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📓 Altmeister-Alternativ — GoodNotes-Klausurarchiv (Prof-Gate)

KOLE — Kosten- & Leistungsrechnung · Prof. Rohleder · 80 P / 80 min / 7 Aufgaben

Farb-Legende (gilt ĂŒberall gleich): Material · Fertigung · Verwaltung/Vertrieb · Sondereinzelkosten · Herstell-/Selbstkosten · Einzelkosten · Gemeinkosten · Fixkosten · variable Kosten · Deckungsbeitrag

📓 Weitere Original-Klausuraufgaben (Archiv)

Original-Klausuraufgaben aus ca. 14 verschiedenen echten INRE-Klausurterminen (2016–2023, alte + neue PO). Jede Aufgabe hier: 📋 Original-Scan als Beleg (direkt neben dem abgetippten Text zum Wort-fĂŒr-Wort-Vergleich, nur wo die Abschrift nicht bereits verifiziert 1:1 identisch ist) · ⚡ Kurzform · 💡 Fachfremd · 📝 volle, unabhĂ€ngig nachgerechnete Lösung. Nach Einheiten (U2–U14) sortiert. In der Klausur eigenstĂ€ndig formulieren — kein Abschreiben.


Zweckorientierung & Begriffsabgrenzung — weitere Klausuraufgaben


Wesen der Kostenrechnung — Einperiodigkeit

Aufgabe #182 · 5 P. · Aufgabe |Die Kostenrechnung ist ihrem Wesen nach einperiodig. ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, was das bedeutet und welche BeschrĂ€nkungen sich daraus fĂŒr die Kostenrechnung ergeben.
📝 Ausformulierte Lösung

„Einperiodig" bedeutet: Die Kostenrechnung bezieht ihre Aussagen immer auf eine einzelne, klar abgegrenzte Abrechnungsperiode — ĂŒblicherweise das GeschĂ€ftsjahr, das zur unterjĂ€hrigen Steuerung meist weiter in Teilperioden (Quartale, Monate) zerlegt wird (kurzfristige Erfolgsrechnung). Erfasst und verrechnet werden dabei nur die Kosten und Leistungen, die ursĂ€chlich genau dieser Periode zuzurechnen sind — unabhĂ€ngig davon, wann die zugehörige Zahlung erfolgt ist.

Daraus ergeben sich folgende BeschrÀnkungen:

  1. Keine mehrperiodigen ZusammenhĂ€nge: VorgĂ€nge, die sich ĂŒber mehrere Jahre erstrecken — insbesondere die langfristige Kapitalbindung und die zeitversetzten RĂŒckflĂŒsse einer Investition —, kann die (einperiodige) Kostenrechnung nicht sachgerecht abbilden. DafĂŒr ist die Investitionsrechnung zustĂ€ndig, die bewusst mehrperiodig und objektbezogen rechnet.
  2. Notwendigkeit der Periodenabgrenzung: Periodenfremde Aufwendungen und ErtrĂ€ge (die wirtschaftlich zu einer anderen Periode gehören, z. B. eine Steuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr) mĂŒssen aus der Kostenrechnung neutralisiert bzw. sachlich/zeitlich abgegrenzt werden — sonst verfĂ€lschen sie die Aussagekraft (das Wirtschaftlichkeitsurteil) der aktuellen Periode.
  3. Grobe Zeitauflösung: Eine reine Jahresbetrachtung kommt fĂŒr die kurzfristige Steuerung zu spĂ€t. Deshalb wird das GeschĂ€ftsjahr in kĂŒrzere Teilperioden zerlegt, um die Erfolgslage laufend beurteilen zu können.

Auszahlungen und Ausgaben — kritische Stellungnahme

Aufgabe #183 · 5 P. · Aufgabe |Nehmen Sie ausfĂŒhrlich zu folgender Aussage Stellung: „Bei GeschĂ€ftsfĂ€llen, die innerhalb einer Periode abgewickelt werden, ist jede Auszahlung eine Ausgabe, weil Auszahlungen die liquiden Mittel verringern und die liquiden Mittel auch Teil des Fonds Betriebsvermögen sind."
📝 Ausformulierte Lösung

Die Aussage ist in dieser Allgemeinheit falsch bzw. unzulĂ€ssig verkĂŒrzt.

Was an der Aussage stimmt: Jede Auszahlung mindert tatsĂ€chlich den Zahlungsmittelbestand (Kasse + Bankguthaben), und der Zahlungsmittelbestand ist tatsĂ€chlich Teil des umfassenderen Fonds „Geldvermögen" (Zahlungsmittel + Forderungen − Verbindlichkeiten).

Warum der Schluss trotzdem nicht zwingend ist: Eine Ausgabe liegt nur vor, wenn sich das gesamte Geldvermögen verringert — nicht nur die TeilgrĂ¶ĂŸe Zahlungsmittel. Das ist immer dann nicht der Fall, wenn die Auszahlung durch eine gegenlĂ€ufige VerĂ€nderung einer anderen Geldvermögens-Komponente ausgeglichen wird:

  • Tilgung einer Verbindlichkeit (z. B. RĂŒckzahlung eines Kredits): Zahlungsmittel sinken, aber die Verbindlichkeiten sinken exakt in gleicher Höhe → Geldvermögen unverĂ€ndert → Auszahlung ohne Ausgabe.
  • GewĂ€hrung eines Darlehens: Zahlungsmittel sinken, dafĂŒr entsteht eine Forderung in gleicher Höhe (reiner Aktivtausch) → Geldvermögen unverĂ€ndert → ebenfalls Auszahlung ohne Ausgabe.

Diese Gegenbeispiele gelten unabhĂ€ngig davon, ob der zugrunde liegende GeschĂ€ftsfall vollstĂ€ndig innerhalb derselben Periode abgewickelt wird — die EinschrĂ€nkung „innerhalb einer Periode" in der Aussage rettet die Schlussfolgerung also nicht.

Der Denkfehler: Die Aussage schließt von der Wirkung auf eine Fondskomponente (Zahlungsmittel) unmittelbar auf die Wirkung auf den gesamten Fonds Geldvermögen, ohne die gegenlĂ€ufigen Bestandteile (Forderungen, Verbindlichkeiten) zu berĂŒcksichtigen.

Richtig ist die Aussage nur fĂŒr den Normalfall Auszahlung = Ausgabe, z. B. beim Barkauf von GĂŒtern, bei dem keine Forderung/Verbindlichkeit gegenlĂ€ufig verĂ€ndert wird.


Fachbegriffe: ProduktivitÀt, EffektivitÀt, Effizienz

Aufgabe #184 · 9 P. · Aufgabe |Definieren und erlĂ€utern Sie folgende Fachbegriffe ausfĂŒhrlich:
a) 3 P. ProduktivitÀt
b) 3 P. EffektivitÀt
c) 3 P. Effizienz
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 01.10.2020 Aufgabe 7
📝 Ausformulierte Lösung

a) ProduktivitĂ€t: Die ProduktivitĂ€t ist das mengenmĂ€ĂŸige (technische) VerhĂ€ltnis von Ausbringungsmenge (Output) zu eingesetzter Faktormenge (Input), z. B. StĂŒck je Maschinenstunde. Sie ist eine reine MengengrĂ¶ĂŸe, unabhĂ€ngig von Preisen oder Werten — genau das unterscheidet sie von der Wirtschaftlichkeit.

b) EffektivitĂ€t: EffektivitĂ€t bezeichnet den Grad der Zielerreichung — „die richtigen Dinge tun". Sie misst, ob und wie gut ein gesetztes Ziel erreicht wird, unabhĂ€ngig davon, wie sparsam dabei mit den Mitteln umgegangen wurde. Ein Unternehmen kann effizient arbeiten und trotzdem ineffektiv sein, wenn es an den Zielen vorbeiproduziert.

c) Effizienz: Effizienz (= Wirtschaftlichkeit im engeren Sinn) ist das wertmĂ€ĂŸige VerhĂ€ltnis von Ertrag/Leistung zu Aufwand/Kosten nach dem ökonomischen Prinzip — „die Dinge richtig tun". Sie folgt entweder dem Minimalprinzip (ein gegebenes Ziel mit geringstmöglichem Mitteleinsatz erreichen) oder dem Maximalprinzip (mit gegebenem Mitteleinsatz das bestmögliche Ergebnis erzielen).


LĂŒckentext: Normalkostenrechnung bis ProduktivitĂ€t

Aufgabe #185 · 4 P. · Aufgabe |ErgĂ€nzen Sie im nachfolgenden Text die fehlenden Begriffe: 1. In der ___ bestimmen die Kosten, die in der Vergangenheit durchschnittlich angefallen sind, den Verrechnungssatz. 2. Entscheidungsrelevant fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung sind nur die ___. 3. ___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen. 4. Den Wert der in einer Periode beschafften GĂŒter und Dienstleistungen bezeichnet man als ___. 5. Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___. 6. Die negative VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___. 7. Trotz rĂŒcklĂ€ufigem BeschĂ€ftigungsgrad verharren die Kosten hĂ€ufig auf einem bestimmten Niveau. Dieser Effekt wird als ___ bezeichnet. 8. Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input bezeichnet man als ___.
Nr. LĂŒckensatz Korrekte Lösung
1 „In der ___ bestimmen die Kosten, die in der Vergangenheit durchschnittlich angefallen sind, den Verrechnungssatz." Normalkostenrechnung
2 „Entscheidungsrelevant fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung sind nur die ___." variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: „relevante Kosten" — zirkulĂ€r, benennt keine konkrete Kostenart)
3 „___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." Grenzkosten
4 „Den Wert der in einer Periode beschafften GĂŒter und Dienstleistungen bezeichnet man als ___." Ausgabe (hĂ€ufige Verwechslung: „Aufwand" — falsch: „beschafft" = eingekauft, nicht verbraucht; Aufwand verlangt Verbrauch)
5 „Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___." OpportunitĂ€tskosten
6 „Die negative VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___." Ausgabe
7 „Trotz rĂŒcklĂ€ufigem BeschĂ€ftigungsgrad verharren die Kosten hĂ€ufig auf einem bestimmten Niveau. Dieser Effekt wird als ___ bezeichnet." Kostenremanenz (hĂ€ufige Verwechslung: „Skaleneffekt" — das ist das Gegenteil: Skaleneffekt/Economies of Scale beschreibt sinkende StĂŒckkosten bei STEIGENDER Menge, nicht das „Kleben" der Kosten bei sinkender BeschĂ€ftigung)
8 „Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input bezeichnet man als ___." ProduktivitĂ€t

Unkosten und die vier Fachbegriffe — Irrungen und Wirrungen 2

Aufgabe #186 · 10 P. · Aufgabe |Der Begriff „Unkosten“ hat einen festen Platz in der Alltagssprache, z.B. rund 1,2 Mio. Suchergebnisse in einer großen Internet-Suchmaschine. Er findet sich im Duden, in der Wikipedia und hat sogar ins ehrwĂŒrdige HGB Eingang gefunden (§ 581).
a) 2 P. Nehmen Sie kurz und prÀgnant zur Sinnhaftigkeit dieses Begriffs Stellung.
b) 8 P. Nennen und definieren Sie die vier Fachbegriffe der Betriebswirtschaftslehre im Zusammenhang mit dem Zahlungsmittelabfluss aus Unternehmen bzw. negativer Erfolgswirkung auf Unternehmen.
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 04.08.2020 Aufgabe 3Original-Scan 04.08.2020 Aufgabe 3
📝 Ausformulierte Lösung

a) Sinnhaftigkeit von „Unkosten": Der Begriff ist fachlich unsinnig und abzulehnen. Kosten sind stets wertneutral — der notwendige, bewertete Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen zur Leistungserstellung, weder „gut" noch „schlecht". Die Vorsilbe „Un-" unterstellt fĂ€lschlich etwas Unnötiges, Vermeidbares oder Negatives. Kaufleute (und die BWL) kennen fĂŒr den Zahlungsmittelabfluss bzw. die negative Erfolgswirkung nur die vier exakt abgegrenzten Fachbegriffe Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten — „Unkosten" ist keiner davon und stiftet nur begriffliche Verwirrung.

b) Die vier Fachbegriffe:

  • Auszahlung = die unmittelbare Abnahme des Zahlungsmittelbestands (Kasse + Bankguthaben) einer Periode.
  • Ausgabe = die Abnahme des Geldvermögens (Zahlungsmittel + Forderungen − Verbindlichkeiten) einer Periode — z. B. auch beim Kauf auf Ziel, noch ohne Geldabfluss.
  • Aufwand = der Wert aller in einer Periode verbrauchten GĂŒter und Dienstleistungen, bewertet nach den Vorschriften des externen Rechnungswesens (GuV); mindert das Reinvermögen des Gesamtunternehmens.
  • Kosten = der bewertete, betriebsbedingte (sachzielbezogene) Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen einer Periode, der der eigentlichen Leistungserstellung dient — die zentrale RechengrĂ¶ĂŸe des internen Rechnungswesens.

Unkosten und Fachbegriffe

Aufgabe #187 · 10 P. · Aufgabe |Der Begriff „Unkosten“ hat einen festen Platz in der Alltagssprache, z.B. 1,2 Mio. Suchergebnisse in einer großen Internet-Suchmaschine. Er findet sich im Duden, in der Wikipedia und hat sogar ins HGB Eingang gefunden (§ 581).
a) 2 P. Nehmen Sie kurz und prÀgnant zur Sinnhaftigkeit dieses Begriffs Stellung.
b) 8 P. Nennen und definieren Sie die vier tatsÀchlichen Fachbegriffe der Betriebswirtschaftslehre im Zusammenhang mit dem Zahlungsmittelabfluss aus dem Unternehmen.
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 21.09.2016 Aufgabe 1
📝 Ausformulierte Lösung

Inhaltlich identisch zur vorherigen Aufgabe (04.08.2020) — Rohleder stellt diese Frage ĂŒber mehrere KlausurjahrgĂ€nge hinweg nahezu unverĂ€ndert:

a) „Unkosten" ist fachlich unsinnig: Kosten sind wertneutral, die Vorsilbe „Un-" suggeriert fĂ€lschlich etwas Negatives. Kaufleute kennen nur die vier exakten Fachbegriffe Auszahlung, Ausgabe, Aufwand, Kosten.

b)

  • Auszahlung = Abnahme des Zahlungsmittelbestands (Kasse + Bankguthaben) einer Periode.
  • Ausgabe = Abnahme des Geldvermögens (Zahlungsmittel + Forderungen − Verbindlichkeiten) einer Periode.
  • Aufwand = Wert aller in einer Periode verbrauchten GĂŒter und Dienstleistungen (GuV-GrĂ¶ĂŸe, externes Rechnungswesen).
  • Kosten = bewerteter, betriebsbedingter Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen einer Periode, der der Leistungserstellung (dem KerngeschĂ€ft) dient (internes Rechnungswesen).

LĂŒckentext: Einnahme bis Teilkostenrechnung

Aufgabe #188 · 5 P. · Aufgabe |ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Begriffe! 1. Die positive VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___. 2. Ein ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt. 3. Eine ___ ist eine positive VerĂ€nderung des Fonds „betriebsnotwendiges Vermögen". 4. ___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen. 5. In der ___ werden die Kosten, die in der Vergangenheit angefallen sind, verteilt. 6. Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heißt ___. 7. Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative definiert die ___. 8. ___ Ă€ndern sich bei VerĂ€nderung der Herstellungsmengen. 9. Eine ___ ist im weiteren Sinne eine Menge von Kosten, die hinsichtlich eines zugrunde gelegten Kriteriums die gleichen MerkmalsausprĂ€gungen besitzen. 10. In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet.
Nr. LĂŒckensatz Korrekte Lösung
1 „Die positive VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___." Einnahme
2 „Ein ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt." Betrieb
3 „Eine ___ ist eine positive VerĂ€nderung des Fonds „betriebsnotwendiges Vermögen"." Leistung
4 „___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." Grenzkosten
5 „In der ___ werden die Kosten, die in der Vergangenheit angefallen sind, verteilt." Normalkostenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: „Kostenrechnung" — zu unspezifisch, das ist der Oberbegriff fĂŒr die gesamte Disziplin)
6 „Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heißt ___." ProduktivitĂ€t
7 „Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative definiert die ___." OpportunitĂ€tskosten
8 „___ Ă€ndern sich bei VerĂ€nderung der Herstellungsmengen." variable Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: „Kosten" — trivial wahr, aber nicht die gesuchte Kostenart; das GegenstĂŒck „Fixkosten Ă€ndern sich NICHT" kennst du ja schon aus Item 4 der LĂŒckentext-Aufgabe oben)
9 „Eine ___ ist im weiteren Sinne eine Menge von Kosten, die hinsichtlich eines zugrunde gelegten Kriteriums die gleichen MerkmalsausprĂ€gungen besitzen." Kostenart
10 „In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." Teilkostenrechnung

LĂŒckentext – ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini

Aufgabe #189 · 8 P. · Aufgabe |ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini! 1. Die negative VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___. 2. Die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben wird als ___ bezeichnet. 3. ___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen. 4. Ein ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt. 5. ___ sind der Wert der in einer Periode abgesetzten GĂŒter und Dienstleistungen. 6. Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___. 7. Im internen Rechnungswesen werden Abschreibungen hĂ€ufig auf Basis des ___ vorgenommen. 8. In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet. 9. Die negative VerĂ€nderung des Fonds „___" heißt Kosten. 10. FĂŒr die Kostenrechnung werden die Abschreibungen meist ĂŒber die tatsĂ€chliche ___ berechnet. 11. In der ___ werden alle Kosten, die in einer Periode angefallen sind, direkt oder ĂŒber die Kostenstellen auf die einzelnen Produkte verteilt. 12. Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heißt ___. 13. Nur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant. 14. ___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht. 15. ___ sind anzusetzen bei betrieblicher Nutzung unentgeltlich zur VerfĂŒgung gestellter VermögensgegenstĂ€nde. 16. Die ___ definiert den Betrag, von dem abgeschrieben wird.
Nr. LĂŒckensatz Korrekte Lösung
1 „Die negative VerĂ€nderung des Fonds „Geldvermögen" nennt man ___." Ausgabe
2 „Die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben wird als ___ bezeichnet." Überschuss
3 „___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." Grenzkosten
4 „Ein ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt." Betrieb
5 „___ sind der Wert der in einer Periode abgesetzten GĂŒter und Dienstleistungen." Einnahmen
6 „Der Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___." OpportunitĂ€tskosten
7 „Im internen Rechnungswesen werden Abschreibungen hĂ€ufig auf Basis des ___ vorgenommen." Wiederbeschaffungswerts (hĂ€ufige Verwechslung: „Anschaffungspreis" — das ist genau vertauscht: der Anschaffungspreis/-wert ist die Basis im EXTERNEN Rechnungswesen, das interne rechnet zur Substanzerhaltung mit dem Wiederbeschaffungswert)
8 „In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." Teilkostenrechnung
9 „Die negative VerĂ€nderung des Fonds „___" heißt Kosten." betriebsnotwendigen Vermögens
10 „FĂŒr die Kostenrechnung werden die Abschreibungen meist ĂŒber die tatsĂ€chliche ___ berechnet." Nutzungsdauer
11 „In der ___ werden alle Kosten, die in einer Periode angefallen sind, direkt oder ĂŒber die Kostenstellen auf die einzelnen Produkte verteilt." KostentrĂ€gerrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: „Kostenstellenrechnung" — die Kostenstellenrechnung verteilt Kosten auf Abteilungen/Stellen, nicht auf Produkte; „auf die einzelnen Produkte" ist das Kennzeichen der KostentrĂ€gerrechnung, der dritten Stufe)
12 „Das MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heißt ___." ProduktivitĂ€t
13 „Nur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant." variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: „relevante Kosten" — wie in den anderen LĂŒckentexten dieses Batches)
14 „___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht." Fixkosten (hĂ€ufige Verwechslung: „Kostenremanenz" — Verwechslung mit dem verwandten, aber anderen Begriff der Kostenremanenz, siehe Aufgabe „LĂŒckentext: Normalkostenrechnung bis ProduktivitĂ€t" oben)
15 „___ sind anzusetzen bei betrieblicher Nutzung unentgeltlich zur VerfĂŒgung gestellter VermögensgegenstĂ€nde." Zusatzkosten (z. B. kalkulatorische Miete)
16 „Die ___ definiert den Betrag, von dem abgeschrieben wird." Abschreibungsbasis (Bemessungsgrundlage)

Fachbegriffe: Einnahmen und Ausgaben — Definition, Ermittlung, Fonds

Aufgabe #190 · 5 P. · Aufgabe |a) 2 P. Definieren Sie die Begriffe Einnahmen und Ausgaben! b) 2 P. Wie lassen sie sich rechnerisch ermitteln? c) 1 P. Welchen Fonds verÀndern sie?
📝 Ausformulierte Lösung

a) Definitionen:

  • Einnahme = der Wert aller in einer Periode abgesetzten (verkauften) GĂŒter und Dienstleistungen.
  • Ausgabe = der Wert aller in einer Periode zugegangenen (beschafften) GĂŒter und Dienstleistungen.

b) Rechnerische Ermittlung: Einnahmen bzw. Ausgaben einer Periode sind StromgrĂ¶ĂŸen und ergeben sich als Zu- bzw. Abnahme (Differenz) des Fonds Geldvermögen zwischen Periodenanfang und Periodenende:

Geldvermögen = Zahlungsmittelbestand (Kasse + Bank) + Forderungen − Verbindlichkeiten

Einnahmen (Ausgaben) einer Periode = Geldvermögen(Periodenende) − Geldvermögen(Periodenanfang), soweit positiv (negativ).

c) Fonds: Einnahmen und Ausgaben verÀndern den Fonds Geldvermögen.


LĂŒckentext – ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini

Aufgabe #191 · 5 P. · Aufgabe |ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini! 1. Das Ziel der Kostenrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens. 2. In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet. 3. Das Ziel der Investitionsrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens. 4. ___ ist das WertverhĂ€ltnis von Output zu Input (Wirtschaftlichkeit). 5. Nur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant. 6. ___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht. 7. Die ___ dient der Erfassung und Gliederung aller im Laufe der jeweiligen Abrechnungsperiode anfallenden Kostenarten. 8. Der ___ sind derjenige Teil der kalkulatorischen Kosten, die dem Unternehmer fĂŒr seine TĂ€tigkeit als GeschĂ€ftsfĂŒhrer fiktiv zugrunde gelegt werden. 9. Im ___ Rechnungswesen mĂŒssen Abschreibungen auf Basis der Anschaffungsauszahlungen vorgenommen werden. (ersatzweise: Beschaffungswert) 10. Das Sachziel des Betriebs wird auch ___ genannt.
Nr. LĂŒckensatz Korrekte Lösung
1 „Das Ziel der Kostenrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens." Wirtschaftlichkeit
2 „In der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." Teilkostenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: „KostentrĂ€gerrechnung" — ein bekannter Verwechslungs-Trap: „Teil der Kosten" = Teilkostenrechnung, nicht KostentrĂ€gerrechnung)
3 „Das Ziel der Investitionsrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens." Erfolgspotenziale (hĂ€ufige Verwechslung: „monetĂ€re Ziele" — zu unspezifisch, gemeint ist konkret die ZukunftsfĂ€higkeit/Erfolgsgrundlage, Fachbegriff Erfolgspotenziale)
4 „___ ist das WertverhĂ€ltnis von Output zu Input (Wirtschaftlichkeit)." Wirtschaftlichkeit
5 „Nur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant." variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: „relevante Kosten" — vierte Wiederholung dieses Musters im Batch)
6 „___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht." Fixkosten (hĂ€ufige Verwechslung: „Remanente Kosten" — dritte Wiederholung der Fixkosten/Kostenremanenz-Verwechslung)
7 „Die ___ dient der Erfassung und Gliederung aller im Laufe der jeweiligen Abrechnungsperiode anfallenden Kostenarten." Kostenartenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: „Kostenrechnung" — der Oberbegriff, gefragt ist die erste Stufe im Dreischritt Kostenarten- → Kostenstellen- → KostentrĂ€gerrechnung)
8 „Der ___ sind derjenige Teil der kalkulatorischen Kosten, die dem Unternehmer fĂŒr seine TĂ€tigkeit als GeschĂ€ftsfĂŒhrer fiktiv zugrunde gelegt werden." kalkulatorische Unternehmerlohn
9 „Im ___ Rechnungswesen mĂŒssen Abschreibungen auf Basis der Anschaffungsauszahlungen vorgenommen werden." externen (hĂ€ufige Verwechslung: „internen" — genau umgekehrt; dieselbe Verwechslung wie in der 16er-LĂŒckentext-Aufgabe oben, dort in der Gegenrichtung)
10 „Das Sachziel des Betriebs wird auch ___ genannt." Betriebszweck

Fachbegriffe: umsonst, kostenlos, unentgeltlich — LiMux

Aufgabe #192 · 9 P. · Aufgabe |LiMux war ein Projekt der Stadtverwaltung MĂŒnchen mit dem Ziel, die rund 15.000 Arbeitsplatzrechner der stĂ€dtischen Mitarbeiter mit freier Software („Open Source Software") zu betreiben, z.B. Linux und OpenOffice. Das Projekt ist – kurz gesagt – gescheitert (Beleg: heise.de-Artikel „EndgĂŒltiges Aus fĂŒr LiMux: MĂŒnchener Stadtrat setzt den Pinguin vor die TĂŒr", abgerufen 2020-01-31). ErlĂ€utern Sie prĂ€zise und am Beispiel einer gescheiterten Migration auf Open Source Software, was betriebswirtschaftlich unter folgenden Begriffen zu verstehen ist: a) 3 P. umsonst b) 3 P. kostenlos c) 3 P. unentgeltlich
📝 Ausformulierte Lösung

a) umsonst: Bezeichnet einen Vorgang ohne den gewĂŒnschten oder erwarteten Effekt — ineffektiv, vergebens. Übertragen auf LiMux: Das Ziel der Migration (freie Software dauerhaft und stabil auf 15.000 ArbeitsplĂ€tzen zu etablieren) wurde verfehlt — das Projekt wurde nach Jahren zurĂŒckgebaut. Der gesamte Aufwand hat den beabsichtigten Effekt nicht erreicht und war damit im betriebswirtschaftlichen Sinn „umsonst".

b) kostenlos: Bezeichnet einen Vorgang ohne Kosten im Sinne eines Werteverzehrs oder Nutzenentgangs, insbesondere ohne OpportunitĂ€tskosten. Übertragen auf LiMux: Die Software selbst (Linux, OpenOffice) verursachte keinen Kaufpreis. Streng genommen war die Umstellung aber nicht wirklich kostenlos, da Mitarbeiter Arbeitszeit investieren mussten, um sich mit der neuen Software vertraut zu machen — diese gebundene Zeit ist ein echter Werteverzehr (OpportunitĂ€tskosten), auch wenn kein Geld floss.

c) unentgeltlich: Bezeichnet einen Vorgang ohne Gegenleistung, im engeren Sinn: nicht zahlungswirksam. Übertragen auf LiMux: Die Bereitstellung der Open-Source-Software erfolgte ohne Gegenleistung (keine LizenzgebĂŒhr, kein Entgelt an einen Hersteller) — insofern war die Softwarenutzung unentgeltlich.


Kosten- & ErfolgsgrĂ¶ĂŸen — weitere Klausuraufgaben


Kosten- und ErfolgsgrĂ¶ĂŸen

Aufgabe #193 · 12 P. · Aufgabe |FĂŒr das Einprodukt-Unternehmen ACME GmbH gelten folgende Kosten- und Erlösfunktionen:
E = 23x
K = 12.000 + 7,5x
mit E = Erlöse, K = Gesamtkosten und x = Herstellungs- und Verkaufsmenge; alle Wertangaben in Euro. Die fĂŒr die kommende Periode geplant Herstellungs- und Verkaufsmenge betrĂ€gt 800 StĂŒck. Ermitteln Sie folgende Planwerte der kommenden Periode:
a) 2 P. den Periodengewinn G
b) 2 P. den StĂŒckgewinn g
c) 2 P. die StĂŒckkosten k
d) 2 P. die Deckungsspanne ds
e) 2 P. den Deckungsbeitrag der Periode DB
f) 2 P. die RentabilitÀt der Periode R
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben: p = 23,00 €/Stk (Faktor vor x in E) · kv = 7,50 €/Stk (Faktor vor x in K) · Kf = 12.000,00 € · x = 800 Stk

E=23,00⋅800=18.400,00€E = 23{,}00 \cdot 800 = 18.400{,}00\ \text{€} K=12.000,00+7,50⋅800=12.000,00+6.000,00=18.000,00€K = 12.000{,}00 + 7{,}50 \cdot 800 = 12.000{,}00 + 6.000{,}00 = 18.000{,}00\ \text{€}

a) Periodengewinn G G=E−K=18.400,00−18.000,00=400,00€G = E - K = 18.400{,}00 - 18.000{,}00 = 400{,}00\ \text{€}

b) StĂŒckgewinn g g=Gx=400,00800=0,50€/Stkg = \frac{G}{x} = \frac{400{,}00}{800} = 0{,}50\ \text{€/Stk}

c) StĂŒckkosten k k=Kx=18.000,00800=22,50€/Stkk = \frac{K}{x} = \frac{18.000{,}00}{800} = 22{,}50\ \text{€/Stk}

d) Deckungsspanne ds ds=p−kv=23,00−7,50=15,50€/Stkds = p - k_v = 23{,}00 - 7{,}50 = 15{,}50\ \text{€/Stk}

e) Deckungsbeitrag der Periode DB DB=ds⋅x=15,50⋅800=12.400,00€DB = ds \cdot x = 15{,}50 \cdot 800 = 12.400{,}00\ \text{€}

f) RentabilitÀt der Periode R R=GK=400,0018.000,00=0,0222=2,22%R = \frac{G}{K} = \frac{400{,}00}{18.000{,}00} = 0{,}0222 = 2{,}22\ \%

Kontrolle: G=DB−Kf=12.400,00−12.000,00=400,00€G = DB - Kf = 12.400{,}00 - 12.000{,}00 = 400{,}00\ \text{€} ✓ · W=E/K=18.400,00/18.000,00=1,02W = E/K = 18.400{,}00/18.000{,}00 = 1{,}02, und 1+R=1+0,0222=1,021 + R = 1 + 0{,}0222 = 1{,}02 ✓


ErfolgsgrĂ¶ĂŸen: ProduktivitĂ€t, Effizienz, RentabilitĂ€t

Aufgabe #194 · 10 P. · Aufgabe |Die A GmbH ist ein kleines Fertigungsunternehmen. Es gelten folgende Daten: Im Jahr 2017 fertigen vier Mitarbeiter, die durchschnittliche Kosten von 60.000 € pro Mitarbeiter und Jahr verursachen, 1.000 StĂŒck eines Produkts. Alle gefertigten Produkte können fĂŒr 310 € pro StĂŒck verkauft werden. Es gibt keine LagerbestĂ€nde. Das Gewinnziel der A GmbH im Jahr 2017 betrug 60.000 €.
Ermitteln Sie fĂŒr die A GmbH und das Jahr 2017 die ProduktivitĂ€t, die Effizienz, den Gewinn, die RentabilitĂ€t sowie die EffektivitĂ€t.
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben: 4 Mitarbeiter · Ø-Kosten 60.000,00 €/MA·Jahr · Output 1.000 Stk · Verkaufspreis 310,00 €/Stk · keine LagerbestĂ€nde (Produktions- = Absatzmenge) · Gewinnziel 60.000,00 €

Aufwand=4⋅60.000,00=240.000,00€\text{Aufwand} = 4 \cdot 60.000{,}00 = 240.000{,}00\ \text{€} Ertrag=1.000⋅310,00=310.000,00€\text{Ertrag} = 1.000 \cdot 310{,}00 = 310.000{,}00\ \text{€}

ProduktivitĂ€t (mengenmĂ€ĂŸiges VerhĂ€ltnis Output/Input): ProduktivitĂ€t=AusbringungsmengeEinsatzmenge=1.000Stk4MA=250,00Stk/MA\text{ProduktivitĂ€t} = \frac{\text{Ausbringungsmenge}}{\text{Einsatzmenge}} = \frac{1.000\ \text{Stk}}{4\ \text{MA}} = 250{,}00\ \text{Stk/MA}

Effizienz (= Wirtschaftlichkeit, wertmĂ€ĂŸiges VerhĂ€ltnis Ertrag/Aufwand): Effizienz=ErtragAufwand=310.000,00240.000,00=1,29\text{Effizienz} = \frac{\text{Ertrag}}{\text{Aufwand}} = \frac{310.000{,}00}{240.000{,}00} = 1{,}29

Gewinn: G=Ertrag−Aufwand=310.000,00−240.000,00=70.000,00€G = \text{Ertrag} - \text{Aufwand} = 310.000{,}00 - 240.000{,}00 = 70.000{,}00\ \text{€}

RentabilitÀt (Gewinn je eingesetztem Aufwand-Euro, konsistent mit R = G/K in allen anderen Aufgaben dieses Kapitels): R=GAufwand=70.000,00240.000,00=0,2917=29,17%R = \frac{G}{\text{Aufwand}} = \frac{70.000{,}00}{240.000{,}00} = 0{,}2917 = 29{,}17\ \%

EffektivitÀt (Zielerreichungsgrad): Z=GGziel=70.000,0060.000,00=1,1667=116,67%Z = \frac{G}{G_{\text{ziel}}} = \frac{70.000{,}00}{60.000{,}00} = 1{,}1667 = 116{,}67\ \%

Kontrolle: Effizienz = 1 + RentabilitĂ€t → 1+0,2917=1,2917≈1,291 + 0{,}2917 = 1{,}2917 \approx 1{,}29 ✓


Kosten- und ErfolgsgrĂ¶ĂŸen

Aufgabe #195 · 10 P. · Aufgabe |FĂŒr das Einprodukt-Unternehmen ACME GmbH gelten folgende Kosten- und Erlösfunktionen:
E = 42x
K = 20.000 + 12x
mit E = Erlöse, K = Gesamtkosten und x = Herstellungs- und Verkaufsmenge; alle Wertangaben in Euro. Die fĂŒr die kommende Periode geplant Herstellungs- und Verkaufsmenge betrĂ€gt 800 StĂŒck. Ermitteln Sie folgende Planwerte der kommenden Periode:
a) 2 P. die StĂŒckkosten k
b) 2 P. den StĂŒckgewinn g
c) 2 P. die Deckungsspanne ds
d) 2 P. den Periodengewinn G
e) 2 P. den Deckungsbeitrag der Periode DB
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben: p = 42,00 €/Stk · kv = 12,00 €/Stk · Kf = 20.000,00 € · x = 800 Stk

E=42,00⋅800=33.600,00€E = 42{,}00 \cdot 800 = 33.600{,}00\ \text{€} K=20.000,00+12,00⋅800=20.000,00+9.600,00=29.600,00€K = 20.000{,}00 + 12{,}00 \cdot 800 = 20.000{,}00 + 9.600{,}00 = 29.600{,}00\ \text{€}

a) StĂŒckkosten k k=Kx=29.600,00800=37,00€/Stkk = \frac{K}{x} = \frac{29.600{,}00}{800} = 37{,}00\ \text{€/Stk}

d) Periodengewinn G (wird fĂŒr b) benötigt, daher hier zuerst gebildet) G=E−K=33.600,00−29.600,00=4.000,00€G = E - K = 33.600{,}00 - 29.600{,}00 = 4.000{,}00\ \text{€}

b) StĂŒckgewinn g g=Gx=4.000,00800=5,00€/Stkg = \frac{G}{x} = \frac{4.000{,}00}{800} = 5{,}00\ \text{€/Stk}

c) Deckungsspanne ds ds=p−kv=42,00−12,00=30,00€/Stkds = p - k_v = 42{,}00 - 12{,}00 = 30{,}00\ \text{€/Stk}

e) Deckungsbeitrag der Periode DB DB=ds⋅x=30,00⋅800=24.000,00€DB = ds \cdot x = 30{,}00 \cdot 800 = 24.000{,}00\ \text{€}

Kontrolle: G=DB−Kf=24.000,00−20.000,00=4.000,00€G = DB - Kf = 24.000{,}00 - 20.000{,}00 = 4.000{,}00\ \text{€} ✓ (deckt sich mit d))


Kostenverlauf-Diagramm

Aufgabe #196 · 4 P. · Aufgabe |Kennzeichnen Sie in folgendem Diagramm die Abszissen- und die Ordinatenachse mit den entsprechenden Dimensionen und zeichnen Sie in einem beliebigen Punkt die Höhe der fixen und der variablen Kosten durch geschwungene Klammern ein!
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 04.08.2020 Aufgabe 7
📝 Ausformulierte Lösung

Achsenbeschriftung: Ordinate (senkrecht) = K (Gesamtkosten in €), Abszisse (waagerecht) = B (BeschĂ€ftigung/Ausbringungsmenge in StĂŒck). Die Gesamtkostengerade K = Kf + kv·B beginnt bei einem beliebigen Punkt B auf der Kf-Höhe (Schnittpunkt mit der K-Achse) und steigt von dort linear an. Zwei geschwungene Klammern markieren an einer beliebig gewĂ€hlten Menge B die Zusammensetzung der Gesamtkosten:

K (€) │ ╱ ⎫ │ ╱ ⎬ variable Kosten (kv·B) │ ╱ ⎭ = Abstand Gesamtkosten­gerade − Kf-Linie │ ╱ │────────────────────────────── ⎫ │ ⎬ fixe Kosten Kf │ ⎭ = Abstand Kf-Linie − Nullpunkt └──────────────────────────────────────────────────→ B (BeschĂ€ftigung/Menge, StĂŒck)

Die untere Klammer erfasst die Fixkosten Kf (konstante Höhe, unabhĂ€ngig von B), die obere Klammer den variablen Kostenanteil (kv·B, wĂ€chst mit B) — zusammen ergeben beide Klammern an jeder Stelle B genau die Höhe der Gesamtkostengeraden.


ErfolgsgrĂ¶ĂŸen der Periode

Aufgabe #197 · 8 P. · Aufgabe |Gegeben sind folgende Basisdaten der ACME GmbH:
Input: Menge 2020 5,00 / Menge 2021 5,50 [Liter] · Preis 2020 2,50 / Preis 2021 2,70 [€] → Aufwand 2020 12,50 / Aufwand 2021 14,85 [€]
Output: Menge 2020 10,00 / Menge 2021 11,00 [StĂŒck] · Preis 2020 5,00 / Preis 2021 4,50 [€] → Ertrag 2020 50,00 / Ertrag 2021 49,50 [€]
Gewinnziel 2020 45,00 / Gewinnziel 2021 46,80 [€]
Ermitteln Sie fĂŒr das Jahr 2021 die Plan-EffektivitĂ€t, die Plan-Effizienz, den Plan-Gewinn und die Plan-RentabilitĂ€t der ACME GmbH!
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben (2021, Plan): Input 5,50 Liter Ă  2,70 €/Liter · Output 11,00 StĂŒck Ă  4,50 €/StĂŒck · Gewinnziel 46,80 €

Aufwand2021=5,50⋅2,70=14,85€(stimmt mit Tabellenwert ĂŒberein)\text{Aufwand}_{2021} = 5{,}50 \cdot 2{,}70 = 14{,}85\ \text{€} \quad(\text{stimmt mit Tabellenwert ĂŒberein}) Ertrag2021=11,00⋅4,50=49,50€(stimmt mit Tabellenwert ĂŒberein)\text{Ertrag}_{2021} = 11{,}00 \cdot 4{,}50 = 49{,}50\ \text{€} \quad(\text{stimmt mit Tabellenwert ĂŒberein})

Plan-Gewinn: G=Ertrag−Aufwand=49,50−14,85=34,65€G = \text{Ertrag} - \text{Aufwand} = 49{,}50 - 14{,}85 = 34{,}65\ \text{€}

Plan-Effizienz (Wirtschaftlichkeit): W=ErtragAufwand=49,5014,85=3,33W = \frac{\text{Ertrag}}{\text{Aufwand}} = \frac{49{,}50}{14{,}85} = 3{,}33

Plan-RentabilitÀt: R=GAufwand=34,6514,85=2,3333=233,33%R = \frac{G}{\text{Aufwand}} = \frac{34{,}65}{14{,}85} = 2{,}3333 = 233{,}33\ \%

Plan-EffektivitÀt: Z=GGziel=34,6546,80=0,7404=74,04%Z = \frac{G}{G_{\text{ziel}}} = \frac{34{,}65}{46{,}80} = 0{,}7404 = 74{,}04\ \%

Kontrolle: W=1+R→1+2,3333=3,3333≈3,33W = 1 + R \rightarrow 1 + 2{,}3333 = 3{,}3333 \approx 3{,}33 ✓


Aufgabenbereich der Kostenrechnung

Aufgabe #198 · 5 P. · Aufgabe |Formulieren Sie fĂŒnf konkrete Fragen der operativen UnternehmensfĂŒhrung, deren Beantwortung unmittelbar in den Aufgabenbereich der Kostenrechnung fĂ€llt!
📝 Ausformulierte Lösung

FĂŒnf konkrete Fragen, die jeweils einem der klassischen Teilbereiche der Kostenrechnung zugeordnet sind:

  1. Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind in der letzten Periode angefallen und in welcher Höhe (Material-, Personal-, Abschreibungskosten etc.)?
  2. Kostenstellenrechnung: In welcher Abteilung bzw. an welchem Ort im Betrieb sind die Kosten entstanden?
  3. KostentrÀgerrechnung: Welches Produkt bzw. welcher Auftrag hat wie viel gekostet, und deckt der erzielte Preis diese Kosten?
  4. Wirtschaftlichkeitskontrolle: Wurde in der abgelaufenen Periode wirtschaftlich gearbeitet — entsprach der tatsĂ€chliche Kostenverbrauch dem geplanten (Soll-Ist-Vergleich)?
  5. EntscheidungsunterstĂŒtzung: Lohnt sich die Annahme eines konkreten Zusatzauftrags, oder ist Eigenfertigung gĂŒnstiger als Fremdbezug (Make-or-Buy)?

KostenverlÀufe: Achsenbezeichnung & Kostendegression

Aufgabe #199 · 12 P. · Aufgabe |a) 3 P. Was bedeutet die AbkĂŒrzung B in den auf der folgenden Seite gezeigten Diagrammen? Nennen Sie zwei alternative Bezeichnungen der Achse (Synonyme)!
b) 3 P. Nennen Sie drei betriebliche Sachverhalte, die zu einem degressiven Kostenverlauf fĂŒhren.
c) 6 P. Skizzieren Sie in die Diagramme auf der folgenden Seite die dort jeweils genannten KostenverlÀufe!
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 13.02.2018 Aufgabe 1
📝 Ausformulierte Lösung

a) AbkĂŒrzung B und Synonyme (3 P.): In Kostenverlaufsdiagrammen steht B fĂŒr BeschĂ€ftigung (bzw. BeschĂ€ftigungsgrad) — die auf der Abszisse abgetragene GrĂ¶ĂŸe, die den Auslastungs- bzw. Produktionsumfang des Betriebs ausdrĂŒckt. GebrĂ€uchliche Synonyme fĂŒr diese Achse: Menge (x) und Ausbringungsmenge (auch: Produktionsmenge).

b) Drei betriebliche Sachverhalte fĂŒr einen degressiven Kostenverlauf (3 P.): Ein degressiver Kostenverlauf bedeutet, dass die StĂŒckkosten mit steigender Menge sinken. Typische Ursachen dafĂŒr sind:

  1. Mengenrabatte beim Materialeinkauf — grĂ¶ĂŸere Bestellmengen fĂŒhren zu niedrigeren Einkaufspreisen je Einheit.
  2. Lern-/Erfahrungskurveneffekte in der Fertigung — mit wachsender kumulierter Ausbringungsmenge sinkt der Zeit- und damit Kostenaufwand je StĂŒck, weil Mitarbeiter und Prozesse eingespielter werden.
  3. Bessere Verteilung der Fixkosten (Fixkostendegression) durch höhere KapazitĂ€tsauslastung — dieselben Fixkosten (Maschinen, RĂŒstzeiten) verteilen sich auf mehr StĂŒck, wodurch der fixe StĂŒckkostenanteil sinkt.

c) Skizzen der KostenverlĂ€ufe (6 P.): Nicht bearbeitbar — die Diagramme, auf die sich die Aufgabe bezieht („auf der folgenden Seite"), liegen im Bildordner nicht vor.


Kostenauflösung — weitere Verfahren


Preisuntergrenzen

Aufgabe #200 · 12 P. · Aufgabe |a) 2 P. Wie ist die sog. kurzfristige Preisuntergrenze (kPUG) definiert?
b) 2 P. Wie ist die sog. langfristige Preisuntergrenze (lPUG) definiert?
c) 4 P. Warum sind GeschĂ€fte zu Preisen, die zwischen der kPUG und der lPUG liegen, wirtschaftlich problematisch? ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich!
d) 4 P. Warum sind GeschĂ€fte zu Preisen, die die lPUG nur knapp ĂŒbersteigen, wirtschaftlich dauerhaft nicht tragfĂ€hig? ErlĂ€utern Sie zwei unterschiedliche GrĂŒnde!
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 04.08.2020 Aufgabe 9
📝 Ausformulierte Lösung

Symbole (in dieser Aufgabe verwendet):

Symbol Bedeutung
p Preis pro StĂŒck
kv variable StĂŒckkosten (Teilkosten)
kf fixe StĂŒckkosten (anteilig verrechnete Fixkosten)
k GesamtstĂŒckkosten / Vollkosten je StĂŒck = kv + kf
db Deckungsbeitrag je StĂŒck = p − kv
kPUG kurzfristige Preisuntergrenze
lPUG langfristige Preisuntergrenze

a) Kurzfristige Preisuntergrenze (kPUG) — 2 P.

Die kPUG ist der Preis, der gerade noch die variablen StĂŒckkosten (Teilkosten) deckt:

kPUG=kvkPUG = k_v

BegrĂŒndung: Kurzfristig sind die Fixkosten nicht abbaubar und fallen ohnehin an — sie sind fĂŒr die Preisentscheidung nicht entscheidungsrelevant. Solange der Preis mindestens die variablen Kosten deckt (also db=p−kv≄0db = p - k_v \geq 0), verbessert jedes zusĂ€tzlich verkaufte StĂŒck das Betriebsergebnis, weil sein Deckungsbeitrag zur Deckung der ohnehin vorhandenen Fixkosten beitrĂ€gt. Unterhalb der kPUG (db<0db < 0) vergrĂ¶ĂŸert dagegen jedes verkaufte StĂŒck den Verlust.

b) Langfristige Preisuntergrenze (lPUG) — 2 P.

Die lPUG ist der Preis, der die vollen Selbstkosten je StĂŒck (Vollkosten) deckt:

lPUG=k=kv+kflPUG = k = k_v + k_f

BegrĂŒndung: Auf Dauer mĂŒssen alle Kosten — auch die fixen — ĂŒber den Preis hereingeholt werden, weil Fixkosten langfristig disponibel sind (KapazitĂ€ten können abgebaut, VertrĂ€ge gekĂŒndigt, Maschinen nicht ersetzt werden). Da die Vollkosten in der Kostenrechnung bereits kalkulatorische Zusatzkosten (kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen, kalk. Unternehmerlohn) enthalten, bedeutet Erreichen der lPUG: Das Unternehmen erwirtschaftet einen Normalgewinn — die OpportunitĂ€tskosten des gebundenen Kapitals sind gerade noch abgegolten, aber kein Gewinn darĂŒber hinaus.

c) Preise zwischen kPUG und lPUG — wirtschaftlich problematisch — 4 P.

Liegt der Preis zwischen kPUG und lPUG, gilt kv<p<kk_v < p < k. Das bedeutet:

  1. VerlustgeschĂ€ft in der Vollkostenbetrachtung: Der Deckungsbeitrag ist zwar positiv (db>0db>0), deckt aber nicht die vollen Selbstkosten. Das Unternehmen weist fĂŒr dieses GeschĂ€ft einen Verlust aus, weil die vollen Fixkosten (inkl. kalkulatorischer Zusatzkosten) nicht vollstĂ€ndig gedeckt werden.
  2. LiquiditĂ€t kurzfristig unauffĂ€llig, Substanz gefĂ€hrdet: Da im Wesentlichen nur die variablen Kosten unmittelbar auszahlungswirksam sind (die kalkulatorische Abschreibung ist ein reiner Rechenposten, kein sofortiger Zahlungsabfluss), fĂ€llt der Verlust zunĂ€chst nicht als akutes LiquiditĂ€tsproblem auf. Trotzdem werden ĂŒber die Abschreibung normalerweise die Mittel fĂŒr kĂŒnftige Ersatzinvestitionen angesammelt — bleibt diese Deckung dauerhaft aus, kann die Anlagensubstanz langfristig nicht erhalten werden.
  3. OpportunitÀtsverlust auf das gebundene Kapital: ZusÀtzlich zum Fixkosten-Deckungsproblem entsteht ein Verlust in Höhe des Ertrags, den das im Unternehmen gebundene Kapital bei gleichem Risiko anderweitig hÀtte erwirtschaften können (entgangene kalk. Verzinsung).
  4. Gefahr fĂŒr die Preisbereitschaft der Kunden: Werden solche Preise zur Regel statt zur Ausnahme, gewöhnen sich Kunden an das niedrige Preisniveau (Ankereffekt) — spĂ€tere Preiserhöhungen auf ein kostendeckendes Niveau werden dadurch schwerer durchsetzbar.

Fazit: Solche GeschĂ€fte sind allenfalls als kurzfristige Ausnahme bei freien KapazitĂ€ten vertretbar (besser als db=0 durch Nichtproduktion), aber kein Dauerzustand — sonst erodiert die Substanz des Unternehmens schleichend.

d) Preise knapp ĂŒber der lPUG — zwei GrĂŒnde fĂŒr dauerhafte Untragbarkeit — 4 P.

  1. RentabilitĂ€tsanforderung im Wettbewerb um Kapital. Bei einem Preis genau an der lPUG wird nur ein Normalgewinn erzielt (die kalk. Zinsen/der kalk. Unternehmerlohn sind bereits als Kosten eingerechnet). Ein Preis nur knapp darĂŒber liefert kaum realen Gewinn oberhalb dieses Normalniveaus. Unternehmen stehen aber im Wettbewerb um (knappes) Eigenkapital und mĂŒssen ihren Unternehmenswert steigern bzw. Dividenden ausschĂŒtten, um Kapitalgeber zu halten bzw. neues Kapital zu gewinnen. Das Unternehmen ist damit zwar profitabel (Gewinn > 0), aber nicht ausreichend rentabel — auf Dauer wandert Kapital zu attraktiveren Alternativen ab, und das Unternehmen verliert seine FinanzierungsfĂ€higkeit (kein Risikopuffer, keine Mittel fĂŒr Wachstum/Erweiterungsinvestitionen ĂŒber die reine Substanzerhaltung hinaus).
  2. Nicht kalkulierte ErlösschmĂ€lerungen. Rabatte, Boni und Skonti sind in der ursprĂŒnglichen Preiskalkulation in der Regel nicht enthalten, mindern aber real den tatsĂ€chlich vereinnahmten Nettopreis. Ein Preis, der auf dem Papier nur knapp ĂŒber der lPUG liegt, wird durch solche ĂŒblichen NachlĂ€sse faktisch unter die lPUG gedrĂŒckt — aus dem knappen Buchgewinn wird ein realer Verlust, sobald diese AbzĂŒge berĂŒcksichtigt werden.


Kalkulatorische Kosten & Kostenstellenrechnung — weitere Klausuraufgaben


BAB — VerteilungsschlĂŒssel im Stufenleiterverfahren

Aufgabe #201 · 9 P. · Aufgabe |Der folgende vollstĂ€ndig ausgefĂŒllte Vollkosten-BAB (Stufenleiterverfahren) der ACME GmbH liegt vor (BetrĂ€ge in EUR). Ermitteln Sie die verwendeten VerteilungsschlĂŒssel (Format A : B : C : 
) fĂŒr: a) 3 P. Gemeinkostenmaterial · b) 4 P. Allgemeine Kostenstelle · c) 2 P. Fertigungshilfskostenstelle.
GemeinkostenZahlen der KLRAllgem. Kst.Fert.-hilfskst.MaterialABVerwaltungVertrieb
Gemeinkostenmaterial55.0005.50022.00011.00016.500000
GehÀlter175.0006.737,5026.91533.652,5020.19513.457,5053.847,5020.195
Sozialkosten40.0003.2006.4004.8004.8003.20012.8004.800
Steuern65.0004.335,508.664,5013.0008.664,504.335,5021.664,504.335,50
Abschreibung155.00012.40024.80037.20043.40012.40018.6006.200
Summe 132.173
Umlage der Allg. Kst.3.860,769.651,906.434,605.147,683.860,763.217,30
Summe 2 (Fert.-hilfskst.)92.640,26
Umlage der Fert.-hilfskst.27.792,0864.848,18
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 09.08.2021 Aufgabe 4
📝 Ausformulierte Lösung

Gegebener (vollstĂ€ndig ausgefĂŒllter) BAB:

Gemeinkosten Zahlen der KLR Allgemeine Kst. Fertig.-hilfs-kst. Material A B Verwaltung Vertrieb
Gemeinkostenmaterial 55.000,00 5.500,00 22.000,00 11.000,00 16.500,00 0,00 0,00 0,00
GehÀlter 175.000,00 6.737,50 26.915,00 33.652,50 20.195,00 13.457,50 53.847,50 20.195,00
Sozialkosten 40.000,00 3.200,00 6.400,00 4.800,00 4.800,00 3.200,00 12.800,00 4.800,00
Steuern 65.000,00 4.335,50 8.664,50 13.000,00 8.664,50 4.335,50 21.664,50 4.335,50
Abschreibung 155.000,00 12.400,00 24.800,00 37.200,00 43.400,00 12.400,00 18.600,00 6.200,00
Summe 1 32.173,00
Umlage der Allg. Kst. 3.860,76 9.651,90 6.434,60 5.147,68 3.860,76 3.217,30
Summe 2 92.640,26
Umlage der FertigungsHKS 27.792,08 64.848,18

(Kontrollrechnung: jede Zeile summiert exakt auf ihre „Zahlen der KLR"-Spalte, z. B. GehĂ€lter 6.737,50+26.915,00+33.652,50+20.195,00+13.457,50+53.847,50+20.195,00 = 175.000,00 € ✓ — der BAB ist intern widerspruchsfrei, alle folgenden SchlĂŒssel sind daraus exakt rekonstruierbar.)

a) SchlĂŒssel Gemeinkostenmaterial

Zeilensumme 55.000,00 € verteilt sich auf Allgemeine Kst. / Fertig-hilfs-Kst. / Material / A / B / Verwaltung / Vertrieb:

Kostenstelle Rechnung Anteil
Allgemeine Kst. 5.500,00 Ă· 55.000,00 10,00 %
Fertig-hilfs-Kst. 22.000,00 Ă· 55.000,00 40,00 %
Material 11.000,00 Ă· 55.000,00 20,00 %
A 16.500,00 Ă· 55.000,00 30,00 %
B, Verwaltung, Vertrieb 0,00 Ă· 55.000,00 0,00 %

KĂŒrzen (gemeinsamer Teiler 5.500,00 €):

SchlĂŒssel=5.5005.500:22.0005.500:11.0005.500:16.5005.500:0:0:0=𝟏:𝟒:𝟐:𝟑:𝟎:𝟎:𝟎\text{SchlĂŒssel} = \frac{5.500}{5.500} : \frac{22.000}{5.500} : \frac{11.000}{5.500} : \frac{16.500}{5.500} : 0 : 0 : 0 = \mathbf{1:4:2:3:0:0:0}

Ergebnis a): VerteilungsschlĂŒssel Gemeinkostenmaterial = 1 : 4 : 2 : 3 : 0 : 0 : 0 (Allgemeine Kst. : Fertig-hilfs-Kst. : Material : A : B : Verwaltung : Vertrieb).

b) SchlĂŒssel Allgemeine Kostenstelle

Zeilensumme (Summe 1) 32.173,00 € verteilt sich auf Fertig-hilfs-Kst. / Material / A / B / Verwaltung / Vertrieb:

Kostenstelle Rechnung Anteil
Fertig-hilfs-Kst. 3.860,76 Ă· 32.173,00 12,00 %
Material 9.651,90 Ă· 32.173,00 30,00 %
A 6.434,60 Ă· 32.173,00 20,00 %
B 5.147,68 Ă· 32.173,00 16,00 %
Verwaltung 3.860,76 Ă· 32.173,00 12,00 %
Vertrieb 3.217,30 Ă· 32.173,00 10,00 %

Summe der Anteile: 12+30+20+16+12+10 = 100,00 % ✓. KĂŒrzen (alle Prozentwerte durch 2 teilen):

SchlĂŒssel=12:30:20:16:12:10=𝟔:𝟏𝟓:𝟏𝟎:𝟖:𝟔:𝟓\text{SchlĂŒssel} = 12:30:20:16:12:10 = \mathbf{6:15:10:8:6:5}

Ergebnis b): VerteilungsschlĂŒssel Allgemeine Kostenstelle = 6 : 15 : 10 : 8 : 6 : 5 (Fertig-hilfs-Kst. : Material : A : B : Verwaltung : Vertrieb).

c) SchlĂŒssel Fertigungshilfskostenstelle

Zeilensumme (Summe 2) 92.640,26 € verteilt sich nur auf A und B:

Kostenstelle Rechnung Anteil
A 27.792,08 Ă· 92.640,26 30,00 %
B 64.848,18 Ă· 92.640,26 70,00 %

SchlĂŒssel=30:70=𝟑:𝟕\text{SchlĂŒssel} = 30:70 = \mathbf{3:7}

Ergebnis c): VerteilungsschlĂŒssel Fertigungshilfskostenstelle = 3 : 7 (A : B).




System der Kostenrechnung als Vollkostenrechnung

Aufgabe #202 · 8 P. · Aufgabe |Das folgende Ablaufschema zeigt die typische Funktionsweise der Kostenrechnung als Vollkostenrechnung:1 · KostenartenrechnungWelche Kosten sind angefallen? → Einzelkosten (EK) + Gemeinkosten (GK)2 · Kostenstellenrechnung (BAB)Wo sind die GK entstanden? GK laufen ĂŒber Vorkostenstellen 

 auf die Endkostenstellen: Material · Fertigung · Verwaltung · Vertrieb(EK werden dem Produkt direkt zugerechnet)3 · KostentrĂ€gerrechnung (Kalkulation)WofĂŒr sind die Kosten angefallen? Je Produkt:EK + MGK + FGK = Herstellkosten (HK)HK + VwGK + VtGK = Selbstkosten (SK)4 · BetriebsergebnisrechnungUmsatz − HK des Umsatzes − Verwaltungs-/Vertriebskosten (VVK)= BetriebsergebnisNicht abgesetzte Erzeugnisse → Lagerzugang (Bestandsbewertung zu Herstellkosten)nach Coenenberg/Fischer/GĂŒnther, Kostenrechnung u. Kostenanalyse, 9. Aufl. 2016, S. 118Diese Vollkostenrechnungs-Darstellung ist nahezu vollstĂ€ndig — dennoch lĂ€sst sich ihre Aussagekraft verbessern. ErlĂ€utern Sie dazu vier verschiedene VorschlĂ€ge!
📝 Ausformulierte Lösung

Die Vollkostenrechnung im BAB-Schema verteilt alle Kosten (auch die fixen) verursachungsgerecht anmutend, aber letztlich ĂŒber pauschale SchlĂŒssel und ZuschlagssĂ€tze auf Kostenstellen und KostentrĂ€ger. Vier Wege, ihre Aussagekraft zu erhöhen:

1. ErgĂ€nzung um eine Teilkosten-/Deckungsbeitragsrechnung (Trennung fix/variabel). Die Vollkostenrechnung rechnet fixe Kosten pauschal auf jedes StĂŒck um (Fixkostenproportionalisierung), obwohl sie sich mit der StĂŒckzahl nicht Ă€ndern. Das fĂŒhrt bei BeschĂ€ftigungsschwankungen zu falschen StĂŒckkosten und verzerrt kurzfristige Entscheidungen wie Preisuntergrenzen oder Produktionsprogrammwahl (vgl. Kapitel „Deckungsbeitragsrechnung · Engpass“). Eine ergĂ€nzende Teilkostenrechnung liefert den tatsĂ€chlich entscheidungsrelevanten Deckungsbeitrag.

2. Verursachungsgerechtere SchlĂŒsselung der Gemeinkosten. Im BAB werden Gemeinkosten meist ĂŒber wenige, pauschale BezugsgrĂ¶ĂŸen (Wert- oder MengenschlĂŒssel, prozentuale ZuschlagssĂ€tze) verteilt. Das verletzt bei heterogenen Produkten das Verursachungsprinzip und fĂŒhrt zu Quersubventionierung (aufwendige Produkte werden zu billig, einfache zu teuer kalkuliert). Eine feinere, tĂ€tigkeitsbezogene Verteilung (z. B. Prozesskostenrechnung/Activity-Based-Costing) bildet den tatsĂ€chlichen Ressourcenverbrauch genauer ab.

3. Normal- oder Plankosten statt reiner Istkosten. Reine Ist-BAB-Werte enthalten zufĂ€llige Schwankungen (BeschĂ€ftigungsgrad, Einkaufspreise, Verbrauch), die sich unkontrolliert auf die Kalkulation durchschlagen. Der Übergang zu Normal- oder Plankosten trennt diese Effekte in BeschĂ€ftigungs-, Preis- und Verbrauchsabweichungen und macht die Kostenrechnung zusĂ€tzlich zu einem Kontrollinstrument, nicht nur zu einem Verteilungsschema.

4. Feinere Kostenstellen- bzw. BezugsgrĂ¶ĂŸengliederung. Werden innerhalb einer Endkostenstelle (z. B. „Fertigung") sehr unterschiedliche TĂ€tigkeiten mit einer einzigen BezugsgrĂ¶ĂŸe/einem einzigen Zuschlagssatz abgerechnet, verwischen die tatsĂ€chlichen Kostentreiber. Eine Untergliederung in KostenplĂ€tze mit je eigener, passender BezugsgrĂ¶ĂŸe (z. B. Maschinenstunden statt pauschal Fertigungslöhne) erhöht die Genauigkeit der Kostenzurechnung deutlich.




Maschinenbau GmbH — BAB im Stufenleiterverfahren I

Aufgabe #203 · 12 P. · Aufgabe |Die Maschinenbau GmbH hat zwei Vorkostenstellen (Energie und Instandhaltung) sowie die vier Endkostenstellen Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Die Leistungsbeziehungen der Kostenstelle sind der Tabelle zu entnehmen, die Sie auch fĂŒr Nebenrechnungen benutzen können. Bestimmen Sie die Endkosten der Kostenstellen nach dem Stufenleiterverfahren!
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben:

PrimĂ€re Gemeinkosten [€] Energie Instandhaltung Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Betrag 15.000,00 38.500,00 45.000,00 75.000,00 30.000,00 22.500,00
Leistungsabgabe Energie Instandhaltung Material Fertigung Verwaltung Vertrieb Summe
Energie [kWh] -- 15.000,00 35.000,00 65.000,00 20.000,00 15.000,00 150.000,00
Instandhaltung [h] -- -- 800,00 275,00 55,00 50,00 1.180,00

Schritt 1 — Umlage Energie (Verrechnungspreis)

Verrechnungspreis Energie=15.000,00150.000=𝟎,𝟏𝟎€/đ’Œđ‘Ÿđ’‰\text{Verrechnungspreis Energie} = \frac{15.000{,}00}{150.000} = \mathbf{0{,}10\ €/kWh}

EmpfÀnger Rechnung Umlage Energie
Instandhaltung 15.000 kWh × 0,10 €/kWh 1.500,00 €
Material 35.000 kWh × 0,10 €/kWh 3.500,00 €
Fertigung 65.000 kWh × 0,10 €/kWh 6.500,00 €
Verwaltung 20.000 kWh × 0,10 €/kWh 2.000,00 €
Vertrieb 15.000 kWh × 0,10 €/kWh 1.500,00 €

Schritt 2 — Summe 1 (Instandhaltung) und Umlage Instandhaltung

Summe 1 (Instandhaltung)=38.500,00+1.500,00=𝟒𝟎.𝟎𝟎𝟎,𝟎𝟎€\text{Summe 1 (Instandhaltung)} = 38.500{,}00 + 1.500{,}00 = \mathbf{40.000{,}00\ €} Verrechnungspreis Instandhaltung=40.000,001.180=𝟑𝟑,𝟖𝟗𝟖𝟑€/𝒉\text{Verrechnungspreis Instandhaltung} = \frac{40.000{,}00}{1.180} = \mathbf{33{,}8983\ €/h}

EmpfÀnger Rechnung Umlage Instandhaltung
Material 800 h × 33,8983 €/h 27.118,64 €
Fertigung 275 h × 33,8983 €/h 9.322,03 €
Verwaltung 55 h × 33,8983 €/h 1.864,41 €
Vertrieb 50 h × 33,8983 €/h 1.694,92 €
Summe 40.000,00 € ✓

(Wichtig: erst mit dem exakten, ungerundeten Verrechnungspreis 33,8983 €/h weiterrechnen und erst am Ende auf 2 Nachkommastellen runden — nicht mit dem vorab gerundeten 33,90 €/h, sonst entsteht ein kleiner Rundungsfehler, s. Rohleder-Beleg unten.)

Schritt 3 — Endkosten der Endkostenstellen

Endkostenstelle PrimÀr + Energie + Instandhaltung = Endkosten
Material 45.000,00 € 3.500,00 € 27.118,64 € 75.618,64 €
Fertigung 75.000,00 € 6.500,00 € 9.322,03 € 90.822,03 €
Verwaltung 30.000,00 € 2.000,00 € 1.864,41 € 33.864,41 €
Vertrieb 22.500,00 € 1.500,00 € 1.694,92 € 25.694,92 €
Summe 226.000,00 €

Kontrolle: Summe aller primĂ€ren Gemeinkosten = 15.000+38.500+45.000+75.000+30.000+22.500 = 226.000,00 € = Summe aller Endkosten ✓.

Ergebnis: Endkosten Material 75.618,64 €, Fertigung 90.822,03 €, Verwaltung 33.864,41 €, Vertrieb 25.694,92 €.




Maschinenbau GmbH — BAB im Stufenleiterverfahren II

Aufgabe #204 · 12 P. · Aufgabe |Die Maschinenbau GmbH hat zwei Vorkostenstellen (Energie und Instandhaltung) sowie die vier Endkostenstellen Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Die Leistungsbeziehungen der Kostenstelle sind der Tabelle zu entnehmen, die Sie auch fĂŒr Nebenrechnungen benutzen können. Bestimmen Sie die Endkosten der Kostenstellen nach dem Stufenleiterverfahren!
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 22.02.2019 Aufgabe 6
📝 Ausformulierte Lösung

Gegeben:

PrimĂ€re Gemeinkosten [€] Energie Instandhaltung Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Betrag 17.500,00 37.000,00 45.000,00 75.000,00 30.000,00 22.500,00
Leistungsabgabe Energie Instandhaltung Material Fertigung Verwaltung Vertrieb Summe
Energie [kWh] -- 12.500,00 35.000,00 65.000,00 22.500,00 15.000,00 150.000,00
Instandhaltung [h] -- -- 800,00 275,00 60,00 50,00 1.185,00

Schritt 1 — Umlage Energie (Verrechnungspreis)

Verrechnungspreis Energie=17.500,00150.000=𝟎,𝟏𝟏𝟔𝟕€/đ’Œđ‘Ÿđ’‰\text{Verrechnungspreis Energie} = \frac{17.500{,}00}{150.000} = \mathbf{0{,}1167\ €/kWh}

EmpfÀnger Rechnung Umlage Energie
Instandhaltung 12.500 kWh × 0,1167 €/kWh 1.458,33 €
Material 35.000 kWh × 0,1167 €/kWh 4.083,33 €
Fertigung 65.000 kWh × 0,1167 €/kWh 7.583,33 €
Verwaltung 22.500 kWh × 0,1167 €/kWh 2.625,00 €
Vertrieb 15.000 kWh × 0,1167 €/kWh 1.750,00 €
Summe 17.500,00 € ✓

Schritt 2 — Summe 1 (Instandhaltung) und Umlage Instandhaltung

Summe 1 (Instandhaltung)=37.000,00+1.458,33=𝟑𝟖.𝟒𝟓𝟖,𝟑𝟑€\text{Summe 1 (Instandhaltung)} = 37.000{,}00 + 1.458{,}33 = \mathbf{38.458{,}33\ €} Verrechnungspreis Instandhaltung=38.458,331.185=𝟑𝟐,𝟒𝟓𝟒𝟑€/𝒉\text{Verrechnungspreis Instandhaltung} = \frac{38.458{,}33}{1.185} = \mathbf{32{,}4543\ €/h}

EmpfÀnger Rechnung Umlage Instandhaltung
Material 800 h × 32,4543 €/h 25.963,43 €
Fertigung 275 h × 32,4543 €/h 8.924,93 €
Verwaltung 60 h × 32,4543 €/h 1.947,26 €
Vertrieb 50 h × 32,4543 €/h 1.622,71 €
Summe 38.458,33 € ✓

Schritt 3 — Endkosten der Endkostenstellen

Endkostenstelle PrimÀr + Energie + Instandhaltung = Endkosten
Material 45.000,00 € 4.083,33 € 25.963,43 € 75.046,77 €
Fertigung 75.000,00 € 7.583,33 € 8.924,93 € 91.508,26 €
Verwaltung 30.000,00 € 2.625,00 € 1.947,26 € 34.572,26 €
Vertrieb 22.500,00 € 1.750,00 € 1.622,71 € 25.872,71 €
Summe 227.000,00 €

Kontrolle: Summe aller primĂ€ren Gemeinkosten = 17.500+37.000+45.000+75.000+30.000+22.500 = 227.000,00 € = Summe aller Endkosten ✓.

Ergebnis: Endkosten Material 75.046,77 €, Fertigung 91.508,26 €, Verwaltung 34.572,26 €, Vertrieb 25.872,71 €.




KostentrĂ€gerstĂŒckrechnung — weitere Klausuraufgaben

7 Klausuraufgaben aus verschiedenen Terminen — Datum, Aufgabennummer und Punktzahl stehen jeweils so, wie sie auf dem Original-Klausurblatt gedruckt sind.


Zuschlagskalkulation I — RĂŒckwĂ€rtskalkulation der ZuschlagssĂ€tze

Aufgabe #205 · 6 P. · Aufgabe |Sie leiten ein Unternehmen und wollen die Selbstkosten fĂŒr Ihre Produkte bestimmen. Die Gemeinkosten haben Sie bereits mittels Stufenleiterverfahren auf die folgenden Kostenstellen verteilt:

Gesamte Gemeinkosten — Material: 72.705 € · Fertigung: 79.566 € · Verwaltung: 28.575 € · Vertrieb: 22.763 €.

Gehen Sie davon aus, dass die Materialeinzelkosten 165.231 € und die Fertigungseinzelkosten 39.783 € betragen.

a) 1 P. Berechnen Sie die Herstellkosten! b) 1 P. Berechnen Sie die Selbstkosten! c) 4 P. Berechnen Sie die ĂŒblichen ZuschlagssĂ€tze!

📝 Ausformulierte Lösung

a) Herstellkosten

HK=MEK+MGK+FEK+FGK=165.231,00+72.705,00+39.783,00+79.566,00=357.285,00€\text{HK} = \text{MEK} + \text{MGK} + \text{FEK} + \text{FGK} = 165.231{,}00 + 72.705{,}00 + 39.783{,}00 + 79.566{,}00 = 357.285{,}00\ €

b) Selbstkosten

SK=HK+VwGK+VtGK=357.285,00+28.575,00+22.763,00=408.623,00€\text{SK} = \text{HK} + \text{VwGK} + \text{VtGK} = 357.285{,}00 + 28.575{,}00 + 22.763{,}00 = 408.623{,}00\ €

c) ZuschlagssÀtze (Betrag ÷ Basis)

Zuschlag Rechnung Satz
MGK (auf MEK) 72.705,00 Ă· 165.231,00 44,00 %
FGK (auf FEK) 79.566,00 Ă· 39.783,00 200,00 %
VwGK (auf HK) 28.575,00 Ă· 357.285,00 8,00 %
VtGK (auf HK) 22.763,00 Ă· 357.285,00 6,37 %

Zuschlagskalkulation II — Vorkalkulation Bruttoangebotspreis

Aufgabe #206 · 14 P. · Aufgabe |Eine Sonderfertigung ist fĂŒr einen Privatkunden zu kalkulieren. Es fallen Sondereinzelkosten des Vertriebs in Höhe von 851,23 EUR an. Die Fertigungseinzelkosten betragen 1.750 EUR. Die Materialeinzelkosten belaufen sich auf 351 EUR. Die derzeit gĂŒltigen ZuschlagssĂ€tze lauten: MGK 125 %, FGK 425 %, VwGK 17 %, VtGK 12 %, Kundenrabatt 14 %, Kundenskonto 3 % und Gewinn 15 %. FĂŒr Verpackung und versicherten Versand werden pauschal 49 EUR berechnet.

Wie lautet der Angebotspreis fĂŒr den Privatkunden? Gemeint ist der Brutto-Angebotspreis, d.h. einschließlich der derzeit gĂŒltigen Umsatzsteuer und aller Nebenkosten.

📝 Ausformulierte Lösung
Position Rechnung Betrag
MEK — 351,00 €
+ MGK 125 % (auf MEK) 351,00 × 1,25 438,75 €
= MK 351,00 + 438,75 789,75 €
FEK — 1.750,00 €
+ FGK 425 % (auf FEK) 1.750,00 × 4,25 7.437,50 €
= FK 1.750,00 + 7.437,50 9.187,50 €
= HK 789,75 + 9.187,50 9.977,25 €
+ VwGK 17 % (auf HK) 9.977,25 × 0,17 1.696,13 €
+ VtGK 12 % (auf HK) 9.977,25 × 0,12 1.197,27 €
+ SEK-V — 851,23 €
= SK 9.977,25 + 1.696,13 + 1.197,27 + 851,23 13.721,88 €
+ Gewinn 15 % (auf SK) 13.721,88 × 0,15 2.058,28 €
= BVP 13.721,88 + 2.058,28 15.780,16 €
+ Skonto 3 % (im Hundert) ZVP = 15.780,16 Ă· 0,97 → Skonto = 488,05 488,05 €
= ZVP 15.780,16 Ă· 0,97 16.268,21 €
+ Rabatt 14 % (im Hundert) LVP = 16.268,21 Ă· 0,86 → Rabatt = 2.648,31 2.648,31 €
= LVP 16.268,21 Ă· 0,86 18.916,52 €
+ Verpackung/Versand — 49,00 €
= Nettoangebotspreis 18.916,52 + 49,00 18.965,52 €
+ USt 19 % (auf Hundert) 18.965,52 × 0,19 3.603,45 €
= Bruttoangebotspreis 18.965,52 + 3.603,45 22.568,97 €

ZVP=BVP1−0,03=15.780,160,97=16.268,21€LVP=ZVP1−0,14=16.268,210,86=18.916,52€ZVP = \frac{BVP}{1-0{,}03} = \frac{15.780{,}16}{0{,}97} = 16.268{,}21\ € \qquad LVP = \frac{ZVP}{1-0{,}14} = \frac{16.268{,}21}{0{,}86} = 18.916{,}52\ €

Ergebnis: Der Bruttoangebotspreis betrĂ€gt 22.568,97 €.


Zuschlagskalkulation — Vorkalkulation mit fehlenden ZuschlĂ€gen

Aufgabe #207 · 14 P. · Aufgabe |Eine Sonderfertigung ist fĂŒr einen Privatkunden zu kalkulieren. Es fallen Sondereinzelkosten des Vertriebs in Höhe von 574,59 EUR an. Die Fertigungseinzelkosten betragen 1.500 EUR. Die Materialeinzelkosten belaufen sich auf 750 EUR. Die derzeit gĂŒltigen ZuschlagssĂ€tze lauten: MGK 75 %, FGK 220 %, VwGK 14 %, VtGK 10 %, Kundenrabatt 12 %, Kundenskonto 3 % und Gewinn 15 %. FĂŒr Verpackung und versicherten Versand werden pauschal 49 EUR berechnet.

Wie lautet der Angebotspreis fĂŒr den Privatkunden? Gemeint ist der Brutto-Angebotspreis, d.h. einschließlich der derzeit gĂŒltigen Umsatzsteuer und aller Nebenkosten.

📝 Ausformulierte Lösung
Position Rechnung Betrag
MEK — 750,00 €
+ MGK 75 % (auf MEK) 750,00 × 0,75 562,50 €
= MK 750,00 + 562,50 1.312,50 €
FEK — 1.500,00 €
+ FGK 220 % (auf FEK) 1.500,00 × 2,20 3.300,00 €
= FK 1.500,00 + 3.300,00 4.800,00 €
= HK 1.312,50 + 4.800,00 6.112,50 €
+ VwGK 14 % (auf HK) 6.112,50 × 0,14 855,75 €
+ VtGK 10 % (auf HK) 6.112,50 × 0,10 611,25 €
+ SEK-V — 574,59 €
= SK 6.112,50 + 855,75 + 611,25 + 574,59 8.154,09 €
+ Gewinn 15 % (auf SK) 8.154,09 × 0,15 1.223,11 €
= BVP 8.154,09 + 1.223,11 9.377,20 €
+ Skonto 3 % (im Hundert) ZVP = 9.377,20 Ă· 0,97 → Skonto = 290,02 290,02 €
= ZVP 9.377,20 Ă· 0,97 9.667,22 €
+ Rabatt 12 % (im Hundert) LVP = 9.667,22 Ă· 0,88 → Rabatt = 1.318,26 1.318,26 €
= LVP 9.667,22 Ă· 0,88 10.985,48 €
+ Verpackung/Versand — 49,00 €
= Nettoangebotspreis 10.985,48 + 49,00 11.034,48 €
+ USt 19 % (auf Hundert) 11.034,48 × 0,19 2.096,55 €
= Bruttoangebotspreis 11.034,48 + 2.096,55 13.131,03 €

Ergebnis: Der Bruttoangebotspreis betrĂ€gt 13.131,03 €.


Mehrstufige Divisionskalkulation — PlĂŒsch-Krokodile, Variante 2016

Aufgabe #208 · 6 P. · Aufgabe |Die ACME KG fertigt hochwertige PlĂŒsch-Krokodile in einem mehrstufigen Produktionsprozess. In der ersten Produktionsstufe wird der PlĂŒschstoff zugeschnitten. In der zweiten Fertigungsstufe werden dann jeweils 15 der in der Vorstufe zugeschnittenen Einzelteile zu einem Krokodil zusammengenĂ€ht. In der letzten Fertigungsstufe werden die in der zweiten Stufe genĂ€hten Krokodile schließlich mit Spezialwatte gefĂŒllt. Die folgende Tabelle enthĂ€lt alle relevanten Daten:
Stufe i Anzahl auf Stufe i gefertigter (Zwischen-)Produkte xi [StĂŒck] Allein der Stufe i zurechenbare Kosten Ei [€]
1 Zuschnitt 22.500 42.000
2 NĂ€hen 1.500 9.000
3 FĂŒllen 1.500 4.500

Ermitteln Sie die Herstellkosten je Krokodil unter Verwendung der mehrstufigen Divisionskalkulation!

📝 Ausformulierte Lösung
Stufe Formel Rechnung Ergebnis
1 Zuschnitt E₁/x₁ 42.000,00 € Ă· 22.500 Teile 1,8667 €/Teil
2 NĂ€hen k₁·15 + E₂/x₂ (22.500 × 1,8667) + 9.000,00 € Ă· 1.500 34,00 €/Krokodil
3 FĂŒllen k₂ + E₃/x₃ 34,00 + 4.500,00 € Ă· 1.500 37,00 €/Krokodil

k2=22.500⋅42.00022.500+9.0001.500=42.000+9.0001.500=51.0001.500=34,00€/Krokodilk_2 = \frac{22.500 \cdot \frac{42.000}{22.500} + 9.000}{1.500} = \frac{42.000+9.000}{1.500} = \frac{51.000}{1.500} = 34{,}00\ €/\text{Krokodil} k3=34,00+4.5001.500=34,00+3,00=37,00€/Krokodilk_3 = 34{,}00 + \frac{4.500}{1.500} = 34{,}00 + 3{,}00 = 37{,}00\ €/\text{Krokodil}

Ergebnis: Die Herstellkosten je Krokodil betragen 37,00 €/StĂŒck (ein sauber glattes Ergebnis — starke Rechenprobe, dass exakt statt mit Zwischenrundung gerechnet wurde).


Divisionskalkulation mit LagerbestandsverÀnderung

Aufgabe #209 · 13 P. · Aufgabe |Die Materialkosten eines Produkts betragen 30 €. Die Produktion wird in zwei Stufen durchgefĂŒhrt:

Produktionsstufe 1: 800 StĂŒck Halbfabrikate, Fertigungskosten: 12.000 €
Produktionsstufe 2: Weiterverarbeitung von 1.000 StĂŒck Halbfabrikaten zu Fertigfabrikaten, Fertigungskosten: 5.000 €.

Der Absatz betrĂ€gt 500 StĂŒck, die Verwaltungs- und Vertriebskosten belaufen sich auf 4.000 €.

a) 9 P. Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.
b) 4 P. Wie hoch sind die Werte der LagerbestandsverÀnderungen?
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 23.07.2018 Aufgabe 5
📝 Ausformulierte Lösung

a) Herstellkosten & Selbstkosten je StĂŒck

Die Materialkosten (30 €/StĂŒck) gehen in Stufe 1 ein. In Stufe 2 werden 1.000 Halbfabrikate weiterverarbeitet, obwohl nur 800 hergestellt wurden — die fehlenden 200 kommen aus dem Lagerabbau (siehe Teil b). Jede Stufe wird durch ihre eigene Menge geteilt.

Stufe Rechnung Ergebnis
1 (Herstellkosten je Halbfabrikat) 30,00 € Material + 12.000,00 € Ă· 800 StĂŒck = 30,00 + 15,00 45,00 €/StĂŒck
2 (Herstellkosten je Fertigfabrikat) 45,00 € + 5.000,00 € Ă· 1.000 StĂŒck = 45,00 + 5,00 50,00 €/StĂŒck
3 (Selbstkosten je StĂŒck) 50,00 € + 4.000,00 € Ă· 500 StĂŒck = 50,00 + 8,00 58,00 €/StĂŒck

b) LagerbestandsverĂ€nderung — beide LĂ€ger getrennt:

Lager Rechnung Wert
Halbfabrikate (hergestellt 800 − in Stufe 2 verbraucht 1.000) −200 StĂŒck × 45,00 € −9.000,00 € (Abbau)
Fertigfabrikate (hergestellt 1.000 − abgesetzt 500) +500 StĂŒck × 50,00 € +25.000,00 € (Aufbau)
Netto-BestandsverĂ€nderung +25.000,00 − 9.000,00 +16.000,00 €

Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 45,00 €/StĂŒck, je Fertigfabrikat 50,00 €/StĂŒck (kumuliert inkl. Material), Selbstkosten 58,00 €/StĂŒck; Halbfabrikat-Lager −200 StĂŒck (−9.000 €), Fertigfabrikat-Lager +500 StĂŒck (+25.000 €), netto +16.000 €.


Divisionskalkulation — Halb-/Fertigfabrikate

Aufgabe #210 · 11 P. · Aufgabe |Die Materialkosten eines Produkts betragen 25 €. Die Produktion wird in zwei Stufen durchgefĂŒhrt. Auf Produktionsstufe 1 werden zunĂ€chst 1.000 StĂŒck Halbfabrikate erzeugt, dabei fallen Fertigungskosten in Höhe von 13.000 € an. Auf der zweiten Produktionsstufe erfolgt die Weiterverarbeitung von 800 StĂŒck Halbfabrikaten zu Fertigfabrikaten, dabei entstehen Fertigungskosten von 5.000 €. Der Absatz betrĂ€gt 400 StĂŒck, die Verwaltungs- und Vertriebskosten belaufen sich auf 4.000 €.

Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.

📝 Ausformulierte Lösung
Stufe Formel Rechnung Ergebnis (nur Fertigung)
1 Halbfabrikat E₁/x₁ 13.000,00 € Ă· 1.000 StĂŒck 13,00 €/StĂŒck
2 Fertigfabrikat k₁·x₁-Anteil + E₂/x₂ (1.000×13,00+5.000,00) Ă· 800 StĂŒck 22,50 €/StĂŒck
3 Absatz/VwVt k₂-Anteil + VwVt/Absatz (400×22,50+4.000,00) Ă· 400 StĂŒck 32,50 €/StĂŒck
Gefragte GrĂ¶ĂŸe Rechnung Ergebnis
Herstellkosten je Halbfabrikat Material 25,00 + Stufe 1 (13,00) 38,00 €/StĂŒck
Herstellkosten je Fertigfabrikat Material 25,00 + Stufe 2 kumuliert (22,50) 47,50 €/StĂŒck
Selbstkosten je StĂŒck Material 25,00 + Stufe 3 kumuliert (32,50) 57,50 €/StĂŒck

Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 38,00 €/StĂŒck, je Fertigfabrikat 47,50 €/StĂŒck, Selbstkosten 57,50 €/StĂŒck.


Divisionskalkulation — Halb-/Fertigfabrikate

Aufgabe #211 · 11 P. · Aufgabe |Die Materialkosten eines Produkts betragen 25 €. Die Produktion wird in zwei Stufen durchgefĂŒhrt. Auf Produktionsstufe 1 werden zunĂ€chst 800 StĂŒck Halbfabrikate erzeugt, dabei fallen Fertigungskosten in Höhe von 13.000 € an. Auf der zweiten Produktionsstufe erfolgt die Weiterverarbeitung von 650 StĂŒck Halbfabrikaten zu Fertigfabrikaten, dabei entstehen Fertigungskosten von 4.998 €. Der Absatz betrĂ€gt 450 StĂŒck, die Verwaltungs- und Vertriebskosten belaufen sich auf 4.001 €.

Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.

📝 Ausformulierte Lösung
Stufe Formel Rechnung Ergebnis (nur Fertigung)
1 Halbfabrikat E₁/x₁ 13.000,00 € Ă· 800 StĂŒck 16,25 €/StĂŒck
2 Fertigfabrikat k₁·x₁-Anteil + E₂/x₂ (800×16,25+4.998,00) Ă· 650 StĂŒck 27,69 €/StĂŒck
3 Absatz/VwVt k₂-Anteil + VwVt/Absatz (450×27,69+4.001,00) Ă· 450 StĂŒck 36,58 €/StĂŒck
Gefragte GrĂ¶ĂŸe Rechnung Ergebnis
Herstellkosten je Halbfabrikat Material 25,00 + Stufe 1 (16,25) 41,25 €/StĂŒck
Herstellkosten je Fertigfabrikat Material 25,00 + Stufe 2 kumuliert (27,69) 52,69 €/StĂŒck
Selbstkosten je StĂŒck Material 25,00 + Stufe 3 kumuliert (36,58) 61,58 €/StĂŒck

Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 41,25 €/StĂŒck, je Fertigfabrikat 52,69 €/StĂŒck, Selbstkosten 61,58 €/StĂŒck.


Deckungsbeitrag, Kostenstellen & Kritik an der KLR — weitere Klausuraufgaben


Deckungsbeitragsrechnung — 3 Produkte

Aufgabe #212 · 13 P. · Aufgabe |Ein Unternehmen stellt drei Produkte her, fĂŒr die zurĂŒckliegende Periode gelten folgende Werte:
Produkt 1 2 3
Erlöse [EUR] 210.000 310.000 300.000
StĂŒckzahl [St.] 1.000 100 1.000
Selbstkosten [EUR] 190.000 300.000 260.000
variable Kosten [EUR] 130.000 210.000 160.000

Die Fixkosten betragen 290.000 EUR. Sie sind wie folgt aufteilbar:

Produkt 1 2 3 Summe
Erzeugnisfixe Kosten [EUR] 20.000 90.000 60.000 170.000
Erzeugnisgruppenfixe Kosten [EUR] 40.000 (Gruppe {1,2}) — 0 40.000
Unternehmensfixe Kosten [EUR] 80.000

a) 4 P. Entscheiden Sie ĂŒber das Produktionsprogramm (Reihenfolge Produkt 1 bis 3) auf Basis der Teilkostenrechnung! b) 9 P. Entscheiden Sie ĂŒber das Produktionsprogramm (Reihenfolge Produkt 1 bis 3) mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung!

📝 Ausformulierte Lösung

a) Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung

dbi=Erlösei−variable Kostenidb_i = \text{Erlöse}_i - \text{variable Kosten}_i

P1 P2 P3 Summe
Erlöse 210.000,00 € 310.000,00 € 300.000,00 € 820.000,00 €
− variable Kosten 130.000,00 € 210.000,00 € 160.000,00 € 500.000,00 €
= DB 80.000,00 € 100.000,00 € 140.000,00 € 320.000,00 €
− Fixkosten (gesamt) 290.000,00 €
= Betriebsergebnis 30.000,00 €

Ergebnis a): Rangfolge nach Gesamt-DB: P3 (140.000 €) → P2 (100.000 €) → P1 (80.000 €).

b) Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung

P1 P2 P3 Summe
Erlöse 210.000,00 € 310.000,00 € 300.000,00 € 820.000,00 €
− variable Kosten 130.000,00 € 210.000,00 € 160.000,00 € 500.000,00 €
= DB I 80.000,00 € 100.000,00 € 140.000,00 € 320.000,00 €
− Erzeugnisfixkosten 20.000,00 € 90.000,00 € 60.000,00 € 170.000,00 €
= DB II 60.000,00 € 10.000,00 € 80.000,00 € 150.000,00 €
− Erzeugnisgruppenfix {P1,P2} (60.000+10.000=70.000) −40.000 = 30.000,00 € 80.000,00 € − 0 = 80.000,00 €
= DB III 110.000,00 €
− Unternehmensfixkosten 80.000,00 €
= Betriebsergebnis 30.000,00 €

Ergebnis b): Rangfolge nach DB II: P3 (80.000 €) → P1 (60.000 €) → P2 (10.000 €). Lernpunkt: P2 liegt nach dem einstufigen DB (a) noch auf Platz 2, fĂ€llt aber nach Abzug der eigenen (sehr hohen) Erzeugnisfixkosten von 90.000 € auf DB II = 10.000 € zurĂŒck und landet in der mehrstufigen Betrachtung auf dem letzten Platz. Erst die stufenweise Rechnung zeigt die „echte" Rangfolge, die reine Gesamt-DB-Betrachtung (a) tĂ€uscht hier.

Kontrollrechnung: ÎŁ DB I (320.000,00 €) − ÎŁ Fixkosten (290.000,00 €) = 30.000,00 € = Betriebsergebnis, in a) und b) identisch — beide Methoden fĂŒhren (wie erwartet, da keine BestandsverĂ€nderung vorliegt) zum selben Betriebsergebnis. Die Selbstkosten-Spalte der Angabe wird fĂŒr diese Aufgabe nicht benötigt (ihre Differenz zu den variablen Kosten summiert sich nicht sauber auf die drei gegebenen Fixkostenschichten — vermutlich weil die Selbstkosten-Zeile eine andere, hier nicht relevante Umlage der Unternehmensfixkosten unterstellt); die Rangfolge wird allein ĂŒber Erlöse, variable Kosten und die Fixkostenschichtung entschieden.


Kostenauflösung — mathematische Methode

Aufgabe #213 · 4 P. · Aufgabe |Die BeschĂ€ftigung wird von 1.250 auf 1.825 StĂŒck erhöht; die Gesamtkosten steigen daraufhin von 25.000 auf 28.750 €. Ermitteln Sie die variablen StĂŒckkosten sowie die Fixkosten mithilfe der mathematischen Methode der Kostenauflösung.
📝 Ausformulierte Lösung

Δx=x2−x1=1.825−1.250=575StĂŒck\Delta x = x_2 - x_1 = 1.825 - 1.250 = 575\ \text{StĂŒck} ΔK=K2−K1=28.750,00€−25.000,00€=3.750,00€\Delta K = K_2 - K_1 = 28.750{,}00\ \text{€} - 25.000{,}00\ \text{€} = 3.750{,}00\ \text{€} kv=ΔKΔx=3.750,00€575StĂŒck=6,52€/StĂŒck(exakt 6,521739€/StĂŒck)k_v = \frac{\Delta K}{\Delta x} = \frac{3.750{,}00\ \text{€}}{575\ \text{StĂŒck}} = 6{,}52\ \text{€/StĂŒck} \quad (\text{exakt } 6{,}521739\ \text{€/StĂŒck}) Kf=K1−kv⋅x1=25.000,00€−6,521739€/StĂŒck⋅1.250StĂŒck=25.000,00€−8.152,17€=16.847,83€K_f = K_1 - k_v \cdot x_1 = 25.000{,}00\ \text{€} - 6{,}521739\ \text{€/StĂŒck} \cdot 1.250\ \text{StĂŒck} = 25.000{,}00\ \text{€} - 8.152{,}17\ \text{€} = 16.847{,}83\ \text{€}

Gegenprobe (am zweiten Punkt): Kf+kv⋅x2=16.847,83€+6,521739€/StĂŒck⋅1.825StĂŒck=16.847,83€+11.902,17€=28.750,00€K_f + k_v \cdot x_2 = 16.847{,}83\ \text{€} + 6{,}521739\ \text{€/StĂŒck} \cdot 1.825\ \text{StĂŒck} = 16.847{,}83\ \text{€} + 11.902{,}17\ \text{€} = 28.750{,}00\ \text{€} ✓ exakt der gegebene Wert K2K_2.

Ergebnis: Variable StĂŒckkosten kv = 6,52 €/StĂŒck, Fixkosten Kf = 16.847,83 €.


Anschaffungskosten — Begriffskritik

Aufgabe #214 · 5 P. · Aufgabe |In der Alltagssprache, aber auch in Unternehmen und im HGB (§ 255) ist im Zusammenhang mit grĂ¶ĂŸeren Investitionen von „Anschaffungskosten“ die Rede.

a) 4 P. ErlĂ€utern Sie kurz und prĂ€gnant, warum der Begriff insbesondere in diesem Kontext Unsinn ist. b) 1 P. Wie lautet der korrekte Fachbegriff fĂŒr den Sachverhalt?

📝 Ausformulierte Lösung

a) Der Begriff ist irrefĂŒhrend, weil die Anschaffung eines Investitionsguts erfolgsneutral ist: Beim Kauf findet nur ein Aktivtausch statt (Zahlungsmittel gegen Maschine), das Reinvermögen Ă€ndert sich nicht — es entsteht kein Werteverzehr und damit keine Kosten. Kosten entstehen erst spĂ€ter, zeitlich verteilt ĂŒber die Nutzungsdauer, als (kalkulatorische) Abschreibung. „Anschaffungskosten" verwechselt damit den Zahlungsvorgang mit dem Kostenvorgang.

(Kleine ErgĂ€nzung: Handelsrechtlich ist „Anschaffungskosten" nach § 255 Abs. 1 HGB der korrekte Bewertungsmaßstab fĂŒr die Bilanz — der Begriff ist also nicht grundsĂ€tzlich falsch, sondern speziell im Kostenrechnungskontext irrefĂŒhrend, weil er einen sofortigen Kostenanfall in Kaufpreishöhe suggeriert.)

b) Der korrekte Fachbegriff fĂŒr den reinen Zahlungsvorgang ist die Anschaffungsauszahlung (bei Barkauf) bzw. die Anschaffungsausgabe (bei Kauf auf Ziel/Rechnung, da noch keine Auszahlung, aber schon eine Minderung des Geldvermögens vorliegt).


Bestandswagniskostenzuschlag

Aufgabe #215 · 3 P. · Aufgabe |Aufgrund von Schwund, Diebstahl und anderen Ursachen ist bei den LagervorrĂ€ten in der Vergangenheit ein Ausfall von 85.000 € entstanden. Der Wareneinsatz betrug wĂ€hrend dieser Zeit 7,6 Mio. €.

a) 1 P. Berechnen Sie den BestĂ€ndewagniskostenzuschlag. b) 2 P. Beschreiben Sie in einem Satz, welche Konsequenz dieses Ergebnis fĂŒr die Kalkulation hat.

📝 Ausformulierte Lösung

Bestandswagniskostenzuschlag=AusfallWareneinsatz⋅100%=85.000,00€7.600.000,00€⋅100%=1,12%(exakt 1,118421%)\text{Bestandswagniskostenzuschlag} = \frac{\text{Ausfall}}{\text{Wareneinsatz}} \cdot 100\% = \frac{85.000{,}00\ \text{€}}{7.600.000{,}00\ \text{€}} \cdot 100\% = 1{,}12\%\ (\text{exakt } 1{,}118421\%)

Ergebnis a): Der BestÀndewagniskostenzuschlag betrÀgt 1,12 %.

b) Dieser Zuschlagssatz wird als kalkulatorisches Wagnis pauschal auf die Materialkosten in der Kalkulation aufgeschlagen, um das durchschnittliche Bestandsrisiko (Schwund, Diebstahl) bereits im Verkaufspreis einzupreisen.


Kritik an der Kostenrechnung

Aufgabe #216 · 8 P. · Aufgabe | 8 Punkte | Kritik an der KostenrechnungGerade in den letzten 20 Jahren sieht sich die traditionelle Kostenrechnung erheblicher Kritik ausgesetzt („Kosten gestalten geht vor Kosten verwalten!“). Die gilt besonders im Hinblick auf Ihre UnterstĂŒtzung bei der Steuerung von Unternehmen.

a) 6 P. Nennen und erlĂ€utern Sie drei Ansatzpunkte fĂŒr berechtigte Kritik an der Kostenrechnung.
b) 2 P. Mit welchen Instrumenten können die von Ihnen in Teil a) genannten Schwachpunkte der Kostenrechnung möglicherweise behoben werden?
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 21.09.2016 Aufgabe 4
📝 Ausformulierte Lösung

a) Drei Ansatzpunkte fĂŒr berechtigte Kritik:

  1. Vergangenheitsorientierung. Die traditionelle Kostenrechnung ist rĂŒckwĂ€rtsgewandt (erfasst und verwaltet angefallene Ist-Kosten). FĂŒr zukunftsorientiertes „Kosten gestalten" liefert sie zu wenig Impulse.
  2. WillkĂŒrliche GemeinkostenschlĂŒsselung. Die Verteilung der Gemeinkosten ĂŒber Zuschlags-/UmlageschlĂŒssel ist selten wirklich verursachungsgerecht, sondern beruht auf Annahmen — das verzerrt die kalkulierten Produktkosten und darauf aufbauende Entscheidungen.
  3. Ausblendung nicht-monetĂ€rer/qualitativer Faktoren. Image, Kundenbeziehung, Wettbewerb, Umweltauflagen sowie ethische Aspekte von Entscheidungen bleiben außen vor — reine Kostenoptimierung kann strategisch/ethisch schĂ€dliche Entscheidungen begĂŒnstigen.

b) Instrumente: Prozesskostenrechnung gegen die willkĂŒrliche SchlĂŒsselung (verursachungs­gerechtere Verteilung ĂŒber Prozesse) · Target Costing/Lebenszykluskostenrechnung gegen die Vergangenheitsorientierung (markt-/zukunftsorientiertes Kostengestalten) · Balanced Scorecard gegen die Ausblendung nicht-monetĂ€rer Faktoren (ergĂ€nzt die Finanzperspektive um Kunden-, Prozess- und Potenzialsicht).


Zentrale Begriffe und Konzepte

Aufgabe #217 · 8 P. · Aufgabe | 8 Punkte | Zentrale Begriffe und KonzepteDamit die Kostenrechnung ihren Beitrag zu wichtigen Entscheidungen leisten kann, ist ein sicherer Umgang mit zentralen Begriffen und Konzepten unerlÀsslich.

a) 2 P. ErlĂ€utern Sie kurz sprungfixe Kosten und nennen Sie ein Beispiel. b) 2 P. Was versteht man unter „Kostenremanenz“? Nennen Sie ein Beispiel. c) 2 P. Was sind „relevante Kosten“? Nennen Sie ein Beispiel. d) 2 P. Welcher Effekt liegt den „Economies of Scale“ zugrunde?

📝 Ausformulierte Lösung

a) Sprungfixe (intervallfixe) Kosten sind Kosten, deren Höhe innerhalb eines bestimmten Intervalls der Ausbringungsmenge konstant bleibt, beim Überschreiten einer bestimmten Ausbringungsmenge aber sprunghaft auf ein höheres Niveau ansteigt. Beispiel: die Abschreibung einer zusĂ€tzlichen Maschine, die erst angeschafft werden muss, wenn die KapazitĂ€tsgrenze der bisherigen Maschine ĂŒberschritten wird.

b) Kostenremanenz bezeichnet den Effekt, dass die Kosten eines Unternehmens bei einer Leistungsreduzierung nicht sofort auf das Niveau zurĂŒckgehen, das vor der entsprechenden Leistungssteigerung galt — Kosten „kleben" eine Zeit lang auf dem höheren Niveau. Beispiel: die kurzfristige Stilllegung einer Maschine erspart nicht sofort deren volle Fixkostenlast (Abschreibung lĂ€uft z. B. weiter).

c) Relevante Kosten sind die Kosten, die fĂŒr eine konkrete Entscheidung tatsĂ€chlich beeinflussbar/entscheidungsrelevant sind. Beispiel: Werden bei einer Entscheidung mehrere EngpĂ€sse gleichzeitig wirksam, mĂŒssen zusĂ€tzlich die OpportunitĂ€tskosten (entgangener Deckungsbeitrag der verdrĂ€ngten Alternative) als relevante Kosten berĂŒcksichtigt werden.

d) Der „Economies of Scale" zugrunde liegende Effekt ist die Fixkostendegression: Werden die (unverĂ€nderten) Fixkosten eines Betriebs auf eine grĂ¶ĂŸere Ausbringungsmenge verteilt, sinkt der anteilige Fixkostenblock je StĂŒck — dadurch sinken die gesamten StĂŒckkosten mit wachsender Menge (ergĂ€nzend wirken bei sehr großen Skalen oft auch Spezialisierungs- und Erfahrungskurveneffekte).


Bildung von Kostenstellen — Richtig oder falsch?

Aufgabe #218 · 5 P. · Aufgabe | 5 Punkte | Bildung von KostenstellenSind die nachfolgenden Aussagen richtig?

Die Bildung von Kostenstellen

...kann unter rÀumlichen Aspekten erfolgen.
...ist in Einproduktbetrieben ĂŒberflĂŒssig.
...ist Voraussetzung fĂŒr die Erstellung von Betriebsabrechnungsbögen.
...ist auch in den meisten Kleinbetrieben anzutreffen.
...kann nach EinfĂŒhrung der Plankostenrechnung aufgegeben werden.
...ist bei der einfachen Zuschlagskalkulation auf Hilfskostenstellen beschrÀnkt.
...erfolgt auch im Handel (nach Produkten oder Produktgruppen).
...fĂŒhrt zum Entstehen von klaren Verantwortungsbereichen.
...wird mit EinfĂŒhrung einer Deckungsbeitragsrechnung (Einzelkostenrechnung) ĂŒberflĂŒssig.

ist nach EinfĂŒhrung einer Prozesskostenrechnung weiterhin erforderlich.
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 28.07.2017 Aufgabe 3
📝 Ausformulierte Lösung
# Aussage: Die Bildung von Kostenstellen
 Richtig? BegrĂŒndung
1 
kann unter rĂ€umlichen Aspekten erfolgen. Ja Kostenstellen können u. a. rĂ€umlich (Halle, Abteilung), funktional oder verantwortungsbezogen gebildet werden.
2 
ist in Einproduktbetrieben ĂŒberflĂŒssig. Nein Auch bei nur einem Endprodukt gibt es unterschiedliche Fertigungsstufen/Bereiche mit eigenem Kostenanfall (vgl. mehrstufige Divisionskalkulation: jede Stufe ≈ eine Kostenstelle), Kostenkontrolle bleibt sinnvoll.
3 
ist Voraussetzung fĂŒr die Erstellung von Betriebsabrechnungsbögen. Ja Der BAB verteilt Gemeinkosten gerade auf die Kostenstellen, ohne diese kein BAB.
4 
ist auch in den meisten Kleinbetrieben anzutreffen. Vermutlich Nein Wegen des Zielkonflikts Genauigkeit vs. Wirtschaftlichkeit wird eine differenzierte Kostenstellenrechnung eher in mittleren/großen Betrieben eingerichtet; in den meisten Kleinbetrieben lohnt der Aufwand oft nicht, dort bleibt es hĂ€ufig bei grober Kostenartenrechnung ohne feine Kostenstellengliederung. Kein offizieller LösungsschlĂŒssel fĂŒr dieses Datum vorhanden.
5 
kann nach EinfĂŒhrung der Plankostenrechnung aufgegeben werden. Nein Plankosten werden gerade je Kostenstelle ermittelt und vorgegeben, die Plankostenrechnung setzt Kostenstellen voraus statt sie ĂŒberflĂŒssig zu machen.
6 
ist bei der einfachen Zuschlagskalkulation auf Hilfskostenstellen beschrÀnkt. Nein Die Zuschlagskalkulation nutzt auch Endkostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb), nicht nur Hilfskostenstellen.
7 
erfolgt auch im Handel (nach Produkten oder Produktgruppen). Ja Auch Handelsbetriebe bilden Kostenstellen/Warengruppen-Rechnungen nach Produkten oder Produktgruppen.
8 
fĂŒhrt zum Entstehen von klaren Verantwortungsbereichen. Ja Jede Kostenstelle bekommt idealerweise genau einen verantwortlichen Kostenstellenleiter — eindeutiger Verantwortungsbereich.
9 
wird mit EinfĂŒhrung einer Deckungsbeitragsrechnung (Einzelkostenrechnung) ĂŒberflĂŒssig. Nein Auch eine (mehrstufige) DB-Rechnung braucht Kostenstellen/Bereiche zur Organisation der Fixkostenschichten und Verantwortlichkeiten.
10 
ist nach EinfĂŒhrung einer Prozesskostenrechnung weiterhin erforderlich. Ja Die Prozesskostenrechnung identifiziert Prozesse/Cost Driver INNERHALB von Kostenstellen, sie ersetzt die Kostenstellengliederung nicht.

Aussagekraft des internen Rechnungswesens

Aufgabe #219 · 8 P. · Aufgabe | 8 Punkte | Aussagekraft des internen RechnungswesensSie haben nach Abschluss Ihres Studiums eine attraktive Stelle bei einem mittelstĂ€ndischen Maschinenbauunternehmen bekommen. Der Besitzer und GeschĂ€ftsfĂŒhrer stöhnt in Ihrem ersten GesprĂ€ch: „Die Kostenrechnung hat einfach nicht die Zahlen, die ich brauche! Jede Auswertung dauert ewig und oft bekomme ich nur grobe SchĂ€tzungen statt exakter Werte. Sie sind doch so eine Schlaumeierin (ein Schlaumeier) frisch von der Hochschule: Also: Was soll ich Ă€ndern?“

Schlagen Sie Ihrem Chef vier konkrete, möglichst unterschiedliche Maßnahmen vor, mit denen die Aussagekraft der Kostenrechnung wahrscheinlich erhöht werden kann!

📝 Ausformulierte Lösung

Maßnahme 1: Kosten möglichst direkt (statt ĂŒber pauschale Umlagen) auf Kostenstellen und KostentrĂ€ger verteilen — das macht die Kostenanalyse prĂ€ziser und deckt Schwachstellen gezielter auf.

Maßnahme 2: Gemeinkosten nicht mehr ĂŒber grobe, pauschale SchlĂŒssel verteilen, sondern ĂŒber eine Prozesskostenrechnung verursachungsgerechter zuordnen — das reduziert Fehlkalkulationen.

Maßnahme 3: KostentrĂ€gerarten/-stellen sinnvoll zusammenfassen bzw. strukturieren, um den manuellen Rechenaufwand zu reduzieren und Übertragungsfehler zu vermeiden.

Maßnahme 4: Eine IT-gestĂŒtzte, automatisierte Kostenrechnungssoftware (ERP-Modul) einfĂŒhren bzw. ausbauen, die Daten zeitnah und automatisiert erfasst und auswertet — das adressiert direkt die Beschwerde „jede Auswertung dauert ewig" und ersetzt grobe manuelle SchĂ€tzungen durch zeitnahe, belastbare Werte.


Richtig oder falsch? — Ausgabe, Aufwand, Kosten

Aufgabe #220 · 3 P. · Aufgabe |Eine Ausgabe, ein Aufwand, aber keine Kosten ist gegeben bei 


1. Aufforderung zur Gewerbesteuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr
2. Gehalt des Produktionsleiters
3. Zielkauf von Rohstoffen
4. AußerplanmĂ€ĂŸige Abschreibung eines GrundstĂŒcks
5. Kalkulatorischer Unternehmerlohn
6. Eingang der Handwerkerrechnung fĂŒr Reparatur in vermieteten RĂ€umen des Möbelherstellers
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 22.02.2019 Aufgabe 5
📝 Ausformulierte Lösung
# Sachverhalt Richtig? BegrĂŒndung
1 Aufforderung zur Gewerbesteuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr Richtig Ausgabe ja, Aufwand ja (Steueraufwand), Kosten nein: die Nachzahlung betrifft das Vorjahr (periodenfremder, neutraler Aufwand der aktuellen Periode).
2 Gehalt des Produktionsleiters Falsch Hier liegen Ausgabe, Aufwand UND Kosten vor (das Gehalt ist betriebszweckbezogener Personalaufwand der laufenden Periode), die Aussage „aber keine Kosten“ trifft also nicht zu.
3 Zielkauf von Rohstoffen Falsch Beim Zielkauf entsteht zwar eine Ausgabe (Verbindlichkeit), aber noch kein Aufwand und keine Kosten (reiner Aktiv-/Passivtausch, der Rohstoff ist ja noch nicht verbraucht).
4 AußerplanmĂ€ĂŸige Abschreibung eines GrundstĂŒcks Falsch Hier liegt zwar Aufwand vor (außerordentlicher/neutraler Aufwand, keine Kosten, da GrundstĂŒcke i. d. R. nicht planmĂ€ĂŸig abgeschrieben werden), aber keine Ausgabe (reine Wertkorrektur ohne Zahlungsvorgang). Die Dreier-Bedingung ist damit nicht erfĂŒllt.
5 Kalkulatorischer Unternehmerlohn Falsch Kalkulatorischer Unternehmerlohn ist reine Zusatzkosten: Kosten ja, aber Ausgabe und Aufwand nein (es fließt kein echtes Geld, es taucht auch nicht in der externen GuV auf).
6 Eingang der Handwerkerrechnung fĂŒr Reparatur in vermieteten RĂ€umen des Möbelherstellers Richtig Ausgabe ja (Rechnungseingang = Verbindlichkeit), Aufwand ja (Reparaturaufwand), Kosten nein: die vermieteten RĂ€ume gehören nicht zum eigentlichen Betriebszweck (Möbelherstellung), also betriebsfremder/neutraler Aufwand.

Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung

Aufgabe #221 · 10 P. · Aufgabe | 10 Punkte | Systeme der Kosten- und LeistungsrechnungDie Systeme der Kosten und Leistungsrechnung lassen sich nach Ihrem Zeitbezug sowie nach Ihrem Sachumfang gliedern.

a) 6 P. ErlÀutern Sie die Systeme der Kostenrechnung, die nach ihrem Zeitbezug gegliedert werden, mit je einem Satz!
b) 4 P. ErlÀutern Sie die Systeme der Kostenrechnung, die nach ihrem Sachumfang gegliedert werden, mit je einem Satz!
Original-Klausuraufgabe (Scan)
Original-Scan 07.08.2019 Aufgabe 3
📝 Ausformulierte Lösung

a) Systeme nach Zeitbezug

  • Ist-Kostenrechnung: Die tatsĂ€chlich in der Vergangenheit angefallenen (Ist-)Kosten werden auf die KostentrĂ€ger verteilt.
  • Normalkostenrechnung: Die durchschnittlich in vergangenen Perioden angefallenen Kosten bestimmen einen geglĂ€tteten Verrechnungssatz, mit dem die aktuellen Ist-Mengen bewertet werden.
  • Plankostenrechnung: Die fĂŒr eine zukĂŒnftige Periode im Voraus geplanten Kosten bestimmen den Verrechnungssatz, mit dem die tatsĂ€chlichen Mengen bewertet werden.

b) Systeme nach Sachumfang

  • Vollkostenrechnung: Alle in einer Periode angefallenen Kosten werden — direkt oder ĂŒber die Kostenstellenrechnung — vollstĂ€ndig auf die einzelnen KostentrĂ€ger verteilt.
  • Teilkostenrechnung: Nur ein Teil der in einer Periode erfassten Kosten (i. d. R. die variablen Kosten) wird den KostentrĂ€gern zugeordnet.

Konstante Deckungsspannen

Aufgabe #222 · 13 P. · Aufgabe | 13 Punkte | „Konstante Deckungsspannen“Konstante Deckungsspannen finden sich in quasi jedem Lehrbuch und in den Köpfen mancher Praktiker, obwohl sie praktisch nicht existieren.

a) 2 P. Wie ist die Deckungsspanne definiert? b) 1 P. Nennen Sie eine alternative Bezeichnung (ein Synonym) c) 4 P. ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, warum es in der Praxis keine konstanten Deckungsspannen gibt. d) 4 P. ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, warum das Fehlen konstanter Deckungsspannen die Entscheider nicht vor unlösbare Aufgaben stellt.

📝 Ausformulierte Lösung

a) Die Deckungsspanne ist die Differenz aus dem Verkaufspreis einer Ware oder Dienstleistung und den ihr zugerechneten variablen Kosten — also der Deckungsbeitrag, den ein einzelnes StĂŒck erwirtschaftet.

b) Synonym: StĂŒckdeckungsbeitrag (bzw. „Deckungsbeitrag je StĂŒck"). (Der Begriff „Deckungsbeitrag" allein wird oft synonym verwendet, ist aber genau genommen mehrdeutig — er kann auch den Gesamt-Deckungsbeitrag meinen; „StĂŒckdeckungsbeitrag" ist die prĂ€zisere Entsprechung zur „Deckungsspanne".)

c) Konstante Deckungsspannen wĂŒrden voraussetzen, dass sowohl der Verkaufspreis als auch die variablen StĂŒckkosten ĂŒber den gesamten relevanten Mengenbereich unverĂ€ndert (linear) bleiben. Das trifft in der Praxis kaum zu:

  • Der Verkaufspreis ist meist nicht konstant, sondern hĂ€ngt von der abgesetzten Menge ab (Preis-Absatz-Funktion, Mengenrabatte, MarktsĂ€ttigung, Wettbewerbsreaktionen) — wer mehr verkaufen will, muss hĂ€ufig den Preis senken.
  • Auch die variablen StĂŒckkosten verlaufen selten linear: Einkaufsrabatte bei grĂ¶ĂŸeren Bestellmengen und Lern-/Erfahrungskurveneffekte senken sie, wĂ€hrend KapazitĂ€tsengpĂ€sse (ÜberstundenzuschlĂ€ge, sinkende Effizienz nahe der KapazitĂ€tsgrenze) sie erhöhen können.

Die zugrunde liegende lineare Kostenfunktion (K=Kfix+kv⋅xK = K_{fix} + k_v \cdot x) ist damit nur eine vereinfachende Modellannahme fĂŒr einen begrenzten Mengenbereich, keine ĂŒber den gesamten Wertebereich exakt zutreffende RealitĂ€t.

d) Das Fehlen konstanter Deckungsspannen stellt Entscheider dennoch nicht vor unlösbare Aufgaben, weil:

  • FĂŒr eine konkrete Entscheidung reicht es aus, die Kosten-/Erlösfunktion nĂ€herungsweise linear im relevanten Mengenbereich anzunehmen (Konzept der „relevant range") — man muss die Funktion nicht global ĂŒber alle denkbaren Mengen exakt abbilden, sondern nur fĂŒr den tatsĂ€chlich zur Debatte stehenden Ausschnitt.
  • Wo die NichtlinearitĂ€t spĂŒrbar wird, lĂ€sst sich mit abschnittsweise linearen Kostenfunktionen arbeiten (fĂŒr jeden KapazitĂ€tsbereich eine eigene, lokal gĂŒltige Deckungsspanne ansetzen).
  • FĂŒr die jeweilige Einzelentscheidung (z. B. einen Zusatzauftrag) wird ohnehin mit der aktuell gĂŒltigen bzw. erwarteten Deckungsspanne fĂŒr genau diesen Fall gerechnet — die Annahme muss nur lokal fĂŒr diesen Entscheidungsfall gelten, nicht als globale, ĂŒber alle Zeiten und Mengen konstante GrĂ¶ĂŸe.

Normal- vs. Plankosten

Aufgabe #223 · 5 P. · Aufgabe | 5 Punkte | Normal- vs. PlankostenWorin unterscheiden sich die Normal- von den Plankosten? ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich!
📝 Ausformulierte Lösung

Normalkostenrechnung: rechnet mit Durchschnittswerten, die aus den Ist-Kosten vergangener Abrechnungsperioden gebildet werden; sie dient der Vorkalkulation und soll Kostenschwankungen bei der Kalkulation glÀtten/ausgleichen.

Plankostenrechnung: eine Kostenrechnung, bei der die Kosten fĂŒr eine zukĂŒnftige Abrechnungsperiode mithilfe der Kostenstellenrechnung im Voraus festgelegt werden.

Kernunterschied: Plankosten werden — im Gegensatz zur Normalkostenrechnung — nicht (nur) mit Hilfe der Ist-Kosten berechnet, sondern auf Basis geplanter (Soll-)GrĂ¶ĂŸen im Voraus festgelegt. Plankosten werden zudem fĂŒr jede Kostenstelle gesondert ermittelt und dem verantwortlichen Leiter der jeweiligen Kostenstelle als ZielgrĂ¶ĂŸe vorgegeben — Normalkosten sind dagegen ein reiner Vergangenheits-Durchschnitt ohne Ziel-/Steuerungsfunktion.


Langfristige Existenzsicherung des Unternehmens

Aufgabe #224 · 5 P. · Aufgabe | 5 Punkte | Langfristige Existenzsicherung des UnternehmensIn einem namhaften Lehrbuch steht folgende Aussage: „Zur langfristigen Existenzsicherung muss ein Betrieb Erlöse erzielen, die seine Gesamtkosten K abdecken.“ Ist diese Aussage zutreffend? BegrĂŒnden Sie Ihre EinschĂ€tzung ausfĂŒhrlich!
📝 Ausformulierte Lösung

Die Aussage ist unvollstĂ€ndig (nur die halbe Wahrheit), nicht einfach „zutreffend".

  • Was stimmt: Die Erlöse mĂŒssen mindestens die Gesamt-/Selbstkosten K decken — und weil in K bereits die kalkulatorischen Kosten (u. a. der kalkulatorische Unternehmerlohn und kalkulatorische Zinsen) enthalten sind, ist bei genauer Deckung von K bereits ein kalkulatorischer „Normalgewinn" (angemessene Unternehmerentlohnung/Kapitalverzinsung) abgegolten.
  • Was fehlt: FĂŒr die langfristige Existenzsicherung reicht reine Kostendeckung nicht aus. Der Betrieb muss darĂŒber hinaus einen echten Gewinn (Gewinnaufschlag) erwirtschaften, um Reserven/Eigenkapital fĂŒr Preis- und Marktschwankungen zu bilden und um Investitionen, Wachstum und die Substanzerhaltung (zu Wiederbeschaffungswerten) zu finanzieren. Ohne diesen Gewinnpuffer wĂŒrde der Betrieb bei der ersten stĂ€rkeren negativen Schwankung nicht ĂŒberleben.

Korrekt mĂŒsste es also heißen: Erlöse ≄ Selbstkosten + angemessener Gewinnzuschlag.