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🔢 Division · DB · BAB/Stufenleiter

KOLE — Kosten- & Leistungsrechnung · Prof. Rohleder · 80 P / 80 min / 7 Aufgaben

Farb-Legende (gilt überall gleich): Material · Fertigung · Verwaltung/Vertrieb · Sondereinzelkosten · Herstell-/Selbstkosten · Einzelkosten · Gemeinkosten · Fixkosten · variable Kosten · Deckungsbeitrag

Divisionskalkulation · mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung · BAB / Stufenleiterverfahren

Fach: Internes Rechnungswesen / Kosten- und Leistungsrechnung (KOLE) — Prof. Rohleder, TH Bingen Themen: (A) Mehrstufige Divisionskalkulation · (B) Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung & Produktionsprogramm · (C) BAB im Stufenleiterverfahren



A — Mehrstufige Divisionskalkulation

Divisionskalkulation — Grundidee & Formeln

Die Divisionskalkulation teilt die Gesamtkosten durch die Menge. Sie passt nur bei Einprodukt-/Massenfertigung (ein homogenes Erzeugnis, z. B. Wein, Zement, Strom).

Warum mehrstufig? Läuft die Produktion über mehrere hintereinandergeschaltete Stufen (Keltern → Lagern → Abfüllen → Verkauf; oder Zuschnitt → Nähen → Füllen), und ist die Durchlaufmenge je Stufe unterschiedlich (Schwund, Ausschuss, Bestandsaufbau, oder mehrere Vorprodukte gehen in ein Endprodukt), dann darf man nicht mehr einfach „Gesamtkosten ÷ Endmenge“ rechnen. Jede Stufe bekommt ihre eigene Bezugsmenge.

Verwendete Symbole

Zeichen Bedeutung
Ki Allein der Stufe i zurechenbare Kosten (Ei)
xi Auf Stufe i durchgesetzte (Zwischen-)Produktmenge
ki Stückkosten nach Stufe i (kumuliert)
f Umrechnungsfaktor (Vorprodukte je Endprodukt, z. B. 15 Teile/Krokodil)

Zwei Rechenlogiken

1) Addierende Divisionskalkulation (gleiche Mengeneinheit auf allen Stufen, z. B. Liter → Liter):

kEndstufe=K1x1+K2x2+K3x3+k_{Endstufe} = \frac{K_1}{x_1} + \frac{K_2}{x_2} + \frac{K_3}{x_3} + \ldots Jede Stufenkostenart wird durch die Menge ihrer Stufe geteilt, dann aufsummiert. Sinkt die Durchlaufmenge, steigt automatisch der Stückkosten-Beitrag dieser Stufe (Schwund/Ausbeute-Effekt).

2) Durchwälzende (mehrstufige) Divisionskalkulation (Mengeneinheit wechselt, z. B. 15 Einzelteile werden zu 1 Krokodil):

Stufe i:ki=ki1fi+Kixi\text{Stufe } i: \quad k_i = k_{i-1} \cdot f_i + \frac{K_i}{x_i} Die Stückkosten der Vorstufe werden mit dem Umrechnungsfaktor auf die neue Einheit „durchgewälzt“ und um die eigenen Stufenkosten erhöht.

Ausbeute/Schwund merken: Verluste (Trub, Verdunstung, Bruch) verringern die Bezugsmenge einer Stufe → die Stückkosten dieser Stufe steigen, weil dieselben Kosten auf weniger gute Einheiten verteilt werden. Schwund ist also keine eigene Kostenart, sondern erhöht die Kosten der überlebenden Einheiten.


Winzerin Grauburgunder — voll durchgerechnet

Stufe Menge Stufenkosten Ki
1 Keltern gekeltert 15.000 L 17.500,00 €
2 Lagern eingelagert 13.800 L 5.000,00 €
3 Abfüllen abgefüllt 8.000 L (nach 4 % Schwund im Lager + Rest bleibt für spätere Reife) 12.500,00 €
4 Verkauf Absatz 6.000 L 1.200,00 €

Weil das Endprodukt durchgehend Liter Wein ist (kein Einheitenwechsel), ist die addierende Divisionskalkulation der richtige Weg: jede Stufe durch ihre eigene Menge.

Gefragt: a) Was kostet ein Liter Grauburgunder einschließlich Verkauf? (8 P.) · b) Bewerten Sie den gelagerten Grauburgunder. (6 P.) · c) Wie ändert sich die Kalkulation, wenn beim Abfüllen ein Schlauch platzt und 1.000 L verloren gehen? (2 P.) · d) Üben Sie grundsätzliche Kritik an dieser Kalkulation. (2 P.)

a) Was kostet ein Liter Grauburgunder einschl. Verkauf?

Stufe Rechnung Stückkosten-Beitrag
1 Keltern 17.500,00 € ÷ 15.000 L 1,17 €/L
2 Lagern 5.000,00 € ÷ 13.800 L 0,36 €/L
3 Abfüllen 12.500,00 € ÷ 8.000 L 1,56 €/L
4 Verkauf 1.200,00 € ÷ 6.000 L 0,20 €/L
Summe 3,29 €/L

Exakt: 1,166667 + 0,362319 + 1,562500 + 0,200000 = 3,29 €/L (3,2915 €/L).

Ergebnis a): Ein verkaufsfertiger Liter Grauburgunder kostet 3,29 €/L (inkl. Vertrieb).

b) Bewerten Sie den gelagerten Grauburgunder!

Der „gelagerte“ Wein hat nur die Stufen Keltern + Lagern durchlaufen (noch nicht abgefüllt/vertrieben). Sein Wert je Liter = kumulierte Herstellkosten bis nach Stufe 2:

kLager=17.500,0015.000+5.000,0013.800=1,17+0,36=1,53€/L(exakt 1,528986€/L)k_{Lager} = \frac{17.500{,}00}{15.000} + \frac{5.000{,}00}{13.800} = 1{,}17 + 0{,}36 = 1{,}53\ \text{€/L} \quad (\text{exakt } 1{,}528986\ \text{€/L})

Menge, die noch im Lager liegt (nicht abgefüllt):

Position Menge
eingelagert 13.800 L
− Schwund 4 % (0,04 · 13.800) −552 L
= gutes Lagergut 13.248 L
− bereits abgefüllt −8.000 L
= Restbestand Lager 5.248 L

Wert des Lagerbestands: 5.248 L · 1,53 €/L = 8.029,44 € (mit exaktem 1,528986 €/L: 8.024,12 €).

c) Wie ändert sich die Kalkulation, wenn bei der Abfüllung ein Schlauch platzt und 1.000 L verloren gehen?

Der Verlust trifft Stufe 3 (Abfüllen): die gute Abfüllmenge sinkt von 8.000 L auf 7.000 L. Die Abfüllkosten bleiben 12.500,00 €, verteilen sich aber auf weniger Liter → Stückkosten der Stufe steigen:

Stufe vorher nachher (Schlauchbruch)
3 Abfüllen 12.500,00 €/8.000 L = 1,56 €/L 12.500,00 €/7.000 L = 1,79 €/L

Neue Vollkosten je Liter (Stufen 1, 2, 4 unverändert):

1,166667+0,362319+1,785714+0,200000=3,51€/L(exakt 3,5147€/L)1{,}166667 + 0{,}362319 + 1{,}785714 + 0{,}200000 = 3{,}51\ \text{€/L} \quad (\text{exakt } 3{,}5147\ \text{€/L}) (Mit den gerundeten Anzeigewerten 1,17 + 0,36 + 1,79 + 0,20 ergäbe sich augenscheinlich 3,52 € — das ist nur eine Zwischenrundungsdifferenz; korrekt ist der aus den ungerundeten Stufenwerten gebildete Wert 3,51 €/L.)

Ergebnis c): Die Selbstkosten steigen von 3,29 €/L auf 3,51 €/L (+ 0,22 €/L). Der Verlust ist keine zusätzliche Kostenart, sondern verteuert über die kleinere Ausbeute die verbleibenden Liter.

[Annahme] Die Absatzmenge bleibt 6.000 L, weil auch nach dem Verlust noch 7.000 L ≥ 6.000 L abgefüllt sind → Verkaufsstufe unverändert (÷ 6.000 L).

d) Grundsätzliche Kritik an dieser Kalkulation

  • Vollkostencharakter: fixe und variable Kosten werden nicht getrennt → bei Beschäftigungsschwankungen falsche Stückkosten, keine Grundlage für kurzfristige Entscheidungen.
  • Durchschnittsprinzip: alle Liter gleich teuer, obwohl der später (reifer) abgefüllte Wein einen höheren Wert/Verkaufspreis hat → Wertunterschiede bleiben unsichtbar.
  • Bestands-/Periodenabgrenzung: die Kosten werden auf die aktuell abgefüllte bzw. verkaufte Menge bezogen, obwohl ein Teil noch als Bestand lagert → Bewertung des zurückbehaltenen Weins nur grob möglich.
  • Schwund nicht als Treiber ausgewiesen: Verluste erhöhen stillschweigend die Stückkosten, statt als eigene Größe gesteuert zu werden.
  • Keine verursachungsgerechte Zurechnung: nur pauschale Stufenkosten, keine Kostenträger-Einzelkosten.

ACME Plüsch-Krokodile — mit Handschrift-Gegenprobe

Stufe i Menge xi Stufenkosten Ei
1 Zuschnitt 22.500 Stück (Einzelteile) 42.000,00 €
2 Nähen 1.500 Stück (Krokodile) 10.000,00 €
3 Füllen 1.500 Stück (Krokodile) 5.000,00 €

Umrechnung Stufe 1 → 2: 22.500 Teile ÷ 15 = 1.500 Krokodile, also f = 15 Teile/Krokodil.

Gefragt: Ermitteln Sie die Herstellkosten je Krokodil mittels durchwälzender (mehrstufiger) Divisionskalkulation über die drei Stufen Zuschnitt, Nähen und Füllen. (6 P.)

Rechenweg (exakt)

Stufe Formel Rechnung Ergebnis
I Zuschnitt E1 / x1 42.000,00 €/22.500 Teile 1,87 €/Teil (1,8667)
II Nähen k1·15 + E2/x2 1,8667·15 + 10.000,00 €/1.500 28,00 + 6,67 = 34,67 €/Krok.
III Füllen k2 + E3/x3 34,67 + 5.000,00 €/1.500 34,67 + 3,33 = 38,00 €/Krok.

Ergebnis: Die Herstellkosten je Krokodil betragen 38,00 €/Stück.

Handschrift-Gegenprobe (Original-Lösung im Bild)

Die handschriftliche Klausurlösung rechnet mit dem gerundeten Stufenwert 1,87 €/Teil weiter (Zwischenrundung je Stufe):

Stufe Handschrift Wert
I 42.000/22.500 1,87 €/Teil
II 1,87·15 + 6,67 = 28,05 + 6,67 34,72 €/Krok.
III 34,72 + 3,33 38,05 €/Krok.

Abweichung benennen: Die Handschrift kommt auf 38,05 € statt 38,00 €. Ursache ist ausschließlich die Zwischenrundung (1,87 statt 1,8667 als Basis für ×15: 1,87·15 = 28,05 vs. exakt 28,00). Rechnet man mit den ungerundeten Werten durch und rundet erst am Ende, ist das saubere Ergebnis 38,00 €/Krokodil. Beide Wege sind vertretbar; für Rohleder am besten einmal exakt durchrechnen, erst zum Schluss auf 2 Nachkommastellen runden und die 0,05-€-Differenz kennen.


Typische Fallen — Divisionskalkulation

  • Falsche Bezugsmenge je Stufe: jede Stufe durch ihre eigene Durchlaufmenge teilen, nicht durchgängig durch die Endmenge.
  • Einheitenwechsel übersehen: Wenn mehrere Vorprodukte in ein Endprodukt gehen (15 Teile → 1 Krokodil), muss der Vorstufen-Stückwert mit dem Faktor f multipliziert werden (durchwälzend), nicht nur addiert.
  • Zwischenrundung: möglichst ungerundet durchrechnen; sonst entstehen Cent-Abweichungen (siehe 38,00 vs. 38,05 €).
  • Schwund doppelt oder gar nicht zählen: Schwund senkt die Bezugsmenge (→ höhere Stückkosten). Nicht zusätzlich als eigene Kostenposition addieren.
  • Bestand vs. Absatz verwechseln: für die Bewertung von Lagergut nur die bis dahin angefallenen Stufenkosten ansetzen (nicht Abfüllen/Vertrieb).


B — Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung & Produktionsprogramm

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung — Grundidee & Formeln

Die Deckungsbeitragsrechnung (DBR) ist eine Teilkostenrechnung: sie zieht von den Erlösen zunächst nur die variablen Kosten ab. Der Rest ist der Deckungsbeitrag (DB) — er muss die Fixkosten „decken“, der Überschuss ist Gewinn.

Erlös704.000 − var. K.330.700 = DB373.300 − Fixk.332.660 Betriebs-ergebnis40.640
Der Deckungsbeitrag deckt zuerst die Fixkosten. Erlös − variable Kosten = DB. Erst wenn der DB die gesamten Fixkosten übersteigt, bleibt ein positives Betriebsergebnis. Deshalb steuert man das Produktionsprogramm über den DB (bzw. bei Engpass den relativen DB je Engpasseinheit) — nicht über den Vollkosten-Gewinn. (Zahlen aus Aufgabe B.4, Betriebsergebnis 40.640 €.)

Grundgrößen der Deckungsbeitragsrechnung

Größe Formel
Stück-DB db = Preis p − variable Stückkosten kv
Gesamt-DB je Produkt DB = Erlös − variable Kosten (= db · Menge)
Betriebsergebnis Σ DB − gesamte Fixkosten

Relativer DB (DB je Engpasseinheit) — für das optimale Programm bei Engpass

Reicht eine knappe Ressource (Maschinenstunden, Material) nicht für alle Produkte, entscheidet nicht der absolute Stück-DB, sondern der DB pro Einheit des Engpasses:

relativer DB=Stück-DBVerbrauch der Engpassressource je Stück\text{relativer DB} = \frac{\text{Stück-DB}}{\text{Verbrauch der Engpassressource je Stück}} Das Produkt mit dem höchsten relativen DB wird zuerst gefertigt (Engpass zuerst mit dem „lukrativsten pro Engpassminute“ belegen). In den beiden Klausuraufgaben unten ist kein Engpass gegeben → die Reihenfolge ergibt sich aus dem (Gesamt-)DB bzw. dem stufenweisen DB.

Gegen Rohleders offiziellen Lösungsvorschlag verifiziert (U04 Aufgabe 3 „Produktionsprogrammplanung“). Rohleders Engpass-Rechnung bestätigt genau diese Methode: relativer Stück-DB = Stück-DB ÷ Engpassverbrauch je Stück (U04: Granulat-Engpass, dbrel P1 = 25/7 = 3,57 · P2 = 29/5 = 5,80 · P3 = 22/12,5 = 1,76 · P4 = 12/4 = 3,00 €/kg), Belegung der knappen Ressource in der Reihenfolge des höchsten relativen DB, Grenzprodukt anteilig, dann Betriebsergebnis = Σ Produktdeckungsbeiträge − Fixkosten. Vor allem bestätigt U04 A3 den Lernpunkt, dass der relative DB den absoluten Stück-DB schlägt: Programm nach Stück-DB → Programmdeckungsbeitrag 37.328 € (Betriebsergebnis 7.328 €), Programm nach relativem Stück-DB → 40.800 € (Betriebsergebnis 10.800 €).

Fixkostenstufen (mehrstufige / stufenweise Fixkostendeckung)

Der Clou der mehrstufigen DBR: die Fixkosten werden nicht in einen Topf geworfen, sondern nach Zurechenbarkeit in Schichten abgezogen:

Schritt Bedeutung
Erlöse
− variable Kosten
= DB I Brutto-DB je Produkt
− Erzeugnisfixkosten nur diesem Produkt zurechenbar
= DB II Produkt-DB
− Erzeugnisgruppenfixkosten nur der Produktgruppe zurechenbar
= DB III Gruppen-DB
− Unternehmensfixkosten nicht zurechenbar, Rest
= Betriebsergebnis

Kernaussage für die Programmentscheidung: Ein Produkt kann nach DB I ganz vorne liegen, aber hohe eigene Fixkosten tragen — dann fällt es nach DB II zurück. Erst die stufenweise Betrachtung zeigt die „echte“ Rangfolge.

Gegen Rohleders offiziellen Lösungsvorschlag verifiziert (U14 Aufgabe 1). Rohleders Schichtung ist identisch: DB I = Erlöse − variable Kosten → − erzeugnisfixe Kosten = DB II → − erzeugnisgruppenfixe Kosten = DB III → − unternehmensfixe Kosten = Betriebsergebnis. Die Programm-/Rangfolge-Entscheidung trifft er nach DB II (bzw. Stück-DB II), nicht nach dem Vollkosten-Betriebsergebnis — genau der Lernpunkt dieses Kapitels. Bestätigt ist auch die Kontrolle Σ DB I − Σ Fixkosten = Erlöse − Selbstkosten (U14 A1: Betriebsergebnis 20.000 € durchgängig) sowie, dass die Vollkostensicht (Elimination von Produkt 2) in die Irre führt.


3 Produkte — mit Handschrift-Gegenprobe

Produkt 1 2 3 Summe
Erlöse (€) 700.000 608.000 2.200.000 3.508.000
Stückzahl 2.500 1.600 800 4.900
Selbstkosten (€) 644.500 503.500 2.176.000 3.324.000
variable Kosten (€) 450.000 384.000 2.040.000 2.874.000

Fixkosten: Erzeugnisfix 150.000 / 75.000 / 100.000 (Σ 325.000) · Erzeugnisgruppenfix 35.000 für Gruppe {P1,P2}, 0 für P3 (Σ 35.000) · Unternehmensfix 90.000 · Fixkosten gesamt 450.000. (Kontrolle: 325.000 + 35.000 + 90.000 = 450.000 ✓; und Selbstkosten − variable Kosten = 3.324.000 − 2.874.000 = 450.000 ✓.)

Gefragt: a) Warum sind die erzeugnisgruppenfixen Kosten von Produkt 3 immer null? (2 P.) · b) Ermitteln Sie das Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung (einstufiger DB). (3 P.) · c) Ermitteln Sie das Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. (8 P.)

a) Warum sind die erzeugnisgruppenfixen Kosten von Produkt 3 immer null?

Handschrift (Original): Produkt 3 ist als einziges Produkt in seiner Gruppe. Kosten, die „die Gruppe“ betreffen, betreffen damit automatisch nur dieses eine Produkt — sie sind also bereits Erzeugnisfixkosten (Produktfixkosten). Eine separate Gruppenschicht gibt es nicht → erzeugnisgruppenfix = 0,00 €.

b) Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung

Einstufig: DB = Erlös − variable Kosten (Handschrift-Werte):

Produkt Erlös − var. Kosten DB (gesamt) Stück-DB (Kontrolle)
P1 700.000 − 450.000 250.000,00 € 250.000/2.500 = 100,00 €/St
P2 608.000 − 384.000 224.000,00 € 224.000/1.600 = 140,00 €/St
P3 2.200.000 − 2.040.000 160.000,00 € 160.000/800 = 200,00 €/St

Ergebnis b) (Handschrift): Rangfolge nach Gesamt-DB: P1 → P2 → P3.

Achtung / Lernpunkt: Nach dem Stück-DB wäre die Reihenfolge genau umgekehrt (P3 200 € > P2 140 € > P1 100 €). Die Klausurlösung rangiert hier nach dem absoluten Gesamt-DB (P1;P2;P3). Wenn keine Kapazität/kein Engpass vorgegeben ist, immer dazuschreiben, worauf sich die Rangfolge bezieht.

c) Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen DBR

Handschrift-Tabelle (Original):

P1 P2 P3 Summe
Erlös 700.000 608.000 2.200.000 3.508.000
− variable Kosten 450.000 384.000 2.040.000 2.874.000
= DB I 250.000 224.000 160.000 634.000
− Produktfixkosten (erzeugnisfix) 150.000 75.000 100.000 325.000
= DB II 100.000 149.000 60.000 309.000

Ergebnis c): Rangfolge nach DB II: P2 → P1 → P3 (145.000/149.000 > 100.000 > 60.000).

Handschrift-Abweichung benennen: Die Klausurlösung schreibt für P2 einen DB II von 145.000 €. Rechnerisch korrekt sind aber 608.000 − 384.000 − 75.000 = 149.000 € (die 145.000 sind ein Rechen-/Übertragungsfehler in der Handschrift). Die Rangfolge ändert sich dadurch nicht (P2 bleibt vor P1), das Endergebnis wird aber nur mit 149.000 € konsistent (siehe Betriebsergebnis).

Weiterführung bis zum Betriebsergebnis (in der Klausur nicht verlangt, aber gute Kontrolle):

Schicht Rechnung Betrag
DB II Gruppe {P1,P2} 100.000 + 149.000 249.000,00 €
− Erzeugnisgruppenfix − 35.000 214.000,00 € = DB III (Gruppe)
DB II / DB III P3 60.000 − 0 60.000,00 €
Σ DB III 214.000 + 60.000 274.000,00 €
− Unternehmensfixkosten − 90.000 184.000,00 €

Betriebsergebnis = 184.000,00 € — deckungsgleich mit Erlöse − Selbstkosten = 3.508.000 − 3.324.000 = 184.000,00 € ✓. (Mit dem Handschrift-Wert 145.000 statt 149.000 käme nur 180.000 € heraus → Beleg, dass 149.000 € richtig ist.)

Lernpunkt der Aufgabe: Drei Methoden — drei Rangfolgen. Gesamt-DB → P1;P2;P3. Stück-DB → P3;P2;P1. Mehrstufige DBR (nach DB II) → P2;P1;P3. Erst die Produktfixkosten drehen P1 hinter P2.


3 Produkte — voll durchgerechnet

Produkt 1 2 3 Summe
Erlöse (€) 625.000 640.000 3.000.000 4.265.000
Stückzahl 2.500 1.600 1.000 5.100
Selbstkosten (€) 519.500 519.500 2.636.000 3.675.000
variable Kosten (€) 325.000 400.000 2.500.000 3.225.000

Fixkosten: Erzeugnisfix 150.000 / 75.000 / 100.000 (Σ 325.000) · Erzeugnisgruppenfix 35.000 für {P1,P2}, 0 für P3 (Σ 35.000) · Unternehmensfix 90.000 · gesamt 450.000. (Kontrolle: 3.675.000 − 3.225.000 = 450.000 ✓.)

Gefragt: a) Warum sind die erzeugnisgruppenfixen Kosten von P3 gleich null? (2 P.) · b) Ermitteln Sie das Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung (einstufiger DB). (3 P.) · c) Ermitteln Sie das Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. (8 P.)

a) Warum erzeugnisgruppenfixe Kosten von P3 = 0?

Gleich wie B.2 a): P3 ist allein in seiner Gruppe → jede „Gruppen“-Fixkostenart trifft nur P3 und ist damit bereits Produktfixkosten. Separate Gruppenschicht = 0,00 €.

b) Produktionsprogramm auf Basis der Teilkostenrechnung

Produkt Erlös − var. Kosten DB (gesamt) Stück-DB
P1 625.000 − 325.000 300.000,00 € 300.000/2.500 = 120,00 €/St
P2 640.000 − 400.000 240.000,00 € 240.000/1.600 = 150,00 €/St
P3 3.000.000 − 2.500.000 500.000,00 € 500.000/1.000 = 500,00 €/St

Ergebnis b): Rangfolge nach Gesamt-DB: P3 → P1 → P2 (500.000 > 300.000 > 240.000). Nach Stück-DB dagegen: P3 (500) > P2 (150) > P1 (120) → P3;P2;P1. Auch hier Bezug angeben.

c) Produktionsprogramm mithilfe der mehrstufigen DBR

P1 P2 P3 Summe
Erlös 625.000 640.000 3.000.000 4.265.000
− variable Kosten 325.000 400.000 2.500.000 3.225.000
= DB I 300.000 240.000 500.000 1.040.000
− Produktfixkosten 150.000 75.000 100.000 325.000
= DB II 150.000 165.000 400.000 715.000

Ergebnis c): Rangfolge nach DB II: P3 → P2 → P1 (400.000 > 165.000 > 150.000).

Weiterführung bis Betriebsergebnis (Kontrolle):

Schicht Rechnung Betrag
DB II Gruppe {P1,P2} 150.000 + 165.000 315.000,00 €
− Erzeugnisgruppenfix − 35.000 280.000,00 € = DB III (Gruppe)
DB III P3 400.000 − 0 400.000,00 €
Σ DB III 280.000 + 400.000 680.000,00 €
− Unternehmensfixkosten − 90.000 590.000,00 €

Betriebsergebnis = 590.000,00 € = Erlöse − Selbstkosten = 4.265.000 − 3.675.000 = 590.000,00 € ✓.

Hier bleibt P3 in allen drei Sichtweisen (außer Stück-DB-vs-Gesamt-DB-Detail) vorn — anders als in B.2, wo die Produktfixkosten die Reihenfolge drehen.


Aufgabe U04/A2 — Betriebsergebnis nach Voll- und Teilkostenrechnung (offizieller Rohleder-Lösungsvorschlag)

Voll durchgerechnet gegen Rohleders offiziellen Lösungsvorschlag (U04 Aufgabe 2), zeilengleich mit dem Lösungsblatt. Kernaussage der Aufgabe: Bei Herstellmenge = Absatzmenge (kein Bestandsaufbau) liefern Voll- und Teilkostenrechnung dasselbe Betriebsergebnis — hier 40.640,00 €.

Gegeben (5 Produkte):

Kostenart Einheit P1 P2 P3 P4 P5
Absatz (= Herstellmenge) Stück 1.200 500 2.200 200 800
Einzelkosten (variabel) €/Stück 20 45 60 50 32
GK-Zuschlag % 160 300 200 320 185
proportionale (variable) GK €/Stück 20 40 25 40 12
Verkaufserlös €/Stück 80 170 185 80 125

Gefragt: a) Ermitteln Sie das Betriebsergebnis nach der Vollkostenrechnung. · b) Ermitteln Sie das Betriebsergebnis nach der Teilkostenrechnung (Deckungsbeitragsrechnung). · c) Erläutern Sie, warum das Betriebsergebnis in beiden Rechnungen identisch ist.

Nebenrechnung — Gemeinkosten je Stück und ihre Spaltung in fix/variabel:

Zeile P1 P2 P3 P4 P5 Σ
GK/Stück = EK · Zuschlag/100 32,00 135,00 120,00 160,00 59,20
… davon variabel (= prop. GK) 20,00 40,00 25,00 40,00 12,00
… davon fix (= GK − variabel) 12,00 95,00 95,00 120,00 47,20
fixe GK je Produkt (fix · Absatz) 14.400 47.500 209.000 24.000 37.760 332.660

a) Vollkostenrechnung (je Stück, dann × Absatz)

Position P1 P2 P3 P4 P5 Σ
Verkaufserlös €/St 80 170 185 80 125
Selbstkosten €/St (= EK + GK/St) 52 180 180 210 91,20
= Stückgewinn €/St 28 −10 5 −130 33,80
Betriebsergebnis (Stückgewinn · Absatz) 33.600 −5.000 11.000 −26.000 27.040 40.640,00 €

(Kontrolle je Periode: Erlöse 704.000 − Selbstkosten 663.360 = 40.640,00 € ✓ — Selbstkosten = variable EK 214.100 + variable GK 116.600 + Fixkosten 332.660.)

b) Teilkostenrechnung (je Periode, Deckungsbeitrag)

Position P1 P2 P3 P4 P5 Σ
Verkaufserlöse (Erlös · Absatz) 96.000 85.000 407.000 16.000 100.000 704.000
− variable Einzelkosten (· Absatz) 24.000 22.500 132.000 10.000 25.600 214.100
− variable Gemeinkosten (· Absatz) 24.000 20.000 55.000 8.000 9.600 116.600
= Produktdeckungsbeitrag 48.000 42.500 220.000 −2.000 64.800 373.300
Fixkosten (gesamt) 332.660
= Betriebsergebnis 40.640,00 €

c) Warum ist das Betriebsergebnis identisch? (Begründung — Aufgabenteil e des Blatts)

Weil alle produzierten Stücke auch verkauft werden (Herstellmenge = Absatzmenge, keine Bestandsveränderung), werden in beiden Verfahren die gesamten Fixkosten der Periode (332.660,00 €) ergebniswirksam. In der Vollkostenrechnung stecken sie – über die fixen Stück-Gemeinkosten – in den Selbstkosten jedes verkauften Stücks; in der Teilkostenrechnung werden sie als ein Block vom Summen-Deckungsbeitrag abgezogen. Solange kein Stück auf Lager geht (das im Vollkostensystem Fixkosten „aktivieren“ und in eine spätere Periode verschieben würde), sind beide Summen zwangsläufig gleich:

ΣProduktdeckungsbeiträgeFixkosten=373.300332.660=40.640,00=Σ(StückgewinnAbsatz)[Vollkosten]\Sigma\,\text{Produktdeckungsbeiträge} - \text{Fixkosten} = 373.300 - 332.660 = 40.640{,}00\ \text{€} = \Sigma\,(\text{Stückgewinn} \cdot \text{Absatz})\ [\text{Vollkosten}]

Erst bei Bestandsaufbau/-abbau laufen die Verfahren auseinander (Vollkosten aktiviert Fixkostenanteile im Bestand, Teilkosten nicht).

Merke: Der Identitätsnachweis ist der Kern der Aufgabe — Rohleder will die Begründung „kein Bestand → dieselben Fixkosten in beiden Rechnungen“, nicht nur die zwei gleichen Zahlen. Einzelprodukte (P2, P4) sind auf Vollkostenbasis „defizitär“ (Stückgewinn −10 bzw. −130), sind aber unterschiedlich zu beurteilen: P2 trägt einen positiven Deckungsbeitrag (+42.500 €) und sollte kurzfristig im Programm bleiben; P4 hat sogar einen negativen Deckungsbeitrag (−2.000 €, db = 80 − 50 − 40 = −10 €/St) und wäre kurzfristig zu streichen. Für die kurzfristige Programmentscheidung zählt der DB, nicht das Vollkosten-Stückergebnis (vgl. die beiden 3-Produkte-Beispiele oben).


Typische Fallen — Deckungsbeitragsrechnung

  • Selbstkosten statt variable Kosten abziehen: Für DB I zählen nur variable Kosten. Selbstkosten enthalten auch Fixkosten (hier: SK − var = 450.000 = gesamte Fixkosten).
  • Stück-DB vs. Gesamt-DB: liefern unterschiedliche Rangfolgen. Immer angeben, worauf die Rangfolge beruht; bei Engpass zusätzlich relativer DB (DB je Engpasseinheit).
  • Fixkostenschichten vermischen: erst Produktfix (erzeugnisfix), dann Gruppenfix, dann Unternehmensfix — nicht in einem Schritt abziehen, sonst verliert man die stufenweise Aussage.
  • Gruppenfix auf ein Einzelprodukt buchen: Ist ein Produkt allein in der Gruppe, ist die Gruppenschicht 0 (die Kosten sind schon Produktfix).
  • Rechenfehler nicht gegengeprüft: Kontrolle immer über Σ DB I − Σ Fixkosten = Erlöse − Selbstkosten. (Genau hier fällt der Handschrift-Fehler 145.000 statt 149.000 in B.2 auf.)
  • Programmentscheidung mit Vollkosten treffen: Für kurzfristige Programmwahl zählt der DB, nicht das Vollkosten-Ergebnis je Stück (Fixkosten sind kurzfristig nicht abbaubar).


C — BAB im Stufenleiterverfahren (Treppenverfahren)

BAB / Stufenleiterverfahren — Grundidee & Ablauf

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) verteilt die primären Gemeinkosten (aus der KLR-Spalte) über Verteilungsschlüssel auf die Kostenstellen und legt danach die Vorkostenstellen (Hilfskostenstellen) auf die Endkostenstellen um.

Stufenleiter-(Treppen-)Verfahren: Die Vorkostenstellen werden in einer festen Reihenfolge umgelegt — jede Vorkostenstelle gibt ihre Kosten nur an die ihr nachgelagerten Stellen ab, nie zurück nach oben. Deshalb die „Treppe“:

Allgemeine KSt. ──► Fertigungshilfs-KSt., Material, Fert. A, Fert. B, Verwaltung, Vertrieb Fertigungshilfs-KSt. ──► Fert. A, Fert. B (Endkostenstellen) Innergegenseitige Verrechnung (Allgemeine und Hilfsstelle wechselseitig) wird bewusst vernachlässigt → einfacher als das Gleichungsverfahren, dafür kleiner Genauigkeitsverlust.

Gegen Rohleders offizielle Lösungsvorschläge verifiziert (U09 BAB Stufenleiterverfahren · U09 Aufgaben 2 und 3). Die Stufenleiter-Mechanik (Vorkostenstellen der Reihe nach nur nach unten umlegen) und die Zuschlagssatz-Bezüge stimmen mit Rohleders Lösung überein: MGK ÷ Material-EK · FGK ÷ Fertigungslohn · VwGK und VtGK ÷ Herstellkosten (U09 A2: Zuschlagssatz Verwaltung = 15.700 / HK 107.360 = 14,62 %, Vertrieb = 7.700 / 107.360 = 7,17 %; U09 A3 ebenso VwGK/VtGK auf „HK des Umsatzes“). Verwaltung und Vertrieb werden also beide auf die Herstellkosten bezogen — dieselbe Konvention wie in der Zuschlagskalkulation.

Verteilungsschlüssel = Verhältniszahl, in der eine Kostenart/Kostenstelle auf mehrere Stellen aufgeteilt wird, Format A : B : C : …. Man findet ihn, indem man die verteilten Beträge einer Zeile durch ihren kleinsten gemeinsamen Teiler kürzt.

Symbole / Spalten im Beispiel-BAB

Reihenfolge der Kostenstellen (Spalten): Allgemeine KSt. : Fertigungshilfs-KSt. : Material : Fertigung A : Fertigung B : Verwaltung : Vertrieb. Der gesuchte Schlüssel hat daher 7 Glieder (Reihenfolge = Spaltenreihenfolge).


So läuft die Stufenleiter (Demonstration am fertigen BAB)

Damit der Mechanismus klar ist, hier die Umlage nachvollzogen (diese Teile sind im Bild schon ausgefüllt):

Summe 1 = Kosten der Vorkostenstelle „Allgemeine KSt.“ (Spaltensumme): 5.500 + 6.737,50 + 5.280 + 1.755 + 12.400 = 31.672,50 €.

Umlage der Allgemeinen KSt. (31.672,50 €) auf die 6 nachgelagerten Stellen — Schlüssel aus den Umlagebeträgen:

Ziel FHK Material A B Verwaltung Vertrieb Σ
Umlage (€) 3.800,70 9.501,75 6.334,50 5.067,60 3.800,70 3.167,25 31.672,50
Schlüssel 6 15 10 8 6 5 (÷ 633,45)

Summe 2 = Fertigungshilfs-KSt. nach Erhalt der Allgemein-Umlage: (22.000 + 26.915 + 3.960 + 5.265 + 24.800) + 3.800,70 = 82.940 + 3.800,70 = 86.740,70 €.

Umlage der Fertigungshilfs-KSt. (86.740,70 €) auf A und B: 26.022,21 € : 60.718,49 € = 3 : 7.

Danach stehen alle Gemeinkosten auf den Endkostenstellen (Material, A, B, Verwaltung, Vertrieb) — Basis für die spätere Zuschlagskalkulation. So funktioniert die Treppe; die eigentlichen Prüfungsfragen unten betreffen die primären Schlüssel der Zeilen Sozialkosten und Steuern.


Verteilungsschlüssel

Spaltenreihenfolge: Allgemeine : Fert.hilfs : Material : A : B : Verwaltung : Vertrieb.

a) Sozialkosten

Verteilte Beträge (€): 5.280 · 3.960 · 7.920 · 11.880 · 7.920 · 10.560 · 2.640. Kleinster Wert 2.640 → kleinste gemeinsame Einheit 1.320 € (halbe 2.640). Jeden Betrag ÷ 1.320:

Stelle Allg FHK Material A B Verw Vertrieb
Betrag (€) 5.280 3.960 7.920 11.880 7.920 10.560 2.640
÷ 1.320 4 3 6 9 6 8 2

Ergebnis a): Verteilungsschlüssel Sozialkosten = 4 : 3 : 6 : 9 : 6 : 8 : 2.

b) Steuern

Verteilte Beträge (€): 1.755 · 5.265 · 8.775 · 3.510 · 7.020 · 14.040 · 5.265. Kleinster Wert 1.755 → Einheit 1.755 €. Jeden Betrag ÷ 1.755:

Stelle Allg FHK Material A B Verw Vertrieb
Betrag (€) 1.755 5.265 8.775 3.510 7.020 14.040 5.265
÷ 1.755 1 3 5 2 4 8 3

Ergebnis b): Verteilungsschlüssel Steuern = 1 : 3 : 5 : 2 : 4 : 8 : 3.


Verteilungsschlüssel

a) Sozialkosten

Verteilte Beträge (€): 4.320 · 4.320 · 6.480 · 8.640 · 6.480 · 8.640 · 1.080. Kleinster Wert 1.080 → Einheit 1.080 €. Jeden Betrag ÷ 1.080:

Stelle Allg FHK Material A B Verw Vertrieb
Betrag (€) 4.320 4.320 6.480 8.640 6.480 8.640 1.080
÷ 1.080 4 4 6 8 6 8 1

Ergebnis a): Verteilungsschlüssel Sozialkosten = 4 : 4 : 6 : 8 : 6 : 8 : 1.

b) Steuern

Verteilte Beträge (€): 2.275 · 6.825 · 11.375 · 9.100 · 13.650 · 18.200 · 6.825. Kleinster Wert 2.275 → Einheit 2.275 €. Jeden Betrag ÷ 2.275:

Stelle Allg FHK Material A B Verw Vertrieb
Betrag (€) 2.275 6.825 11.375 9.100 13.650 18.200 6.825
÷ 2.275 1 3 5 4 6 8 3

Ergebnis b): Verteilungsschlüssel Steuern = 1 : 3 : 5 : 4 : 6 : 8 : 3.


Typische Fallen — BAB / Stufenleiter

  • Rückumlage: Im Stufenleiterverfahren gibt eine Vorkostenstelle nur nach unten ab. Keine Kosten zurück an eine schon abgerechnete Vorstelle buchen.
  • Reihenfolge der Vorkostenstellen: erst „Allgemeine“, dann „Fertigungshilfs“. Vertauscht man die Treppe, ändern sich alle Umlagen.
  • Schlüssel falsch gekürzt: immer durch den kleinsten gemeinsamen Betrag teilen (hier 1.320 / 1.755 / 1.080 / 2.275). Nicht auf glatte, aber falsche Zahlen runden — die Glieder müssen ganzzahlig und teilerfremd sein.
  • Spaltenreihenfolge im Schlüssel: Das Format A : B : … folgt der Spaltenreihenfolge des BAB (Allgemeine → Vertrieb). Reihenfolge nicht vertauschen.
  • Summenprobe vergessen: Grundsätzlich muss die Summe der verteilten Beträge = KLR-Zeilenbetrag sein (Ausnahme/Prüfhinweis siehe C.4). Umlagesummen (Summe 1, Summe 2) müssen exakt weitergereicht werden.
  • 0-Einträge übersehen: Stellen mit Wert 0 (z. B. B/Verwaltung/Vertrieb beim Gemeinkostenmaterial) gehören mit einer 0 in den Schlüssel, wenn nach dieser Zeile gefragt wird.