đ Weitere Original-Klausuraufgaben (Archiv)
Original-Klausuraufgaben aus ca. 14 verschiedenen echten INRE-Klausurterminen (2016â2023, alte + neue PO). Jede Aufgabe hier: đ Original-Scan als Beleg (direkt neben dem abgetippten Text zum Wort-fĂŒr-Wort-Vergleich, nur wo die Abschrift nicht bereits verifiziert 1:1 identisch ist) · ⥠Kurzform · đĄ Fachfremd · đ volle, unabhĂ€ngig nachgerechnete Lösung. Nach Einheiten (U2âU14) sortiert. In der Klausur eigenstĂ€ndig formulieren â kein Abschreiben.
Zweckorientierung & Begriffsabgrenzung â weitere Klausuraufgaben
Wesen der Kostenrechnung â Einperiodigkeit
âEinperiodig" bedeutet: Die Kostenrechnung bezieht ihre Aussagen immer auf eine einzelne, klar abgegrenzte Abrechnungsperiode â ĂŒblicherweise das GeschĂ€ftsjahr, das zur unterjĂ€hrigen Steuerung meist weiter in Teilperioden (Quartale, Monate) zerlegt wird (kurzfristige Erfolgsrechnung). Erfasst und verrechnet werden dabei nur die Kosten und Leistungen, die ursĂ€chlich genau dieser Periode zuzurechnen sind â unabhĂ€ngig davon, wann die zugehörige Zahlung erfolgt ist.
Daraus ergeben sich folgende BeschrÀnkungen:
- Keine mehrperiodigen ZusammenhĂ€nge: VorgĂ€nge, die sich ĂŒber mehrere Jahre erstrecken â insbesondere die langfristige Kapitalbindung und die zeitversetzten RĂŒckflĂŒsse einer Investition â, kann die (einperiodige) Kostenrechnung nicht sachgerecht abbilden. DafĂŒr ist die Investitionsrechnung zustĂ€ndig, die bewusst mehrperiodig und objektbezogen rechnet.
- Notwendigkeit der Periodenabgrenzung: Periodenfremde Aufwendungen und ErtrĂ€ge (die wirtschaftlich zu einer anderen Periode gehören, z. B. eine Steuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr) mĂŒssen aus der Kostenrechnung neutralisiert bzw. sachlich/zeitlich abgegrenzt werden â sonst verfĂ€lschen sie die Aussagekraft (das Wirtschaftlichkeitsurteil) der aktuellen Periode.
- Grobe Zeitauflösung: Eine reine Jahresbetrachtung kommt fĂŒr die kurzfristige Steuerung zu spĂ€t. Deshalb wird das GeschĂ€ftsjahr in kĂŒrzere Teilperioden zerlegt, um die Erfolgslage laufend beurteilen zu können.
Auszahlungen und Ausgaben â kritische Stellungnahme
Die Aussage ist in dieser Allgemeinheit falsch bzw. unzulĂ€ssig verkĂŒrzt.
Was an der Aussage stimmt: Jede Auszahlung mindert tatsĂ€chlich den Zahlungsmittelbestand (Kasse + Bankguthaben), und der Zahlungsmittelbestand ist tatsĂ€chlich Teil des umfassenderen Fonds âGeldvermögen" (Zahlungsmittel + Forderungen â Verbindlichkeiten).
Warum der Schluss trotzdem nicht zwingend ist: Eine Ausgabe liegt nur vor, wenn sich das gesamte Geldvermögen verringert â nicht nur die TeilgröĂe Zahlungsmittel. Das ist immer dann nicht der Fall, wenn die Auszahlung durch eine gegenlĂ€ufige VerĂ€nderung einer anderen Geldvermögens-Komponente ausgeglichen wird:
- Tilgung einer Verbindlichkeit (z. B. RĂŒckzahlung eines Kredits): Zahlungsmittel sinken, aber die Verbindlichkeiten sinken exakt in gleicher Höhe â Geldvermögen unverĂ€ndert â Auszahlung ohne Ausgabe.
- GewĂ€hrung eines Darlehens: Zahlungsmittel sinken, dafĂŒr entsteht eine Forderung in gleicher Höhe (reiner Aktivtausch) â Geldvermögen unverĂ€ndert â ebenfalls Auszahlung ohne Ausgabe.
Diese Gegenbeispiele gelten unabhĂ€ngig davon, ob der zugrunde liegende GeschĂ€ftsfall vollstĂ€ndig innerhalb derselben Periode abgewickelt wird â die EinschrĂ€nkung âinnerhalb einer Periode" in der Aussage rettet die Schlussfolgerung also nicht.
Der Denkfehler: Die Aussage schlieĂt von der Wirkung auf eine Fondskomponente (Zahlungsmittel) unmittelbar auf die Wirkung auf den gesamten Fonds Geldvermögen, ohne die gegenlĂ€ufigen Bestandteile (Forderungen, Verbindlichkeiten) zu berĂŒcksichtigen.
Richtig ist die Aussage nur fĂŒr den Normalfall Auszahlung = Ausgabe, z. B. beim Barkauf von GĂŒtern, bei dem keine Forderung/Verbindlichkeit gegenlĂ€ufig verĂ€ndert wird.
Fachbegriffe: ProduktivitÀt, EffektivitÀt, Effizienz
a) 3 P. ProduktivitÀt
b) 3 P. EffektivitÀt
c) 3 P. Effizienz

a) ProduktivitĂ€t: Die ProduktivitĂ€t ist das mengenmĂ€Ăige (technische) VerhĂ€ltnis von Ausbringungsmenge (Output) zu eingesetzter Faktormenge (Input), z. B. StĂŒck je Maschinenstunde. Sie ist eine reine MengengröĂe, unabhĂ€ngig von Preisen oder Werten â genau das unterscheidet sie von der Wirtschaftlichkeit.
b) EffektivitĂ€t: EffektivitĂ€t bezeichnet den Grad der Zielerreichung â âdie richtigen Dinge tun". Sie misst, ob und wie gut ein gesetztes Ziel erreicht wird, unabhĂ€ngig davon, wie sparsam dabei mit den Mitteln umgegangen wurde. Ein Unternehmen kann effizient arbeiten und trotzdem ineffektiv sein, wenn es an den Zielen vorbeiproduziert.
c) Effizienz: Effizienz (= Wirtschaftlichkeit im engeren Sinn) ist das wertmĂ€Ăige VerhĂ€ltnis von Ertrag/Leistung zu Aufwand/Kosten nach dem ökonomischen Prinzip â âdie Dinge richtig tun". Sie folgt entweder dem Minimalprinzip (ein gegebenes Ziel mit geringstmöglichem Mitteleinsatz erreichen) oder dem Maximalprinzip (mit gegebenem Mitteleinsatz das bestmögliche Ergebnis erzielen).
LĂŒckentext: Normalkostenrechnung bis ProduktivitĂ€t
| Nr. | LĂŒckensatz | Korrekte Lösung |
|---|---|---|
| 1 | âIn der ___ bestimmen die Kosten, die in der Vergangenheit durchschnittlich angefallen sind, den Verrechnungssatz." | Normalkostenrechnung |
| 2 | âEntscheidungsrelevant fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung sind nur die ___." | variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: ârelevante Kosten" â zirkulĂ€r, benennt keine konkrete Kostenart) |
| 3 | â___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." | Grenzkosten |
| 4 | âDen Wert der in einer Periode beschafften GĂŒter und Dienstleistungen bezeichnet man als ___." | Ausgabe (hĂ€ufige Verwechslung: âAufwand" â falsch: âbeschafft" = eingekauft, nicht verbraucht; Aufwand verlangt Verbrauch) |
| 5 | âDer Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___." | OpportunitĂ€tskosten |
| 6 | âDie negative VerĂ€nderung des Fonds âGeldvermögen" nennt man ___." | Ausgabe |
| 7 | âTrotz rĂŒcklĂ€ufigem BeschĂ€ftigungsgrad verharren die Kosten hĂ€ufig auf einem bestimmten Niveau. Dieser Effekt wird als ___ bezeichnet." | Kostenremanenz (hĂ€ufige Verwechslung: âSkaleneffekt" â das ist das Gegenteil: Skaleneffekt/Economies of Scale beschreibt sinkende StĂŒckkosten bei STEIGENDER Menge, nicht das âKleben" der Kosten bei sinkender BeschĂ€ftigung) |
| 8 | âDas MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input bezeichnet man als ___." | ProduktivitĂ€t |
Unkosten und die vier Fachbegriffe â Irrungen und Wirrungen 2
a) 2 P. Nehmen Sie kurz und prÀgnant zur Sinnhaftigkeit dieses Begriffs Stellung.
b) 8 P. Nennen und definieren Sie die vier Fachbegriffe der Betriebswirtschaftslehre im Zusammenhang mit dem Zahlungsmittelabfluss aus Unternehmen bzw. negativer Erfolgswirkung auf Unternehmen.


a) Sinnhaftigkeit von âUnkosten": Der Begriff ist fachlich unsinnig und abzulehnen. Kosten sind stets wertneutral â der notwendige, bewertete Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen zur Leistungserstellung, weder âgut" noch âschlecht". Die Vorsilbe âUn-" unterstellt fĂ€lschlich etwas Unnötiges, Vermeidbares oder Negatives. Kaufleute (und die BWL) kennen fĂŒr den Zahlungsmittelabfluss bzw. die negative Erfolgswirkung nur die vier exakt abgegrenzten Fachbegriffe Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten â âUnkosten" ist keiner davon und stiftet nur begriffliche Verwirrung.
b) Die vier Fachbegriffe:
- Auszahlung = die unmittelbare Abnahme des Zahlungsmittelbestands (Kasse + Bankguthaben) einer Periode.
- Ausgabe = die Abnahme des Geldvermögens (Zahlungsmittel + Forderungen â Verbindlichkeiten) einer Periode â z. B. auch beim Kauf auf Ziel, noch ohne Geldabfluss.
- Aufwand = der Wert aller in einer Periode verbrauchten GĂŒter und Dienstleistungen, bewertet nach den Vorschriften des externen Rechnungswesens (GuV); mindert das Reinvermögen des Gesamtunternehmens.
- Kosten = der bewertete, betriebsbedingte (sachzielbezogene) Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen einer Periode, der der eigentlichen Leistungserstellung dient â die zentrale RechengröĂe des internen Rechnungswesens.
Unkosten und Fachbegriffe
a) 2 P. Nehmen Sie kurz und prÀgnant zur Sinnhaftigkeit dieses Begriffs Stellung.
b) 8 P. Nennen und definieren Sie die vier tatsÀchlichen Fachbegriffe der Betriebswirtschaftslehre im Zusammenhang mit dem Zahlungsmittelabfluss aus dem Unternehmen.

Inhaltlich identisch zur vorherigen Aufgabe (04.08.2020) â Rohleder stellt diese Frage ĂŒber mehrere KlausurjahrgĂ€nge hinweg nahezu unverĂ€ndert:
a) âUnkosten" ist fachlich unsinnig: Kosten sind wertneutral, die Vorsilbe âUn-" suggeriert fĂ€lschlich etwas Negatives. Kaufleute kennen nur die vier exakten Fachbegriffe Auszahlung, Ausgabe, Aufwand, Kosten.
b)
- Auszahlung = Abnahme des Zahlungsmittelbestands (Kasse + Bankguthaben) einer Periode.
- Ausgabe = Abnahme des Geldvermögens (Zahlungsmittel + Forderungen â Verbindlichkeiten) einer Periode.
- Aufwand = Wert aller in einer Periode verbrauchten GĂŒter und Dienstleistungen (GuV-GröĂe, externes Rechnungswesen).
- Kosten = bewerteter, betriebsbedingter Verzehr von GĂŒtern und Dienstleistungen einer Periode, der der Leistungserstellung (dem KerngeschĂ€ft) dient (internes Rechnungswesen).
LĂŒckentext: Einnahme bis Teilkostenrechnung
| Nr. | LĂŒckensatz | Korrekte Lösung |
|---|---|---|
| 1 | âDie positive VerĂ€nderung des Fonds âGeldvermögen" nennt man ___." | Einnahme |
| 2 | âEin ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt." | Betrieb |
| 3 | âEine ___ ist eine positive VerĂ€nderung des Fonds âbetriebsnotwendiges Vermögen"." | Leistung |
| 4 | â___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." | Grenzkosten |
| 5 | âIn der ___ werden die Kosten, die in der Vergangenheit angefallen sind, verteilt." | Normalkostenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: âKostenrechnung" â zu unspezifisch, das ist der Oberbegriff fĂŒr die gesamte Disziplin) |
| 6 | âDas MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heiĂt ___." | ProduktivitĂ€t |
| 7 | âDer Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative definiert die ___." | OpportunitĂ€tskosten |
| 8 | â___ Ă€ndern sich bei VerĂ€nderung der Herstellungsmengen." | variable Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: âKosten" â trivial wahr, aber nicht die gesuchte Kostenart; das GegenstĂŒck âFixkosten Ă€ndern sich NICHT" kennst du ja schon aus Item 4 der LĂŒckentext-Aufgabe oben) |
| 9 | âEine ___ ist im weiteren Sinne eine Menge von Kosten, die hinsichtlich eines zugrunde gelegten Kriteriums die gleichen MerkmalsausprĂ€gungen besitzen." | Kostenart |
| 10 | âIn der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." | Teilkostenrechnung |
LĂŒckentext â ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini
| Nr. | LĂŒckensatz | Korrekte Lösung |
|---|---|---|
| 1 | âDie negative VerĂ€nderung des Fonds âGeldvermögen" nennt man ___." | Ausgabe |
| 2 | âDie Differenz aus Einnahmen und Ausgaben wird als ___ bezeichnet." | Ăberschuss |
| 3 | â___ sind die Kosten, die durch die Produktion einer zusĂ€tzlichen Mengeneinheit eines Produktes entstehen." | Grenzkosten |
| 4 | âEin ___ ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die sachzielorientierte Handlungen ausfĂŒhrt." | Betrieb |
| 5 | â___ sind der Wert der in einer Periode abgesetzten GĂŒter und Dienstleistungen." | Einnahmen |
| 6 | âDer Gewinn der nĂ€chstgĂŒnstigen Verwendungsalternative oder der entgangene Nutzen definieren die ___." | OpportunitĂ€tskosten |
| 7 | âIm internen Rechnungswesen werden Abschreibungen hĂ€ufig auf Basis des ___ vorgenommen." | Wiederbeschaffungswerts (hĂ€ufige Verwechslung: âAnschaffungspreis" â das ist genau vertauscht: der Anschaffungspreis/-wert ist die Basis im EXTERNEN Rechnungswesen, das interne rechnet zur Substanzerhaltung mit dem Wiederbeschaffungswert) |
| 8 | âIn der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." | Teilkostenrechnung |
| 9 | âDie negative VerĂ€nderung des Fonds â___" heiĂt Kosten." | betriebsnotwendigen Vermögens |
| 10 | âFĂŒr die Kostenrechnung werden die Abschreibungen meist ĂŒber die tatsĂ€chliche ___ berechnet." | Nutzungsdauer |
| 11 | âIn der ___ werden alle Kosten, die in einer Periode angefallen sind, direkt oder ĂŒber die Kostenstellen auf die einzelnen Produkte verteilt." | KostentrĂ€gerrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: âKostenstellenrechnung" â die Kostenstellenrechnung verteilt Kosten auf Abteilungen/Stellen, nicht auf Produkte; âauf die einzelnen Produkte" ist das Kennzeichen der KostentrĂ€gerrechnung, der dritten Stufe) |
| 12 | âDas MengenverhĂ€ltnis von Output zu Input heiĂt ___." | ProduktivitĂ€t |
| 13 | âNur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant." | variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: ârelevante Kosten" â wie in den anderen LĂŒckentexten dieses Batches) |
| 14 | â___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht." | Fixkosten (hĂ€ufige Verwechslung: âKostenremanenz" â Verwechslung mit dem verwandten, aber anderen Begriff der Kostenremanenz, siehe Aufgabe âLĂŒckentext: Normalkostenrechnung bis ProduktivitĂ€t" oben) |
| 15 | â___ sind anzusetzen bei betrieblicher Nutzung unentgeltlich zur VerfĂŒgung gestellter VermögensgegenstĂ€nde." | Zusatzkosten (z. B. kalkulatorische Miete) |
| 16 | âDie ___ definiert den Betrag, von dem abgeschrieben wird." | Abschreibungsbasis (Bemessungsgrundlage) |
Fachbegriffe: Einnahmen und Ausgaben â Definition, Ermittlung, Fonds
a) Definitionen:
- Einnahme = der Wert aller in einer Periode abgesetzten (verkauften) GĂŒter und Dienstleistungen.
- Ausgabe = der Wert aller in einer Periode zugegangenen (beschafften) GĂŒter und Dienstleistungen.
b) Rechnerische Ermittlung: Einnahmen bzw. Ausgaben einer Periode sind StromgröĂen und ergeben sich als Zu- bzw. Abnahme (Differenz) des Fonds Geldvermögen zwischen Periodenanfang und Periodenende:
Geldvermögen = Zahlungsmittelbestand (Kasse + Bank) + Forderungen â Verbindlichkeiten
Einnahmen (Ausgaben) einer Periode = Geldvermögen(Periodenende) â Geldvermögen(Periodenanfang), soweit positiv (negativ).
c) Fonds: Einnahmen und Ausgaben verÀndern den Fonds Geldvermögen.
LĂŒckentext â ErgĂ€nzen Sie die fehlenden Fachtermini
| Nr. | LĂŒckensatz | Korrekte Lösung |
|---|---|---|
| 1 | âDas Ziel der Kostenrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens." | Wirtschaftlichkeit |
| 2 | âIn der ___ wird nur ein Teil der erfassten Kosten einer Periode den KostentrĂ€gern zugeordnet." | Teilkostenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: âKostentrĂ€gerrechnung" â ein bekannter Verwechslungs-Trap: âTeil der Kosten" = Teilkostenrechnung, nicht KostentrĂ€gerrechnung) |
| 3 | âDas Ziel der Investitionsrechnung ist die Sicherung der ___ des Unternehmens." | Erfolgspotenziale (hĂ€ufige Verwechslung: âmonetĂ€re Ziele" â zu unspezifisch, gemeint ist konkret die ZukunftsfĂ€higkeit/Erfolgsgrundlage, Fachbegriff Erfolgspotenziale) |
| 4 | â___ ist das WertverhĂ€ltnis von Output zu Input (Wirtschaftlichkeit)." | Wirtschaftlichkeit |
| 5 | âNur die ___ sind fĂŒr die kurzfristige Produktionsprogrammplanung entscheidungsrelevant." | variablen Kosten (hĂ€ufige Verwechslung: ârelevante Kosten" â vierte Wiederholung dieses Musters im Batch) |
| 6 | â___ Ă€ndern sich bei Variation der Herstellungsmenge nicht." | Fixkosten (hĂ€ufige Verwechslung: âRemanente Kosten" â dritte Wiederholung der Fixkosten/Kostenremanenz-Verwechslung) |
| 7 | âDie ___ dient der Erfassung und Gliederung aller im Laufe der jeweiligen Abrechnungsperiode anfallenden Kostenarten." | Kostenartenrechnung (hĂ€ufige Verwechslung: âKostenrechnung" â der Oberbegriff, gefragt ist die erste Stufe im Dreischritt Kostenarten- â Kostenstellen- â KostentrĂ€gerrechnung) |
| 8 | âDer ___ sind derjenige Teil der kalkulatorischen Kosten, die dem Unternehmer fĂŒr seine TĂ€tigkeit als GeschĂ€ftsfĂŒhrer fiktiv zugrunde gelegt werden." | kalkulatorische Unternehmerlohn |
| 9 | âIm ___ Rechnungswesen mĂŒssen Abschreibungen auf Basis der Anschaffungsauszahlungen vorgenommen werden." | externen (hĂ€ufige Verwechslung: âinternen" â genau umgekehrt; dieselbe Verwechslung wie in der 16er-LĂŒckentext-Aufgabe oben, dort in der Gegenrichtung) |
| 10 | âDas Sachziel des Betriebs wird auch ___ genannt." | Betriebszweck |
Fachbegriffe: umsonst, kostenlos, unentgeltlich â LiMux
a) umsonst: Bezeichnet einen Vorgang ohne den gewĂŒnschten oder erwarteten Effekt â ineffektiv, vergebens. Ăbertragen auf LiMux: Das Ziel der Migration (freie Software dauerhaft und stabil auf 15.000 ArbeitsplĂ€tzen zu etablieren) wurde verfehlt â das Projekt wurde nach Jahren zurĂŒckgebaut. Der gesamte Aufwand hat den beabsichtigten Effekt nicht erreicht und war damit im betriebswirtschaftlichen Sinn âumsonst".
b) kostenlos: Bezeichnet einen Vorgang ohne Kosten im Sinne eines Werteverzehrs oder Nutzenentgangs, insbesondere ohne OpportunitĂ€tskosten. Ăbertragen auf LiMux: Die Software selbst (Linux, OpenOffice) verursachte keinen Kaufpreis. Streng genommen war die Umstellung aber nicht wirklich kostenlos, da Mitarbeiter Arbeitszeit investieren mussten, um sich mit der neuen Software vertraut zu machen â diese gebundene Zeit ist ein echter Werteverzehr (OpportunitĂ€tskosten), auch wenn kein Geld floss.
c) unentgeltlich: Bezeichnet einen Vorgang ohne Gegenleistung, im engeren Sinn: nicht zahlungswirksam. Ăbertragen auf LiMux: Die Bereitstellung der Open-Source-Software erfolgte ohne Gegenleistung (keine LizenzgebĂŒhr, kein Entgelt an einen Hersteller) â insofern war die Softwarenutzung unentgeltlich.
Kosten- & ErfolgsgröĂen â weitere Klausuraufgaben
Kosten- und ErfolgsgröĂen
E = 23x
K = 12.000 + 7,5x
mit E = Erlöse, K = Gesamtkosten und x = Herstellungs- und Verkaufsmenge; alle Wertangaben in Euro. Die fĂŒr die kommende Periode geplant Herstellungs- und Verkaufsmenge betrĂ€gt 800 StĂŒck. Ermitteln Sie folgende Planwerte der kommenden Periode:
a) 2 P. den Periodengewinn G
b) 2 P. den StĂŒckgewinn g
c) 2 P. die StĂŒckkosten k
d) 2 P. die Deckungsspanne ds
e) 2 P. den Deckungsbeitrag der Periode DB
f) 2 P. die RentabilitÀt der Periode R
Gegeben: p = 23,00 âŹ/Stk (Faktor vor x in E) · kv = 7,50 âŹ/Stk (Faktor vor x in K) · Kf = 12.000,00 ⏠· x = 800 Stk
a) Periodengewinn G
b) StĂŒckgewinn g
c) StĂŒckkosten k
d) Deckungsspanne ds
e) Deckungsbeitrag der Periode DB
f) RentabilitÀt der Periode R
Kontrolle: â · , und â
ErfolgsgröĂen: ProduktivitĂ€t, Effizienz, RentabilitĂ€t
Ermitteln Sie fĂŒr die A GmbH und das Jahr 2017 die ProduktivitĂ€t, die Effizienz, den Gewinn, die RentabilitĂ€t sowie die EffektivitĂ€t.
Gegeben: 4 Mitarbeiter · Ă-Kosten 60.000,00 âŹ/MA·Jahr · Output 1.000 Stk · Verkaufspreis 310,00 âŹ/Stk · keine LagerbestĂ€nde (Produktions- = Absatzmenge) · Gewinnziel 60.000,00 âŹ
ProduktivitĂ€t (mengenmĂ€Ăiges VerhĂ€ltnis Output/Input):
Effizienz (= Wirtschaftlichkeit, wertmĂ€Ăiges VerhĂ€ltnis Ertrag/Aufwand):
Gewinn:
RentabilitÀt (Gewinn je eingesetztem Aufwand-Euro, konsistent mit R = G/K in allen anderen Aufgaben dieses Kapitels):
EffektivitÀt (Zielerreichungsgrad):
Kontrolle: Effizienz = 1 + RentabilitĂ€t â â
Kosten- und ErfolgsgröĂen
E = 42x
K = 20.000 + 12x
mit E = Erlöse, K = Gesamtkosten und x = Herstellungs- und Verkaufsmenge; alle Wertangaben in Euro. Die fĂŒr die kommende Periode geplant Herstellungs- und Verkaufsmenge betrĂ€gt 800 StĂŒck. Ermitteln Sie folgende Planwerte der kommenden Periode:
a) 2 P. die StĂŒckkosten k
b) 2 P. den StĂŒckgewinn g
c) 2 P. die Deckungsspanne ds
d) 2 P. den Periodengewinn G
e) 2 P. den Deckungsbeitrag der Periode DB
Gegeben: p = 42,00 âŹ/Stk · kv = 12,00 âŹ/Stk · Kf = 20.000,00 ⏠· x = 800 Stk
a) StĂŒckkosten k
d) Periodengewinn G (wird fĂŒr b) benötigt, daher hier zuerst gebildet)
b) StĂŒckgewinn g
c) Deckungsspanne ds
e) Deckungsbeitrag der Periode DB
Kontrolle: â (deckt sich mit d))
Kostenverlauf-Diagramm

Achsenbeschriftung: Ordinate (senkrecht) = K (Gesamtkosten in âŹ), Abszisse (waagerecht) = B (BeschĂ€ftigung/Ausbringungsmenge in StĂŒck). Die Gesamtkostengerade K = Kf + kv·B beginnt bei einem beliebigen Punkt B auf der Kf-Höhe (Schnittpunkt mit der K-Achse) und steigt von dort linear an. Zwei geschwungene Klammern markieren an einer beliebig gewĂ€hlten Menge B die Zusammensetzung der Gesamtkosten:
K (âŹ) â â± â« â Ⱡ⏠variable Kosten (kv·B) â â± â = Abstand GesamtkostenÂgerade â Kf-Linie â â± âââââââââââââââââââââââââââââââ â« â ⏠fixe Kosten Kf â â = Abstand Kf-Linie â Nullpunkt ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ B (BeschĂ€ftigung/Menge, StĂŒck)
Die untere Klammer erfasst die Fixkosten Kf (konstante Höhe, unabhĂ€ngig von B), die obere Klammer den variablen Kostenanteil (kv·B, wĂ€chst mit B) â zusammen ergeben beide Klammern an jeder Stelle B genau die Höhe der Gesamtkostengeraden.
ErfolgsgröĂen der Periode
Input: Menge 2020 5,00 / Menge 2021 5,50 [Liter] · Preis 2020 2,50 / Preis 2021 2,70 [âŹ] â Aufwand 2020 12,50 / Aufwand 2021 14,85 [âŹ]
Output: Menge 2020 10,00 / Menge 2021 11,00 [StĂŒck] · Preis 2020 5,00 / Preis 2021 4,50 [âŹ] â Ertrag 2020 50,00 / Ertrag 2021 49,50 [âŹ]
Gewinnziel 2020 45,00 / Gewinnziel 2021 46,80 [âŹ]
Ermitteln Sie fĂŒr das Jahr 2021 die Plan-EffektivitĂ€t, die Plan-Effizienz, den Plan-Gewinn und die Plan-RentabilitĂ€t der ACME GmbH!
Gegeben (2021, Plan): Input 5,50 Liter Ă 2,70 âŹ/Liter · Output 11,00 StĂŒck Ă 4,50 âŹ/StĂŒck · Gewinnziel 46,80 âŹ
Plan-Gewinn:
Plan-Effizienz (Wirtschaftlichkeit):
Plan-RentabilitÀt:
Plan-EffektivitÀt:
Kontrolle: â
Aufgabenbereich der Kostenrechnung
FĂŒnf konkrete Fragen, die jeweils einem der klassischen Teilbereiche der Kostenrechnung zugeordnet sind:
- Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind in der letzten Periode angefallen und in welcher Höhe (Material-, Personal-, Abschreibungskosten etc.)?
- Kostenstellenrechnung: In welcher Abteilung bzw. an welchem Ort im Betrieb sind die Kosten entstanden?
- KostentrÀgerrechnung: Welches Produkt bzw. welcher Auftrag hat wie viel gekostet, und deckt der erzielte Preis diese Kosten?
- Wirtschaftlichkeitskontrolle: Wurde in der abgelaufenen Periode wirtschaftlich gearbeitet â entsprach der tatsĂ€chliche Kostenverbrauch dem geplanten (Soll-Ist-Vergleich)?
- EntscheidungsunterstĂŒtzung: Lohnt sich die Annahme eines konkreten Zusatzauftrags, oder ist Eigenfertigung gĂŒnstiger als Fremdbezug (Make-or-Buy)?
KostenverlÀufe: Achsenbezeichnung & Kostendegression
b) 3 P. Nennen Sie drei betriebliche Sachverhalte, die zu einem degressiven Kostenverlauf fĂŒhren.
c) 6 P. Skizzieren Sie in die Diagramme auf der folgenden Seite die dort jeweils genannten KostenverlÀufe!

a) AbkĂŒrzung B und Synonyme (3 P.): In Kostenverlaufsdiagrammen steht B fĂŒr BeschĂ€ftigung (bzw. BeschĂ€ftigungsgrad) â die auf der Abszisse abgetragene GröĂe, die den Auslastungs- bzw. Produktionsumfang des Betriebs ausdrĂŒckt. GebrĂ€uchliche Synonyme fĂŒr diese Achse: Menge (x) und Ausbringungsmenge (auch: Produktionsmenge).
b) Drei betriebliche Sachverhalte fĂŒr einen degressiven Kostenverlauf (3 P.): Ein degressiver Kostenverlauf bedeutet, dass die StĂŒckkosten mit steigender Menge sinken. Typische Ursachen dafĂŒr sind:
- Mengenrabatte beim Materialeinkauf â gröĂere Bestellmengen fĂŒhren zu niedrigeren Einkaufspreisen je Einheit.
- Lern-/Erfahrungskurveneffekte in der Fertigung â mit wachsender kumulierter Ausbringungsmenge sinkt der Zeit- und damit Kostenaufwand je StĂŒck, weil Mitarbeiter und Prozesse eingespielter werden.
- Bessere Verteilung der Fixkosten (Fixkostendegression) durch höhere KapazitĂ€tsauslastung â dieselben Fixkosten (Maschinen, RĂŒstzeiten) verteilen sich auf mehr StĂŒck, wodurch der fixe StĂŒckkostenanteil sinkt.
c) Skizzen der KostenverlĂ€ufe (6 P.): Nicht bearbeitbar â die Diagramme, auf die sich die Aufgabe bezieht (âauf der folgenden Seite"), liegen im Bildordner nicht vor.
Kostenauflösung â weitere Verfahren
Preisuntergrenzen
b) 2 P. Wie ist die sog. langfristige Preisuntergrenze (lPUG) definiert?
c) 4 P. Warum sind GeschĂ€fte zu Preisen, die zwischen der kPUG und der lPUG liegen, wirtschaftlich problematisch? ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich!
d) 4 P. Warum sind GeschĂ€fte zu Preisen, die die lPUG nur knapp ĂŒbersteigen, wirtschaftlich dauerhaft nicht tragfĂ€hig? ErlĂ€utern Sie zwei unterschiedliche GrĂŒnde!

Symbole (in dieser Aufgabe verwendet):
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| p | Preis pro StĂŒck |
| kv | variable StĂŒckkosten (Teilkosten) |
| kf | fixe StĂŒckkosten (anteilig verrechnete Fixkosten) |
| k | GesamtstĂŒckkosten / Vollkosten je StĂŒck = kv + kf |
| db | Deckungsbeitrag je StĂŒck = p â kv |
| kPUG | kurzfristige Preisuntergrenze |
| lPUG | langfristige Preisuntergrenze |
a) Kurzfristige Preisuntergrenze (kPUG) â 2 P.
Die kPUG ist der Preis, der gerade noch die variablen StĂŒckkosten (Teilkosten) deckt:
BegrĂŒndung: Kurzfristig sind die Fixkosten nicht abbaubar und fallen ohnehin an â sie sind fĂŒr die Preisentscheidung nicht entscheidungsrelevant. Solange der Preis mindestens die variablen Kosten deckt (also ), verbessert jedes zusĂ€tzlich verkaufte StĂŒck das Betriebsergebnis, weil sein Deckungsbeitrag zur Deckung der ohnehin vorhandenen Fixkosten beitrĂ€gt. Unterhalb der kPUG () vergröĂert dagegen jedes verkaufte StĂŒck den Verlust.
b) Langfristige Preisuntergrenze (lPUG) â 2 P.
Die lPUG ist der Preis, der die vollen Selbstkosten je StĂŒck (Vollkosten) deckt:
BegrĂŒndung: Auf Dauer mĂŒssen alle Kosten â auch die fixen â ĂŒber den Preis hereingeholt werden, weil Fixkosten langfristig disponibel sind (KapazitĂ€ten können abgebaut, VertrĂ€ge gekĂŒndigt, Maschinen nicht ersetzt werden). Da die Vollkosten in der Kostenrechnung bereits kalkulatorische Zusatzkosten (kalk. Abschreibung, kalk. Zinsen, kalk. Unternehmerlohn) enthalten, bedeutet Erreichen der lPUG: Das Unternehmen erwirtschaftet einen Normalgewinn â die OpportunitĂ€tskosten des gebundenen Kapitals sind gerade noch abgegolten, aber kein Gewinn darĂŒber hinaus.
c) Preise zwischen kPUG und lPUG â wirtschaftlich problematisch â 4 P.
Liegt der Preis zwischen kPUG und lPUG, gilt . Das bedeutet:
- VerlustgeschĂ€ft in der Vollkostenbetrachtung: Der Deckungsbeitrag ist zwar positiv (), deckt aber nicht die vollen Selbstkosten. Das Unternehmen weist fĂŒr dieses GeschĂ€ft einen Verlust aus, weil die vollen Fixkosten (inkl. kalkulatorischer Zusatzkosten) nicht vollstĂ€ndig gedeckt werden.
- LiquiditĂ€t kurzfristig unauffĂ€llig, Substanz gefĂ€hrdet: Da im Wesentlichen nur die variablen Kosten unmittelbar auszahlungswirksam sind (die kalkulatorische Abschreibung ist ein reiner Rechenposten, kein sofortiger Zahlungsabfluss), fĂ€llt der Verlust zunĂ€chst nicht als akutes LiquiditĂ€tsproblem auf. Trotzdem werden ĂŒber die Abschreibung normalerweise die Mittel fĂŒr kĂŒnftige Ersatzinvestitionen angesammelt â bleibt diese Deckung dauerhaft aus, kann die Anlagensubstanz langfristig nicht erhalten werden.
- OpportunitÀtsverlust auf das gebundene Kapital: ZusÀtzlich zum Fixkosten-Deckungsproblem entsteht ein Verlust in Höhe des Ertrags, den das im Unternehmen gebundene Kapital bei gleichem Risiko anderweitig hÀtte erwirtschaften können (entgangene kalk. Verzinsung).
- Gefahr fĂŒr die Preisbereitschaft der Kunden: Werden solche Preise zur Regel statt zur Ausnahme, gewöhnen sich Kunden an das niedrige Preisniveau (Ankereffekt) â spĂ€tere Preiserhöhungen auf ein kostendeckendes Niveau werden dadurch schwerer durchsetzbar.
Fazit: Solche GeschĂ€fte sind allenfalls als kurzfristige Ausnahme bei freien KapazitĂ€ten vertretbar (besser als db=0 durch Nichtproduktion), aber kein Dauerzustand â sonst erodiert die Substanz des Unternehmens schleichend.
d) Preise knapp ĂŒber der lPUG â zwei GrĂŒnde fĂŒr dauerhafte Untragbarkeit â 4 P.
- RentabilitĂ€tsanforderung im Wettbewerb um Kapital. Bei einem Preis genau an der lPUG wird nur ein Normalgewinn erzielt (die kalk. Zinsen/der kalk. Unternehmerlohn sind bereits als Kosten eingerechnet). Ein Preis nur knapp darĂŒber liefert kaum realen Gewinn oberhalb dieses Normalniveaus. Unternehmen stehen aber im Wettbewerb um (knappes) Eigenkapital und mĂŒssen ihren Unternehmenswert steigern bzw. Dividenden ausschĂŒtten, um Kapitalgeber zu halten bzw. neues Kapital zu gewinnen. Das Unternehmen ist damit zwar profitabel (Gewinn > 0), aber nicht ausreichend rentabel â auf Dauer wandert Kapital zu attraktiveren Alternativen ab, und das Unternehmen verliert seine FinanzierungsfĂ€higkeit (kein Risikopuffer, keine Mittel fĂŒr Wachstum/Erweiterungsinvestitionen ĂŒber die reine Substanzerhaltung hinaus).
- Nicht kalkulierte ErlösschmĂ€lerungen. Rabatte, Boni und Skonti sind in der ursprĂŒnglichen Preiskalkulation in der Regel nicht enthalten, mindern aber real den tatsĂ€chlich vereinnahmten Nettopreis. Ein Preis, der auf dem Papier nur knapp ĂŒber der lPUG liegt, wird durch solche ĂŒblichen NachlĂ€sse faktisch unter die lPUG gedrĂŒckt â aus dem knappen Buchgewinn wird ein realer Verlust, sobald diese AbzĂŒge berĂŒcksichtigt werden.
Kalkulatorische Kosten & Kostenstellenrechnung â weitere Klausuraufgaben
BAB â VerteilungsschlĂŒssel im Stufenleiterverfahren
| Gemeinkosten | Zahlen der KLR | Allgem. Kst. | Fert.-hilfskst. | Material | A | B | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gemeinkostenmaterial | 55.000 | 5.500 | 22.000 | 11.000 | 16.500 | 0 | 0 | 0 |
| GehÀlter | 175.000 | 6.737,50 | 26.915 | 33.652,50 | 20.195 | 13.457,50 | 53.847,50 | 20.195 |
| Sozialkosten | 40.000 | 3.200 | 6.400 | 4.800 | 4.800 | 3.200 | 12.800 | 4.800 |
| Steuern | 65.000 | 4.335,50 | 8.664,50 | 13.000 | 8.664,50 | 4.335,50 | 21.664,50 | 4.335,50 |
| Abschreibung | 155.000 | 12.400 | 24.800 | 37.200 | 43.400 | 12.400 | 18.600 | 6.200 |
| Summe 1 | 32.173 | |||||||
| Umlage der Allg. Kst. | 3.860,76 | 9.651,90 | 6.434,60 | 5.147,68 | 3.860,76 | 3.217,30 | ||
| Summe 2 (Fert.-hilfskst.) | 92.640,26 | |||||||
| Umlage der Fert.-hilfskst. | 27.792,08 | 64.848,18 |

Gegebener (vollstĂ€ndig ausgefĂŒllter) BAB:
| Gemeinkosten | Zahlen der KLR | Allgemeine Kst. | Fertig.-hilfs-kst. | Material | A | B | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gemeinkostenmaterial | 55.000,00 | 5.500,00 | 22.000,00 | 11.000,00 | 16.500,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| GehÀlter | 175.000,00 | 6.737,50 | 26.915,00 | 33.652,50 | 20.195,00 | 13.457,50 | 53.847,50 | 20.195,00 |
| Sozialkosten | 40.000,00 | 3.200,00 | 6.400,00 | 4.800,00 | 4.800,00 | 3.200,00 | 12.800,00 | 4.800,00 |
| Steuern | 65.000,00 | 4.335,50 | 8.664,50 | 13.000,00 | 8.664,50 | 4.335,50 | 21.664,50 | 4.335,50 |
| Abschreibung | 155.000,00 | 12.400,00 | 24.800,00 | 37.200,00 | 43.400,00 | 12.400,00 | 18.600,00 | 6.200,00 |
| Summe 1 | 32.173,00 | |||||||
| Umlage der Allg. Kst. | 3.860,76 | 9.651,90 | 6.434,60 | 5.147,68 | 3.860,76 | 3.217,30 | ||
| Summe 2 | 92.640,26 | |||||||
| Umlage der FertigungsHKS | 27.792,08 | 64.848,18 |
(Kontrollrechnung: jede Zeile summiert exakt auf ihre âZahlen der KLR"-Spalte, z. B. GehĂ€lter 6.737,50+26.915,00+33.652,50+20.195,00+13.457,50+53.847,50+20.195,00 = 175.000,00 ⏠â â der BAB ist intern widerspruchsfrei, alle folgenden SchlĂŒssel sind daraus exakt rekonstruierbar.)
a) SchlĂŒssel Gemeinkostenmaterial
Zeilensumme 55.000,00 ⏠verteilt sich auf Allgemeine Kst. / Fertig-hilfs-Kst. / Material / A / B / Verwaltung / Vertrieb:
| Kostenstelle | Rechnung | Anteil |
|---|---|---|
| Allgemeine Kst. | 5.500,00 Ă· 55.000,00 | 10,00 % |
| Fertig-hilfs-Kst. | 22.000,00 Ă· 55.000,00 | 40,00 % |
| Material | 11.000,00 Ă· 55.000,00 | 20,00 % |
| A | 16.500,00 Ă· 55.000,00 | 30,00 % |
| B, Verwaltung, Vertrieb | 0,00 Ă· 55.000,00 | 0,00 % |
KĂŒrzen (gemeinsamer Teiler 5.500,00 âŹ):
Ergebnis a): VerteilungsschlĂŒssel Gemeinkostenmaterial = 1 : 4 : 2 : 3 : 0 : 0 : 0 (Allgemeine Kst. : Fertig-hilfs-Kst. : Material : A : B : Verwaltung : Vertrieb).
b) SchlĂŒssel Allgemeine Kostenstelle
Zeilensumme (Summe 1) 32.173,00 ⏠verteilt sich auf Fertig-hilfs-Kst. / Material / A / B / Verwaltung / Vertrieb:
| Kostenstelle | Rechnung | Anteil |
|---|---|---|
| Fertig-hilfs-Kst. | 3.860,76 Ă· 32.173,00 | 12,00 % |
| Material | 9.651,90 Ă· 32.173,00 | 30,00 % |
| A | 6.434,60 Ă· 32.173,00 | 20,00 % |
| B | 5.147,68 Ă· 32.173,00 | 16,00 % |
| Verwaltung | 3.860,76 Ă· 32.173,00 | 12,00 % |
| Vertrieb | 3.217,30 Ă· 32.173,00 | 10,00 % |
Summe der Anteile: 12+30+20+16+12+10 = 100,00 % â. KĂŒrzen (alle Prozentwerte durch 2 teilen):
Ergebnis b): VerteilungsschlĂŒssel Allgemeine Kostenstelle = 6 : 15 : 10 : 8 : 6 : 5 (Fertig-hilfs-Kst. : Material : A : B : Verwaltung : Vertrieb).
c) SchlĂŒssel Fertigungshilfskostenstelle
Zeilensumme (Summe 2) 92.640,26 ⏠verteilt sich nur auf A und B:
| Kostenstelle | Rechnung | Anteil |
|---|---|---|
| A | 27.792,08 Ă· 92.640,26 | 30,00 % |
| B | 64.848,18 Ă· 92.640,26 | 70,00 % |
Ergebnis c): VerteilungsschlĂŒssel Fertigungshilfskostenstelle = 3 : 7 (A : B).
System der Kostenrechnung als Vollkostenrechnung
Die Vollkostenrechnung im BAB-Schema verteilt alle Kosten (auch die fixen) verursachungsgerecht anmutend, aber letztlich ĂŒber pauschale SchlĂŒssel und ZuschlagssĂ€tze auf Kostenstellen und KostentrĂ€ger. Vier Wege, ihre Aussagekraft zu erhöhen:
1. ErgĂ€nzung um eine Teilkosten-/Deckungsbeitragsrechnung (Trennung fix/variabel). Die Vollkostenrechnung rechnet fixe Kosten pauschal auf jedes StĂŒck um (Fixkostenproportionalisierung), obwohl sie sich mit der StĂŒckzahl nicht Ă€ndern. Das fĂŒhrt bei BeschĂ€ftigungsschwankungen zu falschen StĂŒckkosten und verzerrt kurzfristige Entscheidungen wie Preisuntergrenzen oder Produktionsprogrammwahl (vgl. Kapitel âDeckungsbeitragsrechnung · Engpassâ). Eine ergĂ€nzende Teilkostenrechnung liefert den tatsĂ€chlich entscheidungsrelevanten Deckungsbeitrag.
2. Verursachungsgerechtere SchlĂŒsselung der Gemeinkosten. Im BAB werden Gemeinkosten meist ĂŒber wenige, pauschale BezugsgröĂen (Wert- oder MengenschlĂŒssel, prozentuale ZuschlagssĂ€tze) verteilt. Das verletzt bei heterogenen Produkten das Verursachungsprinzip und fĂŒhrt zu Quersubventionierung (aufwendige Produkte werden zu billig, einfache zu teuer kalkuliert). Eine feinere, tĂ€tigkeitsbezogene Verteilung (z. B. Prozesskostenrechnung/Activity-Based-Costing) bildet den tatsĂ€chlichen Ressourcenverbrauch genauer ab.
3. Normal- oder Plankosten statt reiner Istkosten. Reine Ist-BAB-Werte enthalten zufĂ€llige Schwankungen (BeschĂ€ftigungsgrad, Einkaufspreise, Verbrauch), die sich unkontrolliert auf die Kalkulation durchschlagen. Der Ăbergang zu Normal- oder Plankosten trennt diese Effekte in BeschĂ€ftigungs-, Preis- und Verbrauchsabweichungen und macht die Kostenrechnung zusĂ€tzlich zu einem Kontrollinstrument, nicht nur zu einem Verteilungsschema.
4. Feinere Kostenstellen- bzw. BezugsgröĂengliederung. Werden innerhalb einer Endkostenstelle (z. B. âFertigung") sehr unterschiedliche TĂ€tigkeiten mit einer einzigen BezugsgröĂe/einem einzigen Zuschlagssatz abgerechnet, verwischen die tatsĂ€chlichen Kostentreiber. Eine Untergliederung in KostenplĂ€tze mit je eigener, passender BezugsgröĂe (z. B. Maschinenstunden statt pauschal Fertigungslöhne) erhöht die Genauigkeit der Kostenzurechnung deutlich.
Maschinenbau GmbH â BAB im Stufenleiterverfahren I
Gegeben:
| PrimĂ€re Gemeinkosten [âŹ] | Energie | Instandhaltung | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Betrag | 15.000,00 | 38.500,00 | 45.000,00 | 75.000,00 | 30.000,00 | 22.500,00 |
| Leistungsabgabe | Energie | Instandhaltung | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Energie [kWh] | -- | 15.000,00 | 35.000,00 | 65.000,00 | 20.000,00 | 15.000,00 | 150.000,00 |
| Instandhaltung [h] | -- | -- | 800,00 | 275,00 | 55,00 | 50,00 | 1.180,00 |
Schritt 1 â Umlage Energie (Verrechnungspreis)
| EmpfÀnger | Rechnung | Umlage Energie |
|---|---|---|
| Instandhaltung | 15.000 kWh Ă 0,10 âŹ/kWh | 1.500,00 ⏠|
| Material | 35.000 kWh Ă 0,10 âŹ/kWh | 3.500,00 ⏠|
| Fertigung | 65.000 kWh Ă 0,10 âŹ/kWh | 6.500,00 ⏠|
| Verwaltung | 20.000 kWh Ă 0,10 âŹ/kWh | 2.000,00 ⏠|
| Vertrieb | 15.000 kWh Ă 0,10 âŹ/kWh | 1.500,00 ⏠|
Schritt 2 â Summe 1 (Instandhaltung) und Umlage Instandhaltung
| EmpfÀnger | Rechnung | Umlage Instandhaltung |
|---|---|---|
| Material | 800 h Ă 33,8983 âŹ/h | 27.118,64 ⏠|
| Fertigung | 275 h Ă 33,8983 âŹ/h | 9.322,03 ⏠|
| Verwaltung | 55 h Ă 33,8983 âŹ/h | 1.864,41 ⏠|
| Vertrieb | 50 h Ă 33,8983 âŹ/h | 1.694,92 ⏠|
| Summe | 40.000,00 ⏠â |
(Wichtig: erst mit dem exakten, ungerundeten Verrechnungspreis 33,8983 âŹ/h weiterrechnen und erst am Ende auf 2 Nachkommastellen runden â nicht mit dem vorab gerundeten 33,90 âŹ/h, sonst entsteht ein kleiner Rundungsfehler, s. Rohleder-Beleg unten.)
Schritt 3 â Endkosten der Endkostenstellen
| Endkostenstelle | PrimÀr | + Energie | + Instandhaltung | = Endkosten |
|---|---|---|---|---|
| Material | 45.000,00 ⏠| 3.500,00 ⏠| 27.118,64 ⏠| 75.618,64 ⏠|
| Fertigung | 75.000,00 ⏠| 6.500,00 ⏠| 9.322,03 ⏠| 90.822,03 ⏠|
| Verwaltung | 30.000,00 ⏠| 2.000,00 ⏠| 1.864,41 ⏠| 33.864,41 ⏠|
| Vertrieb | 22.500,00 ⏠| 1.500,00 ⏠| 1.694,92 ⏠| 25.694,92 ⏠|
| Summe | 226.000,00 ⏠|
Kontrolle: Summe aller primĂ€ren Gemeinkosten = 15.000+38.500+45.000+75.000+30.000+22.500 = 226.000,00 ⏠= Summe aller Endkosten â.
Ergebnis: Endkosten Material 75.618,64 âŹ, Fertigung 90.822,03 âŹ, Verwaltung 33.864,41 âŹ, Vertrieb 25.694,92 âŹ.
Maschinenbau GmbH â BAB im Stufenleiterverfahren II

Gegeben:
| PrimĂ€re Gemeinkosten [âŹ] | Energie | Instandhaltung | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Betrag | 17.500,00 | 37.000,00 | 45.000,00 | 75.000,00 | 30.000,00 | 22.500,00 |
| Leistungsabgabe | Energie | Instandhaltung | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Energie [kWh] | -- | 12.500,00 | 35.000,00 | 65.000,00 | 22.500,00 | 15.000,00 | 150.000,00 |
| Instandhaltung [h] | -- | -- | 800,00 | 275,00 | 60,00 | 50,00 | 1.185,00 |
Schritt 1 â Umlage Energie (Verrechnungspreis)
| EmpfÀnger | Rechnung | Umlage Energie |
|---|---|---|
| Instandhaltung | 12.500 kWh Ă 0,1167 âŹ/kWh | 1.458,33 ⏠|
| Material | 35.000 kWh Ă 0,1167 âŹ/kWh | 4.083,33 ⏠|
| Fertigung | 65.000 kWh Ă 0,1167 âŹ/kWh | 7.583,33 ⏠|
| Verwaltung | 22.500 kWh Ă 0,1167 âŹ/kWh | 2.625,00 ⏠|
| Vertrieb | 15.000 kWh Ă 0,1167 âŹ/kWh | 1.750,00 ⏠|
| Summe | 17.500,00 ⏠â |
Schritt 2 â Summe 1 (Instandhaltung) und Umlage Instandhaltung
| EmpfÀnger | Rechnung | Umlage Instandhaltung |
|---|---|---|
| Material | 800 h Ă 32,4543 âŹ/h | 25.963,43 ⏠|
| Fertigung | 275 h Ă 32,4543 âŹ/h | 8.924,93 ⏠|
| Verwaltung | 60 h Ă 32,4543 âŹ/h | 1.947,26 ⏠|
| Vertrieb | 50 h Ă 32,4543 âŹ/h | 1.622,71 ⏠|
| Summe | 38.458,33 ⏠â |
Schritt 3 â Endkosten der Endkostenstellen
| Endkostenstelle | PrimÀr | + Energie | + Instandhaltung | = Endkosten |
|---|---|---|---|---|
| Material | 45.000,00 ⏠| 4.083,33 ⏠| 25.963,43 ⏠| 75.046,77 ⏠|
| Fertigung | 75.000,00 ⏠| 7.583,33 ⏠| 8.924,93 ⏠| 91.508,26 ⏠|
| Verwaltung | 30.000,00 ⏠| 2.625,00 ⏠| 1.947,26 ⏠| 34.572,26 ⏠|
| Vertrieb | 22.500,00 ⏠| 1.750,00 ⏠| 1.622,71 ⏠| 25.872,71 ⏠|
| Summe | 227.000,00 ⏠|
Kontrolle: Summe aller primĂ€ren Gemeinkosten = 17.500+37.000+45.000+75.000+30.000+22.500 = 227.000,00 ⏠= Summe aller Endkosten â.
Ergebnis: Endkosten Material 75.046,77 âŹ, Fertigung 91.508,26 âŹ, Verwaltung 34.572,26 âŹ, Vertrieb 25.872,71 âŹ.
KostentrĂ€gerstĂŒckrechnung â weitere Klausuraufgaben
7 Klausuraufgaben aus verschiedenen Terminen â Datum, Aufgabennummer und Punktzahl stehen jeweils so, wie sie auf dem Original-Klausurblatt gedruckt sind.
Zuschlagskalkulation I â RĂŒckwĂ€rtskalkulation der ZuschlagssĂ€tze
Gesamte Gemeinkosten â Material: 72.705 ⏠· Fertigung: 79.566 ⏠· Verwaltung: 28.575 ⏠· Vertrieb: 22.763 âŹ.
Gehen Sie davon aus, dass die Materialeinzelkosten 165.231 ⏠und die Fertigungseinzelkosten 39.783 ⏠betragen.
a) 1 P. Berechnen Sie die Herstellkosten! b) 1 P. Berechnen Sie die Selbstkosten! c) 4 P. Berechnen Sie die ĂŒblichen ZuschlagssĂ€tze!
a) Herstellkosten
b) Selbstkosten
c) ZuschlagssÀtze (Betrag ÷ Basis)
| Zuschlag | Rechnung | Satz |
|---|---|---|
| MGK (auf MEK) | 72.705,00 Ă· 165.231,00 | 44,00 % |
| FGK (auf FEK) | 79.566,00 Ă· 39.783,00 | 200,00 % |
| VwGK (auf HK) | 28.575,00 Ă· 357.285,00 | 8,00 % |
| VtGK (auf HK) | 22.763,00 Ă· 357.285,00 | 6,37 % |
Zuschlagskalkulation II â Vorkalkulation Bruttoangebotspreis
Wie lautet der Angebotspreis fĂŒr den Privatkunden? Gemeint ist der Brutto-Angebotspreis, d.h. einschlieĂlich der derzeit gĂŒltigen Umsatzsteuer und aller Nebenkosten.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| MEK | â | 351,00 ⏠|
| + MGK 125 % (auf MEK) | 351,00 à 1,25 | 438,75 ⏠|
| = MK | 351,00 + 438,75 | 789,75 ⏠|
| FEK | â | 1.750,00 ⏠|
| + FGK 425 % (auf FEK) | 1.750,00 à 4,25 | 7.437,50 ⏠|
| = FK | 1.750,00 + 7.437,50 | 9.187,50 ⏠|
| = HK | 789,75 + 9.187,50 | 9.977,25 ⏠|
| + VwGK 17 % (auf HK) | 9.977,25 à 0,17 | 1.696,13 ⏠|
| + VtGK 12 % (auf HK) | 9.977,25 à 0,12 | 1.197,27 ⏠|
| + SEK-V | â | 851,23 ⏠|
| = SK | 9.977,25 + 1.696,13 + 1.197,27 + 851,23 | 13.721,88 ⏠|
| + Gewinn 15 % (auf SK) | 13.721,88 à 0,15 | 2.058,28 ⏠|
| = BVP | 13.721,88 + 2.058,28 | 15.780,16 ⏠|
| + Skonto 3 % (im Hundert) | ZVP = 15.780,16 Ă· 0,97 â Skonto = 488,05 | 488,05 ⏠|
| = ZVP | 15.780,16 ÷ 0,97 | 16.268,21 ⏠|
| + Rabatt 14 % (im Hundert) | LVP = 16.268,21 Ă· 0,86 â Rabatt = 2.648,31 | 2.648,31 ⏠|
| = LVP | 16.268,21 ÷ 0,86 | 18.916,52 ⏠|
| + Verpackung/Versand | â | 49,00 ⏠|
| = Nettoangebotspreis | 18.916,52 + 49,00 | 18.965,52 ⏠|
| + USt 19 % (auf Hundert) | 18.965,52 à 0,19 | 3.603,45 ⏠|
| = Bruttoangebotspreis | 18.965,52 + 3.603,45 | 22.568,97 ⏠|
Ergebnis: Der Bruttoangebotspreis betrĂ€gt 22.568,97 âŹ.
Zuschlagskalkulation â Vorkalkulation mit fehlenden ZuschlĂ€gen
Wie lautet der Angebotspreis fĂŒr den Privatkunden? Gemeint ist der Brutto-Angebotspreis, d.h. einschlieĂlich der derzeit gĂŒltigen Umsatzsteuer und aller Nebenkosten.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| MEK | â | 750,00 ⏠|
| + MGK 75 % (auf MEK) | 750,00 à 0,75 | 562,50 ⏠|
| = MK | 750,00 + 562,50 | 1.312,50 ⏠|
| FEK | â | 1.500,00 ⏠|
| + FGK 220 % (auf FEK) | 1.500,00 à 2,20 | 3.300,00 ⏠|
| = FK | 1.500,00 + 3.300,00 | 4.800,00 ⏠|
| = HK | 1.312,50 + 4.800,00 | 6.112,50 ⏠|
| + VwGK 14 % (auf HK) | 6.112,50 à 0,14 | 855,75 ⏠|
| + VtGK 10 % (auf HK) | 6.112,50 à 0,10 | 611,25 ⏠|
| + SEK-V | â | 574,59 ⏠|
| = SK | 6.112,50 + 855,75 + 611,25 + 574,59 | 8.154,09 ⏠|
| + Gewinn 15 % (auf SK) | 8.154,09 à 0,15 | 1.223,11 ⏠|
| = BVP | 8.154,09 + 1.223,11 | 9.377,20 ⏠|
| + Skonto 3 % (im Hundert) | ZVP = 9.377,20 Ă· 0,97 â Skonto = 290,02 | 290,02 ⏠|
| = ZVP | 9.377,20 ÷ 0,97 | 9.667,22 ⏠|
| + Rabatt 12 % (im Hundert) | LVP = 9.667,22 Ă· 0,88 â Rabatt = 1.318,26 | 1.318,26 ⏠|
| = LVP | 9.667,22 ÷ 0,88 | 10.985,48 ⏠|
| + Verpackung/Versand | â | 49,00 ⏠|
| = Nettoangebotspreis | 10.985,48 + 49,00 | 11.034,48 ⏠|
| + USt 19 % (auf Hundert) | 11.034,48 à 0,19 | 2.096,55 ⏠|
| = Bruttoangebotspreis | 11.034,48 + 2.096,55 | 13.131,03 ⏠|
Ergebnis: Der Bruttoangebotspreis betrĂ€gt 13.131,03 âŹ.
Mehrstufige Divisionskalkulation â PlĂŒsch-Krokodile, Variante 2016
| Stufe i | Anzahl auf Stufe i gefertigter (Zwischen-)Produkte xi [StĂŒck] | Allein der Stufe i zurechenbare Kosten Ei [âŹ] |
|---|---|---|
| 1 Zuschnitt | 22.500 | 42.000 |
| 2 NĂ€hen | 1.500 | 9.000 |
| 3 FĂŒllen | 1.500 | 4.500 |
Ermitteln Sie die Herstellkosten je Krokodil unter Verwendung der mehrstufigen Divisionskalkulation!
| Stufe | Formel | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 Zuschnitt | Eâ/xâ | 42.000,00 ⏠÷ 22.500 Teile | 1,8667 âŹ/Teil |
| 2 NĂ€hen | kâ·15 + Eâ/xâ | (22.500 Ă 1,8667) + 9.000,00 ⏠÷ 1.500 | 34,00 âŹ/Krokodil |
| 3 FĂŒllen | kâ + Eâ/xâ | 34,00 + 4.500,00 ⏠÷ 1.500 | 37,00 âŹ/Krokodil |
Ergebnis: Die Herstellkosten je Krokodil betragen 37,00 âŹ/StĂŒck (ein sauber glattes Ergebnis â starke Rechenprobe, dass exakt statt mit Zwischenrundung gerechnet wurde).
Divisionskalkulation mit LagerbestandsverÀnderung
Produktionsstufe 1: 800 StĂŒck Halbfabrikate, Fertigungskosten: 12.000 âŹ
Produktionsstufe 2: Weiterverarbeitung von 1.000 StĂŒck Halbfabrikaten zu Fertigfabrikaten, Fertigungskosten: 5.000 âŹ.
Der Absatz betrĂ€gt 500 StĂŒck, die Verwaltungs- und Vertriebskosten belaufen sich auf 4.000 âŹ.
a) 9 P. Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.
b) 4 P. Wie hoch sind die Werte der LagerbestandsverÀnderungen?

a) Herstellkosten & Selbstkosten je StĂŒck
Die Materialkosten (30 âŹ/StĂŒck) gehen in Stufe 1 ein. In Stufe 2 werden 1.000 Halbfabrikate weiterverarbeitet, obwohl nur 800 hergestellt wurden â die fehlenden 200 kommen aus dem Lagerabbau (siehe Teil b). Jede Stufe wird durch ihre eigene Menge geteilt.
| Stufe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 (Herstellkosten je Halbfabrikat) | 30,00 ⏠Material + 12.000,00 ⏠÷ 800 StĂŒck = 30,00 + 15,00 | 45,00 âŹ/StĂŒck |
| 2 (Herstellkosten je Fertigfabrikat) | 45,00 ⏠+ 5.000,00 ⏠÷ 1.000 StĂŒck = 45,00 + 5,00 | 50,00 âŹ/StĂŒck |
| 3 (Selbstkosten je StĂŒck) | 50,00 ⏠+ 4.000,00 ⏠÷ 500 StĂŒck = 50,00 + 8,00 | 58,00 âŹ/StĂŒck |
b) LagerbestandsverĂ€nderung â beide LĂ€ger getrennt:
| Lager | Rechnung | Wert |
|---|---|---|
| Halbfabrikate (hergestellt 800 â in Stufe 2 verbraucht 1.000) | â200 StĂŒck Ă 45,00 ⏠| â9.000,00 ⏠(Abbau) |
| Fertigfabrikate (hergestellt 1.000 â abgesetzt 500) | +500 StĂŒck Ă 50,00 ⏠| +25.000,00 ⏠(Aufbau) |
| Netto-BestandsverĂ€nderung | +25.000,00 â 9.000,00 | +16.000,00 ⏠|
Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 45,00 âŹ/StĂŒck, je Fertigfabrikat 50,00 âŹ/StĂŒck (kumuliert inkl. Material), Selbstkosten 58,00 âŹ/StĂŒck; Halbfabrikat-Lager â200 StĂŒck (â9.000 âŹ), Fertigfabrikat-Lager +500 StĂŒck (+25.000 âŹ), netto +16.000 âŹ.
Divisionskalkulation â Halb-/Fertigfabrikate
Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.
| Stufe | Formel | Rechnung | Ergebnis (nur Fertigung) |
|---|---|---|---|
| 1 Halbfabrikat | Eâ/xâ | 13.000,00 ⏠÷ 1.000 StĂŒck | 13,00 âŹ/StĂŒck |
| 2 Fertigfabrikat | kâ·xâ-Anteil + Eâ/xâ | (1.000Ă13,00+5.000,00) Ă· 800 StĂŒck | 22,50 âŹ/StĂŒck |
| 3 Absatz/VwVt | kâ-Anteil + VwVt/Absatz | (400Ă22,50+4.000,00) Ă· 400 StĂŒck | 32,50 âŹ/StĂŒck |
| Gefragte GröĂe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Herstellkosten je Halbfabrikat | Material 25,00 + Stufe 1 (13,00) | 38,00 âŹ/StĂŒck |
| Herstellkosten je Fertigfabrikat | Material 25,00 + Stufe 2 kumuliert (22,50) | 47,50 âŹ/StĂŒck |
| Selbstkosten je StĂŒck | Material 25,00 + Stufe 3 kumuliert (32,50) | 57,50 âŹ/StĂŒck |
Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 38,00 âŹ/StĂŒck, je Fertigfabrikat 47,50 âŹ/StĂŒck, Selbstkosten 57,50 âŹ/StĂŒck.
Divisionskalkulation â Halb-/Fertigfabrikate
Berechnen Sie die Herstellkosten je Halb- und Fertigfabrikat pro StĂŒck sowie die Selbstkosten pro StĂŒck mittels Divisionskalkulation.
| Stufe | Formel | Rechnung | Ergebnis (nur Fertigung) |
|---|---|---|---|
| 1 Halbfabrikat | Eâ/xâ | 13.000,00 ⏠÷ 800 StĂŒck | 16,25 âŹ/StĂŒck |
| 2 Fertigfabrikat | kâ·xâ-Anteil + Eâ/xâ | (800Ă16,25+4.998,00) Ă· 650 StĂŒck | 27,69 âŹ/StĂŒck |
| 3 Absatz/VwVt | kâ-Anteil + VwVt/Absatz | (450Ă27,69+4.001,00) Ă· 450 StĂŒck | 36,58 âŹ/StĂŒck |
| Gefragte GröĂe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Herstellkosten je Halbfabrikat | Material 25,00 + Stufe 1 (16,25) | 41,25 âŹ/StĂŒck |
| Herstellkosten je Fertigfabrikat | Material 25,00 + Stufe 2 kumuliert (27,69) | 52,69 âŹ/StĂŒck |
| Selbstkosten je StĂŒck | Material 25,00 + Stufe 3 kumuliert (36,58) | 61,58 âŹ/StĂŒck |
Ergebnis: Herstellkosten je Halbfabrikat 41,25 âŹ/StĂŒck, je Fertigfabrikat 52,69 âŹ/StĂŒck, Selbstkosten 61,58 âŹ/StĂŒck.
Deckungsbeitrag, Kostenstellen & Kritik an der KLR â weitere Klausuraufgaben
Deckungsbeitragsrechnung â 3 Produkte
| Produkt | 1 | 2 | 3 |
|---|---|---|---|
| Erlöse [EUR] | 210.000 | 310.000 | 300.000 |
| StĂŒckzahl [St.] | 1.000 | 100 | 1.000 |
| Selbstkosten [EUR] | 190.000 | 300.000 | 260.000 |
| variable Kosten [EUR] | 130.000 | 210.000 | 160.000 |
Die Fixkosten betragen 290.000 EUR. Sie sind wie folgt aufteilbar:
| Produkt | 1 | 2 | 3 | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Erzeugnisfixe Kosten [EUR] | 20.000 | 90.000 | 60.000 | 170.000 |
| Erzeugnisgruppenfixe Kosten [EUR] | 40.000 (Gruppe {1,2}) | â | 0 | 40.000 |
| Unternehmensfixe Kosten [EUR] | 80.000 |
a) 4 P. Entscheiden Sie ĂŒber das Produktionsprogramm (Reihenfolge Produkt 1 bis 3) auf Basis der Teilkostenrechnung! b) 9 P. Entscheiden Sie ĂŒber das Produktionsprogramm (Reihenfolge Produkt 1 bis 3) mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung!
a) Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung
| P1 | P2 | P3 | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| Erlöse | 210.000,00 ⏠| 310.000,00 ⏠| 300.000,00 ⏠| 820.000,00 ⏠|
| â variable Kosten | 130.000,00 ⏠| 210.000,00 ⏠| 160.000,00 ⏠| 500.000,00 ⏠|
| = DB | 80.000,00 ⏠| 100.000,00 ⏠| 140.000,00 ⏠| 320.000,00 ⏠|
| â Fixkosten (gesamt) | 290.000,00 ⏠| |||
| = Betriebsergebnis | 30.000,00 ⏠|
Ergebnis a): Rangfolge nach Gesamt-DB: P3 (140.000 âŹ) â P2 (100.000 âŹ) â P1 (80.000 âŹ).
b) Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
| P1 | P2 | P3 | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| Erlöse | 210.000,00 ⏠| 310.000,00 ⏠| 300.000,00 ⏠| 820.000,00 ⏠|
| â variable Kosten | 130.000,00 ⏠| 210.000,00 ⏠| 160.000,00 ⏠| 500.000,00 ⏠|
| = DB I | 80.000,00 ⏠| 100.000,00 ⏠| 140.000,00 ⏠| 320.000,00 ⏠|
| â Erzeugnisfixkosten | 20.000,00 ⏠| 90.000,00 ⏠| 60.000,00 ⏠| 170.000,00 ⏠|
| = DB II | 60.000,00 ⏠| 10.000,00 ⏠| 80.000,00 ⏠| 150.000,00 ⏠|
| â Erzeugnisgruppenfix {P1,P2} | (60.000+10.000=70.000) â40.000 = 30.000,00 ⏠| 80.000,00 ⏠â 0 = 80.000,00 ⏠| ||
| = DB III | 110.000,00 ⏠| |||
| â Unternehmensfixkosten | 80.000,00 ⏠| |||
| = Betriebsergebnis | 30.000,00 ⏠|
Ergebnis b): Rangfolge nach DB II: P3 (80.000 âŹ) â P1 (60.000 âŹ) â P2 (10.000 âŹ). Lernpunkt: P2 liegt nach dem einstufigen DB (a) noch auf Platz 2, fĂ€llt aber nach Abzug der eigenen (sehr hohen) Erzeugnisfixkosten von 90.000 ⏠auf DB II = 10.000 ⏠zurĂŒck und landet in der mehrstufigen Betrachtung auf dem letzten Platz. Erst die stufenweise Rechnung zeigt die âechte" Rangfolge, die reine Gesamt-DB-Betrachtung (a) tĂ€uscht hier.
Kontrollrechnung: ÎŁ DB I (320.000,00 âŹ) â ÎŁ Fixkosten (290.000,00 âŹ) = 30.000,00 ⏠= Betriebsergebnis, in a) und b) identisch â beide Methoden fĂŒhren (wie erwartet, da keine BestandsverĂ€nderung vorliegt) zum selben Betriebsergebnis. Die Selbstkosten-Spalte der Angabe wird fĂŒr diese Aufgabe nicht benötigt (ihre Differenz zu den variablen Kosten summiert sich nicht sauber auf die drei gegebenen Fixkostenschichten â vermutlich weil die Selbstkosten-Zeile eine andere, hier nicht relevante Umlage der Unternehmensfixkosten unterstellt); die Rangfolge wird allein ĂŒber Erlöse, variable Kosten und die Fixkostenschichtung entschieden.
Kostenauflösung â mathematische Methode
Gegenprobe (am zweiten Punkt): â exakt der gegebene Wert .
Ergebnis: Variable StĂŒckkosten kv = 6,52 âŹ/StĂŒck, Fixkosten Kf = 16.847,83 âŹ.
Anschaffungskosten â Begriffskritik
a) 4 P. ErlĂ€utern Sie kurz und prĂ€gnant, warum der Begriff insbesondere in diesem Kontext Unsinn ist. b) 1 P. Wie lautet der korrekte Fachbegriff fĂŒr den Sachverhalt?
a) Der Begriff ist irrefĂŒhrend, weil die Anschaffung eines Investitionsguts erfolgsneutral ist: Beim Kauf findet nur ein Aktivtausch statt (Zahlungsmittel gegen Maschine), das Reinvermögen Ă€ndert sich nicht â es entsteht kein Werteverzehr und damit keine Kosten. Kosten entstehen erst spĂ€ter, zeitlich verteilt ĂŒber die Nutzungsdauer, als (kalkulatorische) Abschreibung. âAnschaffungskosten" verwechselt damit den Zahlungsvorgang mit dem Kostenvorgang.
(Kleine ErgĂ€nzung: Handelsrechtlich ist âAnschaffungskosten" nach § 255 Abs. 1 HGB der korrekte BewertungsmaĂstab fĂŒr die Bilanz â der Begriff ist also nicht grundsĂ€tzlich falsch, sondern speziell im Kostenrechnungskontext irrefĂŒhrend, weil er einen sofortigen Kostenanfall in Kaufpreishöhe suggeriert.)
b) Der korrekte Fachbegriff fĂŒr den reinen Zahlungsvorgang ist die Anschaffungsauszahlung (bei Barkauf) bzw. die Anschaffungsausgabe (bei Kauf auf Ziel/Rechnung, da noch keine Auszahlung, aber schon eine Minderung des Geldvermögens vorliegt).
Bestandswagniskostenzuschlag
a) 1 P. Berechnen Sie den BestĂ€ndewagniskostenzuschlag. b) 2 P. Beschreiben Sie in einem Satz, welche Konsequenz dieses Ergebnis fĂŒr die Kalkulation hat.
Ergebnis a): Der BestÀndewagniskostenzuschlag betrÀgt 1,12 %.
b) Dieser Zuschlagssatz wird als kalkulatorisches Wagnis pauschal auf die Materialkosten in der Kalkulation aufgeschlagen, um das durchschnittliche Bestandsrisiko (Schwund, Diebstahl) bereits im Verkaufspreis einzupreisen.
Kritik an der Kostenrechnung
a) 6 P. Nennen und erlĂ€utern Sie drei Ansatzpunkte fĂŒr berechtigte Kritik an der Kostenrechnung.
b) 2 P. Mit welchen Instrumenten können die von Ihnen in Teil a) genannten Schwachpunkte der Kostenrechnung möglicherweise behoben werden?

a) Drei Ansatzpunkte fĂŒr berechtigte Kritik:
- Vergangenheitsorientierung. Die traditionelle Kostenrechnung ist rĂŒckwĂ€rtsgewandt (erfasst und verwaltet angefallene Ist-Kosten). FĂŒr zukunftsorientiertes âKosten gestalten" liefert sie zu wenig Impulse.
- WillkĂŒrliche GemeinkostenschlĂŒsselung. Die Verteilung der Gemeinkosten ĂŒber Zuschlags-/UmlageschlĂŒssel ist selten wirklich verursachungsgerecht, sondern beruht auf Annahmen â das verzerrt die kalkulierten Produktkosten und darauf aufbauende Entscheidungen.
- Ausblendung nicht-monetĂ€rer/qualitativer Faktoren. Image, Kundenbeziehung, Wettbewerb, Umweltauflagen sowie ethische Aspekte von Entscheidungen bleiben auĂen vor â reine Kostenoptimierung kann strategisch/ethisch schĂ€dliche Entscheidungen begĂŒnstigen.
b) Instrumente: Prozesskostenrechnung gegen die willkĂŒrliche SchlĂŒsselung (verursachungsÂgerechtere Verteilung ĂŒber Prozesse) · Target Costing/Lebenszykluskostenrechnung gegen die Vergangenheitsorientierung (markt-/zukunftsorientiertes Kostengestalten) · Balanced Scorecard gegen die Ausblendung nicht-monetĂ€rer Faktoren (ergĂ€nzt die Finanzperspektive um Kunden-, Prozess- und Potenzialsicht).
Zentrale Begriffe und Konzepte
a) 2 P. ErlĂ€utern Sie kurz sprungfixe Kosten und nennen Sie ein Beispiel. b) 2 P. Was versteht man unter âKostenremanenzâ? Nennen Sie ein Beispiel. c) 2 P. Was sind ârelevante Kostenâ? Nennen Sie ein Beispiel. d) 2 P. Welcher Effekt liegt den âEconomies of Scaleâ zugrunde?
a) Sprungfixe (intervallfixe) Kosten sind Kosten, deren Höhe innerhalb eines bestimmten Intervalls der Ausbringungsmenge konstant bleibt, beim Ăberschreiten einer bestimmten Ausbringungsmenge aber sprunghaft auf ein höheres Niveau ansteigt. Beispiel: die Abschreibung einer zusĂ€tzlichen Maschine, die erst angeschafft werden muss, wenn die KapazitĂ€tsgrenze der bisherigen Maschine ĂŒberschritten wird.
b) Kostenremanenz bezeichnet den Effekt, dass die Kosten eines Unternehmens bei einer Leistungsreduzierung nicht sofort auf das Niveau zurĂŒckgehen, das vor der entsprechenden Leistungssteigerung galt â Kosten âkleben" eine Zeit lang auf dem höheren Niveau. Beispiel: die kurzfristige Stilllegung einer Maschine erspart nicht sofort deren volle Fixkostenlast (Abschreibung lĂ€uft z. B. weiter).
c) Relevante Kosten sind die Kosten, die fĂŒr eine konkrete Entscheidung tatsĂ€chlich beeinflussbar/entscheidungsrelevant sind. Beispiel: Werden bei einer Entscheidung mehrere EngpĂ€sse gleichzeitig wirksam, mĂŒssen zusĂ€tzlich die OpportunitĂ€tskosten (entgangener Deckungsbeitrag der verdrĂ€ngten Alternative) als relevante Kosten berĂŒcksichtigt werden.
d) Der âEconomies of Scale" zugrunde liegende Effekt ist die Fixkostendegression: Werden die (unverĂ€nderten) Fixkosten eines Betriebs auf eine gröĂere Ausbringungsmenge verteilt, sinkt der anteilige Fixkostenblock je StĂŒck â dadurch sinken die gesamten StĂŒckkosten mit wachsender Menge (ergĂ€nzend wirken bei sehr groĂen Skalen oft auch Spezialisierungs- und Erfahrungskurveneffekte).
Bildung von Kostenstellen â Richtig oder falsch?
Die Bildung von KostenstellenâŠ
...kann unter rÀumlichen Aspekten erfolgen.
...ist in Einproduktbetrieben ĂŒberflĂŒssig.
...ist Voraussetzung fĂŒr die Erstellung von Betriebsabrechnungsbögen.
...ist auch in den meisten Kleinbetrieben anzutreffen.
...kann nach EinfĂŒhrung der Plankostenrechnung aufgegeben werden.
...ist bei der einfachen Zuschlagskalkulation auf Hilfskostenstellen beschrÀnkt.
...erfolgt auch im Handel (nach Produkten oder Produktgruppen).
...fĂŒhrt zum Entstehen von klaren Verantwortungsbereichen.
...wird mit EinfĂŒhrung einer Deckungsbeitragsrechnung (Einzelkostenrechnung) ĂŒberflĂŒssig.
âŠist nach EinfĂŒhrung einer Prozesskostenrechnung weiterhin erforderlich.

| # | Aussage: Die Bildung von Kostenstellen⊠| Richtig? | BegrĂŒndung |
|---|---|---|---|
| 1 | âŠkann unter rĂ€umlichen Aspekten erfolgen. | Ja | Kostenstellen können u. a. rĂ€umlich (Halle, Abteilung), funktional oder verantwortungsbezogen gebildet werden. |
| 2 | âŠist in Einproduktbetrieben ĂŒberflĂŒssig. | Nein | Auch bei nur einem Endprodukt gibt es unterschiedliche Fertigungsstufen/Bereiche mit eigenem Kostenanfall (vgl. mehrstufige Divisionskalkulation: jede Stufe â eine Kostenstelle), Kostenkontrolle bleibt sinnvoll. |
| 3 | âŠist Voraussetzung fĂŒr die Erstellung von Betriebsabrechnungsbögen. | Ja | Der BAB verteilt Gemeinkosten gerade auf die Kostenstellen, ohne diese kein BAB. |
| 4 | âŠist auch in den meisten Kleinbetrieben anzutreffen. | Vermutlich Nein | Wegen des Zielkonflikts Genauigkeit vs. Wirtschaftlichkeit wird eine differenzierte Kostenstellenrechnung eher in mittleren/groĂen Betrieben eingerichtet; in den meisten Kleinbetrieben lohnt der Aufwand oft nicht, dort bleibt es hĂ€ufig bei grober Kostenartenrechnung ohne feine Kostenstellengliederung. Kein offizieller LösungsschlĂŒssel fĂŒr dieses Datum vorhanden. |
| 5 | âŠkann nach EinfĂŒhrung der Plankostenrechnung aufgegeben werden. | Nein | Plankosten werden gerade je Kostenstelle ermittelt und vorgegeben, die Plankostenrechnung setzt Kostenstellen voraus statt sie ĂŒberflĂŒssig zu machen. |
| 6 | âŠist bei der einfachen Zuschlagskalkulation auf Hilfskostenstellen beschrĂ€nkt. | Nein | Die Zuschlagskalkulation nutzt auch Endkostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb), nicht nur Hilfskostenstellen. |
| 7 | âŠerfolgt auch im Handel (nach Produkten oder Produktgruppen). | Ja | Auch Handelsbetriebe bilden Kostenstellen/Warengruppen-Rechnungen nach Produkten oder Produktgruppen. |
| 8 | âŠfĂŒhrt zum Entstehen von klaren Verantwortungsbereichen. | Ja | Jede Kostenstelle bekommt idealerweise genau einen verantwortlichen Kostenstellenleiter â eindeutiger Verantwortungsbereich. |
| 9 | âŠwird mit EinfĂŒhrung einer Deckungsbeitragsrechnung (Einzelkostenrechnung) ĂŒberflĂŒssig. | Nein | Auch eine (mehrstufige) DB-Rechnung braucht Kostenstellen/Bereiche zur Organisation der Fixkostenschichten und Verantwortlichkeiten. |
| 10 | âŠist nach EinfĂŒhrung einer Prozesskostenrechnung weiterhin erforderlich. | Ja | Die Prozesskostenrechnung identifiziert Prozesse/Cost Driver INNERHALB von Kostenstellen, sie ersetzt die Kostenstellengliederung nicht. |
Aussagekraft des internen Rechnungswesens
Schlagen Sie Ihrem Chef vier konkrete, möglichst unterschiedliche MaĂnahmen vor, mit denen die Aussagekraft der Kostenrechnung wahrscheinlich erhöht werden kann!
MaĂnahme 1: Kosten möglichst direkt (statt ĂŒber pauschale Umlagen) auf Kostenstellen und KostentrĂ€ger verteilen â das macht die Kostenanalyse prĂ€ziser und deckt Schwachstellen gezielter auf.
MaĂnahme 2: Gemeinkosten nicht mehr ĂŒber grobe, pauschale SchlĂŒssel verteilen, sondern ĂŒber eine Prozesskostenrechnung verursachungsgerechter zuordnen â das reduziert Fehlkalkulationen.
MaĂnahme 3: KostentrĂ€gerarten/-stellen sinnvoll zusammenfassen bzw. strukturieren, um den manuellen Rechenaufwand zu reduzieren und Ăbertragungsfehler zu vermeiden.
MaĂnahme 4: Eine IT-gestĂŒtzte, automatisierte Kostenrechnungssoftware (ERP-Modul) einfĂŒhren bzw. ausbauen, die Daten zeitnah und automatisiert erfasst und auswertet â das adressiert direkt die Beschwerde âjede Auswertung dauert ewig" und ersetzt grobe manuelle SchĂ€tzungen durch zeitnahe, belastbare Werte.
Richtig oder falsch? â Ausgabe, Aufwand, Kosten
1. Aufforderung zur Gewerbesteuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr
2. Gehalt des Produktionsleiters
3. Zielkauf von Rohstoffen
4. AuĂerplanmĂ€Ăige Abschreibung eines GrundstĂŒcks
5. Kalkulatorischer Unternehmerlohn
6. Eingang der Handwerkerrechnung fĂŒr Reparatur in vermieteten RĂ€umen des Möbelherstellers

| # | Sachverhalt | Richtig? | BegrĂŒndung |
|---|---|---|---|
| 1 | Aufforderung zur Gewerbesteuernachzahlung fĂŒrs Vorjahr | Richtig | Ausgabe ja, Aufwand ja (Steueraufwand), Kosten nein: die Nachzahlung betrifft das Vorjahr (periodenfremder, neutraler Aufwand der aktuellen Periode). |
| 2 | Gehalt des Produktionsleiters | Falsch | Hier liegen Ausgabe, Aufwand UND Kosten vor (das Gehalt ist betriebszweckbezogener Personalaufwand der laufenden Periode), die Aussage âaber keine Kostenâ trifft also nicht zu. |
| 3 | Zielkauf von Rohstoffen | Falsch | Beim Zielkauf entsteht zwar eine Ausgabe (Verbindlichkeit), aber noch kein Aufwand und keine Kosten (reiner Aktiv-/Passivtausch, der Rohstoff ist ja noch nicht verbraucht). |
| 4 | AuĂerplanmĂ€Ăige Abschreibung eines GrundstĂŒcks | Falsch | Hier liegt zwar Aufwand vor (auĂerordentlicher/neutraler Aufwand, keine Kosten, da GrundstĂŒcke i. d. R. nicht planmĂ€Ăig abgeschrieben werden), aber keine Ausgabe (reine Wertkorrektur ohne Zahlungsvorgang). Die Dreier-Bedingung ist damit nicht erfĂŒllt. |
| 5 | Kalkulatorischer Unternehmerlohn | Falsch | Kalkulatorischer Unternehmerlohn ist reine Zusatzkosten: Kosten ja, aber Ausgabe und Aufwand nein (es flieĂt kein echtes Geld, es taucht auch nicht in der externen GuV auf). |
| 6 | Eingang der Handwerkerrechnung fĂŒr Reparatur in vermieteten RĂ€umen des Möbelherstellers | Richtig | Ausgabe ja (Rechnungseingang = Verbindlichkeit), Aufwand ja (Reparaturaufwand), Kosten nein: die vermieteten RĂ€ume gehören nicht zum eigentlichen Betriebszweck (Möbelherstellung), also betriebsfremder/neutraler Aufwand. |
Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung
a) 6 P. ErlÀutern Sie die Systeme der Kostenrechnung, die nach ihrem Zeitbezug gegliedert werden, mit je einem Satz!
b) 4 P. ErlÀutern Sie die Systeme der Kostenrechnung, die nach ihrem Sachumfang gegliedert werden, mit je einem Satz!

a) Systeme nach Zeitbezug
- Ist-Kostenrechnung: Die tatsÀchlich in der Vergangenheit angefallenen (Ist-)Kosten werden auf die KostentrÀger verteilt.
- Normalkostenrechnung: Die durchschnittlich in vergangenen Perioden angefallenen Kosten bestimmen einen geglÀtteten Verrechnungssatz, mit dem die aktuellen Ist-Mengen bewertet werden.
- Plankostenrechnung: Die fĂŒr eine zukĂŒnftige Periode im Voraus geplanten Kosten bestimmen den Verrechnungssatz, mit dem die tatsĂ€chlichen Mengen bewertet werden.
b) Systeme nach Sachumfang
- Vollkostenrechnung: Alle in einer Periode angefallenen Kosten werden â direkt oder ĂŒber die Kostenstellenrechnung â vollstĂ€ndig auf die einzelnen KostentrĂ€ger verteilt.
- Teilkostenrechnung: Nur ein Teil der in einer Periode erfassten Kosten (i. d. R. die variablen Kosten) wird den KostentrÀgern zugeordnet.
Konstante Deckungsspannen
a) 2 P. Wie ist die Deckungsspanne definiert? b) 1 P. Nennen Sie eine alternative Bezeichnung (ein Synonym) c) 4 P. ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, warum es in der Praxis keine konstanten Deckungsspannen gibt. d) 4 P. ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, warum das Fehlen konstanter Deckungsspannen die Entscheider nicht vor unlösbare Aufgaben stellt.
a) Die Deckungsspanne ist die Differenz aus dem Verkaufspreis einer Ware oder Dienstleistung und den ihr zugerechneten variablen Kosten â also der Deckungsbeitrag, den ein einzelnes StĂŒck erwirtschaftet.
b) Synonym: StĂŒckdeckungsbeitrag (bzw. âDeckungsbeitrag je StĂŒck"). (Der Begriff âDeckungsbeitrag" allein wird oft synonym verwendet, ist aber genau genommen mehrdeutig â er kann auch den Gesamt-Deckungsbeitrag meinen; âStĂŒckdeckungsbeitrag" ist die prĂ€zisere Entsprechung zur âDeckungsspanne".)
c) Konstante Deckungsspannen wĂŒrden voraussetzen, dass sowohl der Verkaufspreis als auch die variablen StĂŒckkosten ĂŒber den gesamten relevanten Mengenbereich unverĂ€ndert (linear) bleiben. Das trifft in der Praxis kaum zu:
- Der Verkaufspreis ist meist nicht konstant, sondern hĂ€ngt von der abgesetzten Menge ab (Preis-Absatz-Funktion, Mengenrabatte, MarktsĂ€ttigung, Wettbewerbsreaktionen) â wer mehr verkaufen will, muss hĂ€ufig den Preis senken.
- Auch die variablen StĂŒckkosten verlaufen selten linear: Einkaufsrabatte bei gröĂeren Bestellmengen und Lern-/Erfahrungskurveneffekte senken sie, wĂ€hrend KapazitĂ€tsengpĂ€sse (ĂberstundenzuschlĂ€ge, sinkende Effizienz nahe der KapazitĂ€tsgrenze) sie erhöhen können.
Die zugrunde liegende lineare Kostenfunktion () ist damit nur eine vereinfachende Modellannahme fĂŒr einen begrenzten Mengenbereich, keine ĂŒber den gesamten Wertebereich exakt zutreffende RealitĂ€t.
d) Das Fehlen konstanter Deckungsspannen stellt Entscheider dennoch nicht vor unlösbare Aufgaben, weil:
- FĂŒr eine konkrete Entscheidung reicht es aus, die Kosten-/Erlösfunktion nĂ€herungsweise linear im relevanten Mengenbereich anzunehmen (Konzept der ârelevant range") â man muss die Funktion nicht global ĂŒber alle denkbaren Mengen exakt abbilden, sondern nur fĂŒr den tatsĂ€chlich zur Debatte stehenden Ausschnitt.
- Wo die NichtlinearitĂ€t spĂŒrbar wird, lĂ€sst sich mit abschnittsweise linearen Kostenfunktionen arbeiten (fĂŒr jeden KapazitĂ€tsbereich eine eigene, lokal gĂŒltige Deckungsspanne ansetzen).
- FĂŒr die jeweilige Einzelentscheidung (z. B. einen Zusatzauftrag) wird ohnehin mit der aktuell gĂŒltigen bzw. erwarteten Deckungsspanne fĂŒr genau diesen Fall gerechnet â die Annahme muss nur lokal fĂŒr diesen Entscheidungsfall gelten, nicht als globale, ĂŒber alle Zeiten und Mengen konstante GröĂe.
Normal- vs. Plankosten
Normalkostenrechnung: rechnet mit Durchschnittswerten, die aus den Ist-Kosten vergangener Abrechnungsperioden gebildet werden; sie dient der Vorkalkulation und soll Kostenschwankungen bei der Kalkulation glÀtten/ausgleichen.
Plankostenrechnung: eine Kostenrechnung, bei der die Kosten fĂŒr eine zukĂŒnftige Abrechnungsperiode mithilfe der Kostenstellenrechnung im Voraus festgelegt werden.
Kernunterschied: Plankosten werden â im Gegensatz zur Normalkostenrechnung â nicht (nur) mit Hilfe der Ist-Kosten berechnet, sondern auf Basis geplanter (Soll-)GröĂen im Voraus festgelegt. Plankosten werden zudem fĂŒr jede Kostenstelle gesondert ermittelt und dem verantwortlichen Leiter der jeweiligen Kostenstelle als ZielgröĂe vorgegeben â Normalkosten sind dagegen ein reiner Vergangenheits-Durchschnitt ohne Ziel-/Steuerungsfunktion.
Langfristige Existenzsicherung des Unternehmens
Die Aussage ist unvollstĂ€ndig (nur die halbe Wahrheit), nicht einfach âzutreffend".
- Was stimmt: Die Erlöse mĂŒssen mindestens die Gesamt-/Selbstkosten K decken â und weil in K bereits die kalkulatorischen Kosten (u. a. der kalkulatorische Unternehmerlohn und kalkulatorische Zinsen) enthalten sind, ist bei genauer Deckung von K bereits ein kalkulatorischer âNormalgewinn" (angemessene Unternehmerentlohnung/Kapitalverzinsung) abgegolten.
- Was fehlt: FĂŒr die langfristige Existenzsicherung reicht reine Kostendeckung nicht aus. Der Betrieb muss darĂŒber hinaus einen echten Gewinn (Gewinnaufschlag) erwirtschaften, um Reserven/Eigenkapital fĂŒr Preis- und Marktschwankungen zu bilden und um Investitionen, Wachstum und die Substanzerhaltung (zu Wiederbeschaffungswerten) zu finanzieren. Ohne diesen Gewinnpuffer wĂŒrde der Betrieb bei der ersten stĂ€rkeren negativen Schwankung nicht ĂŒberleben.
Korrekt mĂŒsste es also heiĂen: Erlöse â„ Selbstkosten + angemessener Gewinnzuschlag.