksten Themen sind keine Rechenaufgaben. Excel-Kritik und Arbeitsmappen-Qualität zusammen sind 99 Punkte und bestehen fast vollständig aus Argumentieren und Aufzählen. CAGR ist die einzige grosse Rechenstrecke.

Reihenfolge in der Klausur

  1. Erst durchblättern, dann anfangen. Zwei Minuten. Notiere neben jede Aufgabe ihr Minutenbudget (= Punktzahl). Du weisst dann sofort, wo die 14-Punkte-Brocken sitzen.
  2. Die Erläuterungs- und Aufzählaufgaben zuerst. Sie sind planbar: Du weisst nach dem Lesen, ob du die Antwort hast. Rechenaufgaben können dich unerwartet lange festhalten.
  3. CAGR-Aufgaben früh, aber nicht zuerst. Sie sind gross (11–14 Punkte) und mechanisch — mit dem Rezept im Ausdruck kommst du sicher durch, aber sie brauchen ihre Zeit.
  4. Nichts leer lassen. Bei jeder Teilaufgabe steht die Punktzahl. Eine 4-Punkte-Teilaufgabe mit vier hingeschriebenen Stichpunkten bringt mehr als ein perfekter Absatz zu einer 2-Punkte-Frage.

Rohleders Fragestil

Aus den sieben Klausuren lässt sich sein Muster gut ablesen. Die Verben sind fast immer dieselben und meinen jeweils etwas Bestimmtes:

  • „Erläutern Sie …" — ganze Sätze, mit Begründung. Ein Stichwort allein reicht nicht. Faustregel: pro Punkt ein Satz.
  • „Nennen Sie drei …" — genau drei. Mehr bringt keine Zusatzpunkte, kostet aber Zeit; weniger kostet direkt Punkte.
  • „Bewerten Sie …" / „Begründen Sie Ihr Urteil" — hier will er eine Position und danach die Begründung. Eine Aufzählung ohne Urteil ist unvollständig.
  • „Versetzen Sie sich in die Rolle …" — Perspektivaufgabe. Antworte konsequent aus dieser Rolle heraus (Innenrevision denkt in Prüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit, nicht in Bedienkomfort).

Er stellt gern Aufgaben, in denen Excel schlecht wegkommt, und will dann trotzdem eine abgewogene Antwort. Reine Excel-Begeisterung und reines Excel-Bashing sind beide unvollständig.

Wenn du etwas nicht findest

Drei Wege, in dieser Reihenfolge:

  1. Stichwortverzeichnis am Ende — nach dem Fachbegriff aus der Aufgabenstellung suchen.
  2. Aufgabenregister — wenn die Aufgabe wie eine Altklausur-Aufgabe klingt, steht sie dort unter ihrem Titel.
  3. Inhaltsverzeichnis — die markierten Zeilen zuerst durchsehen.

Falls du nach zwei Minuten Suchen nichts hast: aufhören zu suchen und aus dem Kopf antworten. Bei einer 60-Minuten-Klausur ist die Suche selbst der teuerste Posten.