ETFÜ-Dossier U21 – Integrierte Budget- und Finanzplanung
- Starre vs. rollierende Planung (Tabelle): Starre = einmalige Durchplanung bis zum Ende, Horizont fest definiert, Tiefe einheitlich, simpel/geringer Aufwand, aber ungenau, nicht reaktiv, lädt zu Prokrastination ein. Rollierend = nur nächste Schritte detailliert, Rest grob, laufende Umsetzung + Evaluierung, Horizont rolliert (verschiebt sich nach hinten), Tiefe nimmt mit Nähe zu; Vorteil: Fehler früher entdeckt (mehrfache Überplanung), immer aktuelle Daten, keine unwirtschaftliche Fernplanung; Nachteil: hoher Arbeits-/Orga-Aufwand + aufwendige Datenaktualisierung. Praxis: rollierend v.a. in der Mittelfristplanung.
- Schaubild rollierende Planung: Achsen Zielerreichung (senkrecht) über Zeit (waagerecht), eine waagerechte Ziel-Linie, zwei Kurven — die rollierende Planung nähert sich dem Ziel besser/stetiger an als die starre Planung. (Rohleders Bild ist die Ziel-Annäherungskurve, nicht das gestapelte Fenster-Diagramm.)
- Sollwert: Zielvorgabe für die Kennzahl; Zeitraumgrösse (~Budget) oder Zeitpunktgrösse (z.B. Zielerreichung bis Jahresende); Teil der Zielvereinbarung der Verantwortlichen, Bonus hängt an der Zielerreichung; enthält i.d.R. keine Einzelmassnahmen.
- Planwert (Meilenstein): unterjähriger Meilenstein, für dessen Erreichung konkrete Massnahmen geplant werden (je Meilenstein: Massnahme + Budget + Zielbeitrag).
- Istwert: ermöglicht den Jahresvergleich (year-over-year) und die Berücksichtigung von Saisonzyklen und regelmässigen Effekten/Mustern in der Planung.
- Prognosewert (Forecast, Isterwartung): baut auf den aktuellen Ist-Werten des laufenden Jahres auf und prognostiziert die Werte für das Jahresende bei erfolgreicher Massnahmenumsetzung (z.B. 8+4-Forecast).
- Vergleiche im Erfolgsmonitoring: vor allem werden die Ist-Werte überwacht, um Trends festzustellen und die Umsetzung/Überprüfung von Massnahmen bzw. Soll- und Planwerten sicherzustellen (typisch: Plan-Ist- und Soll-Prognose-Vergleich).
- Gap-Analyse (Definition): wird durchgeführt, wenn beim Prognose-Soll-Vergleich negative Abweichungen (Lücken/gaps) sichtbar werden — Ziel: Gründe der Abweichung finden und Strategien entwickeln, um die Lücke zwischen Soll- und Prognosewert zu schliessen.
- Gap-Analyse Schritte: Zeitreihen der Vergangenheit erfassen; Trendextrapolation der Daten (exponentielle Glättung o.ä.); Wachstums- und Ertragspotenziale im Produktprogramm/Markt überprüfen; ggf. statistische Fortführung über Eintrittswahrscheinlichkeiten.
- Operative vs. strategische Lücke: operative Lücke = durch bessere Ausnutzung vorhandener Ressourcen schliessbar (Prozesseffizienz in der Produktion oder Marktanteile im Wettbewerb gewinnen), ohne Zusatzbudget; strategische Lücke = nur durch strategische Massnahmen schliessbar (neue Produkt-/Marktkombinationen oder Anpassung der Unternehmensstruktur), erfordert Investitionen in Potenziale.
- Budget & Budgetierung: Budget = Einsatz von Ressourcen (Personal, Maschinen, Material, Kapital) in einer bestimmten Periode, um eine Leistung zu erbringen bzw. ein Ziel zu erreichen; Budgetierung (Synonym Budgetplanung) = Prozess, Geld und andere Ressourcen auf verschiedene Projekte und Abteilungen zu verteilen.
- Rahmenbedingungen der Budgetplanung: Budget dort einsetzen, wo es am wirtschaftlichsten ist / am meisten zum Unternehmenserfolg beiträgt (Effektivität + Effizienz); Budgetierung ist schwierig, weil Informationssammlung/-kommunikation aufwendig ist; Budgets beruhen auf Annahmen, Erfahrungswerten und Prognosen; Manager kämpfen intern um Budgets (Statussymbol) — Konflikte und Motivationsprobleme.
- Wirkung von Budgets/Budgetplanung: Budgets sollen ausreichend sein, um die Ziele zu erreichen oder zu übertreffen, aber gleichzeitig nicht zu hoch angesetzt sein, damit Verschwendung minimiert wird und Motivation/Druck zu (kosten-)effizientem Handeln entsteht.
- Zwecke des Budgets: konkrete Verwendungen — z.B. Erweiterung der Produktionskapazitäten, Marketingkampagne, Investition in effizientere Lagerung/Produktion/Versorgungssicherheit, Entwicklung eines neuen Produkts, laufende Produktion (Tagesgeschäft).
- Handlungspläne (Mengenpläne): mit dem Budgetplan verknüpft — manche werden aus dem Budget abgeleitet, oder das Budget ergibt sich aus ihnen; typische Bereiche: Kapazitätsplan, Personalplan, Investitionsplan, Marketingplan, Produktplan; oft massgebend für das Budget.
- 11 Schritte der modernen Budgetplanung: 1) Unternehmensziele festlegen, 2) Bereichsziele ableiten, 3) Aktivitäten & Massnahmen planen, 4) notwendige Investitionen & Kosten ermitteln, 5) Zeitplan erstellen, 6) Budgetbedarf formulieren, 7) Entscheidungsvorlage erstellen, 8) Entscheidungsvorlage & Budgetbedarf prüfen, 9) Budget freigeben, 10) Budgets bei Bedarf anpassen, 11) Budgetverbrauch prüfen und ggf. eingreifen.
- Henne oder Ei (Massnahmen oder Budget zürst): hängt von Bereich, Unternehmen und Projekt ab; grosse, teure Vorhaben (v.a. Investitionen) → Budget zürst (Rahmen vorgeben, Kosten begrenzen, Wirtschaftlichkeit sichern; Aufwand lohnt); kleine, kurze, unwesentliche Vorhaben → erst Massnahmen/Handlung, dann Budget (Budgetieraufwand lohnt nicht).
- Mittelfristplanungsprozess (Mifri): rollierender Planungs- und Umsetzungsprozess, der das strategische Ziel in Budgets und Zielvereinbarungen übersetzt und mittels Gap-Analysen regelmässig mit den Verantwortlichen rückgekoppelt wird; Bindeglied, das die strategische Planung schrittweise in konkrete Massnahmen operationalisiert (Detailgrad steigt: strategische Planung → Mittelfristplanung → operatives Geschäft).
- CAPEX / OPEX / TOTEX: CAPEX = Capital Expenditures = Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter (Immobilien, Maschinen); OPEX = Operational Expenditures = Betriebsausgaben für die Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebs (Tagesgeschäft); TOTEX = Total Expenditures = Gesamtkosten = CAPEX + OPEX.
- Bruttokapitalbedarf (Bruttofinanzbedarf): gesamter Kapitalbedarf der Unternehmung — sowohl bereits erfolgte Finanzmittelbindungen (Altbestände) als auch die die Planperiode betreffenden zusätzlichen, eingeplanten Finanzmittelbindungen.
- Nettokapitalbedarf (Finanzierungsbedarf): Bruttokapitalbedarf, aber vorhandene Deckung/Finanzierung wird verrechnet; Formel: Liquidität zu Periodenbeginn − TOTEX + Umsatz = Nettokapitalbedarf (negativer Saldo = extern zu deckender Bedarf).
- Starre Planung = Du planst einmal am Anfang alles bis zum Schluss durch und änderst nichts mehr. Wie ein Urlaubsplan, den du im Januar festlegst und der ganze Jahr so bleibt, egal was passiert.
- Rollierende Planung = Du planst immer nur das Nächste genau, den Rest grob, und schiebst das Ganze regelmäßig nach vorne weiter. Wie beim Wetterbericht: die nächsten Tage genau, danach ungefähr, und jeden Tag kommt ein neuer Tag hinten dran.
- Planungshorizont = Wie weit du in die Zukunft schaust. Wie bei Autoscheinwerfern: Sie leuchten immer gleich weit nach vorne, egal wie weit du schon gefahren bist.
- Planungstiefe = Wie genau (detailliert) du etwas planst. Morgen planst du Stunde für Stunde, nächsten Monat nur so ungefähr 'da mache ich Urlaub'.
- Sollwert = Das Ziel, das du erreichen willst. Wie 'Ich will bis Dezember 10 Kilo abnehmen' — die Zahl, die am Ende stehen soll.
- Planwert (Meilenstein) = Ein Zwischenziel auf dem Weg zum großen Ziel. Wie 'bis März schon 3 Kilo weg' — ein Etappenziel unterwegs.
- Istwert = Was wirklich passiert ist, die echte gemessene Zahl. Wie das Gewicht, das die Waage heute tatsächlich anzeigt.
- Prognosewert (Forecast) = Die beste Schätzung, wie es am Ende ausgeht, ausgehend von dem, was bis jetzt schon gelaufen ist. Wie: 'Bis heute 4 Kilo weg, so wie es läuft, schaffe ich bis Dezember die 10 Kilo.' Das '8+4' heißt einfach: 8 Monate sind schon echt bekannt, 4 Monate werden noch geschätzt.
- Soll-Ist-Vergleich = Ziel mit der Wirklichkeit vergleichen. Du wolltest 3 Kilo abnehmen, hast aber nur 1 Kilo geschafft — der Vergleich zeigt: da fehlt was.
- Gap-Analyse (Lücke) = Man schaut, wie groß der Abstand zwischen dem Ziel und dem ist, was voraussichtlich rauskommt, und überlegt, wie man den Abstand zumacht. Wie: 'Ich brauche noch 6 Kilo, wie krieg ich die weg?'
- Operative Lücke = Der Teil vom Rückstand, den du mit dem schaffst, was du eh schon hast — einfach mehr/besser machen. Wie: schneller laufen mit deinen vorhandenen Schuhen, kostet nichts extra.
- Strategische Lücke = Der Teil vom Rückstand, den du nur schaffst, wenn du was Neues aufbaust und Geld in die Hand nimmst. Wie: einen Personal-Trainer und ein Fitnessstudio dazukaufen, weil es allein nicht reicht.
- Extrapolation / Trendextrapolation = Aus dem bisherigen Verlauf die Zukunft weiterzeichnen. Wie: 'Die letzten 3 Monate ging es jeden Monat 1 Kilo runter, also geht es wohl so weiter.'
- Budget = Das Geld (und die Mittel wie Leute, Maschinen, Material), das du für eine bestimmte Zeit für eine Sache bekommst. Wie dein monatliches Haushaltsgeld für Lebensmittel.
- Budgetierung = Der Vorgang, dieses Geld auf die verschiedenen Sachen aufzuteilen. Wie wenn du dein Gehalt auf Miete, Essen, Sparen usw. verteilst.
- Top-down / Bottom-up / Gegenstromverfahren = Top-down = die Chefs geben die Zahlen vor (von oben nach unten). Bottom-up = die Mitarbeiter melden ihren Bedarf nach oben. Gegenstrom = beides trifft sich in der Mitte und man einigt sich. Wie in einer Familie: Eltern sagen ein Limit, Kinder sagen ihre Wünsche, man findet einen Kompromiss.
- Handlungspläne (Mengenpläne) = Erst planen, WAS und WIE VIEL du machst (in Stück, Stunden), noch ohne Preis. Erst wenn du Preise dranschreibst, wird Geld draus. Wie: 'Ich backe 100 Kuchen' (Menge) — mal Zutatenpreis ergibt die Kosten.
- Mittelfristplanung (Mifri) = Die Planung für die mittlere Zeitspanne, meist 3–5 Jahre. Sie ist die Brücke zwischen dem großen Fernziel und dem, was du dieses Jahr konkret machst. Wie ein 5-Jahres-Plan fürs Haus, zwischen 'irgendwann reich sein' und 'diesen Monat sparen'.
- CAPEX = Große Anschaffungen, die du viele Jahre nutzt. Wie ein Auto oder eine Küche kaufen — teuer, aber du hast es lange.
- OPEX = Die laufenden Kosten, die immer wieder anfallen. Wie Benzin, Strom, Miete — Geld, das jeden Monat weg ist.
- TOTEX = Alles zusammen: die großen Anschaffungen plus die laufenden Kosten. Wie: Auto-Kaufpreis PLUS Benzin und Versicherung — die Gesamtrechnung.
- Aktivieren und Abschreiben = Etwas Teures nicht sofort als Kosten zählen, sondern die Kosten auf die Jahre verteilen, in denen du es benutzt. Wie: eine Waschmaschine für 600 Euro rechnest du gedanklich als 60 Euro pro Jahr über 10 Jahre, statt alles im Kaufmonat.
- Bruttokapitalbedarf = Wie viel Geld du INSGESAMT für alles brauchst, ohne abzuziehen, was du schon hast. Wie der volle Preis eines Urlaubs, bevor du dein Erspartes anrechnest.
- Nettokapitalbedarf = Was am Ende WIRKLICH noch fehlt, nachdem du dein eigenes Geld abgezogen hast — das, was du dir extra besorgen (z.B. leihen) musst. Wie: Urlaub kostet 2000, du hast 1200 gespart, es fehlen also 800.
- Innenfinanzierung / liquide Mittel = Das Geld, das du selbst schon hast oder selbst einnimmst, ohne dir was leihen zu müssen. Wie dein Erspartes und dein normales Gehalt.
- Anlagevermögen / Umlaufvermögen = Anlagevermögen = Dinge, die du lange behältst (Gebäude, Maschinen). Umlaufvermögen = Dinge, die schnell durchlaufen (Material, Ware, Geld auf dem Konto). Wie: dein Haus (bleibt) vs. die Vorräte im Kühlschrank (schnell verbraucht).
- EBIT / EBITDA = Zahlen, die zeigen, wie viel Gewinn eine Firma aus ihrem eigentlichen Geschäft macht, bevor bestimmte Sachen abgezogen werden. Grob: 'Was bleibt vom Verdienten übrig?' — wie dein Gehalt vor Steuern.
- Management by Objectives = Führen über Ziele: Jeder Chef bekommt ein Ziel, und ob er seinen Bonus (Extra-Geld) kriegt, hängt davon ab, ob er es schafft. Wie beim Verkäufer, der eine Prämie bekommt, wenn er genug verkauft.
- Effektivität vs. Effizienz = Effektivität = das Richtige tun (das Ziel treffen). Effizienz = es sparsam/ohne Verschwendung tun. Wie: den richtigen Weg nehmen (effektiv) UND dabei wenig Sprit verbrauchen (effizient).
- Sale-and-Leaseback = Du verkaufst etwas, das dir gehört, und mietest es sofort wieder zurück, um kurzfristig Geld zu bekommen. Wie: dein Auto verkaufen, aber weiter fahren dürfen, weil du es jetzt least.
- Leasing = Etwas gegen monatliche Raten benutzen, statt es auf einmal zu kaufen. Wie ein Handy im Vertrag statt bar bezahlt.
- Saisonzyklen / year-over-year = Manche Dinge kommen jedes Jahr zur gleichen Zeit (Saison), z.B. mehr Verkäufe vor Weihnachten. 'Year-over-year' heißt: dieses Jahr mit dem gleichen Zeitraum letztes Jahr vergleichen. Wie: 'Dezember-Umsatz heuer gegen Dezember-Umsatz letztes Jahr.'
Modul: Wirtschaftsethik & Unternehmensführung · Studiengang: B.Eng. Wirtschaftsingenieurwesen, TH Bingen · Prüfer: Prof. Rohleder
Status: GEPRÜFT (Quellen belegt, 1,0-Niveau)
Hinweis: KI-Nutzung ist bei diesem Dossier laut Aufgabenblatt ausdrücklich erlaubt; Pflicht ist die Quellenangabe. Dieser Entwurf ist eigenständig zu überarbeiten und in die eigene Sprache zu bringen. Die Budget-/Finanzplanungs-Inhalte stützen sich auf das Unternehmensführungs-Werk „HBW 114“, die ETFÜ-Kompass-Fragenbank (Prof. Rohleder) sowie allgemeine Controlling-Literatur (Horváth; Weber/Schäffer) und sind gegen die Vorlesung U21 (Transkript vom 16.06.) abgeglichen. Die mit „(lt. Vorlesung U21)“ markierten Ergänzungen stammen aus dem Vorlesungstranskript.
1 Rollierende Planung
#01 Starre vs. Rollierende Planung (tabellarisch)
Aufgabe: Unterscheiden Sie „Starre Planung" und „Rollierende Planung" tabellarisch anhand folgender Aspekte: Ablauf, Länge des Planungszeitraums, Gliederung des Planungszeitraums, Planungshorizont, Planungstiefe, Praktische Relevanz, Vorteile, Nachteile.
ANTWORT:
| Aspekt | Starre Planung (Blockplanung) | Rollierende Planung (gleitende Planung) |
|---|---|---|
| Ablauf | Planung wird einmal für den gesamten Zeitraum (z. B. ein Geschäftsjahr) erstellt und bis zum Ende unverändert beibehalten; danach komplette Neuplanung. | Planung wird in regelmäßigen Abständen (z. B. monatlich/quartalsweise) fortgeschrieben: Die abgelaufene Periode fällt heraus, am Ende wird eine neue Periode angehängt („rollendes Fenster“). |
| Länge des Planungszeitraums | Fest und begrenzt (typisch 1 Jahr); endet mit Periodenende. | Konstant bleibende Gesamtlänge (z. B. immer 12 Monate vorausschauend), verschiebt sich aber laufend in die Zukunft. |
| Gliederung des Planungszeitraums | In feste Teilperioden gegliedert (z. B. 12 Monate), die nicht aktualisiert werden. | In Teilperioden gegliedert, die mit zunehmender zeitlicher Nähe verfeinert/aktualisiert werden. |
| Planungshorizont | Schrumpft im Zeitablauf (am Jahresende reicht der Horizont nur noch wenige Tage/Wochen voraus). | Bleibt konstant – es wird immer gleich weit in die Zukunft geblickt. |
| Planungstiefe | Gleichbleibend grob/fein über den ganzen Zeitraum; keine periodische Detaillierung. | Abgestuft: nahe Perioden detailliert, ferne Perioden gröber (mit jedem Roll-Schritt wird die nächste Periode detailliert). |
| Praktische Relevanz | Einfach, weit verbreitet bei stabilen Rahmenbedingungen und in der klassischen Jahresbudgetierung. | Hohe Relevanz in dynamischen/volatilen Umfeldern; Standard in modernem Controlling und Forecasting (z. B. Rolling Forecast). |
| Vorteile | Geringer Planungsaufwand, klare Bezugsbasis, gute Vergleichbarkeit über das Jahr, stabile Zielvorgabe. | Stets aktuelle Zahlen, frühzeitiges Erkennen von Abweichungen, konstanter Vorausblick, höhere Reaktions- und Steuerungsfähigkeit. |
| Nachteile | Veraltet schnell, ignoriert unterjährige Veränderungen, „Jahresend-Blindheit“ (kaum Vorausblick am Periodenende), Gefahr von Budget-Ausschöpfungsverhalten. | Höherer und permanenter Planungsaufwand, Gefahr von „Planungs-Routine“/Ermüdung, weniger stabile Bezugsbasis, anspruchsvoller im Tool-/Datenbedarf. |
Quellen: Allgemeine Controlling-/Planungslehre (z. B. Horváth, Controlling; Weber/Schäffer, Einführung in das Controlling); Gabler Wirtschaftslexikon, Stichworte „Rollierende Planung“ / „Starre Planung“.
VERWANDTE FRAGEN:
- „Warum verwenden Unternehmen in volatilen Märkten eher die rollierende als die starre Planung?“ — Weil der Planungshorizont konstant bleibt und Abweichungen früh sichtbar werden; die Planung bleibt steuerungsrelevant statt am Jahresende „blind“ zu laufen. Reaktionsfähigkeit > Planungsaufwand.
- „Welche Nachteile der rollierenden Planung könnten ein Unternehmen bei der starren Planung halten lassen?“ — Permanenter Aufwand, Ermüdung der Planenden, instabile Bezugsbasis für Soll-Ist-Vergleiche, höherer Daten-/Toolbedarf.
WARUM: Rohleder prüft hier typischerweise die Begründung der Methodenwahl (Trade-off Aufwand vs. Aktualität), nicht nur das Auswendig-Aufzählen — die Drehung „wann welche Methode und warum“ ist das eigentliche Lernziel.
#02 Schaubild zur rollierenden Planung
Aufgabe: Erstellen Sie ein Schaubild, das die Vorgehensweise dieser Planungsmethode verdeutlicht!
ANTWORT (Beschreibung des zu zeichnenden Schaubilds):
Zeitstrahl mit mehreren übereinander gestapelten „Planungsfenstern“ gleicher Länge, die jeweils um eine Periode nach rechts verschoben sind:
Heute = t0
│
Plan 1: [ M1 | M2 | M3 | ... | M12 ]
Plan 2: [ M2 | M3 | M4 | ... | M13 ] ← M1 fällt raus, M13 kommt dazu
Plan 3: [ M3 | M4 | M5 | ... | M14 ]
└─ konstanter Planungshorizont (immer 12 Monate) ─┘
Detailgrad: fein ───────────────► grob
(nahe Perioden detailliert, ferne grob)
Kernaussagen, die das Schaubild transportieren muss:
- Das Fenster „rollt“: Älteste Periode fällt weg, neue Periode wird angehängt.
- Der Planungshorizont bleibt konstant (im Gegensatz zur starren Planung, deren Horizont schrumpft).
- Abnehmende Planungstiefe von nah (fein) nach fern (grob).
Quelle: Eigene Darstellung nach gängiger Controlling-Literatur (s. #01).
VERWANDTE FRAGE: „Skizzieren Sie an einem Schaubild den Unterschied im Planungshorizont zwischen starrer und rollierender Planung.“ — Starre Planung: ein einzelner, fixer Block, dessen Resthorizont zum Periodenende gegen Null läuft (Treppe abwärts). Rollierende Planung: gestaffelte, gleichlange Fenster mit konstantem Vorausblick.
WARUM: Eine Skizzier-Aufgabe testet, ob das Prinzip „konstanter Horizont durch Fortschreibung“ wirklich verstanden ist — reine Textwiedergabe genügt hier nicht.
2 Soll-, Plan- und Ist-Größen und ihre Vergleichsformen
Quellen-Tipp im Dossier: Videoblog-Beitrag „Kennzahlen Teil 2“ + zugehörige PDF in den Videoblog-Downloads.
#03 Sollwert (Zielvorgabe)
Aufgabe: Definieren Sie den Fachterminus Sollwert (Zielvorgabe)
ANTWORT: Der Sollwert ist die normativ gesetzte Zielvorgabe — der Wert, der erreicht werden soll. Er ist das Ergebnis einer Zielsetzung (top-down vorgegeben oder vereinbart), z. B. ein angestrebter Umsatz, Deckungsbeitrag oder Kostenrahmen. Der Sollwert ist der Maßstab, an dem die Zielerreichung gemessen wird.
#04 Planwert (Meilenstein)
Aufgabe: Definieren Sie den Fachterminus Planwert (Meilenstein)
ANTWORT: Der Planwert ist der für eine bestimmte Periode bzw. einen bestimmten Zeitpunkt konkret eingeplante Wert (Meilenstein) auf dem Weg zum Sollwert. Er konkretisiert das Soll zeitlich/sachlich (z. B. der für das 2. Quartal geplante Umsatz). Planwerte zerlegen die Zielvorgabe in überprüfbare Zwischenschritte.
Hinweis zur Abgrenzung Soll/Plan: In der Literatur werden „Soll“ und „Plan“ teils synonym, teils — wie hier im Dossier — bewusst unterschieden (Soll = übergeordnete Zielvorgabe, Plan = periodisierter Meilenstein).
(lt. Vorlesung U21) Rohleders Sprachgebrauch: Der Sollwert liegt am Ende der Periode/des Horizonts (z. B. 31.12., als angestrebter EBIT/EBITDA-Wert) und wird i. d. R. von der Hauptversammlung/den Eigentümern vorgegeben und über die Ebenen heruntergebrochen. Die unterjährigen Meilensteine dorthin heißen Planwerte; „Plan-„ und „Zielwert“ verwendet Rohleder dabei synonym. Über Management by Objectives wird der Sollwert mit der persönlichen Zielvereinbarung (Bonus) der Führungskräfte gekoppelt.
#05 Istwert
Aufgabe: Definieren Sie den Fachterminus Istwert
ANTWORT: Der Istwert ist der tatsächlich realisierte/gemessene Wert einer Periode — das, was wirklich eingetreten ist (z. B. der tatsächlich erzielte Umsatz). Er ist die Grundlage für Soll-Ist- und Plan-Ist-Vergleiche und wird der Vergangenheit/Gegenwart entnommen.
#06 Prognosewert (Forecast, Erwartungswert)
Aufgabe: Definieren Sie den Fachterminus Prognosewert (Forecast, Isterwartung)
ANTWORT: Der Prognosewert (Forecast, Erwartungsrechnung) ist der erwartete zukünftige Istwert — die aktuell beste Schätzung, wie eine Periode voraussichtlich tatsächlich enden wird, unter Berücksichtigung der bereits eingetretenen Entwicklung. Formal: Forecast = Ist (year-to-date) + erwartetes Ist (Restperiode). Der Forecast ist zukunftsgerichtet und wird mit jedem Roll-Schritt der rollierenden Planung (#01) aktualisiert.
(lt. Vorlesung U21) In der Praxis wird der Forecast als „x+y“-Rechnung benannt: z. B. „5+7“ (5 Ist-Monate + 7 Prognosemonate) oder „8+4“ (8 Ist + 4 Prognose). Je mehr Ist-Monate bereits vorliegen, desto belastbarer die Prognose; ab der Jahresmitte (6+6) gewinnt der Forecast deutlich an Aussagekraft. Rohleder betont, dass der Prognose-Soll-Vergleich wichtiger ist als der Plan-Ist-Vergleich, weil „am langen Ende die Entscheidung fällt“.
Hinweis: Die im Dossier zuvor verwendete Bezeichnung „Isterwartung“ ist kein etablierter Lehrbuchbegriff; üblich sind „Forecast“, „Erwartungswert“ oder „Erwartungsrechnung“.
#07 Vergleiche im Erfolgsmonitoring
Aufgabe: Vergleiche: Welche Werte werden im Rahmen des Erfolgsmonitorings üblicherweise verglichen bzw. überwacht?
ANTWORT: Im Rahmen des Erfolgsmonitorings werden üblicherweise verglichen:
- Soll-Ist-Vergleich: Zielvorgabe gegen tatsächliches Ergebnis (Zielerreichungsgrad).
- Plan-Ist-Vergleich: eingeplanter Wert gegen Istwert (operatives Abweichungsmanagement).
- Soll-Prognose-Vergleich (Soll-Forecast): Zielvorgabe gegen erwartetes Jahresende — zeigt frühzeitig, ob das Ziel voraussichtlich erreicht wird (vorausschauende Steuerung, Grundlage für Gegensteuern).
- ergänzend: Plan-Prognose-Vergleich sowie Ist-Ist-Vergleiche (Zeitvergleich, z. B. Vorjahresperiode) und Betriebsvergleiche (zwischenbetrieblicher Benchmark gegen andere Einheiten/Wettbewerber).
Das Erfolgsmonitoring kombiniert vergangenheitsorientierte (Soll/Plan-Ist) mit zukunftsorientierten (Soll/Plan-Prognose) Vergleichen: Erstere zeigen, was war, Letztere ermöglichen rechtzeitiges Gegensteuern.
Quellen: Videoblog „Kennzahlen Teil 2“ + PDF; allgemein Weber/Schäffer, Einführung in das Controlling; Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort „Soll-Ist-Vergleich“.
VERWANDTE FRAGEN (zu Abschnitt 2):
- „Worin unterscheiden sich Plan-Ist-Vergleich und Soll-Prognose-Vergleich hinsichtlich ihrer Steuerungswirkung?“ — Plan-Ist ist vergangenheitsorientiert (Abweichung bereits eingetreten, Ursachenanalyse). Soll-Prognose ist zukunftsorientiert (Lücke wird erwartet, ermöglicht rechtzeitiges Gegensteuern, bevor das Ziel verfehlt wird).
- „Ordnen Sie Sollwert, Planwert, Istwert und Prognosewert auf einer Zeitachse ein.“ — Soll = übergeordnete Zielvorgabe (zeitlos/Zielzeitpunkt); Plan = periodisierter Meilenstein (Zukunft, fix eingeplant); Ist = Vergangenheit/Gegenwart (realisiert); Prognose = Zukunft (erwarteter Ist).
WARUM: Die typische Rohleder-Drehung ist die saubere begriffliche Abgrenzung der vier Größen plus die Zuordnung „welcher Vergleich wofür“ — Verwechslung Plan↔︎Soll bzw. Prognose↔︎Plan ist der klassische Fehler, den die Frage gezielt abprüft.
3 Gap-Analyse
#08 Was versteht man unter einer Gap-Analyse?
Aufgabe: Was versteht man unter einer Gap-Analyse?
ANTWORT:
Definition: Die Gap-Analyse (Lückenanalyse) ist ein Controlling-/Planungsinstrument, das die Lücke (englisch „gap“) zwischen einem angestrebten Zielwert (Soll) und dem voraussichtlich erreichbaren Wert (Prognose/Ist-Entwicklung) über die Zeit sichtbar macht. Sie vergleicht die gewünschte Soll-Entwicklung mit der voraussichtlichen Entwicklung „bei unverändertem Weiterlaufen“ (Basisextrapolation) und macht die Größe der zu schließenden Lücke quantifizierbar.
Argumente / Funktion:
- Sie macht negative Abweichungen (Ziellücken) explizit und steuerbar.
- Sie trennt die Gesamtlücke in operative und strategische Anteile (siehe #10) und ordnet so Maßnahmen zu.
- Sie ist Grundlage für die Maßnahmenableitung (welche Aktivitäten schließen welche Lücke).
Fazit: Die Gap-Analyse übersetzt eine festgestellte Soll-Prognose-Differenz in konkreten Handlungsbedarf und ist damit Bindeglied zwischen Zielsetzung und Maßnahmenplanung.
#09 Welche Schritte sind erforderlich?
Aufgabe: Welche Schritte sind erforderlich?
ANTWORT (typischer Ablauf):
- Zielwert (Soll) bestimmen — angestrebte Entwicklung über den Planungszeitraum festlegen.
- Ist-/Basisentwicklung prognostizieren — voraussichtliche Entwicklung ohne zusätzliche Maßnahmen (Extrapolation/Forecast).
- Lücke (Gap) ermitteln — Differenz Soll ./. Prognose quantifizieren.
- Lücke analysieren/aufteilen — in operative und strategische Lücke zerlegen (Ursachen identifizieren).
- Maßnahmen ableiten — Aktivitäten/Programme zur Schließung der jeweiligen Lücke planen.
- Umsetzen und rückkoppeln — Maßnahmen umsetzen, im (rollierenden) Prozess überwachen und nachsteuern.
#10 Operative vs. strategische Lücke
Aufgabe: Wie unterscheiden sich die operative und die strategische Lücke?
ANTWORT:
Operative Lücke: Der Teil der Gesamtlücke, der sich mit dem bestehenden Geschäft / vorhandenen Potenzialen schließen lässt — durch Ausschöpfung und Optimierung des aktuellen Leistungsprogramms (Effizienzsteigerung, bessere Marktdurchdringung, Kostensenkung). Kurz-/mittelfristig, niedrigeres Risiko.
Strategische Lücke: Der verbleibende Teil, der nicht mit dem bestehenden Geschäft zu schließen ist und neue Potenziale erfordert — neue Produkte, Märkte, Geschäftsfelder, Innovationen, Akquisitionen. Längerfristig, höheres Risiko, strategische Entscheidung.
Merksatz: Operative Lücke = „mehr aus dem holen, was wir haben“; strategische Lücke = „etwas Neues aufbauen“. Die Summe beider ergibt die Gesamt-Ziellücke.
Einordnung: Die Aufteilung folgt dem Konzept der strategischen Lücke nach Ansoff: Die operative Lücke wird durch Marktdurchdringung mit dem bestehenden Leistungsprogramm geschlossen, die strategische Lücke nur durch neue Produkt-Markt-Kombinationen (Produktentwicklung, Marktentwicklung, Diversifikation).
(lt. Vorlesung U21) Rohleders Trennschärfe ist finanzierungsbezogen: Die operative Lücke lässt sich ohne zusätzliches Budget schließen — allein durch Intensivierung/„schneller rudern“ mit den vorhandenen, bereits genehmigten Ressourcen (OPEX/CapEx). Die strategische Lücke ist der Rest, der nur durch zusätzliche Investitionen schließbar ist: „strategisch“ heißt hier, es hat mit Potenzialen zu tun — und Potenziale schaffen bedeutet investieren, wofür der Verantwortliche extra Geld beschaffen muss. In der strategischen Lücke verbleiben auch nicht beeinflussbare Effekte (höhere Gewalt, Umfeldänderungen, Planungsfehler).
Quellen: Gabler Wirtschaftslexikon / Controlling-Lehrbücher, Stichwort „Lückenanalyse / Gap-Analyse“; Konzept der strategischen Lücke nach Ansoff.
VERWANDTE FRAGEN (zu Abschnitt 3):
- „Ein Unternehmen stellt eine Ziellücke von 10 Mio. € fest, von denen 4 Mio. € durch bessere Marktausschöpfung erreichbar sind. Ordnen Sie die Lücken-Anteile zu und nennen Sie je eine Maßnahme.“ — 4 Mio. € = operative Lücke (z. B. Cross-Selling, Preisoptimierung, Effizienzprogramm); 6 Mio. € = strategische Lücke (z. B. neues Produkt/neuer Markt, Akquisition).
- „Warum ist die Gap-Analyse besonders im rollierenden Planungsprozess sinnvoll?“ — Weil die Lücke regelmäßig neu gegen die aktualisierte Prognose ermittelt und mit den Verantwortlichen rückgekoppelt wird; so wird frühzeitig und wiederholt gegengesteuert (Verbindung zum Mifri-Prozess, Abschnitt 5).
WARUM: Rohleder verknüpft Gap-Analyse gern mit der Maßnahmenableitung und mit der rollierenden Planung — die Drehung „welche Lücke verlangt welche Art von Maßnahme“ testet das Verständnis statt der Definition.
4 Budgetplanung
Quelle laut Dossier: „HBW 114 S. 1 ff.“ (Unternehmensführungs-Werk bzw. Vorlesungsskript; Original-Seiteninhalte dort verifizieren).
#11 Budget und #12 Budgetierung
Aufgabe: Was versteht man unter einem Budget und Budgetierung?
ANTWORT:
#11 Budget: Ein Budget ist ein in Wertgrößen (monetär) formulierter, für eine bestimmte Periode verbindlich vorgegebener Plan, der einer Verantwortungseinheit (Kostenstelle, Bereich, Projekt) zugeordnet ist. Es legt fest, welche finanziellen Mittel/Ergebnisse erreicht bzw. eingehalten werden sollen (Sollvorgabe in €).
#12 Budgetierung: Budgetierung ist der Prozess der Erstellung, Verabschiedung, Vorgabe und Kontrolle von Budgets — also das systematische Aufstellen wertmäßiger Pläne, ihre Abstimmung zwischen den Ebenen (top-down/bottom-up/Gegenstromverfahren) und die anschließende Überwachung (Budgetkontrolle/Soll-Ist-Vergleich).
#13 Rahmenbedingungen der Budgetplanung
Aufgabe: Erläutern Sie die Rahmenbedingungen der Budgetplanung kurz und prägnant.
ANTWORT (kurz und prägnant):
- Zielbezug: Budgets müssen aus den (strategischen) Unternehmenszielen abgeleitet sein.
- Verantwortungsbezug: Jedem Budget ist eine verantwortliche Stelle zugeordnet (Beeinflussbarkeit der Größen).
- Periodenbezug: klar definierter Zeitraum (i. d. R. Geschäftsjahr, ggf. unterjährig).
- Vollständigkeit/Abstimmung: Teilbudgets müssen widerspruchsfrei zum Gesamtbudget zusammenpassen (Abstimmung der Teilpläne).
- Realistik & Verbindlichkeit: ambitioniert, aber erreichbar; nach Verabschiedung verbindlich.
- Transparenz/Kontrollierbarkeit: messbar und überwachbar (Grundlage für Soll-Ist-Vergleich).
#14 Wirkung von Budgets und Budgetplanung
Aufgabe: Fassen Sie zusammen welche Wirkung Budgets und Budgetplanung haben sollen.
ANTWORT (Zusammenfassung der angestrebten Wirkungen):
- Koordination: Abstimmung der Teilbereiche auf gemeinsame Ziele.
- Motivation/Anreiz: Vorgaben als Ziel, oft mit Zielvereinbarung/Anreizsystem verknüpft.
- Orientierung/Vorgabe: klarer Handlungsrahmen für die Verantwortlichen.
- Kontrolle: Maßstab für Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse.
- Ressourcenzuteilung/Disziplin: Allokation knapper Mittel und Kostendisziplin.
- Delegation/Dezentralisierung: Steuerung durch Vorgabe statt durch Einzeleingriffe.
#15 Zwecke, für die ein Budget verwendet werden könnte
Aufgabe: Nennen Sie Zwecke, für die das Budget verwendet werden könnte.
ANTWORT: Planung/Zielsetzung · Koordination der Teilpläne · Motivation/Leistungsanreiz · Kommunikation der Ziele · Ressourcenallokation · Kontrolle und Abweichungsanalyse · Leistungsbeurteilung der Verantwortlichen · Grundlage für Prognosen und Liquiditäts-/Finanzplanung. (Klassische Budgetfunktionen.)
#16 Handlungspläne („Mengenpläne“)
Aufgabe: Erläutern Sie, was man unter Handlungsplänen („Mengenplänen") versteht!
ANTWORT: Handlungspläne (Mengenpläne) sind die den Budgets vorgelagerten, in Mengen-/Realgrößen ausgedrückten Pläne: Sie legen die konkreten Maßnahmen, Aktivitäten und Mengengerüste fest (z. B. Absatzmengen, Produktionsmengen, Personalstunden, Stückzahlen, geplante Projekte). Erst durch Bewertung dieser Mengen mit Preisen/Kostensätzen entstehen daraus die wertmäßigen Budgets. Handlungspläne beantworten „Was tun wir und in welcher Menge?“, Budgets „Was kostet/bringt das in €?“.
#17 Die 11 Schritte der modernen Budgetplanung
Aufgabe: Nennen Sie die 11 Schritte der modernen Budgetplanung.
ANTWORT: Geprüfte Schrittfolge nach der ETFÜ-Kompass-Fragenbank (Prof. Rohleder, zu HBW 114 S. 1 ff.):
- Unternehmensziele festlegen
- Bereichsziele ableiten
- Aktivitäten & Maßnahmen planen
- Dafür notwendige Investitionen & Kosten ermitteln
- Zeitplan erstellen
- Budgetbedarf formulieren
- Entscheidungsvorlage erstellen
- Entscheidungsvorlage & Budgetbedarf prüfen
- Budget freigeben
- Budgets bei Bedarf anpassen
- Budgetverbrauch prüfen und ggf. eingreifen
Logik der Reihenfolge: top-down von den Zielen (1–2) über die Maßnahmen-/Mengenplanung (3) und deren wertmäßige Bewertung (4–6, vgl. #16/#18) zur Entscheidung/Freigabe (7–9) und schließlich zur rollierenden Kontrolle/Anpassung (10–11, vgl. #01). Die Schrittfolge verbindet damit die Bausteine der übrigen Abschnitte zu einem Ablauf.
Quelle: ETFÜ-Kompass U21 (Prof. Rohleder), Aufgabe „Nennen Sie die 11 Schritte der modernen Budgetplanung“ (HBW 114 S. 1 ff.).
#18 Henne oder Ei: Maßnahmen oder Budgets zuerst?
Aufgabe: Was plant man zuerst: Handlungen/Maßnahmen oder Budgets?
ANTWORT: Es kommt auf Bereich, Projekt und Unternehmen an (so die Kompass-Fragenbank):
- Große, teure Vorhaben (v. a. Investitionen): oft Budget zuerst. Der Budgetrahmen wird vorab gesetzt, um die Kosten zu begrenzen und die Wirtschaftlichkeit nicht durch unerwartet hohe Kosten zu gefährden; hier lohnt der Planungsaufwand, weil das Vorhaben für den Unternehmenserfolg wesentlich ist. (Budget als „Henne“.)
- Kleinere, kürzere Vorhaben: Maßnahmen zuerst, dann Budget. Der Aufwand einer vorgelagerten Budgetierung lohnt sich nicht (unwesentliche Kosten); man plant erst Handlung/Menge und leitet das Budget durch Bewertung mit Preisen/Kostensätzen ab. (Maßnahmen als „Henne“.)
Grundlogik der Bewertung: Ein Budget ist stets die wertmäßige Bewertung von Maßnahmen und Mengen (Menge × Preis/Kostensatz, vgl. #16). In der Praxis wird zwischen beidem im Gegenstromverfahren iteriert: Top-down vorgegebene Budgetrahmen begrenzen die möglichen Maßnahmen, während die Maßnahmen umgekehrt den Budgetbedarf begründen.
Quelle: ETFÜ-Kompass U21 (Prof. Rohleder), Aufgabe „#HenneOderEi“ (HBW 114 S. 1 ff.).
Quellen (Abschnitt 4): HBW 114 S. 1 ff.; ergänzend Horváth, Controlling; Weber/Schäffer, Einführung in das Controlling (Budgetierung, Budgetfunktionen).
VERWANDTE FRAGEN (zu Abschnitt 4):
- „Erläutern Sie an einem Beispiel, wie aus einem Mengenplan ein Budget wird.“ — Absatzplan 10.000 Stück × Verkaufspreis 50 € = Umsatzbudget 500.000 €; Materialbedarf 10.000 × 12 € = Materialkostenbudget 120.000 € usw. (Bewertung des Mengengerüsts mit Preisen/Kostensätzen).
- „Nennen Sie drei Funktionen von Budgets und erklären Sie eine möglichst mit Bezug zur Verhaltenssteuerung.“ — Koordination, Kontrolle, Motivation; Motivation: Budgetvorgaben wirken als Ziel/Anreiz, an dem Leistung gemessen wird — können aber Fehlanreize erzeugen (z. B. Budget-Ausschöpfung „use it or lose it“).
WARUM: Rohleders typische Drehung ist (a) der Übergang Menge→Wert (Mengenplan vs. Budget, #16/#18) und (b) die Funktionen/Wirkungen von Budgets inkl. ihrer Schattenseiten — beides testet Verständnis statt Definitionswissen. Die 11-Schritte-Frage ist reines Quellenwissen und daher hoch klausurrelevant; die punktbringende Originalfassung (aus der Kompass-Fragenbank) steht jetzt in #17.
5 Der Mittelfristplanungsprozess („Mifri“)
#19 Mittelfristplanungsprozess verdeutlichen
Aufgabe: Verdeutlichen Sie den Mittelfristplanungsprozess in geeigneter Weise!
ANTWORT:
Definition: Die Mittelfristplanung („Mifri“) ist der mehrjährige (typisch 3–5 Jahre), rollierende Planungs- und Umsetzungsprozess, der das strategische Ziel stufenweise in Budgets und Zielvereinbarungen übersetzt und mittels Gap-Analysen regelmäßig mit den Verantwortlichen rückkoppelt. Sie ist das Bindeglied zwischen langfristiger Strategie und kurzfristiger (operativer) Jahresbudgetierung.
Ablauf / Regelkreis (so zu visualisieren):
┌──────────────────────────────────────────────────────────┐
│ Strategisches Ziel (langfristig) │
└───────────────┬──────────────────────────────────────────┘
▼
Mittelfristziele (3–5 Jahre) festlegen
▼
Prognose / Basisentwicklung erstellen
▼
┌── Gap-Analyse: Soll ./. Prognose ──┐
│ (operative + strategische Lücke) │
└───────────────┬──────────────────────┘
▼
Maßnahmen ableiten → in Budgets &
Zielvereinbarungen übersetzen
▼
Umsetzung durch Verantwortliche
▼
Monitoring / Rückkopplung (Soll-Ist, Forecast)
▼
Rollierende Fortschreibung ──► (zurück zur Prognose,
ältere Periode fällt raus, neue Periode kommt hinzu)
Kernmerkmale, die die Darstellung zeigen muss:
- Rollierend (gleitende Fortschreibung, vgl. #01).
- Top-down-Übersetzung Strategie → Mifri-Ziele → Budgets/Zielvereinbarungen.
- Gap-Analyse als Steuerungsknoten (vgl. Abschnitt 3) mit operativer/strategischer Lücke.
- Regelmäßige Rückkopplung mit den Verantwortlichen (Gegenstrom, Regelkreis).
Quellen: Dossier-Vorgabe Abschnitt 5 („vgl. Folgeseite“); allgemein strategische-Planungs-/Controlling-Literatur (Horváth; Weber/Schäffer).
VERWANDTE FRAGEN:
- „Welche Rolle spielt die Gap-Analyse im Mifri-Prozess?“ — Sie ist der wiederkehrende Steuerungsknoten: In jedem Roll-Zyklus wird die Lücke zwischen Mittelfristziel und Forecast ermittelt, in operative/strategische Lücke zerlegt und in Maßnahmen/Budgets überführt — so erfolgt die regelmäßige Rückkopplung mit den Verantwortlichen.
- „Grenzen Sie strategische, mittelfristige und operative Planung nach Fristigkeit und Konkretisierungsgrad ab.“ — Strategisch: langfristig, grob, Richtungsentscheidungen; Mittelfristig (Mifri): 3–5 Jahre, übersetzt Strategie in Budgets/Zielvereinbarungen; Operativ: 1 Jahr, detailliert, Jahresbudget. Zunehmende Konkretisierung von strategisch nach operativ.
WARUM: Der Mifri ist der integrierende Abschnitt — Rohleder prüft hier gern, ob die Bausteine der vorherigen Kapitel (rollierende Planung #01, Gap-Analyse #08–#10, Budget #11ff.) zu einem Regelkreis zusammengeführt werden können. Die Drehung ist „Verknüpfung statt Einzelbegriff“.
6 Von der Budget- zur Finanzplanung
Quelle laut Dossier: „Eigene Recherche“.
#20 CAPEX
Aufgabe: Was versteht man unter CAPEX?
ANTWORT: CAPEX (Capital Expenditures, Investitionsausgaben): Ausgaben für die Beschaffung, Erweiterung oder Erneuerung langfristig nutzbarer Anlagegüter (Sachanlagen, abnutzbare immaterielle Vermögenswerte) — z. B. Maschinen, Gebäude, Fuhrpark, IT-Infrastruktur. CAPEX wird aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben; der Aufwand verteilt sich also auf mehrere Perioden statt sofort voll zu wirken. Investitionscharakter, meist mehrjährige Mittelbindung.
#21 OPEX
Aufgabe: Was versteht man unter OPEX?
ANTWORT: OPEX (Operational Expenditures, Betriebsausgaben): Laufende Ausgaben für den operativen Geschäftsbetrieb der Periode — z. B. Material, Löhne/Gehälter, Miete, Energie, Wartung, Marketing. OPEX wird sofort als Aufwand der Periode verbucht (nicht aktiviert). Kurzfristiger, wiederkehrender Charakter.
Merksatz Abgrenzung: CAPEX = „kaufen und nutzen über Jahre“ (aktiviert, abgeschrieben); OPEX = „verbrauchen in der Periode“ (sofort Aufwand). Klassische Drehung: Die Beschaffungsform verschiebt die Zuordnung — Kauf erzeugt CAPEX, laufende Miet-/Leasingraten zählen tendenziell als OPEX. Die genaue Bilanzierung hängt jedoch vom Leasingtyp ab (Operating- vs. Finance-Lease bzw. wirtschaftlicher Eigentümer), weshalb ein Leasinggut bei Aktivierungspflicht auch CAPEX-Charakter annehmen kann.
#22 TOTEX
Aufgabe: Was versteht man unter TOTEX?
ANTWORT: TOTEX (Total Expenditures): Die Summe aus CAPEX und OPEX (TOTEX = CAPEX + OPEX) — die gesamten Ausgaben über den Lebenszyklus bzw. eine Betrachtungsperiode. Das TOTEX-Konzept wird genutzt, um Investitions- und Betriebskosten gemeinsam zu betrachten und Fehlanreize zu vermeiden, die entstehen, wenn nur CAPEX oder nur OPEX optimiert wird (Lebenszyklus-/Total-Cost-of-Ownership-Perspektive; u. a. in regulierten Branchen verbreitet).
#23 Bruttokapitalbedarf (Bruttofinanzbedarf)
Aufgabe: Was versteht man unter Bruttokapitalbedarf (Bruttofinanzbedarf)?
ANTWORT: Der Bruttokapitalbedarf (Bruttofinanzbedarf) ist der gesamte Kapitalbedarf, der zur Finanzierung aller geplanten Vorhaben und des laufenden Betriebs erforderlich ist — ohne Verrechnung selbst erwirtschafteter oder bereits vorhandener Mittel. Er umfasst den Mittelbedarf für das Anlagevermögen (Investitionen) und das Umlaufvermögen (Working Capital) in voller Höhe.
Formel: Bruttokapitalbedarf = Kapitalbedarf Anlagevermögen + Kapitalbedarf Umlaufvermögen
(lt. Vorlesung U21) In der Mifri-Logik entspricht der Bruttokapitalbedarf im Kern der Summe aus CapEx + OPEX der Planperiode — also allem, was insgesamt an Mitteln gebunden bzw. ausgegeben werden soll. (Die Kompass-Fragenbank fasst ihn als „bereits erfolgte Finanzmittelbindungen [Altbestände] + zusätzliche, eingeplante Bindungen der Planperiode“.)
#24 Nettokapitalbedarf (Finanzierungsbedarf, Nettofinanzbedarf)
Aufgabe: Was versteht man unter Nettokapitalbedarf (Finanzierungsbedarf, Nettofinanzbedarf)?
ANTWORT: Der Nettokapitalbedarf (Finanzierungsbedarf, Nettofinanzbedarf) ist der Teil des Bruttokapitalbedarfs, der nach Abzug der intern verfügbaren Mittel (z. B. erwarteter Cashflow/Innenfinanzierung, vorhandene liquide Mittel) noch extern beschafft werden muss (Eigen-/Fremdkapital).
Formel: Nettokapitalbedarf = Bruttokapitalbedarf − verfügbare interne Mittel (Innenfinanzierung/liquide Mittel)
Er beziffert also den tatsächlichen externen Finanzierungsbedarf.
(lt. Vorlesung U21) Rohleder nennt fünf Deckungsquellen, um den Bruttokapitalbedarf (CapEx + OPEX) zu decken: (1) vorhandener Kassenbestand, (2) erwarteter Umsatz der Periode, (3) Einmaleffekte (z. B. Sale-and-Leaseback, Anlagenverkauf), (4) Eigentümer (zusätzliches Eigenkapital), (5) Bank (Fremdkapital). Nach den internen Quellen (1)–(3) verbleibt der über (4)/(5) extern zu deckende Nettokapitalbedarf. Rechnerisch (Kompass-Fragenbank): Liquidität zu Periodenbeginn + Umsatz − TOTEX; ein negativer Saldo ist der Nettokapitalbedarf.
Quellen (Abschnitt 6): Gabler Wirtschaftslexikon, Stichworte „CAPEX“, „OPEX“, „Kapitalbedarf / Finanzbedarf“, „Kapitalbedarfsrechnung“; Investitions-/Finanzierungslehre (z. B. Perridon/Steiner/Rathgeber, Finanzwirtschaft der Unternehmung); TOTEX: regulatorische Anwendung (z. B. Energienetz-Regulierung).
VERWANDTE FRAGEN (zu Abschnitt 6):
- „Ein Unternehmen plant Investitionen + Betriebsmittel von 8 Mio. € und erwartet einen Innenfinanzierungs-Cashflow von 3 Mio. €. Wie hoch sind Brutto- und Nettokapitalbedarf?“ — Bruttokapitalbedarf = 8 Mio. €; Nettokapitalbedarf = 8 − 3 = 5 Mio. € (extern zu beschaffen).
- „Ordnen Sie zu: Kauf einer Produktionsmaschine, monatliche Energiekosten, Softwarelizenz-Abo, Neubau einer Halle — jeweils CAPEX oder OPEX?“ — Maschine = CAPEX; Energiekosten = OPEX; Software-Abo = i. d. R. OPEX (laufend, nicht aktiviert); Hallenneubau = CAPEX.
WARUM: Die klassische Rohleder-Drehung ist (a) die Rechen-/Zuordnungsaufgabe Brutto→Netto (Abzug der Innenfinanzierung) und (b) die Einordnung von Beispielen in CAPEX/OPEX — beides prüft Anwendungskompetenz statt reiner Definition.
7 Fragen zum Lehrinhalt — #90 Priorisierung und konkrete Fragen
(persönlich — selbst ausfüllen)
Endziffern anpassen (0 = alles klar, 1 = Detail-Klärungsbedarf, 2 = Klärungsbedarf, 3 = völlig unklar) und eigene konkrete Fragen je Marker (#01–#24) eintragen. Rest-Feinschliff gegen die Originalquellen:
- #03–#07: Videoblog „Kennzahlen Teil 2“ Volltext + PDF (Inhalt durch Vorlesung U21 bestätigt)
- #17: 11-Schritte-Liste aus der Kompass-Fragenbank übernommen (erledigt); bei Bedarf mit HBW-114-Originalfassung gegenprüfen
- #19: Mifri-Grafik der „Folgeseite“ (Ablauf durch Vorlesung U21 bestätigt)
8 Vorschläge, Wünsche und Anregungen — #99 Feedback
(persönlich — selbst ausfüllen)
- Sonstige Frage: …
- Hinweis (z. B. toter Link): …
- Bitte: …
- Vorschlag: …
- Lob: …
- Kritik: …
Erstellt mit Unterstützung generativer KI (Claude/Anthropic), eigenständig zu überarbeiten. Sachquellen siehe oben.