📐 Formelsammlung — alles auf einen Blick
Zum schnellen Nachschlagen in der Klausur. Alle Formeln nach Thema geordnet, jede mit durchgerechnetem Mini-Beispiel. Den ausführlichen Rechenweg Schritt für Schritt gibt es im Kapitel 🍳 Kochrezepte (direkt nach diesem Kapitel). Rohleders mündliche Fallen stehen jeweils direkt beim betroffenen Thema (🎤 „Rohleders Hinweise zu diesem Thema").
- Handy: ausschalten UND nach vorn / zur Tasche am Pult — NIE am Platz oder im Rucksack neben dir. Gleiches gilt für Smartwatch und Kopfhörer.
- Vor Abgabe der Tasche: Ausweis, Taschenrechner (kein programmierbarer, falls verlangt), Stifte, dieser Ordner raus.
- Bei jeder Theorie-Aufgabe: Rückseite/Teil B checken (hat im Erstversuch Punkte gekostet).
- Neue PO beachten: je nach Gruppe zusätzliche Aufgabe (BAB) + 10 Minuten — Deckblatt genau lesen.
- Symbole definieren + Rechenweg zeigen — Pflicht laut Deckblatt. Reine Formel ohne Erklärung des betriebswirtschaftlichen Inhalts zählt nicht: „Werfen Sie mir keine Formeln vor die Füße."
- Runden: durchgängig auf 2 Nachkommastellen (kaufmännisch, mit Tausenderpunkt) — auch bei Prozentwerten und in jedem Zwischenschritt. NICHT mit voller Taschenrechner-/Excel-Genauigkeit durchrechnen: das erzeugt in mehrstufigen Rechnungen Abweichungen (Bsp. 16.537,50 € voll vs. 16.525 € gerundet). 2–4 Cent Folgeabweichung sind ok, 10–20 Cent nicht mehr.
- Punkte = Minuten (1:1). Zeit ist üppig geplant — jede Aufgabe zweimal lesen, die Frage genau verstehen (falsches Verstehen ist der Flaschenhals, nicht die Zeit).
- Fehlende Angaben durch die naheliegendste Annahme ergänzen und explizit hinschreiben („ich nehme an …") — keine Haarspaltereien.
- Nur die tatsächlich gefragten Zwischensummen ausrechnen (spart Zeit) — z. B. VwGK+VtGK zu einem Satz zusammenfassen, wenn beide auf Herstellkosten beruhen.
- Begründung = ganzer Satz (Subjekt-Prädikat-Objekt). Faustregel 1 Punkt ≈ 1 Aussage/Satz; Antwortlänge am Punktwert orientieren.
- Zusätzliche Zwischenzeilen erlaubt — „wer heilt, hat recht": mehr Rechenschritte sind kein Fehler, solange das Ergebnis stimmt.
- Nullpunkte gelten nur für die betroffene Teilaufgabe (kein Durchreißen). Dieselbe richtige Aussage zählt nur einmal, nicht doppelt für Teil A und B.
- Erlös E = p · x · Gesamtkosten K = Kf + kv · x · Deckungsbeitrag DB = (p − kv) · x · Gewinn G = DB − Kf = E − K
- Break-Even-Menge x = Kf / db (durch den Stück-DB teilen, nicht durch den Preis!)
- Zuschlagskalkulation: MEK → MK → HK → SK → Barverkaufspreis → (÷ 0,xx) Ziel- → (÷ 0,xx) Listenpreis. Skonto/Rabatt im Hundert: ÷ (1 − Satz), NIE × (1 + Satz).
- Kontrolle Erfolgsgrößen: W = 1 + R (gilt immer).
Symbol-Legende
| Kürzel | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| p | Stückpreis / Erlös je Stück | €/Stk |
| x | Menge (Herstell-/Absatzmenge) | Stk |
| kv | variable Stückkosten | €/Stk |
| Kf | Fixkosten der Periode | € |
| E | Erlös / Umsatz | € |
| K | Gesamtkosten | € |
| DB / db | Deckungsbeitrag gesamt / je Stück (= Deckungsspanne ds) | € / €/Stk |
| G / gs | Periodengewinn / Stückgewinn | € / €/Stk |
| ks | Stückkosten | €/Stk |
| W / R / Z | Wirtschaftlichkeit / Rentabilität / Zielerreichungsgrad | Verhältnis / % / % |
| MEK, MGK, MK | Materialeinzel-, Materialgemein-, Materialkosten | € |
| FEK, FGK, FK | Fertigungseinzel-, Fertigungsgemein-, Fertigungskosten | € |
| SEK-F, SEK-V | Sondereinzelkosten der Fertigung / des Vertriebs | € |
| HK, SK | Herstellkosten, Selbstkosten | € |
| VwGK, VtGK | Verwaltungs-, Vertriebsgemeinkosten | € |
| Bp, Bi | Plan-, Ist-Beschäftigung | Stk/Std |
1. Zuschlagskalkulation
🔢 Beispiel: MGK = 200 € × 20 % = 40 € · MK = 200 € + 40 € = 240 € 🔢 Beispiel: FGK = 300 € × 150 % = 450 € · FK = 300 € + 450 € + 50 € (SEK-F) = 800 € 🔢 Beispiel: HK = 240 € + 800 € = 1.040 € 🔢 Beispiel: VwGK = 1.040 € × 10 % = 104 € · VtGK = 1.040 € × 5 % = 52 € 🔢 Beispiel: SK = 1.040 € + 104 € + 52 € + 6 € (SEK-V) = 1.202 € 🔢 Beispiel: Barverkaufspreis = 1.202 € × (1 + 10 %) = 1.202 € × 1,10 = 1.322,20 €
Rückwärts (im Hundert — Kunde zieht vom höheren Preis ab):
🔢 Beispiel: Zielverkaufspreis = 1.322,20 € ÷ (1 − 2 %) = 1.322,20 € ÷ 0,98 = 1.349,18 € · Listenverkaufspreis = 1.349,18 € ÷ (1 − 10 %) = 1.349,18 € ÷ 0,90 = 1.499,09 €
Weiter bis zum Angebotspreis (falls Privatkunde / USt gefragt):
🔢 Beispiel: Nettoangebotspreis = 1.499,09 € + 20 € (Versand) = 1.519,09 € 🔢 Beispiel: Bruttoangebotspreis = 1.519,09 € × (1 + 19 %) = 1.519,09 € × 1,19 = 1.807,72 €
Gewerbekunde → oft nur bis Nettoangebotspreis gefragt (keine USt). Privatkunde → bis Brutto rechnen.
Fehlenden Zuschlagssatz rückrechnen: Zuschlagssatz = Zuschlagsbetrag ÷ zugehörige Basis.
🔢 Beispiel: zMGK = MGK 40 € ÷ MEK 200 € = 0,20 = 20 % Umsatzrendite (Nachkalkulation): G ÷ Netto-Erlös; Netto-Erlös = Bruttorechnung ÷ (1 + USt). 🔢 Beispiel: Netto-Erlös = 1.428 € ÷ 1,19 = 1.200 € · Umsatzrendite = G 120 € ÷ 1.200 € = 10 %
2. Kosten- & Erfolgsgrößen · Break-Even
🔢 Beispiel: E = 25 €/Stk × 4.000 Stk = 100.000 € · K = 45.000 € + 9 €/Stk × 4.000 Stk = 81.000 € · G = 100.000 € − 81.000 € = 19.000 € 🔢 Beispiel: db = 25 € − 9 € = 16 €/Stk · DB = 16 €/Stk × 4.000 Stk = 64.000 € · gs = 19.000 € ÷ 4.000 Stk = 4,75 €/Stk · ks = 81.000 € ÷ 4.000 Stk = 20,25 €/Stk 🔢 Beispiel: W = 100.000 € ÷ 81.000 € = 1,235 · R = 19.000 € ÷ 81.000 € = 0,235 (23,5 %) · Z = 19.000 € ÷ 20.000 € (Ziel) = 0,95 (95 %) 🔢 Beispiel: 1 + 0,235 = 1,235 = W ✓
Break-Even (Gewinnschwelle):
🔢 Beispiel: xBE = 45.000 € ÷ 16 €/Stk = 2.813 Stück · xZiel = (45.000 € + 20.000 €) ÷ 16 €/Stk = 4.063 Stück 🔢 Beispiel: Sicherheitsstrecke = 4.000 − 2.813 = 1.187 Stück · Sicherheitskoeffizient = 1.187 ÷ 4.000 = 0,297 (29,7 %)
Merke: W = Verhältniszahl (z. B. 1,07), NICHT in %. R = G/K (Gewinn ÷ Kosten), NICHT Umsatzrendite G/E. Synonyme (Rohleders b)-Fragen): db = Deckungsspanne · W = Effizienz · Z = Effektivität.
Preisuntergrenzen (Merksatz — Preise selbst sind nicht kalkulierbar, nur Untergrenzen):
Kurzfristige Preisuntergrenze = variable Kosten/Grenzkosten je Stück (Betriebsminimum) — solange gedeckt, ist DB ≥ 0 und ein Zusatzauftrag lohnt sich noch. 🔢 Beispiel: kurzfr. PUG = kv = 9 €/Stück (darunter ist der Stück-DB negativ) Langfristige Preisuntergrenze = Vollkosten/Selbstkosten je Stück inkl. angemessenem (kalkulatorischem) Normalgewinn — dieser Normalgewinn steckt bereits in den kalkulatorischen Kosten (kalk. Unternehmerlohn + kalk. Zinsen = Normalverzinsung), deshalb Rohleders Wortlaut „Vollkosten + angemessener Gewinn". Ein darüber hinausgehender Gewinnaufschlag gehört zum Angebotspreis, nicht zur Untergrenze; wird dauerhaft unterhalb der Vollkosten verkauft, geht das Unternehmen langfristig unter. 🔢 Beispiel: langfr. PUG = ks = 20,25 €/Stück (Vollkosten je Stück, Normalgewinn steckt schon in den kalk. Kosten)
3. Divisionskalkulation
Addierend (Einheit bleibt gleich, z. B. Liter → Liter):
🔢 Beispiel: k = 30.000 €/10.000 l + 20.000 €/10.000 l + 5.000 €/10.000 l = 3 + 2 + 0,50 = 5,50 €/l
Durchwälzend / mehrstufig (Einheit wechselt, z. B. 15 Teile → 1 Endprodukt):
🔢 Beispiel: ki = 2 €/Teil × 15 Teile/Stk + 30.000 €/1.000 Stk = 30 + 30 = 60 €/Stück
Ki = allein der Stufe i zurechenbare Kosten · xi = Durchsatzmenge der Stufe · f = Umrechnungsfaktor (Vorprodukte je Endprodukt).
4. Äquivalenzziffernkalkulation
🔢 Beispiel: RE = 1.000·1,0 + 2.000·1,5 + 500·0,8 = 1.000 + 3.000 + 400 = 4.400 RE · Kosten je RE = 88.000 € ÷ 4.400 RE = 20 €/RE 🔢 Beispiel: Stückkosten Sorte B = 20 €/RE × 1,5 = 30 €/Stück
5. Maschinenstundensatz
🔢 Beispiel: MStd-Satz = 60.000 €/Jahr ÷ 1.500 h/Jahr = 40 €/Maschinenstunde
Maschinenabhängig: kalk. Abschreibung + kalk. Zinsen + Raum + Energie + Instandhaltung. Fertigungslohn und Rest-FGK laufen separat über den Restgemeinkosten-Zuschlag.
6. BAB / Zuschlagssätze
🔢 Beispiel: zMGK = 40.000 € (MGK) ÷ 200.000 € (MEK) × 100 % = 20 %
Basis: MGK auf MEK · FGK auf FEK · VwGK und VtGK auf HK. Verteilungsschlüssel: alle Beträge durch ihren größten gemeinsamen Teiler → Verhältnis A : B : C (glatte ganze Zahlen). Summenprobe: verteilte Beträge zusammen = Ausgangssumme.
🔢 Beispiel: 3.000 € : 6.000 € : 9.000 € ÷ ggT 3.000 → 1 : 2 : 3 · Summenprobe: 3.000 + 6.000 + 9.000 = 18.000 € = Ausgangssumme ✓
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (Hilfskostenstellen tauschen Leistungen in physischen Einheiten, z. B. kWh, Std):
🔢 Beispiel: q = 10.000 € ÷ 5.000 kWh = 2 €/kWh
Stufenleiterverfahren (einseitig, wie beim BAB): Hilfsstelle ohne Empfang zuerst vollständig verteilen (q = eigene primäre Kosten ÷ abgegebene Menge); die nächste Hilfsstelle rechnet ihre Summe = eigene primäre Kosten + empfangener Anteil der ersten, geteilt durch ihre eigene abgegebene Menge. Nie zurück an eine schon verrechnete Stelle.
🔢 Beispiel: Stelle 1: q₁ = 10.000 € ÷ 5.000 kWh = 2 €/kWh · Stelle 2 empfängt 1.000 kWh → Wert 2.000 €; q₂ = (8.000 € primär + 2.000 €) ÷ 2.000 Std = 5 €/Std
Gleichungsverfahren (exakt, wechselseitig): je Hilfsstelle eine Unbekannte q einführen. Je Hilfsstelle eine Gleichung: Mengegesamt · q = eigene primäre GK + Wert der von der anderen Hilfsstelle bezogenen Menge. Gleichungssystem lösen (Einsetzverfahren), danach nur die an Hauptstellen gelieferten Mengen mit q bewerten.
🔢 Beispiel: 1.000·qA = 8.000 € + 250·qB ∧ 1.000·qB = 6.000 € + 200·qA → einsetzen ergibt qA = 10 €/Einh., qB = 8 €/Einh.
Genauigkeits-Rangfolge: Anbauverfahren (ignoriert Austausch) < Stufenleiterverfahren (einseitig) < Gleichungsverfahren (wechselseitig exakt) — Kostensumme bleibt bei allen drei gleich, nur die Verteilung weicht ab.
7. Deckungsbeitragsrechnung · Engpass
🔢 Beispiel: DBgesamt = 16 €·4.000 (A) + 10 €·2.000 (B) = 64.000 + 20.000 = 84.000 € · BE = 84.000 € − 45.000 € (Kf) = 39.000 €
Bei einem Engpass — relativer Deckungsbeitrag:
🔢 Beispiel: dbrel = 16 €/Stk ÷ 2 h/Stk = 8 €/Engpassstunde
Produktrangfolge nach dbrel (nicht nach absolutem db!). Nur EIN Engpass rechenbar.
Mehrstufige DBR (Fixkostenstufen):
🔢 Beispiel: DB I = 100.000 − 36.000 = 64.000 € → DB II = 64.000 − 10.000 = 54.000 € → DB III = 54.000 − 15.000 = 39.000 € → BE = 39.000 − 20.000 = 19.000 €
Produktelimination: neues BE = altes BE − wegfallender Deckungsbeitrag (nur variable Kosten fallen weg, Fixkosten bleiben!).
🔢 Beispiel: neues BE = 39.000 € (alt) − 20.000 € (DB von B fällt weg) = 19.000 €
8. Kostenauflösung (Kostenspaltung)
Zwei-Punkte- / Hoch-Tief-Verfahren:
🔢 Beispiel: kv = (24.000 € − 15.000 €) ÷ (2.000 − 1.000 Stk) = 9.000 ÷ 1.000 = 9 €/Stk · Kf = 15.000 € − 9 €·1.000 Stk = 6.000 €
Danach Prognose: .
🔢 Beispiel: K(3.000 Stk) = 6.000 € + 9 €/Stk × 3.000 Stk = 33.000 € Bei Bestimmtheitsmaß R² unter ~⅔ nicht mit Steigung rechnen, sondern Durchschnittswert nehmen (Rohleder-Hinweis). Excel: variable Stückkosten =
STEIGUNG(…), Fixkosten =ACHSENABSCHNITT(…), R² =BESTIMMTHEITSMASS(…).
Reagibilitätsgrad (buchtechnisch-statistische Methode, Alternative zum Zwei-Punkte-Verfahren; geringe, aber vorhandene Prüfungsrelevanz):
🔢 Beispiel: z = +6 % (Kosten) ÷ +10 % (Beschäftigung) = 0,6 → unterproportional (Mischkosten)
z = 0 → rein fix · z = 1 → rein proportional · 0 < z < 1 → unterproportional (Mischkosten, überwiegend fix). Der gesamte €-Kostenzuwachs stammt allein aus dem variablen Anteil: , danach und .
🔢 Beispiel: Kv,alt = ΔK 900 € ÷ 0,10 = 9.000 € · Kf = 15.000 € − 9.000 € = 6.000 € · kv = 9.000 € ÷ 1.000 Stk = 9 €/Stk
Kostenfunktionen höheren Grades (Grenzkosten, Stückkosten, Gewinnmaximum)
Nicht jede Kostenfunktion ist linear — auch Polynome wie können drankommen (U05-Aufgabentyp „Kostenverlauf analysieren“):
🔢 Beispiel: K(0) = 0² + 3·0 + 9 = 9 → Kf = 9 🔢 Beispiel: K'(x) = 2x + 3 → K'(5) = 2·5 + 3 = 13 🔢 Beispiel: k(3) = (3² + 3·3 + 9) ÷ 3 = 27 ÷ 3 = 9 🔢 Beispiel: K(5) − K(4) = 49 − 37 = 12 (Grenzkosten des 5. Stücks; K'(5) = 13 ist nur die stetige Näherung)
Verlaufstypen an ablesen: steigt mit x → progressiv/überproportional · fällt → degressiv/unterproportional · konstant → linear/proportional.
🔢 Beispiel: E(x) = 20x → G(x) = 20x − (x² + 3x + 9) = −x² + 17x − 9 🔢 Beispiel: G'(x) = −2x + 17 = 0 → x = 8,5 (bzw. E' = K': 20 = 2x + 3 → x = 8,5)
Gibt es kein inneres Maximum (z. B. E(x) linear mit konstant positivem db, kein Höckerpunkt), liegt das Gewinnmaximum an der Kapazitätsgrenze (Rand des Definitionsbereichs) — dort wird nicht abgeleitet, sondern die Grenzmenge eingesetzt.
Merke: (Tangente/Momentanwert) und (echter diskreter Zuwachs) sind bei linearen Funktionen identisch, bei gekrümmten (nichtlinearen) Funktionen unterschiedlich — bei „Grenzkosten für das n-te Stück“ ist der Differenzenquotient der exakte Wert, nur die stetige Näherung.
9. Flexible Plankostenrechnung
🔢 Beispiel: kpv = 40.000 €/1.000 Std = 40 €/Std · kpf = 20.000 €/1.000 Std = 20 €/Std · kp = 60.000 €/1.000 Std = 60 €/Std = 40 + 20 ✓ 🔢 Beispiel: Kp = 40.000 € + 20.000 € = 60.000 € · verrechnete Plankosten = 60 €/Std × 800 Std (Bi) = 48.000 € 🔢 Beispiel: Ksoll = 20.000 € + 40 €/Std × 800 Std = 20.000 + 32.000 = 52.000 € 🔢 Beispiel: Verbrauchsabw. = 55.000 € (Kist) − 52.000 € = 3.000 € (ungünstig) · Beschäftigungsabw. = 52.000 € − 48.000 € = 4.000 € (ungünstig) 🔢 Beispiel: Gesamtabw. = 55.000 € − 48.000 € = 7.000 € = 3.000 € + 4.000 € ✓ 🔢 Beispiel: Beschäftigungsgrad = 800 Std ÷ 1.000 Std × 100 % = 80 %
Leerkosten / Nutzkosten (Aufteilung der fixen Plankosten bei Unterbeschäftigung):
🔢 Beispiel: Nutzkosten = 20 €/Std × 800 Std = 16.000 € · Leerkosten = 20.000 € − 16.000 € = 4.000 € Nutzkosten = Fixkosten der genutzten Kapazität, Leerkosten = Fixkosten der ungenutzten Kapazität (nur bei Bi < Bp relevant; bei Überbeschäftigung gibt es keine Leerkosten, da Nutzkosten > Kpf).
Drei verschiedene Größen: Plankosten (bei Bp) ≠ Sollkosten (bei Bi, Fix bleibt fix) ≠ verrechnete Plankosten (bei Bi, Fix proportionalisiert). Vorzeichen: + = ungünstig, − = günstig — immer „günstig/ungünstig" dazuschreiben.
Starre Plankostenrechnung (Gegenbegriff zur flexiblen): rechnet mit einem Verrechnungssatz
Kp/Bpohne Fix/Variabel-Trennung — Fixkosten werden wie variable Kosten behandelt. Dadurch lässt sich keine Beschäftigungsabweichung von einer Verbrauchsabweichung trennen, also keine wirtschaftliche Aussage über Ursachen treffen. Nur die flexible Plankostenrechnung (diese Formeln) trennt beide Effekte.
10. UKV vs. GKV (kurzfristige Erfolgsrechnung)
🔢 Beispiel: BEGKV = 100.000 € + 15.000 € (Bestand +1.000 Stk·15 €) − 81.000 € (75.000 HK-Prod + 4.000 VwK + 2.000 VtK) = 34.000 € 🔢 Beispiel: BEUKV = 100.000 € − 60.000 € (4.000 Stk·15 €) − 4.000 € − 2.000 € = 34.000 € (= BEGKV ✓)
Beide liefern dasselbe BE. HK/Stück = HK-Produktion ÷ Produktionsmenge — damit werden Bestand UND Umsatz bewertet. Bestandsveränderung = Produktion − Absatz.
🔢 Beispiel: HK/Stück = 75.000 € ÷ 5.000 Stk = 15 €/Stk · Bestandsveränderung = 5.000 − 4.000 = +1.000 Stk
11. Kalkulatorische Kosten
Abschreibung (linear):
🔢 Beispiel: kalk. AfA = 60.000 € (WBW) ÷ 10 Jahre = 6.000 €/Jahr
Zinsen — Durchschnittsmethode (üblich): auf das durchschnittlich gebundene Kapital.
🔢 Beispiel: kalk. Zinsen = (50.000 € + 10.000 €) ÷ 2 × 8 % = 30.000 € × 0,08 = 2.400 €/Jahr
Nur bei Restwert = 0 vereinfacht sich das zu Anschaffungswert ÷ 2 · i. Bei gegebenem Restwert IMMER die volle Formel nehmen.
🔢 Beispiel (RW = 0): 50.000 € ÷ 2 × 8 % = 25.000 € × 0,08 = 2.000 €/Jahr
Zinsen — Restwertmethode: je Jahr auf den jeweiligen Restbuchwert · i (fällt über die Jahre).
🔢 Beispiel: Jahr 1: 50.000 € × 8 % = 4.000 € · Jahr 2: 40.000 € × 8 % = 3.200 € (fällt jährlich)
Wagnisse:
🔢 Beispiel: (3.000 + 5.000 + 4.000) € ÷ (400.000 + 500.000 + 600.000) € × 100 % = 12.000 € ÷ 1.500.000 € × 100 % = 0,8 %
Summe der Verluste ÷ Summe der Bezugsgrößen (umsatzgewichtet) — NICHT das einfache Mittel der Einzeljahres-Quoten.
intern = Wiederbeschaffungswert (nur bei der AfA-Basis; die Zins-Basis oben bleibt der Anschaffungswert). kalk. Zinsen = Opportunität des Eigenkapitals (nicht Fremdkapitalzins).
12. Kuppelkalkulation (nur Konzept — laut Rohleder NICHT gerechnet)
Erkennungszeichen: „Kuppelprodukte“ — aus einem einzigen, technisch untrennbaren Prozess entstehen zwangsläufig mehrere Produkte gleichzeitig (z. B. Kokerei: Koks + Gas + Teer).
- Restwert-/Subtraktionsmethode: ein Hauptprodukt trägt alle gemeinsamen Kuppelkosten, abzüglich der Nettoerlöse (Marktpreis − Weiterverarbeitungskosten) der Nebenprodukte. Passt, wenn ein Produkt klar dominiert.
🔢 Beispiel: Kuppelkosten 100.000 € − Nettoerlös Nebenprodukt 10.000 € = 90.000 € trägt das Hauptprodukt
- Verteilungs-/Marktwertmethode: kein Produkt dominiert; die Kuppelkosten werden nach dem Verhältnis der Marktwerte (Menge × Preis) auf alle Produkte verteilt.
🔢 Beispiel: Marktwerte A 60.000 € : B 40.000 € = 60 : 40 → von 100.000 € Kuppelkosten: A 60.000 €, B 40.000 €
Rohleder ausdrücklich: „Ich habe das noch nie abgeprüft. Ich werde das auch in Zukunft nicht abprüfen." Nur Konzeptwissen (dass es diese Verfahren gibt + der grobe Unterschied), keine eigene Rechnung in der Klausur nötig — keine Zeit investieren.