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đŸ§© Antwort-GerĂŒste — Schritt fĂŒr Schritt durch jeden Aufgabentyp

ETFÜ — Wirtschaftsethik & UnternehmensfĂŒhrung · 90 P / 90 min / 8 Aufgaben · argumentativ

Antwort-GerĂŒste – Schritt fĂŒr Schritt durch jeden Aufgabentyp

Das ETFÜ-Pendant zu den Rechen-Kochrezepten: Bei Rohleder rechnet man nicht, man argumentiert strukturiert. Fast jede Aufgabe folgt einem von neun Mustern. Wer das Muster erkennt, hat den Bauplan der Antwort schon vor dem ersten Satz.

Rohleders vier eiserne Bewertungsregeln (gelten fĂŒr ALLES)

  1. EigenstĂ€ndig formulieren. Abgeschriebenes und „KI-Slop" gibt 0 Punkte, deshalb hat er den Altmeister-Service beendet. Fachbegriffe ja, wörtliche Übernahme nein.
  2. Zuerst der Begriff, dann die Argumentation. Keine Antwort ohne saubere Definition am Anfang.
  3. Beide Seiten, dann ein Fazit. Eine Position allein ist unvollstĂ€ndig. Das Fazit muss eine begrĂŒndete Entscheidung sein, kein „kommt darauf an" ohne Kriterium.
  4. AktualitĂ€t zĂ€hlt. Wo es passt, ein konkretes, aktuelles Beispiel. „VUCA und Digitalisierung" allein ist ihm zu billig.

Faustregel Punkte↔Umfang: ca. 1 Punkt = ein belastbarer Satz mit Fachbegriff. 10-Punkte-Aufgabe = Definition + 3–4 Pro + 3–4 Contra + Fazit. 4-Punkte-Aufgabe = 2 GrĂŒnde, je 2 SĂ€tze.

✍ Abschreiben ohne KI-Klang — sieben Umformungsregeln

Rohleder hat den Altmeister-Service beendet, weil er KI-Text sofort erkennt. Diese Unterlage ist ein Nachschlagewerk, keine Abschreibvorlage: Wer SĂ€tze wörtlich ĂŒbertrĂ€gt, ĂŒbertrĂ€gt auch deren Bauart. Beim Übertragen jede dieser Regeln anwenden, das dauert keine Sekunde lĂ€nger:

  1. Bei „ErlĂ€utern" nur ganze SĂ€tze mit Subjekt, PrĂ€dikat, Objekt. Stichworte zĂ€hlen dort null, und genau daran erkennt er auch kopierte Notizen. Umgekehrt gilt: bei „Nennen" reichen Stichworte, dort kosten ausformulierte SĂ€tze nur Zeit.
  2. Gedankenstrich-Ketten auflösen. Ein Satz aus dieser Unterlage mit zwei, drei EinschĂŒben wird zu zwei eigenen SĂ€tzen. Seine eigenen Klausurtexte kommen praktisch ohne Gedankenstrich aus; Handschrift voller „–" liest sich wie ein Sprachmodell.
  3. VerstĂ€rker weglassen. „genau", „eben", „letztlich", „im Kern", „entscheidend ist" streichen; der Satz sagt danach dasselbe.
  4. SatzanfĂ€nge wechseln. Nie dreimal hintereinander „Das ist 
" oder denselben Einstieg. Einmal mit dem Fachbegriff beginnen, einmal mit dem Akteur, einmal mit der Folge.
  5. Meta-SĂ€tze gehören nicht in die Antwort. Alles, was in dieser Unterlage kursiv oder in Klammern steht („der Operator lautet 
", „das hebt die Antwort 
"), ist Coaching fĂŒr dich und wĂ€re in einer Klausurantwort absurd.
  6. Fachbegriff plus eigenes Beispiel statt Adjektivhaufen. „Wichtig, zentral und aktuell" ist KI-FĂŒllung; ein konkretes Unternehmen oder eine Zahl ist eine Antwort.
  7. Keine erzwungenen Dreier-Listen. Wenn du zwei starke GrĂŒnde hast, schreib zwei. Der dritte, schwache verrĂ€t die Vorlage und bringt ohnehin nichts (Wiederholungen: null Punkte).

Muster 1 · „Ist X ein Y oder ein Z?" (These oder Antithese)

Erkennungszeichen: Die Frage stellt zwei gegensĂ€tzliche Deutungen gegenĂŒber. Beispiele: Subventionen – Sozialstaatspflicht oder Wettbewerbsverzerrung? · Gier – gut oder schlecht?

Bauplan:

  1. Begriff klĂ€ren – was ist X ĂŒberhaupt? Ein Satz, mit dem Mechanismus dahinter (bei Subvention: Eingriff in den Allokationsmechanismus Angebot/Nachfrage).
  2. Position Pro – 3–4 Argumente, jedes mit Fachkonzept verankert (Marktversagen, Daseinsvorsorge, Ordoliberalismus, SolidaritĂ€t, Diskursethik/kĂŒnftige Generationen).
  3. Position Contra – 3–4 Argumente, ebenfalls mit Fachkonzept (allokative Ineffizienz, Rent-Seeking/Lobby, Fehlanreiz, Mitnahmeeffekte, Rawls: hinter dem Schleier nicht wĂ€hlbar).
  4. AbwĂ€gung + begrĂŒndete Entscheidung – kein Entweder-oder, sondern unter welchen Bedingungen die eine, unter welchen die andere Seite gilt. Kriterien nennen (Zweck, Transparenz, Befristung, Wirksamkeit).

Der Satz, der die volle Punktzahl sichert: „X ist weder pauschal geboten noch pauschal verwerflich – vertretbar unter den Bedingungen A, B, C; abzulehnen, wenn D, E, F."

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Bevor du Pro/Contra abwĂ€gst, neutralisiere die Fragestellung in einem Halbsatz („Ich verstehe die Frage nicht als Gut/Böse, sondern als unter welchen Bedingungen
") – das zeigt Rohleder sofort, dass du sein „Wer paraphrasiert, bestimmt den Tonus" verstanden hast. Und hĂ€ng an das Fazit ein aktuelles Beispiel (z. B. Chip-Subvention/Intel Magdeburg, Energiepreisbremse) – AktualitĂ€t ist seine vierte Bewertungsregel.


Muster 2 · „Was versteht man unter X? Wann ist der Begriff fragwĂŒrdig?"

Erkennungszeichen: Ein Alltagsbegriff soll definiert und kritisch eingeordnet werden. Beispiele: „Überbevölkerung", „Unkosten", „Nachhaltigkeit", „Gier".

Bauplan:

  1. Definition (oft eigener Teilpunkt, 2–3 P.) – prĂ€zise, und wenn der Begriff aus der Alltagssprache stammt, das ausdrĂŒcklich sagen („gehört der Alltags-, nicht der Fachsprache an").
  2. Wann ethisch fragwĂŒrdig – mit ethischer FachbegrĂŒndung: verletzt die MenschenwĂŒrde (Kant: nie bloß als Mittel), aktiviert den blinden Fleck des Utilitarismus (Mehrheit gegen Minderheit), verschiebt Verantwortung, ist tendenziös.
  3. Wann vertretbar – nĂŒchtern-deskriptiv, ressourcen-/kontextbezogen, ohne Abwertung.
  4. Fazit = die Kontextfrage – „Entscheidend ist, wer X so nennt und wer das definiert."

Rohleder-Signatur: „Wer paraphrasiert, bestimmt den Tonus." Er will sehen, dass ein Begriff je nach Verwendung kippt.

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Nutze immer dasselbe 4-Punkt-PrĂŒfmuster und mach es explizit sichtbar: (1) Alltags- vs. Fachsprache, (2) Konnotation/Framing, (3) wer profitiert von der Deutung, (4) welche Grundposition wird gestĂŒtzt/verletzt. Setz einen neutralen Fachbegriff dagegen (TragfĂ€higkeit statt „Überbevölkerung", kalkulatorische Kosten statt „Unkosten") und flagge den Sein-Sollen-Fehlschluss, falls einer drinsteckt – das hebt die Antwort ĂŒber die reine Definition hinaus.


Muster 3 · „ErlĂ€utern Sie den Unterschied zwischen X und Y"

Erkennungszeichen: Zwei verwandte Fachbegriffe, die verwechselt werden. Beispiele: ProfitabilitĂ€t vs. RentabilitĂ€t · strategisch vs. langfristig · Struktur vs. Strategie · Handeln aus Pflicht vs. pflichtgemĂ€ĂŸes Handeln · Sitte vs. Norm · Moral vs. Ethik.

Bauplan:

  1. GegenĂŒberstellung – am besten als Tabelle: je Begriff die Leitfrage, der Bezug, ein Beispiel.
  2. Die Rolle/Konsequenz – warum die Unterscheidung praktisch zĂ€hlt. Das ist der teuerste Teil: Nicht nur definieren, sondern sagen, was schiefgeht, wenn man sie verwechselt.

Die hĂ€ufigsten Paare, die Rohleder prĂŒft:

Begriff Kern Verwechslungsfalle
ProfitabilitĂ€t erzielt das Unternehmen Gewinn? (Marge) ↔ RentabilitĂ€t – ProfitabilitĂ€t ignoriert Kapitaleinsatz und Risiko
RentabilitÀt lohnt sich das eingesetzte Kapital? (ROI, EKR) macht das Unternehmen als Geldanlage vergleichbar
strategisch grundlegend, richtungsbestimmend, schwer umkehrbar ↔ langfristig – strategisch ≠ „weit weg in der Zeit"; eine Tagesentscheidung kann strategisch sein
Struktur Aufbau-/Ablauforganisation ↔ Strategie – Struktur ist das Wie der Organisation, nicht das Wohin
Handeln aus Pflicht aus Achtung vors Sittengesetz (Kant) ↔ pflichtgemĂ€ĂŸ – pflichtgemĂ€ĂŸes Handeln kann aus Eigennutz geschehen; nur „aus Pflicht" hat moralischen Wert
Moral die gelebten Werte einer Gemeinschaft ↔ Ethik – Ethik ist die Reflexion ĂŒber Moral, nicht die Moral selbst
Sitte Ă€ußerlich befolgter Brauch ↔ Norm – die Norm beansprucht Geltung, die Sitte nur Üblichkeit
Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Der teuerste Punkt ist nicht die Definition, sondern die Konsequenz-Zeile: „Verwechselt man beide, passiert X." Beispiel: Wer ProfitabilitĂ€t mit RentabilitĂ€t verwechselt, hĂ€lt ein margenstarkes, aber kapitalfressendes GeschĂ€ft fĂŒr gesund. Schreib zu jedem Paar einen solchen „Was-geht-schief"-Satz – das trennt die 1,3- von der 2,7-Antwort.


Muster 4 · „Nennen und erlĂ€utern Sie zwei/drei/vier 
 GrĂŒnde/Argumente"

Erkennungszeichen: Eine feste Zahl ist verlangt. Genau diese Zahl liefern – eher eine mehr als eine zu wenig.

Bauplan je Punkt: Fettbegriff → ein Satz ErklĂ€rung → wenn möglich ein Beispiel. Nicht: Stichwort ohne BegrĂŒndung (gibt halbe Punkte). Nicht: fĂŒnf schwache statt drei starke.

Beispiel – „Zwei GrĂŒnde, warum AGs auf angemessene Gewinne angewiesen sind":

  1. Wettbewerb um Eigenkapital am Kapitalmarkt. AktionÀre erwarten eine risikoadÀquate Rendite; bleibt sie aus, ziehen sie Kapital ab, der Kurs fÀllt, neues Eigenkapital wird teuer oder unmöglich.
  2. Substanzerhalt und ZukunftsfĂ€higkeit. Gewinne finanzieren ĂŒber den Cashflow Ersatz-, Erweiterungs- und F&E-Investitionen. Ohne sie verkĂŒmmern die Erfolgspotenziale (GoPro/Segway).

Wenn die Klausur vom 23.07. zeigt (KOLE), dass Rohleder gern „vier Punkte" fragt und man nur drei parat hat: Bei ETFÜ ist das Gegenmittel, immer einen Reserve-Punkt zu kennen – bei fast jeder GrĂŒnde-Frage trĂ€gt „License to Operate / gesellschaftliche LegitimitĂ€t" als vierter Grund.

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Liefere einen Grund mehr als verlangt (bei „drei" also vier) – der Extra-Grund ist dein Puffer, falls einer der drei nicht zĂ€hlt. Halte je Thema einen Reserve-Grund bereit: License to Operate (LegitimitĂ€t), Substanzerhalt/CAPEX, Risikostreuung, Mitarbeitermotivation. Jeder Punkt zwingend nach dem Bauplan Fettbegriff → ein Satz → Beispiel – Stichworte ohne BegrĂŒndung geben nur halbe Punkte.


Muster 5 · „ErlĂ€utern Sie das Modell X und wenden Sie es an"

Erkennungszeichen: Ein benanntes Modell (Schein, Handy, Bleicher, Hall-Eisberg, 7-S, PDCA, BSC, Gap-Analyse, Du-Pont/ROI, STEEP).

Bauplan:

  1. Modell benennen + Urheber + Zweck – ein Satz.
  2. Bestandteile vollstĂ€ndig – bei einem 3-Ebenen-Modell alle drei, bei 7-S alle sieben. Rohleder zĂ€hlt die VollstĂ€ndigkeit.
  3. Am Fall anwenden – der eigentliche Punktebringer. Reines Wiedergeben des Modells ist die halbe Miete; die Anwendung auf den geschilderten Fall ist die andere.

Die Modell-Steckbriefe, die sicher sitzen mĂŒssen:

Modell Urheber Kern in einem Satz
3-Ebenen-Modell der Kultur Schein Artefakte (sichtbar) → bekundete Werte → Grundannahmen (unsichtbar, wirksam)
Eisbergmodell Hall ĂŒber Wasser das Sichtbare, unter Wasser Werte/Annahmen – der grĂ¶ĂŸere, gefĂ€hrlichere Teil
Kulturtypen Handy Macht-, Rollen-, Aufgaben-, Personenkultur
Management-Ebenen Bleicher (St. Galler) normativ → strategisch → operativ
7-S-Modell Peters & Waterman Strategy, Structure, Systems (hart) · Style, Staff, Skills, Shared Values (weich)
PDCA-Zyklus Deming Plan → Do → Check → Act; Grundlage von Kaizen/TQM/Lean
Balanced Scorecard Kaplan & Norton Finanzen · Kunden · Prozesse · Lernen & Entwicklung – verbunden ĂŒber die Strategy Map
Du-Pont / ROI Du Pont ROI = Umsatzrendite × Kapitalumschlag; zerlegt die Rendite in ihre Treiber
STEEP – Social, Technological, Economic, Ecological, Political – Raster der Umfeldanalyse
Gap-Analyse – LĂŒcke zwischen Ziel-, Plan- und Ist-Entwicklung; operative vs. strategische LĂŒcke
Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Reines Wiedergeben des Modells ist nur die halbe Miete – der Punktebringer ist die Anwendung auf den geschilderten Fall. Nenne zuerst Urheber + Zweck in einem Satz (zeigt SouverĂ€nitĂ€t), dann alle Bestandteile vollstĂ€ndig (bei 7-S alle sieben – Rohleder zĂ€hlt sie), und schließe mit „angewandt auf den Fall bedeutet das 
". Ein Modell ohne Fallbezug bleibt bei 3,0 stehen.


Muster 6 · „Was meinen die Autoren? ErlĂ€utern Sie zwei Argumente" (Zitat/Aussage)

Erkennungszeichen: Ein Zitat, ein Autorenpaar (Hall/Saias „Strategy follows Structure"), eine provokante Aussage.

Bauplan:

  1. Aussage in eigenen Worten paraphrasieren – zeigen, dass man sie verstanden hat. Oft steckt eine Umkehrung dahinter (Hall/Saias kehren Chandlers „structure follows strategy" um).
  2. Einordnen – welche Denkschule, welcher Gegensatz.
  3. Zwei unabhĂ€ngige Argumente – betont unabhĂ€ngig: nicht dasselbe zweimal. Bei Hall/Saias: (a) die Struktur filtert die Wahrnehmung – das Management sieht nur strukturkonforme Optionen; (b) vorhandene Ressourcen, Routinen und Machtstrukturen lassen nur strukturkompatible Strategien zu (PfadabhĂ€ngigkeit).
Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Erkenne, ob eine Umkehrung eines bekannten Lehrsatzes vorliegt (Hall/Saias kehren Chandlers „structure follows strategy" um), und benenne beide Richtungen: das Original und die Gegenthese, mit einem Satz, warum das Zusammenspiel bidirektional ist. Achte darauf, dass deine zwei Argumente wirklich unabhĂ€ngig sind (nicht zweimal dasselbe) – Rohleder zieht Punkte ab, wenn Argument 2 nur Argument 1 umformuliert.


Muster 7 · Kennzahl herleiten und interpretieren

Erkennungszeichen: Eine Zahl ist zu bilden und zu deuten (ROI, RentabilitÀt, EBIT-Marge, Kennzahlenvergleich).

Bauplan:

  1. Formel nennen und Symbole definieren (Deckblatt-Pflicht).
  2. Rechnen, auf 2 Nachkommastellen – auch bei Prozentwerten.
  3. Interpretieren – der entscheidende Teil: Was sagt die Zahl ĂŒber die Steuerung? Vergleich womit (Vorjahr, Branche, Kapitalkosten)? Eine Kennzahl ohne Vergleichsmaßstab ist wertlos – genau das prĂŒft Aufgabe „Kennzahlenvergleiche".

Die GewinngrĂ¶ĂŸen-Kaskade, die man rĂŒckwĂ€rts wie vorwĂ€rts können muss: Umsatz → EBITDA (vor Zinsen, Steuern, Abschreibung) → EBIT (Betriebsergebnis) → EBT (vor Steuern) → JahresĂŒberschuss → Cashflow.

ROI als Treiberbaum (Du-Pont): ROI = Umsatzrendite × Kapitalumschlag = (Gewinn/Umsatz) × (Umsatz/Kapital). Zwei Stellschrauben: Marge verbessern oder Kapital schneller umschlagen.

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Die Zahl allein bringt nur die halben Punkte – der Rest steckt in der Interpretation mit Vergleichsmaßstab: „Eine Kennzahl ohne Vergleich ist wertlos." Sag immer womit du vergleichst (Vorjahr/Zeitvergleich, Branche/Benchmark, Kapitalkosten/WACC) und was folgt. Runde auf 2 Nachkommastellen (Deckblatt-Pflicht) und definiere die Symbole. Beim Du-Pont: benenne, welcher der zwei Treiber die Abweichung verursacht.


Muster 8 · Der ethische Fall (Stakeholder-Argumentation)

Erkennungszeichen: Ein konkreter Fall (BASF China, „Lieber reich und gesund", Beamte in die Rentenkasse), zu dem man Stellung nehmen soll.

Bauplan – Rohleders eigenes Raster:

  1. Stakeholder identifizieren – wer ist betroffen? (EigentĂŒmer, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Staat, Gesellschaft, Umwelt, kĂŒnftige Generationen).
  2. Interessen und Konflikte benennen – wer will was, wo kollidiert es?
  3. Mit mindestens zwei Grundpositionen bewerten – je nach Fall:
    • deontologisch (Kant): Ist die Handlung als allgemeines Gesetz denkbar? Wird jemand bloß als Mittel benutzt?
    • teleologisch (Utilitarismus): Maximiert sie den Gesamtnutzen? Wo ist der blinde Fleck (die geopferte Minderheit)?
    • Gerechtigkeit (Rawls): WĂŒrde man die Regel hinter dem Schleier des Nichtwissens wĂ€hlen?
    • Diskursethik: WĂŒrden alle Betroffenen in einem herrschaftsfreien Diskurs zustimmen?
  4. BegrĂŒndete Position – eine Entscheidung treffen, nicht ausweichen. Rohleder akzeptiert jede Position, wenn sie sauber begrĂŒndet ist.

Warnung, die Rohleder liebt: Der Sein-Sollen-Fehlschluss – „Wir haben das immer so gemacht" begrĂŒndet nichts. Und der naturalistische Fehlschluss – aus „ist natĂŒrlich" folgt kein „ist gut".

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Rohleder bewertet die Methode, nicht die „richtige" Meinung – also: eine Position begrĂŒndet beziehen und nicht ausweichen („kommt darauf an" ohne Kriterium gibt keine Punkte). Wende mindestens zwei Grundpositionen konkret am Fall an (nicht abstrakt referieren) und schließe mit „we agree to disagree". Flagge einen Denkfehler (Sein-Sollen / naturalistisch / „pflichtgemĂ€ĂŸ statt aus Pflicht") – das ist genau das Signal, das er sehen will.


Muster 9 · „Üben Sie Kritik an X" / „Nehmen Sie kritisch Stellung"

Erkennungszeichen: Rohleders Lieblingsformulierung. Verlangt wird nicht Ablehnung, sondern eine strukturierte WĂŒrdigung: Was leistet X – wo sind die Bruchstellen – was folgt daraus?

Bauplan (immer gleich):

  1. X kurz korrekt wiedergeben (2–3 SĂ€tze). Wer kritisiert, was er nicht verstanden hat, verliert alles.
  2. Leistung anerkennen – ein Satz, was X kann/wofĂŒr es gedacht war (zeigt Fairness, kostet nichts).
  3. 3–4 Kritikpunkte aus dem Raster unten, je mit BegrĂŒndung + Beispiel.
  4. Fazit als Reichweiten-Aussage, nicht als Verriss: „X bleibt brauchbar als A, taugt aber nicht als B."

Das Kritik-Raster – zehn Angriffspunkte, die auf fast jedes Modell passen

# Angriffspunkt Leitfrage Beispiel aus dem Stoff
1 PrÀmissen / Menschenbild Welche Annahmen stecken unausgesprochen drin? Homann unterstellt den eigennutz-getriebenen Akteur; Ulrich hÀlt dagegen: der Mensch ist reflexionsfÀhig
2 Empirische Belegbarkeit Ist das belegt oder plausibel klingende Behauptung? Maslows strikte Hierarchie gilt als nicht belegt; Kohlberg misst nur BegrĂŒndungen, nicht Verhalten
3 Reichweite / Kontextbindung Wo gilt es nicht (Zeit, Kultur, GrĂ¶ĂŸe, Branche)? Tugendethik setzt die ĂŒberschaubare Polis voraus – versagt in anonymen Großgesellschaften
4 Blinde Flecken / VollstÀndigkeit Wer oder was fehlt in der Betrachtung? Utilitarismus: die geopferte Minderheit; klassisches Stakeholder-Bild: Umwelt & Nachwelt
5 Operationalisierbarkeit Ist es praktisch umsetzbar und messbar? Diskursethik ist ideal, aber real kaum herstellbar (DiskursunfÀhige, strategisches Handeln)
6 Fehlanreize / MissbrauchsanfĂ€lligkeit Was passiert, wenn man es falsch anwendet? KPI-Steuerung → Opportunismus & Tunnelblick; MBO-Mengenziele → faule Kredite; CSR → Greenwashing
7 Statik vs. Dynamik HĂ€lt es dem Wandel stand? License to Operate ist nicht statisch; Kano: Begeisterung wird zur Basiserwartung
8 Denkfehler Steckt ein logischer Fehlschluss drin? Sein-Sollen-Fehlschluss („haben wir immer so gemacht"), naturalistischer Fehlschluss, ScheinkausalitĂ€t
9 Interessengebundenheit Wem nĂŒtzt genau diese Deutung? „Wer paraphrasiert, bestimmt den Tonus"; Lobby-Interessen bei Subventionen
10 Aufwand-Nutzen Steht der Aufwand zum Ertrag? Kennzahlenkataloge statt weniger wirksamer Kennzahlen; Strategieabteilung als Apparat

Faustregel: Drei Punkte aus verschiedenen Zeilen des Rasters schlagen fĂŒnf Varianten desselben Einwands. Mindestens einen Denkfehler (Zeile 8) und einen blinden Fleck (Zeile 4) nennen – das sind Rohleders Signaturthemen.

Der 1,3-Booster – ĂŒber das Gefragte hinaus

Kritik ohne Gegenvorschlag bleibt bei 2,x stehen. HĂ€ng an jeden Kritikpunkt einen halben Satz „
besser wĂ€re / zu ergĂ€nzen wĂ€re 
" (z. B. Kohlberg → um Emotion/Intuition ergĂ€nzen [Haidt]; Ein-KPI → Balanced Scorecard; VUCA → um BANI/Weak Signals erweitern; Selbstverpflichtung → Managementhaftung). Und schließe nie mit „X ist schlecht", sondern mit der Reichweiten-Formel: „Als Diagnose/Orientierung tauglich, als alleiniges Steuerungsinstrument nicht."


Der Notfall-Bauplan, wenn nichts passt

Falls eine Aufgabe in kein Muster fÀllt, trÀgt fast immer:

Begriff definieren → in eine Grundposition/ein Modell einordnen → beide Seiten → begrĂŒndetes Fazit mit einem aktuellen Beispiel.

Das ist die DNA jeder Rohleder-Antwort. Wer damit anfÀngt, schreibt nie eine leere Seite.


đŸŽ™ïž Rohleder-Signale aus der Vorlesung

BeilĂ€ufige Andeutungen aus den Panopto-Aufzeichnungen – wörtlich belegt. Das steht in keinem Skript und entscheidet oft ĂŒber die letzten Punkte.

Meta / Klausurformat – Die Quelle darf mit in die Klausur

Signal: Auf die Frage eines Studierenden, ob dessen Definition des Handlungsprinzips passe, antwortet Rohleder: „Nee, fĂŒr mich passt das. 
 Sie haben ja die Quelle dabei in der Klausur. Von daher passt das." (U08) Klausur-Konsequenz: Es wird nicht auf Wortlaut-Auswendiglernen geprĂŒft, sondern auf Anwendung. Definitionen nicht abschreiben-ĂŒben, sondern Holzmann-Seiten so aufbereiten/markieren, dass Begriffe in der Klausur schnell auffindbar sind. Punkte gibt es fĂŒr das, was NICHT im Buch steht: eigenes Beispiel, Einordnung, Transfer.

Meta / Lernziel – Definition allein reicht nie, Beispiel ist Pflicht

Signal: AusdrĂŒcklich als Lernzielformulierung: „Es geht nur darum, dass Sie es verstanden haben, dass Sie das anwenden können, dass Sie das mit Beispielen treffend illustrieren können. Das sind die Lernziele, diese Begriffe." Vorher schon: „Wir brauchen nur, damit wir das verstanden haben, fĂŒr jedes dieser Felder mal ein Beispiel." (U05) Klausur-Konsequenz: Antwortschema fĂŒr jede Begriffsfrage: (1) knappe Definition, (2) konkretes Beispiel, (3) Abgrenzung zum Nachbarbegriff. Eine Antwort ohne Beispiel ist bei ihm eine halbe Antwort.

Meta / Was ihn Ă€rgert – KI-Sprache und generische Antworten

Signal: Er erkennt und benennt KI-Antworten sofort: „Das ist eine Chatchi-BD-Antwort mit dem einleitenden Satz, ganz typisch." und „Chatchi-BD, da kommt nichts Wirtschaftnis bei rum." (U05) Ebenso: „Okay, ja, klingt ein bisschen nach KI, aber ist im Grunde schon richtig." (U07) Und am schĂ€rfsten: „Das ist alles sehr generisch. Ich hĂ€tte gerne etwas Konkretos." (U07) Klausur-Konsequenz: Keine glatten AllgemeinplĂ€tze („Nachhaltigkeit ist wichtig fĂŒr den langfristigen Erfolg"). Immer runter auf Fallebene: Firmenname, Zahl, Branche, konkrete Entscheidung. Genau ein konkretes Beispiel schlĂ€gt drei abstrakte SĂ€tze.

Übergreifend – Was ihn Ă€rgert: KI-Geschwafel ohne Quelle

Signal: Mehrfach quer durch alle vier Termine: „statt der KI sollten Sie wirklich mal ins Lehrbuch schauen" · „Klingt ein bisschen nach schlechter KI" · „Achtung, ja, Vorsicht KI" · zu CSR-Kommunikation: „die mĂŒssen auch mehr als geschwafelt drauf haben [
] Am besten KI-generiertes Geschwafel. Die Leute merken das." Umgekehrt lobt er Quellenangaben ausdrĂŒcklich: „Hier sogar mit Quellenangabe, finde ich super" und „Quelle co-pilot, finde ich super. Ja, auch prima, dass Sie die Quelle mit angegeben haben." Klausur-Konsequenz: Er hasst nicht die KI, sondern die unbelegte, glatte Formulierung ohne Substanz. In der Klausur: kurze, konkrete SĂ€tze mit Beispiel und Zahl statt runder AllgemeinplĂ€tze. Wo möglich Autor/Modell benennen (Schein, Handy, Hall, Bleicher, Haidt, Kohlberg, Rappaport, Peters/Waterman).

Übergreifend – Was er hören will: keine Esoterik, Zahlen dranheften

Signal: „Weil wir stehen in der BWL immer unter Esoterikverdacht. Dass wir also was labern, was nicht relevant ist. Das haben wir uns im Grunde selbst zuzuschreiben, weil wir das in den 1980ern [
] auch so getan haben. [
] Die kann sehr, Maßnahmen orientiert sein, sehr hands-on und vor allem die Euro nicht aus dem Auge verlieren." Und: „Damit wir uns, wenn es dann heißt, ach Gott, Kultur, wir brauchen Kultur im Unternehmen, wir wollen Kohle verdienen. Wie wird das in Euro umgesetzt?" Klausur-Konsequenz: Antwortstruktur fĂŒr alle „weichen" Themen (Kultur, CSR, Leadership, Vertrauen): Konzept → Wirkmechanismus → zahlungswirksame Konsequenz. Wer nur die weiche Ebene liefert, trifft seinen Anspruch nicht.

Übergreifend – Was er hören will: erst Fakten prĂŒfen, dann bewerten

Signal: Zum Bio-Milch-/Medikamenten-Einwand: „Erstens stimmt das, da mĂŒssen wir jetzt die Fakten recherchieren. Zweitens, wenn es stimmt, wĂ€re das ethisch, wĂ€re das in meinem Sinne also gut." Ähnlich beim Knopf-Dilemma eines Studierenden: „Jetzt spontan tatsĂ€chlich mĂŒsste ich mir die Entscheidungssituation mal aufschreiben." Klausur-Konsequenz: Bei Bewertungsaufgaben zweistufig antworten: (1) Faktenlage/Annahmen benennen, (2) unter dieser Annahme bewerten. Er macht das selbst vor und honoriert es sichtbar.

Organisatorisch – Was aus dem Stoff herausgenommen wurde

Signal: Zum Stakeholder-Ansatz: „den mĂŒssen Sie nicht bearbeiten. Ich halte das fĂŒr interessant, ich halte das fĂŒr spannend, aber Sie wahrscheinlich nicht." Zu Unit 14: „Die hatte ich herausgenommen, dass das hier, damit Sie das nicht auch noch vorbereiten mussten." Zu Unit 20: „Die Uni 20 haben wir kassiert [
] Da ist auch nicht viel Fleisch am Knochen gewesen." Zu Ethik im Unternehmen/CSR: „ich kann das hier in EtvĂŒ ohnehin nur extrem kurz behandeln. Deshalb gibt es dazu ein eigenes Wahlfach." Klausur-Konsequenz: CSR und Stakeholder-Management sind bewusst flach gehalten – dort reicht Überblick + AnwendungsfĂ€higkeit (siehe „das ist der Deal"). Die Tiefe liegt bei Unternehmenskultur und Behavioral Business Ethics. Lernzeit entsprechend gewichten.

Formalia – Wiederholungen bringen null Punkte

Signal: Bei der Bewertung einer Studi-Antwort zur EffektivitĂ€t: „Dann ist realistische messbare Ziele eine Wiederholung. DafĂŒr gibt es keine extra Punkte." Klausur-Konsequenz: Bei „nennen Sie X GrĂŒnde" mĂŒssen es X verschiedene GrĂŒnde sein („fĂŒnf verschiedene GrĂŒnde"). Umformulierungen desselben Arguments werden als eine Nennung gewertet. Vor dem Abgeben prĂŒfen: sind meine 5 Punkte wirklich 5 Dimensionen?

Betreuung – Fragestunde & Deadline

Signal: U24/25-Schluss: „Ich habe Zeit fĂŒr Ihre Fragen zur Klausur, die Sie bitte vorab per E-Mail stellen, damit ich das 
 auch ein bisschen vorbereiten kann. Das machen wir online 
 Mindestens drei Teilnehmende ist da auch die Regel." Und: „die Fragen zur Klausur, die Sie stellen wollen, die sollten Sie besser bis Dienstag nĂ€chsten Woche bei [mir] haben." In U22/23: „bitte machen Sie auch schon Ihr Daumenkino im Stoff und schicken Sie mir Fragen 
 fĂŒr die Klausuren, fĂŒr die Altmeister[Alt]klausur, die Sie haben". Klausur-Konsequenz: Er bereitet Antworten auf eingereichte Fragen vor – die Aufzeichnung dieser Fragestunde (30.6.) ist die dichteste Klausur-Quelle. Altklausuren existieren und er nimmt darauf Bezug. Warnung: „Bitte keine Risiken dahingehend. Das sind alles Schieben bis in die letzte Veranstaltung."

KI-Antworten – sein HauptĂ€rger, quer durch alle drei Vorlesungen

Signal: „KI Slop sind so wertvoll, ja. Sie zeigen ein Unternehmen seine Inputs in Outputs verwandelt. Nee, zeigen sie nicht." · „Also, Vorsicht mit der KI." · „Also es ist ein Cash-Ergebnis, das ist ganz wichtig, da kann die KI jetzt nicht trauen." · „typisches KI-Artifakt" · zur Depreciation/Amortization-Unterscheidung: „so eine Eins-zu-Eins-Übersetzung, so ein bisschen KI-mĂ€ĂŸig". Zur Verantwortung: „KI unterschreibt keine Bilanzen." Klausur-Konsequenz: Generische, glatt formulierte LehrbuchsĂ€tze ohne PrĂ€zision werden aktiv abgestraft. Was er belohnt, zeigt er beim Korrigieren: „Toll, dass sie die Quelle hier unten mal deklariert haben", „Sehr schön formuliert", „Sehr richtige Ein[w]ertung hier". Also: eigene PrĂ€zisierung, EinschrĂ€nkung („kann", „operative LiquiditĂ€t"), Gegenbeispiel, nicht Wohlklang.

ProduktivitĂ€t ≠ Effizienz – explizite Verwechslungswarnung

Signal: „Achtung, ProduktivitĂ€t ist kein Synonym fĂŒr Effizienz, weil das eben was anderes ist. So, Synonyme sind Begriffe gleicher Bedeutung." Effizienz = „WerteverhĂ€ltnis von Output zu In[put], Wirtschaftlichkeit und hat keine Dimension im engeren Sinne." Klausur-Konsequenz: ProduktivitĂ€t = Mengen/Mengen; Effizienz/Wirtschaftlichkeit = Werte/Werte, dimensionslos. Nie gleichsetzen. Ebenso: „höhere ProduktivitĂ€t fĂŒhrt hĂ€ufig zu niedrigeren StĂŒckkosten 
 Kann." → „deshalb fĂŒhrt eine hohe ProduktivitĂ€t nicht automatisch zu einer hohen RentabilitĂ€t."

Effizienz – die Ein-Satz-Antwort, die er hören will

Signal: „wann ist ein Unternehmen effizient? Das sollten sie nach einem Betriebswirtschaftlichen Studium in einem Satz beantworten können und die einfache Formulierung, die sich da bewĂ€hrt, ist, wenn es nichts verschwendet. Ja, das ist etwas, was die Lai[in] eben auch wunderbar versteht." Vorher: „TatsĂ€chlich ist das ein bisschen, sag ich mal peinlich, dass wir das hier 
 noch mal thematisieren 
 Aber ich erlebe halt immer wieder, dass man nicht belastbar darauf zurĂŒckgreifen kann." Klausur-Konsequenz: Effizienz = „nichts verschwenden" (die richtigen Dinge richtig tun), EffektivitĂ€t = Zielerreichungsgrad in Prozent („Wirkungsgrad"). Genau diese laienverstĂ€ndliche Kurzform liefern – er hĂ€lt das fĂŒr Grundlagenwissen und straft Schwafeln ab.

Ökonomisches Prinzip – die Standardfehler-Stelle

Signal: Aufgabenstellung im Dossier: „formulieren sie das ökonomische Prinzip zunĂ€chst vernĂŒnftig korrekt und dann in eigenen Worten." Seine Korrektur: „Wichtig ist, dass man nicht gleichzeitig an beidem wackeln kann. TatsĂ€chlich gibt es eine abhĂ€ngige und eine unabhĂ€ngige [GrĂ¶ĂŸe]." Zur KI-Antwort mit „vorhandenen und gegebenen Mitteln": „was soll denn der Unterschied vorhanden und gegeben? Also, 
 das ist geschwafelt." Klausur-Konsequenz: Maximum- vs. Minimumprinzip sauber trennen und explizit sagen, dass Extremumprinzip (beides gleichzeitig) unzulĂ€ssig ist. Erst Lehrbuchformulierung, dann eigene Worte – die Aufgabe verlangt beides.

GKR – warum FK-Zinsen im ZĂ€hler addiert werden (Rechenlogik-Frage)

Signal: Er nennt das ausdrĂŒcklich „die spannende Frage" und hat dazu „ein Rechenbeispiel, ein Zahlenbeispiel" in die Downloads gelegt: „Ein Unternehmen, das viel Fremdkapital nutzt, hat einen hohen Zinsaufwand und damit einen kleinen JahresĂŒberschuss, hĂ€tte damit eine niedrige GesamtkapitalrentabilitĂ€t 
 aber die GesamtkapitalrentabilitĂ€t soll nicht von der Finanzierung abhĂ€ngen." Plus: „Der ZĂ€hler des Bruchs heißt auch Return, also Ertrag und nicht JahresĂŒberschuss." Klausur-Konsequenz: Antwort: Neutralisierung des Finanzierungseffekts – bei gleichem JÜ und gleichem Kapitaleinsatz muss unabhĂ€ngig von der Finanzierungsstruktur dieselbe GKR herauskommen; FK-Zinsen sind Ertrag, den die Fremdkapitalgeber vorab schon erhalten haben. Mit kleinem Zahlenbeispiel (EK-finanziert vs. FK-finanziert) belegen – Rechenweg zeigen.

OpportunitĂ€tskosten – er nennt es das zentrale Thema der BWL

Signal: „Hauptsache ist, Sie wissen, dass das eines der wichtigsten Bewertungskriterien der Betriebswirtschaftslehre[r] ist, unser zentrales Thema. Was wĂ€re die zweitbeste Lösung gewesen? Daran mĂŒssen wir es messen." Klausur-Konsequenz: Definition (entgangener Nutzen/Ertrag der besten nicht gewĂ€hlten Alternative) + drei Anwendungsorte parat haben: (1) kalkulatorische Kosten (Unternehmerlohn, Eigenkapitalzinsen, Miete) – Zweck: „damit wir schlicht und ergreifend nicht zu billig verkaufen"; (2) alternativ pauschaler Gewinnzuschlag in der Kalkulation; (3) Zinssatz in der dynamischen Investitionsrechnung.

Zins in der Investitionsrechnung – seine Begeisterungsstelle

Signal: „Das ist etwas nahezu Magisches. Wir können das Risiko damit abbilden. Wir können Zeit[prĂ€]ferenzen damit abbilden. Wir können die entgangene Rendite 
 abbilden. All das steckt im Zins." Klausur-Konsequenz: Drei Funktionen des Kalkulationszinses nennen (Risiko, ZeitprĂ€ferenz, OpportunitĂ€t). Dazu die drei gĂ€ngigen dynamischen Verfahren: Kapitalwertmethode („zinst ab auf den Tag der Entscheidung"), interner Zinsfuß, AnnuitĂ€tenmethode („ermittelt die Breite des Entnahmestroms"); Endwertmethode „zinst auf auf den Zahltag", ist aber „nicht [ge]lĂ€ufig".

Kapitalwert – die geforderte Interpretation

Signal: „im Grunde genommen sagt er aus, was sie zum Investitionszeitpunkt durch diese Investition mehr besitzen, als wenn sie diese Investition unterlassen. Das ist der Kapitalwert. Deshalb nochmal dieses hervorheben[, der] Zeitpunkt." Und: „Der Kapitalwert entspricht dem Gewinn, der ĂŒber die OpportunitĂ€tskosten hinausgeht." Klausur-Konsequenz: Nie nur „Barwert der Zahlungsreihe" schreiben – die Vermögensmehrung zum Entscheidungszeitpunkt gegenĂŒber der Unterlassungsalternative benennen. Bewertungsmaßstab (OpportunitĂ€tskosten) explizit machen.

Soll- vs. Planwert – bewusste Abweichung von der Praxis

Signal: „in der Praxis haben wir das Problem, dass die Leute nicht unterscheiden zwischen Sollwerten und Zielwerten beziehungsweise Planwerten 
 der Sollwert, der ist immer am Ende einer Periode 
 diese Meilensteine bilden die Planwerte, ja, auch als Zielwerte zu bezeichnen." Und: „Die Praxis verzichtet auf diese strengere Unterscheidung, wie ich sie Ihnen beibringe." Klausur-Konsequenz: Seine Terminologie verwenden, nicht die Lehrbuch-/Praxisvermischung: Sollwert = Ultimo-/Oberziel (31.12.); Planwert = Zielwert = unterjĂ€hriger Meilenstein. BegrĂŒndung mitliefern: Operationalisierung – „bis im Januar/Februar schon zu zielen auf ein[en] Wert am 31.12., der ist zu weit weg, der ist zu abstrakt".

Operative vs. strategische LĂŒcke – in zwei Vorlesungen identisch wiederholt

Signal: U21: „Mit schneller Rudern kriege ich die operative LĂŒcke geschlossen 
 um die strategische LĂŒcke zu schließen, brauche ich zusĂ€tzliches Geld." Definitionsfolie: operative LĂŒcke = „Intensivierung oder vorzeitiger Start 
 bereits beschlossene[r] Maßnahmen[,] kein oder nur wenig zusĂ€tzliches Budget". U24/25 wortgleich in der Sache: „es fließt erst mal kein zusĂ€tzliches Geld 
 Diese zusĂ€tzlichen Maßnahmen werden hĂ€ufig auszahlungswirksam. Die gibt es nicht zum Nulltarif." Klausur-Konsequenz: Trennkriterium ist zusĂ€tzliches Geld / Potenziale, nicht die Zeitachse. „Strategisch bedeutet immer, es hat was mit unseren Potenzialen zu tun und wenn ich Potenziale schaffen will, bedeutet das am Ende des Tages immer investieren." Ursachenkatalog der RestlĂŒcke: falsche Maßnahmen, zu großes Ziel, Umfeld/höhere Gewalt, Planungsfehler.

Reihenfolge bei Zielverfehlung – von ihm korrigierte Standardantwort

Signal: Zur Studi-Antwort „Anpassung von Strategien, wenn Ziele nicht erreicht werden": „Das ist so ein bisschen ein Problem 
 als erstes sollten wir mal ĂŒber eine Anpassung der Maßnahmen nachdenken 
 Also da sofort zur Anpassung von Strategien zu springen, das halte ich fĂŒr ein bisschen problematisch." BegrĂŒndung: „so ein Strategiewechsel ist fĂŒr ein Unternehmen ein Riesenkraftakt. Das geht nicht ĂŒber Nacht." Klausur-Konsequenz: Eskalationsleiter in dieser Reihenfolge schreiben: (1) vorhandene Maßnahmen intensivieren/vorziehen = operative LĂŒcke → (2) zusĂ€tzliche, auszahlungswirksame Maßnahmen = strategische LĂŒcke → (3) erst dann Ziel- oder Strategiefrage. Und: „wenn Ziele voraussichtlich nicht erreicht werden" – Prognose statt RĂŒckschau.

LiquiditĂ€ts- vs. Erfolgswirksamkeit – als Fundament markiert

Signal: „Diese grundsĂ€tzliche Funktionsweise 
 und diese Unterscheidung zwischen LiquiditĂ€tswirksamkeit und Erfolgswirksamkeit, das muss wirklich grundlegend klar sein, das mĂŒsste eigentlich [die] Grundlagen der BWL schon geleistet haben." Herleitung: „Dahinten dran stehen die beiden InsolvenzgrĂŒnde der Insolvenzordnung." Klausur-Konsequenz: Die BegrĂŒndungskette liefern, nicht nur die Begriffe: IlliquiditĂ€t → braucht Cash („Cash ist King", schuldbefreiend) · Überschuldung → braucht Erfolge, die ĂŒber die G+V ins Eigenkapital abschließen · beides vermieden = Going-Concern-PrĂ€misse. Dieselbe Kette eröffnet auch U22/23 → Wiederholung = hohe PrĂŒfungswahrscheinlichkeit.

Maschinenkauf-Beispiel – der Standard-Rechenweg dazu

Signal: AusfĂŒhrlicher Exkurs: Maschine 10.000 € – „Die Bilanz hat sich weder verlĂ€ngert noch verkĂŒrzt. Die Gewinn-und-Verlustrechnung ist ĂŒberhaupt nicht berĂŒhrt 
 Ich habe nichts verdient und ich habe keinen Verlust gemacht 
 Allerdings bin ich weniger liquide als vorher." Erst ab Aktivierung: „dieser Abschreibungsbetrag, der ist erfolgswirksam." Klausur-Konsequenz: Aktivtausch → nicht erfolgswirksam, aber liquiditĂ€tswirksam; Abschreibung → erfolgswirksam, nicht zahlungswirksam. Zweck der Abschreibung: periodengerechte Erfolgsermittlung (Gegenbeispiel Novemberkauf, der sonst „das Jahr 
 gleich mit ins Grab" reißt). Er nennt es „Sehr, sehr geniale Geschichte" – sein Lieblingsargument.

Kapitalbedarfsdeckung – genau fĂŒnf Quellen

Signal: „Entweder habe ich es schon in der Kasse, weil ich gespart habe. Es kommt noch in die Kasse, weil ich Umsatz mache 
 Dann kann ich noch irgendwelche Einmaleffekte versuchen zu ziehen, indem ich ein GebĂ€ude verkaufe 
 Sa[le] and Leaseback 
 Oder aber ich muss zu meinen EigentĂŒmern gehen 
 oder ich muss zur Bank gehen. Das sind die fĂŒnf Möglichkeiten, die Sie haben." Klausur-Konsequenz: Brutto-Kapitalbedarf (= CAPEX + OPEX) gegen genau diese fĂŒnf Deckungsquellen stellen. AbzĂ€hlbare Listen dieser Art sind sein bevorzugtes Aufgabenformat („nennen Sie fĂŒnf
").

Strategisch ≠ langfristig – explizite Gleichsetzungswarnung

Signal: „Es ist kein unmittelbares Synonym fĂŒr langfristig und operativ bedeutet nicht immer kurzfristig. Von daher bitte nicht gedankenlos gleichsetzen." Sein Trennkriterium stattdessen: „strategisch bedeutet immer, es hat was mit unseren Potenzialen zu tun". Klausur-Konsequenz: Abgrenzung ĂŒber Potenziale/Investition begrĂŒnden, nicht ĂŒber die Fristigkeit. Passt exakt zur operativen/strategischen LĂŒcke – dieselbe Logik zweimal verwendbar.

Wertungen – was er fĂŒr tauglich hĂ€lt

Signal: ROI-Schema positiv: „Das ist natĂŒrlich auch sehr schön, weil die Kennzahlen zueinander in einem ErklĂ€rungszusammenhang stehen." SMART: „sind nicht totzukriegen. [Sind] sicherlich [ein] guter Anfang, aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange." Kennzahlenkataloge (Reichmann/Lachnit): abgelehnt. Quellenempfehlung: „Controlling[-]Portal. Das finde ich persönlich ziemlich charmant 
 Das meiste, was da drin steht, ist auch wirklich eine gute QualitĂ€t." Selbstbeschreibung: „Sie merken, ich habe mich radikalisiert ĂŒber die Jahre 
 Dreiviertel produzieren Zeug, was keinen mehr interessiert." Klausur-Konsequenz: Bei Bewertungsfragen seine Rangfolge treffen: wenige, systematisch abgeleitete Kennzahlen mit ErklĂ€rungszusammenhang > große Kataloge. Eine kritische Position mit BegrĂŒndung ist erwĂŒnscht – neutrale AufzĂ€hlung ohne Wertung ist die schwĂ€chste Antwort.

Materialhinweise – was er selbst als PrĂŒfungsgrundlage nennt

Signal: MIFRI-Skript: „Lesen Sie dieses Skript, es sind elf fluffige Seiten 
 Es wĂ€re mir ein Anliegen, dass Sie das drauf haben." Kennzahlen: „Die Datei ist in den Blo[ck] Downloads. Die heißt Kennzahlen Vorlesungsfolien Version 2.6 
 Das sind die Folien 2 auf 1." Zur GKR: „Ich habe da ein Rechenbeispiel, ein Zahlenbeispiel", ausfĂŒhrlich in den Downloads. Datei „Betriebswirtschaftliche ErfolgsgrĂ¶ĂŸen" (frĂŒher „KaufmĂ€nnische ErfolgsgrĂ¶ĂŸen") fehlte im Kurs – „Die kann ich aber wieder reinstellen." Klausur-Konsequenz: Diese vier Dateien sind der Kern: MIFRI-Skript (11 Seiten), Kennzahlen-Folien v2.6, GKR-Zahlenbeispiel, Betriebswirtschaftliche ErfolgsgrĂ¶ĂŸen (prĂŒfen, ob nachgereicht). Die Kennzahlen-Folien sind modulĂŒbergreifend („vor die Klammer gezogen") – Kennzahlen sind also gesetzt.


đŸŽ™ïž Rohleder-Signale – Teil 2 (Vorlesung & Videoblog)

BeilĂ€ufige Andeutungen aus den Panopto-Aufzeichnungen – wörtlich belegt. Das steht in keinem Skript und entscheidet oft ĂŒber die letzten Punkte.

Übergreifend – „KI-Geseier" ist Punktabzug, nicht Punktgewinn

Signal: Rohleder erkennt hochgeladene-Folien-KI-Antworten am Wording wieder und wird bei Floskeln explizit: „das ist alles gelaber. Also ein bisschen konkreter, im Zweifelsfall nicht das KI-Geseier, da gibt es keine Punkte fĂŒr." Weiter: „Das ist Zuwage, das ist Geschwafel", „das ist nicht inhaltlich, nicht ganz so substanziell hochwertig", und zur Strategie-Definition der KI: „alle falsch. Das ist wahrscheinlich wieder KI." Klausur-Konsequenz: Nie Schlagwort-Ketten („Innovationsdruck, Digitalisierung, KomplexitĂ€t, Dynamik") abliefern. Jede Nennung sofort mit einem konkreten, datierten Beispiel unterfĂŒttern (Zölle Trump, seltene Erden China, Speicherpreise durch KI-Boom, VW-Zahlen 2024).

Übergreifend – „konkret und aktuell" steht wörtlich in der Aufgabenstellung

Signal: „Das ist alles konkret in der Aufgabenstellung, in der Klausur wird stehen, konkret und aktuell. Da sollten sie entsprechend auskunftsfĂ€hig sein." Gegenbeispiel, das er abstraft: „Digitalisierung. Hallo, das machen wir seit 1989." / „das gilt alles seit 1990, das sind gepflegte 35 Jahre. Das ist natĂŒrlich zu vage." Klausur-Konsequenz: FĂŒr „Warum hat X an Bedeutung gewonnen?"-Fragen niemals DauerzustĂ€nde seit 1990 nennen. Nur Entwicklungen der letzten ~3 Jahre: Zölle 25/50/100 %, seltene Erden als Erpressungsinstrument, Monroe-Doktrin/Grönland, Taiwan, KI-Speicherpreisschock.

Übergreifend – AufzĂ€hlungen mĂŒssen erlĂ€utert UND begrĂŒndet werden

Signal: „Sie sollten sich im Zweifelsfall darauf einstellen, jeden Einzelnen von diesen Punkten nochmal erlĂ€utern zu begrĂŒnden in der Klausur
 FĂŒr Schlagworte allein, dafĂŒr kriegen Sie bestimmte [Teil]punkte, aber fĂŒr den großen Wurf reicht das natĂŒrlich nicht." Plus: „denken Sie daran, Sie mĂŒssten fĂŒr jedes ein Beispiel nennen können." Klausur-Konsequenz: Antwortstruktur pro Punkt: Begriff → 1 Satz ErlĂ€uterung → 1 konkretes Beispiel. Lieber 4 durchgearbeitete Punkte als 9 Stichworte.

Übergreifend – Dieselbe Sache doppelt nennen kostet Punkte

Signal: Zu „gemeinsame Dokumentation" und „Vermeidung von Redundanzen": „das sind keine unterschiedlichen Vorteile, da sind die gleichen Vorteile neu verpackt. Vorsicht, da lassen Sie Federn bei der Beurteilung." Klausur-Konsequenz: Vor dem Abgeben Liste durchgehen und Synonym-Dubletten streichen. LĂ€nge ≠ Punkte.

[Bewertung/Meta] – Zweck des Videos: mehr Rohpunkte

Signal: Er hat das Video explizit gemacht, damit Studierende „mehr Punkte mitnehmen, mehr Rohpunkte mitnehmen, bessere Noten kriegen" – „im Sinne einer Kundenorientierung hier das prĂ€zise zu bedienen, diese Erwartungen". Klausur-Konsequenz: Das Video ist quasi ein BewertungsschlĂŒssel. Alles darin ist als Regel zu lesen, nicht als Anekdote.

[Bewertung/Meta] – Deckblatt lesen ist punkterelevant

Signal: „dass Sie das Deckblatt nicht gelesen haben und/oder nicht berĂŒcksichtigen 
 Immer wieder werden Punkte hier liegen gelassen." Er verweist auf „das Deckblatt von der letzten Altmeisterklausur, also der aktuellsten Altmeisterklausur". Klausur-Konsequenz: Deckblatt der neuesten Altklausur VOR der Klausur lesen und verinnerlichen. In der Klausur 60 Sekunden dafĂŒr einplanen.

[Bewertung/Meta] – „zu A und B" = B bekommt 0 Punkte

Signal: „wenn Sie schreiben zu A und B, gleichzeitig soll ich diese Antwort werten, das werde ich nicht machen. Ich streiche das B durch und werte alles, was Sie geschrieben haben zu A und B ist nicht vorhanden." Klausur-Konsequenz: NIE eine Antwort fĂŒr zwei Aufgabenteile doppelt verwenden. Lieber redundant zweimal schreiben – sonst ist ein ganzer Aufgabenteil verloren.

[Bewertung/Meta] – Fortsetzungen kenntlich machen, sonst ĂŒbersehen

Signal: „machen Sie Fortsetzung von Lösungen an anderer Stelle hinreichend kenntlich 
 sonst ĂŒbersehe ich das." Anekdote: Ein Kandidat hatte „Scribbles 
 neben die Aufgabenstellung" geschrieben und war ĂŒberrascht, dass die nicht gewertet wurden – „auf die Idee kann ich natĂŒrlich nicht kommen, wenn da nicht wenigstens dabei steht zu A". Klausur-Konsequenz: Jede Lösung mit Aufgabennummer beschriften. Bei Fortsetzung: „Fortsetzung Aufgabe 3b, siehe Seite X" an beiden Stellen. Nichts an den Rand der Aufgabenstellung kritzeln.

[Bewertung/Meta] – Es gibt eine FAQ „Wie ich Klausuren bewerte"

Signal: „Ich verweise an der Stelle auch nochmals darauf, dass ich eine FAQ geschrieben habe, wie ich Klausuren bewerte." Zweite Nennung bei der Haken-Symbolik: „Das ist auch erlĂ€utert wieder in der FAQ." Klausur-Konsequenz: Diese FAQ suchen und lesen (OLAT-Kurs / Downloads). Zweimal in einem 15-Minuten-Video erwĂ€hnt = Pflichtdokument.

[Bewertung/Meta] – Rohpunkte = Minuten, Lesezeit ist eingepreist

Signal: „die Rohpunkteanzahl der Bearbeitungszeit der vorgesehenen in Minuten entspricht 
 zehn Rohpunkte, wie hier vorgesehen, sind eben zehn Minuten Zeit. Und zehn Minuten sind eine lange Zeit." Und: „mein Doktorvater hat mir beigebracht, bitte immer die Einlesezeiten mit bepunkten. Das ist Leistung, die muss gewĂŒrdigt werden und fĂŒr die muss vor allem Zeit da sein." Klausur-Konsequenz: Zeitbudget = Punktzahl in Minuten. Kein Zeitdruck-Panik. Ruhe beim Lesen ist ausdrĂŒcklich einkalkuliert – auch bei langen Zeitungsausschnitten.

[Bewertung/Meta] – Zweimal lesen, beim zweiten Mal unterstreichen

Signal: „Sie dĂŒrfen jede meiner Aufgabenstellungen zweimal lesen 
 Und beim zweiten Mal, da machen Sie sich dann bitte in der Aufgabenstellung kenntlich die wesentlichen Aspekte. Das sind also im Zweifelsfall die Substantive, die Normen, unterstreichen sich die." Klausur-Konsequenz: Fester Ablauf pro Aufgabe: 1× lesen → 2× lesen mit Stift → Substantive/Operatoren/EinschrĂ€nkungen unterstreichen → dann erst schreiben.

[Bewertung/Meta] – Aufgabenanatomie: „Setting the Stage" ≠ Aufgabe

Signal: Am Beispiel Ransomware-Aufgabe: „Der ist wieder so ein Setting the Stage. Der bringt Sie hier in einen bestimmten Kontext. Der hat aber jetzt mit der eigentlichen Aufgabenstellung eben nicht mehr zu tun 
 Jetzt kommt erst die eigentliche Aufgabestellung." Dann zerlegt er: Dilemma / digitale Datenverarbeitung / „im Rahmen des TagesgeschĂ€fts" („Es geht nicht im Rahmen von Projekten 
 eine wichtige EinschrĂ€nkung offensichtlich") / Chancen + Risiken → „ungefĂ€hr vier Punkte muss ich irgendwie erfassen". Klausur-Konsequenz: Aufgabe in Teilaspekte zerlegen und zĂ€hlen. Die Anzahl der geforderten Aspekte steuert die Antwortstruktur. EinschrĂ€nkungen („im Rahmen von
", „ohne auf 
 einzugehen") sind punkterelevant, nicht Deko.

[Bewertung/Meta] – Strichliste pro Aspekt: Deckel! Mehr vom Gleichen = 0 Punkte

Signal: „An den Rand der Klausur schreibe ich dann fĂŒr mich diese Buchstaben D, T, R und C dran und mache da eine Strichliste 
 Dann sind die Punkte fĂŒr das Thema Dilemma aber auch voll. Wenn Sie dann die Rest der Seite noch was ĂŒber das Dilemma geschrieben hĂ€tten, gibt keine weiteren Punkte, weil eben die weiteren Punkte vorgesehen sind fĂŒr TagesgeschĂ€ft usw." Klausur-Konsequenz: Breite schlĂ€gt Tiefe. Lieber alle 4 geforderten Aspekte mit je 2 guten SĂ€tzen als einen Aspekt brillant. Antwort optisch nach Aspekten gliedern (ZwischenĂŒberschriften/AbsĂ€tze), damit er seine Buchstaben zuordnen kann.

[Bewertung/Meta] – Haken-Symbolik in der Korrektur

Signal: „Haken fĂŒr Punkt, Haken gegen Klammern fĂŒr Ermessenspunkt, Geschenkenpunkt, Dreieck nach unten fĂŒr nicht bepunktet." Klausur-Konsequenz: FĂŒr die Einsichtnahme: Haken = voller Punkt, Haken in Klammern = Ermessens-/Geschenkpunkt, Dreieck â–œ = nicht gewertet.

[Bewertung/Meta] – Strukturpunkte: diesmal Gnade, kĂŒnftig nicht

Signal: „UrsprĂŒnglich war vorgesehen, dass ich tatsĂ€chlich hier auch noch auf die Struktur ihrer AusfĂŒhrungen Punkte gebe. Davon habe ich Abstand genommen, weil diese Punkte von ganz vielen Teilnehmenden nicht mitgenommen worden wĂ€ren. Das wird bei kĂŒnftigen Klausuren nicht immer so glimpflich ablaufen." Kriterien: „Kann man dem gut folgen? Ist das gut und sauber argumentiert?" (waren 2 Punkte). Klausur-Konsequenz: AusdrĂŒckliche Warnung fĂŒr kommende Klausuren. Bei Textaufgaben: erkennbare Struktur anlegen (kurze Vorab-Gliederung, nummerierte/betitelte AbsĂ€tze, sauberer Argumentationsgang). Das sind ca. 2 Punkte pro Textaufgabe.

[Bewertung/Meta] – Was er hören will: Substanz, VerstĂ€ndlichkeit, Fachbegriffe

Signal: „machen Sie sich da jetzt bitte nicht verrĂŒckt an den einzelnen Formulierungen. Ich nehme das, was ich kriege. Hauptsache es hat Substanz und das muss verstĂ€ndlich sein. Die Fachbegriffe sind natĂŒrlich gern genommen, sind relativ leichte Punkte." Klausur-Konsequenz: Keine Angst vor unperfekter Formulierung. Aber: Fachbegriffe bewusst einstreuen – das ist der billigste Punktegewinn (OpportunitĂ€tskosten, betriebsnotwendiges Kapital, EBIT, Aktivtausch, Zielerreichungsgrad, VZÄ, FrĂŒhindikator, VerhĂ€ltniszahl 
).

[Bewertung/Meta] – Operator „ErlĂ€utern" = ganzer Satz

Signal: „Jeweils pro Schritt dann zwei Punkte fĂŒr den Schritt an sich und fĂŒr die ErlĂ€uterung. ErlĂ€uterung bedeutet immer in einem ganzen Satz Subjekt, PrĂ€dikat, Objekt, Satzzeichen." Klausur-Konsequenz: Bei „erlĂ€utern"/„beschreiben" NIE Stichworte. Pro Schritt: Nennung + 1 vollstĂ€ndiger Satz = doppelte Punkte.

[Bewertung/Meta] – Operator „Nennen" = Stichwort genĂŒgt

Signal: „Nennen Sie drei konkrete und verschiedene Probleme 
 Ja, da gibt es erstmal nur Nennen. Ja, da waren Sie jetzt nicht in dem Zwang, hier einen Satz zu formulieren, was fĂŒr viele ja eine erhebliche Herausforderung darstellt, sondern einfach Nennen hat genĂŒgt." Klausur-Konsequenz: Operatoren exakt bedienen – bei „Nennen" Zeit sparen und in die teureren Aufgaben investieren.

[Bewertung/Meta] – „konkret" ist ein PrĂŒfkriterium, kein FĂŒllwort

Signal: „hier auch nur drei konkrete und wichtige Nachteile der Funktion 
 das schreibe ich da nicht zum Spaß rein, ja, sondern konkret heißt, es muss sich auf diese Funktion beziehen. Ja, da will ich nicht hören, dass Prognosen generell auf solide Datenbasis angewiesen sind 
 das ist nicht konkret auf Prognosepunkt ETS bezogen. Das gilt fĂŒr jede andere Prognose auch." Korrekturnotiz: „Viele Nachteile waren absolut unspezifisch, da sie fĂŒr jede andere Prognosefunktion gĂŒltig war." Klausur-Konsequenz: Selbsttest vor jeder Antwort: Gilt mein Satz auch fĂŒr ein beliebiges anderes Verfahren/Objekt? → Dann gibt es 0 Punkte. Antwort muss am konkreten Gegenstand hĂ€ngen.

[Bewertung/Meta] – „verschieden" heißt: keine Dubletten

Signal: „Nennen Sie drei konkrete und verschiedene Probleme". Klausur-Konsequenz: Drei Nennungen aus drei unterschiedlichen Kategorien wĂ€hlen, nicht dreimal dieselbe Ursache anders formuliert.

[Bewertung/Meta] – Er belohnt eigenstĂ€ndiges Transferdenken

Signal: Zu einer Antwort außerhalb des Erwartungshorizonts: „qualifizierte Kollegienfragen, aber Hey-Joe-Effekt vermeiden. Das fand ich sehr schön. DafĂŒr gab es dann auch entsprechende Punkte. Das war eben auch das Gelernte angewendet, fand ich großartig." Ebenso bei den Checklistenfragen: „mir ungefĂ€hr 30 und 10 habe ich von Ihnen noch dazu genommen, die gute Ideen waren 
 wenn das irgendwie Hand und Fuß hatte, gab es da auch einen Punkt zu." Klausur-Konsequenz: Bei AufzĂ€hlungs-/Sammelaufgaben so viele plausible Punkte wie zeitlich möglich liefern – er ist dort nicht wĂ€hlerisch. Übertragung von Stoff aus anderen Units wird ausdrĂŒcklich belohnt.

[Bewertung/Meta] – Was ihn Ă€rgert: nicht nachbereiten, sich bedienen lassen

Signal: „Ganz viele waren nicht in der Lage, einfach mal kurz zu sagen, wozu die dient grundsĂ€tzlich 
 Studieren heißt eben, sie selbst informieren und sich nicht die Sachen einfach nur stumpf servieren lassen. Und was nicht serviert wird, ist offensichtlich nicht in der Speisekammer. So geht es nicht. Ja, das reicht nicht. DafĂŒr bezahlt sie in Zukunft keiner." Seine Erwartung: „dass sie im Nachgang, im Zuge der Nachbereitung 
 meinetwegen mal in die Wikipedia schauen oder sonst wohin in eine Quelle, wo eben mal definiert ist 
 in fachlich anspruchsvoller Sprache". Klausur-Konsequenz: Zu jedem in der Veranstaltung nur gestreiften Instrument (ABC-Analyse, Pareto, Checkliste, dynamische DatenverknĂŒpfung 
) eine saubere eigene Definition + Zweck + Vorgehen parat haben – auch wenn er es nicht ausfĂŒhrlich behandelt hat. Genau da fĂ€llt die Ausbeute regelmĂ€ĂŸig durch.

[Bewertung/Meta] – Allgemeinbildung wird vorausgesetzt

Signal: Zur Checkliste: „da ist mir halt aufgefallen, dass sie nicht wissen 
 was eine Checkliste ist. Das war ehrlich gesagt ein Versehen. Das ist Allgemeinbildung. Das setze ich wirklich voraus." Zur QualitĂ€t: „als angehende Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieur mĂŒssen Sie wissen, was QualitĂ€t ist." Klausur-Konsequenz: Alltagsbegriffe (QualitĂ€t, Checkliste, Struktur, Priorisierung) mĂŒssen fachlich definierbar sein. Er fragt sie ohne Vorwarnung ab und zieht keine Punkte-Gnade.

[Bewertung/Meta] – Altmeisterklausuren sind das Trainingsmaterial

Signal: „wenn wir in die Altmeister gucken, wie oft habe ich nicht schon Prognosepunkt ETS abgefragt. Ja, das kommt mir ehrlich gesagt aus den Ohren, was die PrĂŒfung angeht." Und: „auch das wieder ein totaler Klassiker. Wenn Sie in die Altmeister gucken, ganz oft habe ich nicht schon nach der Excel-Hilfe gefragt." Abschluss: „Die sind strukturell ja alle Ă€hnlich." Klausur-Konsequenz: Altklausuren („Altmeister") systematisch durchgehen, nicht nur inhaltlich, sondern auf Aufgabentyp-Muster. Wiederkehrende Klassiker sind gesetzt.

[Bewertung/Meta] – Korrekturmodus: aufgabenweise, anonym

Signal: „Wenn eine Klausur wie hier sechs Aufgaben hat, dann wandert die mindestens sechs Mal ĂŒber meinen Schreibtisch 
 Ich korrigiere bei allen Teilnehmern einmal die Aufgabe und dann kommt die nĂ€chste 
 Das heißt, die Korrektur ist auch immer anonym." Klausur-Konsequenz: Kein „Gesamteindruck"-Bonus. Jede Aufgabe steht fĂŒr sich, wird direkt mit allen anderen Bearbeitungen verglichen. Keine Aufgabe leer lassen.

[Bewertung/Meta] – Transferaufgaben tragen das Punktegewicht

Signal: „dass dann eben ein großes Problem war hier der Teil B, der auch die meisten Punkte hier erbracht hat, 70%. 
 Ja, das war nochmal eine Transferaufgabe natĂŒrlich." Klausur-Konsequenz: Teil B / der Transferteil ist meist der Punktetreiber. Zeit dorthin verlagern, nicht am Definitionsteil kleben bleiben.

[Bewertung/Meta] – „Strukturieren" hat eine eigene Definition

Signal: „Strukturieren heißt, Sie geben dem Ganzen eine Struktur, eine Reihenfolge. Unter welchem Kriterium Sie diese Reihenfolge gebildet haben, habe ich Ihnen freie Wahl gelassen." Bepunktet wurde je Gruppe max. 2 Punkte + „R fĂŒr Reihenfolge, wenn die Rangfolge sinnvoll war". Beispiele: „vom Allgemeinen zum Besonderen 
 vom Niedrigschwelligen zum Aufwendigen". Klausur-Konsequenz: Bei „Strukturieren Sie
": Gruppen bilden, Ordnungskriterium explizit benennen und die Rangfolge begrĂŒnden. Das Kriterium ist frei – das Nennen ist Pflicht.

[Bewertung/Meta] – Zur „KI-Slop"-Frage: nicht belegbar

Signal: In keinem der 14 Transkripte kommt „KI-Slop"/„KI-Slob", ChatGPT, „kĂŒnstliche Intelligenz" oder ein Plagiats-/Abschreib-Vorwurf vor. Einzige KI-ErwĂ€hnung, neutral, in Kennzahlen.txt: „im urschlamm der original daten zu wĂŒhlen was die ki ja ganz gut kann mittlerweile". Klausur-Konsequenz: Diese These aus anderen Quellen (Vorlesung, FAQ, OLAT-AnkĂŒndigungen) verifizieren – aus den Videoblog-Transkripten ist sie nicht belegbar. Nicht darauf verlassen.


B. WAS ER STOFFLICH SICHER SEHEN WILL

[Fachbegriffe] – Verbotene Wörter

Signal: „Es gibt keine Unkosten, streichen Sie das Wort aus Ihrem Wortschatz." Ebenso „Kostenaufwand": „ja was denn jetzt? Sind es Kosten oder ist es Aufwand?" Und besonders: „Ein Begriff, der uns grundsĂ€tzlich GĂ€nsehaut bereitet 
 ist der Begriff der Anschaffungskosten 
 Tun Sie das bitte nie wieder." Klausur-Konsequenz: Schwarze Liste: Unkosten · Kostenaufwand · Anschaffungskosten · „doing the right things". Korrekt: Anschaffungsausgabe / Anschaffungsauszahlung. BegrĂŒndung mitliefern: Anschaffung = erfolgsneutraler Aktivtausch, Erfolgswirksamkeit erst ĂŒber Abschreibung (= Verteilung der Anschaffungsauszahlung auf die Nutzungsdauer).

[Fachbegriffe] – Die vier Wertbegriffe

Signal: „Wir kennen Auszahlungen, Ausgaben, Kosten und Aufwendungen. Mit diesen vier Begriffen können wir sĂ€mtliche kaufmĂ€nnische Wertangaben machen. Wir brauchen keine Wortneuschöpfungen, keine Neologismen." Zur PDF: „Das sollten Sie selbstverstĂ€ndlich prĂ€sent haben und auch in der Bedeutung entsprechend verinnerlicht haben." Klausur-Konsequenz: Auszahlung/Ausgabe/Aufwand/Kosten mĂŒssen sitzen – er sagt ausdrĂŒcklich „selbstverstĂ€ndlich prĂ€sent".

[Fachbegriffe] – frei / wertlos / umsonst / kostenlos / unentgeltlich

Signal: frei = „begrenzt, aber nicht knapp" (Luft – inzwischen fraglich wegen CO₂). umsonst = „ohne den gewĂŒnschten oder erwarteten Effekt 
 ineffektiv, vergebens, französisch perdu". kostenlos = „ohne Kosten im Sinne eines Wertverzehrs oder Nutzenentgangs 
 insbesondere ohne OpportunitĂ€tskosten", deshalb ist das Hochschul-Office „Keineswegs kostenlos". unentgeltlich = „fĂŒr das keine Gegenleistung erbracht werden muss". „Die meisten Leute meinen unentgeltlich, wenn sie kostenlos oder umsonst sagen." Klausur-Konsequenz: Klassische Abgrenzungsaufgabe. Das Office-Beispiel ist sein Lieblings-Illustrator – mitlernen.

[Fachbegriffe] – profitabel / rentabel / liquide

Signal: profitabel = „grundsĂ€tzlich einen Gewinn bringt 
 schwarze Null plus 1 Euro". Auf Dauer unprofitabel → Eigenkapital aufgezehrt → Überschuldung, „Das ist in § 19 der Insolvenzordnung festgelegt". „ProfitabilitĂ€t eine notwendige Bedingung 
 Es ist jedoch keine hinreichende Bedingung." rentabel = Gewinn, „der in seiner Höhe den OpportunitĂ€tsgewinn bei gleichem Risiko ĂŒbersteigt" → „rentabel bedeutet, wir sind am Kapitalmarkt wettbewerbsfĂ€hig". liquide = zahlungsfĂ€hig, solvent. Klausur-Konsequenz: Trias sicher abgrenzen können, inkl. Paragraphen-Nennung (§ 19 InsO) und der notwendig/hinreichend-Logik. Das Dividenden-Beispiel (Unternehmen A 5 € vs. B 10 € bei gleichem Risiko) ist sein Standardbeleg.

[Fachbegriffe] – Effizienz = ökonomisches Prinzip

Signal: „Das gewĂŒnschte Ziel ist mit einem geringeren Mitteleinsatz nicht zu erreichen. Oder die alternative Formulierung 
 Mit gegebenen Mitteln ist keine höhere AusprĂ€gung eines gewĂŒnschten Ziels möglich. Kurz gesagt: Wir machen etwas ohne Verschwendung. Wirtschaftlich ist ein Synonym fĂŒr effizient." Klausur-Konsequenz: Beide Formulierungen (Minimum-/Maximumprinzip) parat haben. „ohne Verschwendung" ist seine Kurzformel.

[Wirtschaftliche Ziele] – Heute verdienen / Morgen verdienen

Signal: „Die zwei Ziele wirtschaftlichen Handelns sind heute verdienen und morgen verdienen. Lassen Sie sich nichts anderes erzĂ€hlen." Und: „Warum ist dieses Thema jetzt heute so wichtig, dass ich es in nahezu allen meinen Veranstaltungen zitiere?" Klausur-Konsequenz: Praktisch gesetzt. Die vollstĂ€ndige GegenĂŒberstellung lernen:

Heute verdienen Morgen verdienen
SphÀre Run the Business Build the Business
Inhalt bestehende Potenziale nutzen Potenziale erst schaffen
Instrument TagesgeschÀft, Kostenrechnung Strategie, Projekte, GeschÀftsprozesse, Investitionen
Budget OPEX (Betriebsausgaben) CapEx (Investitionsausgaben)
Planung Kostenrechnung Investitionsrechnung
Ziel Effizienz und QualitÀt EffektivitÀt / Wirkungsgrad
Niederschlag Erfolgslage (GuV) + Finanzlage (LiquiditÀt) Vermögenslage (Bilanz)

[Wirtschaftliche Ziele] – Warum Morgen-Verdienen heute TagesgeschĂ€ft ist

Signal: „FrĂŒher, ich sage vor circa 20, 30 Jahren, hat es gereicht, im Heuteverdienen gut zu sein 
 Da hat man ab und zu mal einen Strategie-Workshop gemacht." Heute: Globalisierung/Digitalisierung → „die VerkĂŒrzung der Produktlebenszyklen" und kurzfristige Nachfrageschwankungen → „Es ist fĂŒr die Unternehmen also heute auch Teil des TagesgeschĂ€fts, sich ĂŒber das Morgenverdienen Gedanken zu machen." Merksatz: „mit den FĂŒĂŸen auf dem Boden zu sein und gleichzeitig den Kopf in den Wolken zu haben" / „die linke und rechte GehirnhĂ€lfte des Kaufmanns". Klausur-Konsequenz: Das „Warum heute" ist der Argumentationsteil, der Punkte bringt, nicht nur die Definition. Produktlebenszyklus-VerkĂŒrzung als BegrĂŒndung nennen.

[Kommunikation] – Er beobachtet das Formulierungsproblem IN DEN KLAUSUREN

Signal: „Ich habe damit angefangen, dass ich zum Beispiel nicht in der Lage bin, das, was ich denke, verbal so zu formulieren, dass es Dritte nachvollziehen können. Das ist ein PhĂ€nomen, das ich sehr hĂ€ufig in ihren Klausuren beobachte." ErgĂ€nzend: „wie Sie ja sehr gut wissen, kann ich unprĂ€zise Formulierungen auch ĂŒberhaupt nicht leiden." Klausur-Konsequenz: Direktes Meta-Signal. Kurze, vollstĂ€ndige SĂ€tze. Ein Gedanke pro Satz. Fachbegriff + ErklĂ€rung. Lieber schlicht und eindeutig als elegant und mehrdeutig.

[Kommunikation] – Die Kommunikationstreppe

Signal: „gemeint bedeutet nicht gesagt. Gesagt bedeutet nicht gehört. Gehört bedeutet nicht verstanden. Verstanden bedeutet lĂ€ngst noch nicht einverstanden und selbst einverstanden heißt lange noch nicht durchgefĂŒhrt." Die Stufe einverstanden→durchgefĂŒhrt ist „die sogenannte Handlungsschwelle". Klausur-Konsequenz: Wörtlich lernen – sechs Stufen, plus der Begriff Handlungsschwelle. Sehr abfragbar. Konsequenz fĂŒr den Sender: „ich muss sicherstellen, dass das Richtige angekommen ist", nicht dass ich richtig gesendet habe.

[Kommunikation] – Schulz von Thun: Vier-Seiten- und Vier-Ohren-Modell

Signal: Standardwerk: „Friedemann Schulz von Thun, Miteinander reden, Band 1, Störungen und ErklĂ€rungen". Vier Seiten: Sachaspekt (Daten, Fakten, Sachverhalte) · Beziehungsaspekt (Du-/Wir-Botschaften) · Selbstoffenbarungsaspekt (Selbstdarstellung + SelbstenthĂŒllung) · Appellaspekt (offen vs. versteckt, bis zur Manipulation). „drei von vier Seiten betreffen die Beziehungsebene." Vier Ohren analog (Sachohr, Beziehungsohr, Selbstoffenbarungsohr, Appellohr). Klausur-Konsequenz: Modell + Beispiel. Sein Standardbeispiel: „Es gibt einen Fehler" → Beziehung: „Sie sind wohl nicht in der Lage, den Fehler zu korrigieren" / Selbstoffenbarung: „Ich bin sauer, ich bin enttĂ€uscht" / Appell: „mach den weg". Zweites Beispiel: „Schatz, der Tisch ist nicht abgerĂ€umt."

[Kommunikation] – Prozentwerte

Signal: Anteile der Botschaft: „Sprache macht 10 Prozent aus, Körpersprache 50 Prozent und die stimmlichen Mitteilungen dann nochmal 40 Prozent" (mit Vorbehalt: „auch wenn ich die Prozentwerte jetzt nicht nachgerechnet habe"). Behaltensquote: nur gehört „20%", gehört und gesehen „bis zu 50%", „Hören, sehen und handeln, da bleibt entsprechend noch mehr hĂ€ngen". Klausur-Konsequenz: Zahlen merken – leicht abfragbar. Lernkonsequenz, die er ausdrĂŒcklich zieht: mit Stift auf physischem Papier mitschreiben, „dass dramatisch mehr hĂ€ngen bleibt. Als wenn Sie beispielsweise tippen oder mit einem Stift auf dem Tablet schreiben."

[Kommunikation] – Kongruent / inkongruent

Signal: „konkruente [kongruente] Nachrichten sind solche, wo die sprachlichen und nicht sprachlichen Anteile zueinander passen." Inkongruent: „sprachliche und nicht sprachliche Anteile sind gegenlĂ€ufig. Und der EmpfĂ€nger weiß dann nicht, welcher Ebene er glauben soll. Normalerweise sind wir dann eher geneigt, eben den nicht sprachlichen Anteil zu folgen." BegrĂŒndung: „unser körperliches Verhalten am Ende des Tages Ă€lter ist. Der Spracherwerb liegt deutlich nĂ€her historisch." Klausur-Konsequenz: Begriffspaar + die stammesgeschichtliche BegrĂŒndung. ErgĂ€nzend: explizite vs. implizite Botschaft.

[Kommunikation] – Projekte = 80 % Kommunikation

Signal: „Erfahrungswert der University of Life 
 erfolgreiche Projekte bestehen zu 80% aus Kommunikation. Ein bisschen Sachproblem, lĂ€sst sich 
 oft relativ schnell lösen." Und: „An der Scheiternsquote von Projekten können Sie ablesen, welchen desaströsen Zustand die Kommunikation in Unternehmen und in Projekten hat." Klausur-Konsequenz: Zahl (80 %) merken. Verbindet Kommunikation direkt mit dem Silo-Thema („warum scheitern Projekte in der Praxis reihenweise?").

[Kommunikation] – MissverstĂ€ndnissen vorbeugen: Glossar

Signal: „Projekt Glossar vorgeschlagen und AbkĂŒrzungsverzeichnis, das ist schon mal großartig, wenn im Projekt und auch drumherum alle unter den gleichen Begriffen das gleiche verstehen." Klausur-Konsequenz: Das Glossar ist seine konkrete Antwort auf Begriffs-MissverstĂ€ndnisse in bereichsĂŒbergreifenden Vorhaben – ein Wort, eine Definition, verbindlich fĂŒr alle. Bei Kommunikations- und Roadmapping-Aufgaben als Maßnahme nennen, nicht nur „besser kommunizieren".


📊 Relevanz-Ranking – Rohleders eigene Methode, auf alle Aufzeichnungen angewandt

Rohleder empfiehlt selbst, die Panopto-Volltextsuche zu nutzen: „anhand der HĂ€ufung kann man tatsĂ€chlich auch auf die Relevanz schließen." Genau das ist hier ĂŒber alle 40 Transkripte (15 Vorlesungen 26SS · 14 Videoblogs · 11 Vorlesungen Vorjahr, zusammen ~156.000 Wörter) automatisiert ausgewertet.

Zwei Kennzahlen: Nennungen = wie oft insgesamt · Streuung = in wie vielen der 40 Aufzeichnungen das Thema ĂŒberhaupt vorkommt. Hohe Streuung = Querschnittsthema, das er ĂŒberall einbaut.

# Thema Nennungen Streuung Lesart
1 Strategie / strategisch 342 24/40 Spitzenreiter und breitester Querschnitt – „strategisch ≠ langfristig" ist sein Mantra
2 Kennzahlen 341 21/40 er nennt es selbst „eine Leidenschaft"; modulĂŒbergreifend
3 QualitÀt 217 20/40 Deming-Kette, Kundenorientierung
4 Vision 186 14/40 â€žĂŒbermorgen verdienen", Leadership-Kern
5 Deming · PDCA · Kaizen · Lean 145 8/40 konzentriert, aber sehr intensiv (U16)
6 Kommunikation 117 20/40 Querschnitt: 4-Ohren, Silo, Glossar
7 Kant 115 13/40 meistgenannter Ethiker – aus Pflicht ≠ pflichtgemĂ€ĂŸ
8 Unternehmenskultur 112 11/40 „ist mir sehr wichtig" + Euro-Übung
9 Cashflow / LiquiditĂ€t 101 13/40 „Cash is King", InsolvenzgrĂŒnde
10 CSR / Nachhaltigkeit 94 20/40 breit gestreut, aber bewusst flach behandelt
11 Stakeholder 87 16/40 Querschnitt, aber Vortrag entfiel
12 Rawls / Schleier 87 6/40 sein „universeller LösungsschlĂŒssel"
13 KI 83 19/40 Querschnitt – meist als Warnung
14 CAPEX / OPEX 83 8/40 Budget-Trennung, Basis fĂŒr strategisch/operativ
15 RentabilitĂ€t 81 11/40 „liegt mir besonders am Herzen"
16–20 Prognose/Forecast · Leadership · Effizienz/EffektivitĂ€t · Utilitarismus · ProduktivitĂ€t 57–67 6–19/40 solides Mittelfeld
21–30 Verschwendung/Muda · ProfitabilitĂ€t · Ziele · Vertrauen · Maslow · Governance · Gap-Analyse · GewinngrĂ¶ĂŸen · Grundpositionen 37–53 4–17/40 punktuell, aber prĂŒfbar
31–40 ROI · EBIT/EBITDA · Diskursethik · Digitalisierung · OpportunitĂ€tskosten · Gefangenendilemma · Silo · Ego-Depletion · BSC 14–36 1–10/40 eng umgrenzt – dafĂŒr oft mit Rechenweg

⚠ Methoden-Caveat (wichtig): Die Transkripte stammen aus automatischer Spracherkennung – Eigennamen werden verhört („Heidt" statt Haidt, „Balance Scorecard", „WUKA" statt VUCA). Die Zahlen fĂŒr Kohlberg (1) und 7-Schichten-Modell (1) sind deshalb sicher zu niedrig – beide werden nachweislich ausfĂŒhrlich behandelt. HĂ€ufigkeit ist ein Indiz, kein Beweis: Ein Thema kann selten genannt und trotzdem klausurrelevant sein (z. B. Gefangenendilemma mit nur 22 Nennungen war PrĂŒfungsthema).

Was folgt daraus fĂŒrs Lernen? Die vier Blöcke Strategie · Kennzahlen · QualitĂ€t/Deming · Vision machen zusammen fast die HĂ€lfte aller Nennungen aus – dort sitzt die Wahrscheinlichkeitsmasse. Die Ethik-Grundpositionen (Kant, Rawls, Utilitarismus) sind konzentrierter, aber mit hoher Nennungsdichte in ihren Einheiten: dort lohnt Tiefe statt Breite.


đŸ—žïž Aktuelle Themen – Landkarte

Stand der Recherche: 27. Juli 2026. Bei laufenden Verfahren ist der Sachstand offen; in der Klausur den Streitstand benennen statt ein Urteil zu behaupten. Kurse und Umfragewerte sind Momentaufnahmen – mit Abrufdatum zitieren oder weglassen.

Thema Worum es geht Quelle PrĂŒfbare Positionen Wahrscheinlichkeit
EU AI Act – Digital Omnibus Die Hochrisiko-Pflichten hĂ€tten am 2.8.2026 gegolten. Kommissionsvorschlag 19.11.2025, politische Einigung 7.5.2026, EP 16.6.2026, Rat 29.6.2026: Anhang III jetzt 2.12.2027, Anhang I 2.8.2028. Eine Regel wird entschĂ€rft, bevor sie je gegolten hat. Rat der EU, PM 299/26 v. 7.5.2026 u. PM v. 29.6.2026; netzpolitik.org 7.5.2026; Gibson Dunn 27.5.2026 Homann (Rahmenordnung/AnreizkompatibilitĂ€t), Diskursethik (wer saß am Tisch?), Ulrich (Sachzwang „WettbewerbsfĂ€higkeit"), Sein-Sollen-Fehlschluss hoch – Rohleder hat KI selbst als Impulsvortrag gerahmt („KI nutzt uns (aus?)"), und die Zeitachse ist rein an Daten belegbar, ohne Wertung
KI & Arbeitsmarkt Deutschland IAB (19.11.2025): +0,8 Pp. BIP-Wachstum p. a. ĂŒber 15 Jahre, ca. 1,6 Mio. Stellen fallen weg oder entstehen – GesamtbeschĂ€ftigung stabil. ifo (Mai 2026): 19,2 % halten Ersatz von Akademikern durch KI-gestĂŒtzte Unqualifizierte fĂŒr leicht, 55,4 % fĂŒr schwer/unmöglich. Bitkom 2026: 41 % nutzen KI, 19 % der Nutzer bauten deswegen Stellen ab, HR nur 12 %. IAB Presseinfo + Forschungsbericht 23/2025; ifo-Umfrage Mai 2026 (via dpa); Bitkom-Studienbericht 2026 Utilitarismus + blinder Fleck, Rawls/Maximin, Kant (Selbstzweckformel), Diskursethik (Nachwelt) hoch – sein eigenes Vorlesungsthema; die IAB-Zahl wird in der Presse regelmĂ€ĂŸig falsch als „1,6 Mio. Jobverluste" zitiert, das ist eine Steilvorlage fĂŒr eine Fehler-Korrektur
Lufthansa – KI als Abbaugrund Capital Markets Day 29.9.2025: rund 4.000 Verwaltungsstellen bis 2030, ausdrĂŒcklich mit Digitalisierung und KI begrĂŒndet; ~103.000 BeschĂ€ftigte; sozialvertrĂ€glich ĂŒber Fluktuation, keine betriebsbedingten KĂŒndigungen. Lufthansa Group IR, CMD 2025; CNBC 29.9.2025; aero international 29.9.2025 Kant (Wahrhaftigkeit der BegrĂŒndung), Utilitarismus, License to Operate mittel – der sauberste deutsche Fall mit expliziter KI-BegrĂŒndung; Gegenfall Bosch (E-MobilitĂ€t, nicht KI) macht den Kontrast
KI & Urheberrecht – GEMA ./. OpenAI LG MĂŒnchen I, 11.11.2025, Az. 42 O 14139/24: schon die Memorisierung im Modell ist VervielfĂ€ltigung (§ 16 UrhG); die TDM-Schranke des § 44b UrhG greift nicht. OpenAI hat am 8.12.2025 Berufung eingelegt (OLG MĂŒnchen, 6 U 3662/25), nicht rechtskrĂ€ftig. LG MĂŒnchen I / Bayer. Justizministerium PM 11/2025; CMS Legal Update 19.11.2025; LTO Kant (Eigentum/Selbstzweck der Urheber), Homann (Schranke als Spielregel), Ulrich (Primat der Ethik vs. „Innovation als Sachzwang") hoch – erstes KI-Grundsatzurteil in Europa, deutsches Gericht, klarer Streitstand
GEMA ./. Suno LG MĂŒnchen I, Az. 42 O 763/25, Klage 21.1.2025, mĂŒndliche Verhandlung 9.3.2026 ohne Entscheidung. VerkĂŒndungstermin: Freitag, 31.7.2026 – zwei Tage nach Ihrer Klausur. LG MĂŒnchen I, PM 6/2026 u. PM 11/2026; GEMA 9.3.2026 dieselben wie oben, plus Diskursethik (Betroffene ohne Stimme) mittel – perfektes LehrstĂŒck fĂŒr „FaktenlĂŒcke": am Klausurtag ist das Ergebnis objektiv unbekannt
CSDDD/CSRD – Omnibus I abgeschlossen Vorschlag 26.2.2025 → „Stop the Clock" RL (EU) 2025/794 v. 14.4.2025 → EP-Mandat 13.11.2025 (382:249:13) → Trilog 8./9.12.2025 → RL (EU) 2026/470, Amtsblatt 26.2.2026, in Kraft 18.3.2026. CSDDD nur noch ab 5.000 BeschĂ€ftigten und 1,5 Mrd. € Umsatz; EU-weit harmonisierte zivilrechtliche Haftung gestrichen; Pflicht zur Umsetzung von KlimaĂŒbergangsplĂ€nen gestrichen. CSRD ab 1.000 MA und 450 Mio. € – nach BeraterschĂ€tzung rund 90 % der Unternehmen raus. Anwendung erst ab 26.7.2029. Noerr, „CSDDD – Änderungsrichtlinie im Amtsblatt"; ADVANT Beiten; Ebner Stolz; Business & Human Rights Resource Centre Homann (Rahmenordnung wird zurĂŒckgebaut), Kant (aus Pflicht vs. pflichtgemĂ€ĂŸ), License to Operate, Diskursethik/VerfahrenslegitimitĂ€t hoch – CSR und Lieferkette sind sein Standardbeispiel fĂŒr „der Gesetzgeber greift ein, weil Einsicht ausblieb". Jetzt greift er wieder zurĂŒck – das ist die spannendere Frage
LkSG – Novelle, nicht Abschaffung Kabinett 3.9.2025: Berichtspflicht (§ 10 Abs. 2–4) entfĂ€llt rĂŒckwirkend ab 2023, Sorgfaltspflichten bleiben, Bußgeld nur bei schweren VerstĂ¶ĂŸen. Das BAFA stellte die BerichtsprĂŒfung schon vor Abschluss des Verfahrens ein. 1. Lesung 16.1.2026 (BT-Drs. 21/2474), an AusschĂŒsse ĂŒberwiesen – nach Recherchestand nicht verabschiedet. Koalitionsausschuss 1./2.7.2026: Absenkung auf EU-Schwellen geplant. Bundesregierung 3.9.2025; BAFA; Bundestag, „Vorlagen zum Lieferkettengesetz debattiert", 16.1.2026; Initiative Lieferkettengesetz 2.7.2026 Homann, Rawls (Stimmlose am Kettenende), Diskursethik, Ordoliberalismus (Leitplanke) hoch – drei Wochen vor der Klausur politisch beschlossen; „konkret und aktuell" steht bei ihm wörtlich in der Aufgabenstellung
RĂŒstung in Nachhaltigkeitsfonds ESMA-Fondsnamen-Leitlinien (Geltung 21.11.2024 neue / 21.5.2025 bestehende Fonds): PAB-AusschlĂŒsse erfassen geĂ€chtete Waffen, Tabak, Fossile – nicht konventionelle RĂŒstung; die im Entwurf geplante 10-%-Umsatzschwelle entfiel. BVI-Zielmarktkonzept seit Dez. 2024 ebenso. Anteil Luft-/Raumfahrt und RĂŒstung in Artikel-8-Aktienfonds 0,8 % (Ende 2024) → 1,3 % (30.6.2025), deutsche Aktienfonds 4,6 %. DWS, AllianzGI, Candriam öffnen; Deka (max. 5 %) und Union Investment halten dagegen (DNSH-Argument); EKD-Leitfaden bleibt trotz Ukrainekrieg unverĂ€ndert. ESMA-Leitlinien (via Morningstar, Norton Rose Fulbright); BVI via fundresearch.de 26.8.2025; DAS INVESTMENT 21.7.2025; evangelisch.de/epd 16.4.2025; Facing Finance 13.7.2025 License to Operate (nicht statisch – sein eigenes Rheinmetall-Beispiel), Utilitarismus, Kant, Rawls, Sein-Sollen-Fehlschluss (Akzeptanz ≠ LegitimitĂ€t) hoch – er benutzt Rheinmetall in mindestens vier Kapiteln selbst als Beleg dafĂŒr, dass die Lizenz am Wertewandel hĂ€ngt
Kollaps der freiwilligen KlimabĂŒndnisse Net-Zero Banking Alliance: AktivitĂ€ten ausgesetzt 27.8.2025, am 3.10.2025 Beschluss zur vollstĂ€ndigen Einstellung. Net Zero Asset Managers: pausiert Jan. 2025 nach BlackRock-Austritt, Relaunch Jan. 2026 – ohne die verbindliche 2050-Netto-Null-Anforderung. ESG Today; ESG Dive; IPE Kant (pflichtgemĂ€ĂŸ statt aus Pflicht), Homann (Ausbeutung des Vorleistenden), License to Operate als Stimmungsindikator mittel – Lehrbuchfall: eine Selbstverpflichtung ĂŒberlebt, indem sie ihren verbindlichen Kern aufgibt. Passt exakt auf seinen „zahnloser Tiger"-Befund zum DCGK
Greenwashing-Rechtsprechung + UWG BGH 27.6.2024, I ZR 98/23 (Katjes): „klimaneutral" ist mehrdeutig, die AufklĂ€rung muss in der Werbung selbst stehen – QR-Code genĂŒgt nicht. LG Frankfurt 26.8.2025, 3-06 O 8/24: Apple Watch „CO₂ neutral" untersagt (PachtvertrĂ€ge des Paraguay-Projekts laufen fĂŒr 75 % der FlĂ€che nur bis 2029) – nicht rechtskrĂ€ftig. EmpCo-Umsetzung: Bundesrat billigte das Anti-Greenwashing-Gesetz am 30.1.2026, Anwendung ab 27.9.2026. BGH PM 138/2024; Ordentliche Gerichtsbarkeit Hessen, PM; beck-aktuell 30.1.2026; Bundesrat, 1061. Sitzung Kant, Homann (Dilemmastruktur + Informationsasymmetrie), Ordoliberalismus (Leitplanke), Cheap Talk mittel – im Skript bereits abgedeckt; als Kontrastfolie zur Deregulierung aber sehr wertvoll
DWS-Bußgeld Staatsanwaltschaft Frankfurt: 25 Mio. €, Bescheid rechtskrĂ€ftig seit 1.4.2025 (Bekanntgabe 2.4.2025) – höchstes Greenwashing-Bußgeld in Deutschland. Bußgeldbescheid nach OWiG, nicht BaFin, kein Strafurteil – ein Gericht hat die VorwĂŒrfe nie sachlich geprĂŒft. Vorher SEC-Vergleich 25.9.2023 ĂŒber 25 Mio. USD. Auslöserin: Hinweisgeberin Desiree Fixler. SEC PR 2023-194; Handelsblatt; hessenschau; Morningstar Behavioral Business Ethics (Whistleblowing), Governance-Ethik (Wieland), Managementhaftung mittel – steht schon im Skript, aber die Verwechslung BaFin/Staatsanwaltschaft ist eine typische Fehlerquelle
Stellenabbau Industrie + Verlagerung Bosch 25.9.2025: rund 13.000 Stellen bis Ende 2030 (Mobility, ~70.000 BeschĂ€ftigte in DE), KostenlĂŒcke 2,5 Mrd. € p. a., zusĂ€tzlich zu ~9.000 aus 2024. VW-Tarifeinigung 20.12.2024: >35.000 Stellen bis 2030, keine Werksschließungen, KapazitĂ€t −735.000 Fahrzeuge. Destatis 19.11.2025: 2021–2023 durch Verlagerung 71.091 Stellen in DE abgebaut, 20.270 im Ausland geschaffen – netto −50.821. Bosch Media Service 25.9.2025; ZDFheute 25.9.2025; ZDFheute 20.12.2024; Destatis 19.11.2025 Utilitarismus + blinder Fleck, Kant, Rawls, Tugendethik/ehrbarer Kaufmann, License to Operate hoch – die direkte Fortsetzung seines BASF-China-Falls, diesmal mit amtlicher Zahl statt Anekdote
Industriestrompreis EU-Kommission genehmigte die deutsche Förderrichtlinie beihilferechtlich am 16.4.2026: rund 5 ct/kWh fĂŒr einen begrenzten Verbrauchsanteil, befristet 2026–2028, 91 strom- und handelsintensive Branchen, Auflage Energieeffizienz/Dekarbonisierung. Der Mittelstand ist weitgehend ausgeschlossen. BMWE-PM 16.4.2026 (verifiziert ĂŒber IWR 15.5.2026) Subventionsethik (sein Altklausur-Thema 1!), Ordoliberalismus, Rent-Seeking, Rawls mittel–hoch – Subventionen waren Aufgabe 1 der Altklausur; das ist die tagesaktuelle Neuauflage
Arbeitszeit & Homeoffice Koalitionsvertrag 2025: wöchentliche statt tĂ€glicher Höchstarbeitszeit. Referentenentwurf des BMAS seit Juni 2026: Abweichung nur per Tarifvertrag, dazu verpflichtende elektronische Zeiterfassung. Stand 27.7.2026 kein Kabinettsbeschluss. BDA-PrĂ€sident Dulger fordert den RĂŒckzug des Entwurfs. Business Insider (Mai 2026, 50 Antworten von 56 Großarbeitgebern): 40 % verlangen ≄3 BĂŒrotage (2023: 25,7 %). Gleiss Lutz zum Koalitionsvertrag; Kliemt.blog 13.5.2026; arbeitgeber.de; Business Insider Mai 2026 Diskursethik (Mitbestimmung), Kant, Utilitarismus, Ordoliberalismus niedrig–mittel – ethisch dĂŒnner als die ĂŒbrigen Themen, taugt aber als Nebenaspekt
Shrinkflation Achtung, verbreiteter Irrtum: Deutschland hat keine Kennzeichnungspflicht. Der PAngV-Volltext (Stand Art. 8 G v. 12.5.2026, BGBl. 2026 I Nr. 139) enthĂ€lt keine. Österreich: Anti-Mogelpackungs-Gesetz, BGBl. I Nr. 9/26 v. 24.3.2026, in Kraft 1.4.2026, 60 Tage Kennzeichnung. Frankreich seit 1.7.2024. vzbv fordert am 18.12.2025 eine EU-weite Lösung. PAngV, gesetze-im-internet.de; oesterreich.gv.at; vzbv-PM 18.12.2025 Kant (TĂ€uschung/Selbstzweckformel), Kundenorientierung, License to Operate, Informationsasymmetrie niedrig – Milka/Mondelēz steht schon im Skript; wertvoll ist hier nur die Fehler-Korrektur AT ≠ DE
Governance-Verfahren Wirecard: kein Urteil – Prozess am LG MĂŒnchen I seit 8.12.2022, >270 Verhandlungstage, PlĂ€doyers ab 19.10.2026 vorgeschlagen; Unschuldsvermutung. VW-Diesel: LG Braunschweig 26.5.2025, vier Ex-Manager wegen Betrugs verurteilt (4 J. 6 M. / 2 J. 7 M. Haft, zweimal BewĂ€hrung) – Revision angekĂŒndigt, nicht rechtskrĂ€ftig. Cum-Ex: BGH 18.3.2026, 1 StR 97/25 (Warburg, Einziehung >40 Mio. € neu zu prĂŒfen). Deutsche Bank: Durchsuchung 22.7.2026 wegen Cum-Cum, Schaden nach Ermittlerangaben >350 Mio. €. dpa via onvista 23.7.2026; beck-aktuell 26.5.2025; BGH PM 049/2026; ZDFheute 22.7.2026 Governance-Ethik (Wieland), Managementhaftung, DCGK als „zahnloser Tiger", Prinzipal-Agent mittel – als Beleg dafĂŒr, dass Selbstverpflichtung ohne Haftung nichts trĂ€gt

🎯 Klausur-Radar – was Rohleder tatsĂ€chlich wiederholt (7 Original-Klausuren ausgewertet)

Grundlage: alle sieben vorliegenden Altmeisterklausuren 2022–2025 mit zusammen 57 Original-Aufgaben. Kein BauchgefĂŒhl – die Zahlen stammen aus einem Textvergleich der Aufgabenstellungen.

🆕 Stand 28.07.2026: Die Klausur vom 01.02.2022 ist neu hinzugekommen (9 Aufgaben, 90 P.). Sie ist die Ă€lteste vorliegende und hat die Auswertung an zwei Stellen korrigiert – beide unten markiert. Drei ihrer Aufgaben hat Rohleder spĂ€ter wortgleich erneut gestellt.

Der zentrale Befund: er recycelt, oft wortgleich

Thema Jahre Punkte Textgleichheit
Financial Leverage 2023 → 2024 10 → 10 100 %
KPI = Opportunismus und Tunnelblick? 2023 → 2024 14 → 14 100 %
Angemessener Gewinn 2024 → 2025 8 → 8 100 %
Finanzkennzahlen 2022 → 2023 12 → 12 100 %
Self-Concept Maintenance 2022 → 2023 6 → 6 100 %
„Überbevölkerung" 2024 → 2025 11 → 11 100 %
🆕 Diskursethik – 8 Regeln des fairen Diskurses 01.02.2022 → 02.08.2022 8 → 8 100 %
🆕 Deming und der PDCA-Zyklus 01.02.2022 → 2023 9 → 9 96 %
🆕 „Überbevölkerung" 01.02.2022 → 2024 14 → 11 96 %
🆕 Motivation – warum „mehr Geld" ĂŒberschĂ€tzt wird 01.02.2022 → 2023 6 → 6 95 %
Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung 2023 → 2024 12 → 12 91 % ⚠
Kund*innenorientierung 2024 → 2025 16 → 16 91 %
🆕 AusprĂ€gungen von Kennzahlen (Soll/Plan/Ist/Prognose) 01.02.2022 → 2023 12 → 19 70 %
Kennzahlenvergleiche 2024 → 2025 10 → 7 79 %
Unternehmenskultur / Culture vs. Strategy? 2023 → 2024 14 → 10 2 %
Structure follows strategy 2024 → 2025 12 → 10 2 %

Dreizehn von sechzehn Wiederholungen sind praktisch wortgleich (≄ 70 %). Wer die Altmeister kennt, kennt große Teile der Klausur.

⚠ Korrektur vom 28.07.2026 – „Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung". Hier stand frĂŒher 37 %; nachgerechnet sind es 91 %. Die beiden Fassungen sind wortgleich bis auf einen einzigen Zusatz: 2024 kam „
, die nichts mit KundennĂ€he bzw. Kund*innenorientierung zu tun haben" hinzu. Praktische Folge: Die Antwort ist lernbar, aber man muss vor dem Schreiben prĂŒfen, ob die Ausschlussklausel dabeisteht. Beide Fassungen stehen im Kapitel UnternehmensfĂŒhrung, ihre Titel benennen den Unterschied ausdrĂŒcklich („– OHNE KundennĂ€he" bzw. „– FREIE Auswahl").

Wenn er umformuliert, tut er eines von zwei Dingen

Erstens: verengen und nachschĂ€rfen – gleiche Punkte, höhere HĂŒrde. 2022 hieß es noch schlicht: „ErlĂ€utern Sie den Unterschied zwischen ProfitabilitĂ€t und RentabilitĂ€t!" (4 P.). 2024 und 2025 steht dort: „
, so dass die Rolle beider Kennzahlen fĂŒr die Unternehmenssteuerung klar wird!" – immer noch 4 P. Die Definition allein reicht nicht mehr; die Funktion im Steuerungszusammenhang muss mit. Achte auf solche so dass-ZusĂ€tze: sie sind die eigentliche Punktbedingung.

Zweitens: Thema behalten, Frage komplett austauschen. Bei „Structure follows strategy" (2 % Übereinstimmung) und „Unternehmenskultur" (5 %) blieb nur die Überschrift gleich. Hier hilft keine auswendige Antwort – nur das Thema breit zu beherrschen.

Drittens: denselben Kern anders zuschneiden – Teilaufgaben kommen dazu oder fallen weg. Das ist der hĂ€ufigste Fall und der, auf den man sich wirklich vorbereiten muss.

Dieselbe Frage 
 frĂŒher spĂ€ter was sich Ă€nderte
Überbevölkerung 14 P. (01.02.2022) 11 P. (2024) Teilaufgabe „Wie ist Ethik definierbar?" gestrichen
AusprÀgungen von Kennzahlen 12 P. (01.02.2022) 19 P. (2023) um den Kennzahlbegriff erweitert
Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung 12 P. (2023) 12 P. (2024) Ausschlussklausel „ohne KundennĂ€he" hinzugefĂŒgt

⚠ Korrektur vom 28.07.2026. Hier stand frĂŒher, die Punktzahlen sĂ€nken bei Wiederholung eher. Das war zu einseitig. Mit der neu gefundenen Klausur vom 01.02.2022 liegen FĂ€lle in beide Richtungen vor: Soll/Plan/Ist/Prognose wuchs von 12 auf 19 Punkte, Überbevölkerung schrumpfte von 14 auf 11.

Die belastbare Regel lautet deshalb: Der Kern der Frage bleibt fast immer wortgleich – variabel ist der Zuschnitt. Nicht auf eine Punktzahl vorbereiten, sondern auf das Thema in seiner breitesten Fassung, und in der Klausur zuerst die Teilaufgaben mit ihren Punkten auszĂ€hlen. Die Punktzahl sagt, wie viel zu schreiben ist; sie sagt nichts darĂŒber, was gefragt wird.

Ein verrĂ€terisches Detail zum Wiederverwenden: Bei „Überbevölkerung" hat er die Zahl der Suchergebnisse von 325.000 (2022) auf 319.000 (2024) aktualisiert. Er pflegt also die Rahmung und lĂ€sst die Frage stehen – ein weiteres Indiz dafĂŒr, dass die Aufgaben aus einem gepflegten Bestand kommen und nicht jedes Semester neu entstehen.

🆕 Woher seine Fragen stammen – eine belegte Spur

Die Aufgabe „Nennen Sie die Phasen des moralischen Entscheidungsprozesses!" (01.02.2022, A3, 5 P.) steht wortgleich in Holzmanns VerstĂ€ndnisfragen-Katalog zu Abschnitt 4.3. Er ĂŒbernimmt Klausurfragen also mindestens teilweise unverĂ€ndert aus dem Fragenkatalog des Lehrbuchs.

Konsequenz: Die ĂŒbrigen VerstĂ€ndnisfragen desselben Katalogs sind ernstzunehmende Kandidaten – Moral Judgment / Intuition / Decision Making, die Kohlberg-Ebenen, Moral Reasoning vs. Intuition, ME-HURT-YOU, Self-Concept Maintenance (kam bereits 2× dran), Confirmation Bias, kognitive Energie, Ego-Depletion sowie Ultimatum-, Vertrauens- und Diktatorspiel. Alle diese Themen sind in den Kapiteln zu moralischem Handeln und Organisationspsychologie abgedeckt.

Sein Fragestil in Zahlen (57 Aufgaben, alle sieben Klausuren)

Merkmal Befund
Dominanter Operator „ErlĂ€utern Sie" in 40 von 57 Aufgaben (70 %) – erklĂ€ren, nicht aufzĂ€hlen
ZweithĂ€ufigster Einstieg „Was versteht man unter 
" – Definition zuerst
Reine Nennung „Nennen Sie" in 7 von 57 (12 %) – dort genĂŒgen Stichworte, das spart Zeit
Eigene Position verlangt „Nehmen Sie 
 Stellung" (8×), dazu „BegrĂŒnden Sie"
Aufbau Teilaufgaben in 46 von 57 (81 %) – meist zwei, oft drei, bis zu vier
Punkte je Aufgabe 5 bis 19 P., Median 11, Schnitt 11,1 – die hĂ€ufigsten Werte sind 10 P. (12×), 14 P. (10×), 12 P. (9×)
Typische Teilpunktzahlen 4 P. und 6 P., dann 3 P. und 8 P.
Anwendung auf Unternehmen/Fall 64 % der Aufgaben
Definition verlangt 35 % der Aufgaben
Zitat oder Presseanlass als AufhÀnger 12 % bzw. 10 %

Die Standardaufgabe sieht so aus: a) 4 P. Begriff erlĂ€utern (oft mit so dass-Zusatz) – b) 4–6 P. auf einen Fall anwenden oder Stellung nehmen und begrĂŒnden. Wer diese Form im Schlaf beherrscht, hat 78 % der Klausur strukturell im Griff.

AuffĂ€llig auch die Titel: er formuliert sie gern als Provokation oder Gleichung – „KPI = Opportunismus und Tunnelblick?", „Culture vs. Strategy?", „Helmut-Schmidt-Zitat oder vision-to-cash?". Ein solcher Titel kĂŒndigt immer eine Stellungnahme mit Gegenposition an, nie eine reine Wiedergabe.

Was in der letzten Klausur (18.07.2025) NICHT drankam – RĂŒckkehr-Kandidaten

Diese Themen standen 2022–2024 auf dem Zettel, fehlten aber 2025. Nach dem Recycling-Muster sind sie die wahrscheinlichsten RĂŒckkehrer:

RĂŒckkehr-Kandidat zuletzt Punkte damals
Financial Leverage 2023 + 2024 (2× wortgleich) 10 P.
KPI = Opportunismus und Tunnelblick? 2023 + 2024 (2× wortgleich) 14 P.
Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung 2023 + 2024 12 P.
Unternehmenskultur / Culture vs. Strategy? 2023 + 2024 10–14 P.
Finanzkennzahlen 2022 + 2023 12 P.
Self-Concept Maintenance 2022 + 2023 6 P.
Management-Heilslehren 2024 10 P.
Deming und der PDCA-Zyklus 2023 9 P.
Diskursethik · Rawls · Utilitarismus · Vertragstheorien 2022 + 2023 7–14 P.
Corporate Citizenship 2022 10 P.

🆕 Vier Themen kommen durch die Klausur vom 01.02.2022 dazu – sie standen einmal auf dem Zettel und kamen danach nie wieder. Genau das macht sie zu Kandidaten, wenn der Bestand rotiert:

RĂŒckkehr-Kandidat aus 01.02.2022 Punkte damals steht bei uns in
Silodenken (3-teilig: Definition · drei Silos · drei Konsequenzen) 14 P. UnternehmensfĂŒhrung & Kultur
AusprĂ€gungen von Kennzahlen (Soll · Plan · Ist · Prognose, je 3 P.) 12 P. Kennzahlen – traditionell (dort auch die 19-P-Fassung)
Ökonomisierung der Lebenswelt (Definition · drei Beispiele · zwei Ursachen) 10 P. Wirtschaftsethik – Grundlagen
Phasen des moralischen Entscheidungsprozesses (reine Nennung) 5 P. Moralisches Handeln I

Alle vier sind jetzt vollstĂ€ndig gelöst – schwarz auf Klausurniveau, grĂŒn als Puffer.

🧼 Formelsammlung – alle Kennzahlen auf einer Seite

Nachschlagen, nicht lesen. Alle Beispiele stammen aus zwei durchgerechneten ZahlensĂ€tzen, damit sich jede Zeile gegen die andere prĂŒfen lĂ€sst. Wo Rohleder anders rechnet als das Lehrbuch, steht seine Fassung – er bewertet nach ihr.

Set A – seine Original-Leverage-Tabelle (Altklausuren 28.07.2023 und 23.01.2024, Unternehmen U2, Werte in GE): EK 150,00 · FK 850,00 · GK 1.000,00 · EBIT 100,00 · i = 9,00 % · Zinsaufwand Z = 76,50 · s = 30 % · EBT 23,50 · Steuern 7,05 · JÜ 16,45 → ROA 9,30 % · ROE 11,00 %.

Set B – Vier-Felder-Aufgabe (Altklausur 02.08.2022, Werte in Mio. €): Umsatz 100,00 · EBITDA 14,00 · AfA 6,00 · EBIT 8,00 · FKZ 1,50 · EBT 6,50 · Steuern (30 %) 1,95 · JÜ 4,55 · Investitionsauszahlung I 7,50 · K (Ø betriebsnotwendiges Kapital) 50,00 · GK (Bilanzsumme) 65,00.

Die Gewinnkaskade – muss vorwĂ€rts und rĂŒckwĂ€rts sitzen: Umsatz − Material/Personal/Sonstiges = EBITDA − AfA = EBIT ± Finanzergebnis (v. a. Zinsen) = EBT − Ertragsteuern = JahresĂŒberschuss (JÜ = EAT) + AfA = Cashflow − I = Free Cashflow. Set B: 100,00 → 14,00 → −6,00 → 8,00 → −1,50 → 6,50 → −1,95 → 4,55 → +6,00 → 10,55 → −7,50 → 3,05. Fallen: „Gewinn" meint bei ihm das EBT (er meidet das Wort); Depreciation/Amortization im Deutschen nicht kĂŒnstlich trennen – beides heißt Abschreibung; „Taxes" = nur Ertragsteuern, keine Aufwandssteuern; EBITDA ist ein Cash-Ergebnis, aber weder Cashflow noch Free Cashflow.

Kennzahl Formel · Symbole Rohleders Variante Beispiel Typische Falle
GesamtkapitalrentabilitĂ€t (GKR = ROA) (JÜ + FKZ) Ă· GK × 100 · JÜ = JahresĂŒberschuss (nach Steuern), FKZ = Fremdkapitalzinsen, GK = Bilanzsumme nach Steuern, zzgl. Zinsaufwand brutto – ausdrĂŒcklich nicht EBIT Ă· GK A: (16,45 + 76,50) Ă· 1.000 = 9,295 % ≈ 9,30 % · B: (4,55 + 1,50) Ă· 65,00 = 9,31 % Mit EBIT Ă· GK kĂ€men in Set A 10,00 % heraus – seine Tabelle sagt 9,3 %. Der ZĂ€hler mischt NachsteuergrĂ¶ĂŸe (JÜ) mit Vorsteuerbetrag (Z), ist also nicht ganz finanzierungsneutral (Tax Shield = Z × s Ă· GK = 2,295 PP). Nur verzinsliches FK, ZinsertrĂ€ge nicht gegenrechnen.
EigenkapitalrentabilitĂ€t (EKR = ROE) JÜ Ă· EK × 100 JÜ nach Steuern, EK bilanziell A: 16,45 Ă· 150,00 = 10,97 % ≈ 11,00 % EK ist ResidualgrĂ¶ĂŸe: AusschĂŒttung, Kapitalherabsetzung, AktienrĂŒckkauf heben die ROE, ohne dass ein Euro mehr verdient wurde. Steigende ROE bei unverĂ€ndertem EBIT ist ein Finanzierungs-, kein Leistungssignal.
Leverage-Formel ROE = ROA + (ROA − i) × FK Ă· EK · i = nominaler FK-Zinssatz ROA = seine Nachsteuer-GKR, i nominal A: 9,295 + (9,295 − 9,00) × 5,6667 = 10,97 % ✓ trifft die Tabelle exakt i nachsteuerlich (9,00 × 0,70 = 6,30 %) einzusetzen ergibt 26,27 % und ist falsch – das Tax Shield steckt schon im ROA-ZĂ€hler. Genau zwei saubere Wege: nachsteuerliche ROA + nominales i (→ 10,97 %) oder durchgehend vor Steuern (ROA = EBIT Ă· GK = 10,00 %, i = 9,00 % → 15,67 %, davon 70 % = 10,97 %).
ROI (= ROCE) EBIT Ă· K × 100 · K = durchschnittlich gebundenes betriebsnotwendiges Kapital ZĂ€hler EBIT, nicht „Gewinn"; Nenner betriebsnotwendig und als Ø-GrĂ¶ĂŸe B: 8,00 Ă· 50,00 = 16,00 % „Betriebsnotwendig" ist eine Ermessensentscheidung → Nenner-Trick: Desinvestition, Sale-and-lease-back und unterlassene Ersatzinvestitionen heben den ROI, wĂ€hrend die Substanz sinkt. ROI ≠ GKR: im selben Fall B 16,00 % gegen 9,31 %.
Umsatzrendite (ROS) / EBIT-Marge Gewinn Ă· Umsatz · EBIT-Marge = EBIT Ă· Umsatz Margen messen ProfitabilitĂ€t, nicht RentabilitĂ€t B: EBIT-Marge 8,00 Ă· 100,00 = 8,00 %; auf JÜ gerechnet 4,55 Ă· 100,00 = 4,55 % „Gewinn" ist mehrdeutig – hinschreiben, welche GewinngrĂ¶ĂŸe im ZĂ€hler steht. Die Marge sagt nichts ĂŒber Kapitalbindung: gleiche 5,00 % Marge, aber ROCE 20,00 % (25 Mio. € Kapital) gegen 5,00 % (100 Mio. €).
Du-Pont-Zerlegung ROI = Umsatzrendite × Kapitalumschlag = (Gewinn Ă· Umsatz) × (Umsatz Ă· Kapital) in beiden Faktoren dieselbe GewinngrĂ¶ĂŸe wie im ROI (bei ihm EBIT) B: 8,00 % × (100,00 Ă· 50,00 = 2,00) = 16,00 % ✓ Nicht nur zerlegen – benennen, welcher der beiden Treiber die Abweichung verursacht. Rundungsfalle: 37,50 % × 0,51 = 19,13 %, mit vollem 0,5128 = 19,23 %.
Reinvestitionsquote I Ă· AfA · I = Investitionsauszahlungen ins Sachanlagevermögen, AfA = Abschreibungen darauf natĂŒrliche Schwelle 1,00 B: 7,50 Ă· 6,00 = 1,25 Misst Menge, nicht QualitĂ€t – man kann konsequent in die falsche Technologie investieren. Gegenkennzahl zum ROI: unterlassene Ersatzinvestitionen heben den ROI und senken die Quote; nur gemeinsam lesbar. Nicht mit der Investitionsquote (I Ă· Umsatz bzw. Nettoinvestitionen Ă· AV) verwechseln.
Operativer Cashflow (CFop) indirekt: JÜ + nicht zahlungswirksame Aufwendungen (v. a. AfA, Zunahme langfr. RĂŒckstellungen) − nicht zahlungswirksame ErtrĂ€ge (Zuschreibungen, RĂŒckstellungsauflösung) in seinen Rechenbeispielen verkĂŒrzt auf JÜ + AfA B: 4,55 + 6,00 = 10,55 Mio. € Die Kurzform erfasst keine Working-Capital-VerĂ€nderung – der echte operative Cashflow tut das. Reihenfolge merken: EBITDA > CFop > FCF. „Das EBITDA weiß nichts von Kunden, die nicht zahlen."
Free Cashflow (FCF) CFop − I natĂŒrliche Schwelle null B: 10,55 − 7,50 = +3,05 Mio. € Ein hoher FCF kann aus einmaligem Working-Capital-Abbau oder aus unterlassenen Investitionen stammen – immer gegen die Reinvestitionsquote lesen (1,25 bei +3,05 = „baut aus und finanziert es selbst"; 0,60 bei +8,00 = „gestundeter Substanzverzehr").
NOPAT NOPAT = EBIT × (1 − s) · s = Ertragsteuersatz (D ≈ 30 %) Betriebsergebnis nach Steuern, vor Finanzierung – die finanzierungsneutrale NachsteuergrĂ¶ĂŸe B: 8,00 × 0,70 = 5,60 Mio. € NOPAT ≠ JahresĂŒberschuss. Der JÜ ist nach Zinsen (B: 4,55), der NOPAT vor Zinsen (5,60) – Differenz hier 1,05 Mio. €. Wer den JÜ in die EVA-Formel setzt, rechnet finanzierungsabhĂ€ngig und misst die Kapitalstruktur mit.
WACC WACC = (EK Ă· GK) × rEK + (FK Ă· GK) × rFK × (1 − s) · rEK nach CAPM = rf + ÎČ Ă— MarktrisikoprĂ€mie der Vergleichsmaßstab jeder RentabilitĂ€tskennzahl – „eine Kennzahl ohne Vergleich ist wertlos" rf 2,50 % + 1,20 × 6,00 % = rEK 9,70 %; rFK 4,00 % → nach Steuern 2,80 %; Struktur 60/40 → 0,60 × 9,70 + 0,40 × 2,80 = 6,94 % Nur der FK-Zins wird nachsteuerlich angesetzt, der EK-Zins nicht. Gewichtung nach tatsĂ€chlicher Kapitalstruktur, nicht 50/50. Der WACC ist eine Annahme – Zahlen offenlegen, dann rechnen. Merksatz: 5 % Kapitalrendite bei 6 % WACC ist profitabel und vernichtet trotzdem Wert.
EVA (Übergewinn / Residualgewinn) EVA = NOPAT − WACC × investiertes Kapital absolute GrĂ¶ĂŸe, deshalb steuert man damit statt mit dem ROI (kein Unterinvestitionsanreiz) B mit K = 50,00: 5,60 − 0,0694 × 50,00 = +2,13 Mio. € ZĂ€hler und Kapitalbasis mĂŒssen zusammenpassen – siehe den Hinweisblock unten: dasselbe Zahlenmaterial liefert je nach Definition +1,54 / +2,13 Mio. €.
Zinsdeckungsgrad EBIT Ă· Zinsaufwand Bankschwelle 2,00 bis 3,00 A: 100,00 Ă· 76,50 = 1,31 Warnt frĂŒher als jede RentabilitĂ€tskennzahl. Unterschreitung löst Covenant-Bruch aus: Nachbesicherung, Zinsaufschlag, SonderkĂŒndigung.
Eigenkapitalquote EK Ă· GK × 100 Verlustpuffer, Covenant-GrĂ¶ĂŸe A: 150,00 Ă· 1.000,00 = 15,00 % StichtagsgrĂ¶ĂŸe → window dressing. Zeitpuffer rechnen: EK Ă· jĂ€hrlicher Verlust = Jahre bis zur Überschuldung (§ 19 InsO).
Verschuldungsgrad (VG) FK Ă· EK der Hebel in der Leverage-Formel A: 850,00 Ă· 150,00 = 5,67 In der Leverage-Formel mit dem vollen Wert 5,6667 rechnen. Nicht mit der FK-Quote (85,00 %) verwechseln. VerstĂ€rkungsfaktor = (1 − s) × (1 + FK Ă· EK) = 0,70 × 6,6667 = 4,67.

NOPAT und WACC – die zwei GrĂ¶ĂŸen, die nirgends definiert werden

NOPAT (Net Operating Profit After Taxes) = EBIT × (1 − s). Es ist das Betriebsergebnis, als wĂ€re das Unternehmen unverschuldet: Steuern sind abgezogen, Zinsen nicht. Genau deshalb steht es im EVA – der EVA soll die operative Leistung gegen die Kapitalkosten halten und nicht die Finanzierung mitmessen. In Set B: 8,00 × 0,70 = 5,60 Mio. €, wĂ€hrend der JahresĂŒberschuss 4,55 Mio. € betrĂ€gt. Die beiden sind nicht dasselbe, und der Abstand (1,05 Mio. €) ist exakt der Zinsaufwand nach Steuern (1,50 × 0,70).

WACC (Weighted Average Cost of Capital) = der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz, also der Renditesatz, den Eigen- und Fremdkapitalgeber zusammen mindestens erwarten: WACC = (EK Ă· GK) × rEK + (FK Ă· GK) × rFK × (1 − s), wobei rEK aus dem CAPM stammt (rf + ÎČ Ă— MarktrisikoprĂ€mie). Er ist die Messlatte: RentabilitĂ€t ĂŒber WACC = Wertschaffung, darunter = Wertvernichtung. Wer in einer Kennzahlenaufgabe „gut" oder „schlecht" schreibt, ohne den WACC (oder Vorjahr/Branche) als Maßstab zu nennen, verliert die Interpretationspunkte.

EVA – welcher ZĂ€hler? Hier ist das Material uneinheitlich

Die Lehrbuchfassung lautet EVA = NOPAT − WACC × investiertes Kapital. In den durchgerechneten FĂ€llen stehen jedoch drei verschiedene ZĂ€hler nebeneinander:

Fassung Rechnung mit Set B (WACC 6,94 %) Ergebnis
JÜ + FKZ gegen die Bilanzsumme (GKR-Logik) 6,05 − 0,0694 × 65,00 +1,54 Mio. €
NOPAT gegen das betriebsnotwendige Kapital (Lehrbuch) 5,60 − 0,0694 × 50,00 +2,13 Mio. €
EBIT (vor Steuern) gegen das gebundene Kapital (Übergewinn) 8,00 − 0,0694 × 50,00 +4,53 Mio. €

Dieselben Ausgangsdaten, drei Ergebnisse, und im Material taucht zusĂ€tzlich der bloße JahresĂŒberschuss als ZĂ€hler auf. Konsequenz fĂŒr die Klausur: ZĂ€hler und Kapitalbasis in einem Halbsatz benennen, dann rechnen – genau das, was er bei GKR/ROI/ROCE/EKR ohnehin verlangt („die verwendete Definition explizit hinschreiben"). Ist das EBIT gegeben, nimm NOPAT = EBIT × (1 − s) gegen dieselbe KapitalgrĂ¶ĂŸe, auf die sich der WACC bezieht. Ist nur der JahresĂŒberschuss gegeben, rechne JÜ + FKZ gegen die Bilanzsumme und schreib dazu, dass das eine NachsteuergrĂ¶ĂŸe mit Vorsteuerzins verbindet.

Der Verlustfall beim Leverage – EBT < 0

Alle Leverage-Beispiele im Material sind GewinnfĂ€lle. Der Verlustfall geht so: Set A, aber das EBIT bricht auf 50,00 GE ein. Der Zinsaufwand bleibt bei 76,50 → EBT = 50,00 − 76,50 = −26,50 GE. Ab hier hĂ€ngt alles an einer Steuerannahme, die die Aufgabe meist nicht vorgibt:

GrĂ¶ĂŸe Annahme 1: Verlust steuerlich verrechenbar (RĂŒcktrag/Vortrag/Organschaft, s wirkt symmetrisch) Annahme 2: keine Verlustverrechnung
Steuern 0,30 × (−26,50) = −7,95 (Erstattung) 0,00
JahresĂŒberschuss −26,50 + 7,95 = −18,55 −26,50
ROA = (JÜ + Z) Ă· GK (−18,55 + 76,50) Ă· 1.000 = 5,795 % (−26,50 + 76,50) Ă· 1.000 = 5,00 % (= EBIT Ă· GK, weil keine Steuer wirkt)
ROE = JÜ Ă· EK −18,55 Ă· 150,00 = −12,37 % −26,50 Ă· 150,00 = −17,67 %
Probe mit der Leverage-Formel 5,795 + (5,795 − 9,00) × 5,6667 = −12,37 % ✓ 5,00 + (5,00 − 9,00) × 5,6667 = −17,67 % ✓

Drei SÀtze, die dazugehören:

  1. Die Formel gilt unverĂ€ndert – sie kippt nur das Vorzeichen, weil ROA < i. Das unverschuldete U1 kĂ€me im selben Szenario auf EBT 50,00, Steuern 15,00, JÜ 35,00 → ROE +3,50 %. Der Hebel verwandelt also einen Gewinn in einen zweistelligen Verlust.
  2. Die Steuerannahme bewegt 5,30 Prozentpunkte ROE (= 26,50 × 0,30 Ă· 150,00). Deshalb die gewĂ€hlte Annahme hinschreiben: „Ich unterstelle, dass der Verlust steuerlich verrechenbar ist (VerlustrĂŒcktrag bzw. Organschaft); ohne Verrechnung entfĂ€llt die Steuererstattung und die EigenkapitalrentabilitĂ€t sinkt auf −17,67 %." Das ist bei ihm ein sicherer Zusatzpunkt, keine Ausflucht – er verlangt offengelegte Annahmen. Sein eigener Verlustpunkt im Material (EBIT = 0 → ROE −51,00 % = −76,50 Ă· 150,00) rechnet implizit nach Annahme 2.
  3. Die Kipppunkte derselben Tabelle: bei EBIT 90,00 sind U1 und U2 gleich (je 6,30 % ROE, der Hebel ist wirkungslos), bei EBIT 76,50 ist die ROE 0,00 %, bei EBIT 0 sind es −51,00 % gegen 0,00 % bei U1. Und: Eigenkapital 150,00 Ă· Zinslast 76,50 = 1,96 Jahre bis zur Überschuldung (§ 19 InsO).

Rundungsregel – eine Zeile, die Punkte rettet

Die Klausur verlangt zwei Nachkommastellen (Deckblatt-Formalia, auch bei Prozentwerten). Die Regel dazu:

Mit vollen Werten durchrechnen, nur das Endergebnis auf zwei Nachkommastellen runden, und diesen Satz mit in die Klausur schreiben: „Zwischenwerte ungerundet weitergerechnet, Endergebnis auf zwei Nachkommastellen gerundet."

Warum das nicht kosmetisch ist, an zwei Stellen aus dem Material:

  • Leverage (Set A): mit 9,295 % → 9,295 + 0,295 × 5,6667 = 10,97 %; mit dem gerundeten 9,30 % → 9,30 + 0,30 × 5,6667 = 11,00 %. Beide treffen seine Tabelle (11,0 %), der Unterschied von 0,03 PP ist hier harmlos.
  • Du-Pont: Kapitalumschlag 40.000 Ă· 78.000 = 0,5128. Voll gerechnet: 37,50 % × 0,5128 = 19,23 %, und die Gegenprobe 15.000 Ă· 78.000 = 19,23 % stimmt. Mit dem gerundeten 0,51: 19,13 % – 0,10 PP daneben, und die Gegenprobe geht nicht mehr auf. Genau das fĂ€llt ihm auf.

ZusĂ€tzlich: Zwischenwerte, die man ohnehin hinschreibt (Z, EBT, Steuern, JÜ), im Text auf zwei Stellen ausweisen, im Taschenrechner aber ungerundet weiterfĂŒhren. Ist ein gerundeter Wert vorgegeben (wie seine 9,3 % in der Tabelle), mit dem selbst ermittelten vollen Wert weiterrechnen und beide nennen: „9,295 %, in der Tabelle als 9,3 % ausgewiesen".

ROI = ROCE, und der eine Ort, an dem das Material sie doch trennt

Beide messen dasselbe: das EBIT im VerhĂ€ltnis zum eingesetzten betriebsnotwendigen Kapital. Das Material verwendet an mehreren Stellen „ROI/ROCE" als ein Wort und rechnet ROCE = EBIT Ă· Capital Employed. Der eine Ort, an dem es unterscheidet, ist eine Nenner-Tabelle: dort ist der ROCE-Nenner „Eigenkapital + verzinsliches Fremdkapital", der ROI-Nenner „Ø betriebsnotwendiges Kapital". Praktisch fallen beide zusammen, sobald man unverzinsliche Lieferantenkredite und nicht betriebsnotwendiges Vermögen herausrechnet – der Unterschied ist eine Abgrenzungs-, keine Konzeptfrage.

Ein Satz fĂŒr die Klausur: „ROI und ROCE messen dasselbe – das EBIT auf das eingesetzte betriebsnotwendige Kapital; ich rechne mit dem durchschnittlich gebundenen betriebsnotwendigen Kapital." Damit ist die Definitionsfrage bedient, die er ausdrĂŒcklich sehen will („Punkte gibt es nicht dafĂŒr, eine Definition als die richtige zu behaupten, sondern dafĂŒr, die gewĂ€hlte Definition explizit zu machen").

Was dagegen nicht dasselbe ist: die GKR/ROA. Anderer ZĂ€hler (JÜ + FKZ statt EBIT) und anderer Nenner (Bilanzsumme statt betriebsnotwendiges Kapital). In Set B: 9,31 % gegen 16,00 % – dieselben Daten, zwei völlig verschiedene „Renditen". Seine Arbeitsteilung dazu: die GKR beantwortet die Finanzierungsfrage, der ROI die Leistungsfrage; extern vergleichbar ist nur die GKR (aus dem Jahresabschluss rekonstruierbar), intern steuerbar nur der ROI (je GeschĂ€ftsfeld).

FĂŒnf Stellen, an denen sein Material von der gĂ€ngigen Lehrbuchformel abweicht

Im Zweifel gilt seine Fassung. Wer die Abweichung zusÀtzlich benennt, holt sich den PrÀzisierungspunkt, aber erst nach der verlangten Rechnung, nicht statt ihr.

  1. GKR nicht mit EBIT, sondern (JÜ + FKZ) Ă· GK. Die Lehrbuchfassung EBIT Ă· GK trifft seine Tabellenwerte nicht.
  2. Leverage mit nominalem Zins, obwohl die ROA nachsteuerlich ist – konsequent wĂ€re entweder EBIT × (1 − s) Ă· GK im ROA oder ein durchgehend vorsteuerlicher Ansatz.
  3. Operativer Cashflow ohne Working Capital in den Rechenbeispielen (JÜ + AfA). Der echte operative Cashflow berĂŒcksichtigt Working-Capital-VerĂ€nderungen sowie gezahlte Zinsen und Steuern.
  4. EVA mit wechselndem ZĂ€hler (JÜ / JÜ + FKZ / NOPAT / EBIT) und wechselnder Kapitalbasis (Bilanzsumme / betriebsnotwendiges Kapital).
  5. Namensdopplung bei den Investitionskennzahlen: „Investitionsquote" steht im Material einmal fĂŒr Nettoinvestitionen Ă· Anlagevermögen, einmal fĂŒr I Ă· Umsatz, wĂ€hrend I Ă· AfA „Reinvestitionsquote" heißt. Formel hinschreiben, nicht auf den Namen verlassen.

✂ Wenn der Aufgabenschnitt abweicht

Die Musterlösungen hier sind auf eine bestimmte Punktzahl und einen bestimmten a)/b)-Schnitt gebaut. In der Klausur weicht regelmĂ€ĂŸig beides ab – andere Gesamtpunktzahl, andere Verteilung, oder das Material steht in der jeweils anderen Teilaufgabe. Drei Regeln, mehr braucht es nicht.

Regel 1 – weniger Punkte als in der Musterlösung

Was tragend ist und was Zusatz (die Reihenfolge ist zugleich die Streichreihenfolge, von unten nach oben):

Baustein Status
1 Definition / BegriffsklĂ€rung am Anfang tragend – nie streichen (seine zweite eiserne Regel: keine Antwort ohne saubere Definition)
2 Je gefordertem Aspekt ein eigener, verschiedener Kern tragend – die Anzahl steht in der Aufgabe („drei Maßnahmen", „zwei Argumente"), und jeder Aspekt hat bei ihm einen eigenen Punktedeckel
3 BegrĂŒndetes Fazit / Entscheidung mit Kriterium tragend – dritte eiserne Regel, „kommt darauf an" ohne Kriterium zĂ€hlt nicht
4 Zahlenbeispiel, aktuelles Beispiel, Gegenposition, Historie, Konzeptkritik Zusatz – hier wird gekĂŒrzt

Faustregel in einem Satz: Die Zahl der Aspekte bleibt, die SĂ€tze je Aspekt schrumpfen. Ein Punkt ≈ ein belastbarer Satz mit Fachbegriff; bei 7 statt 10 Punkten streicht man drei SĂ€tze, nie einen Aspekt. Wer stattdessen einen Aspekt weglĂ€sst, verliert dessen kompletten Punkteblock, wĂ€hrend der ausfĂŒhrlichere Rest am Deckel des eigenen Aspekts hĂ€ngen bleibt und null bringt.

Beispiel – Kennzahlenvergleiche, 10 → 7 P. (belegt 2024 → 2025). Bei 10 P.: vier Vergleichsarten je zwei SĂ€tze, Vorrang des Prognose-Soll-Vergleichs, Forecast-Notation, ein Zahlenbeispiel. Bei 7 P.: die vier Vergleichsarten je ein Satz (4 P.), der Vorrang des Prognose-Soll-Vergleichs mit BegrĂŒndung „Radarfunktion – zeigt wĂ€hrend der Periode, ob das Ziel gefĂ€hrdet ist, und löst die Gap-Analyse aus, solange Gegenmaßnahmen noch wirken" (2 P.), Notation 6+6 / 7+5 / 8+4 als Halbsatz (1 P.). Gestrichen: Zahlenbeispiel und Kritik – der Aspekt „vier Arten" bleibt vollstĂ€ndig.

Regel 2 – mehr Punkte als in der Musterlösung

Der Zuwachs kommt aus vier Quellen, in dieser Reihenfolge. Jede ist eine neue Strichliste an seinem Seitenrand – ein lĂ€ngerer Absatz zum bereits abgehakten Aspekt ist keine:

  1. Eine zusĂ€tzliche, andere Perspektive oder ein weiterer Aspekt – der billigste Zuwachs. Andere Kategorie, nicht dieselbe Sache neu verpackt („das sind keine unterschiedlichen Vorteile, da sind die gleichen Vorteile neu verpackt – Vorsicht, da lassen Sie Federn").
  2. Die Gegenposition mit AbwĂ€gung – Position, Gegenposition, dann eine begrĂŒndete Entscheidung mit Kriterium. Bei Titeln, die als Provokation oder Gleichung formuliert sind, ist das ohnehin verlangt.
  3. Ein Beispiel mit Zahlen – konkret und aktuell. „Konkret" ist bei ihm ein PrĂŒfkriterium, kein FĂŒllwort. Selbsttest vor jedem Satz: Gilt er genauso fĂŒr ein beliebiges anderes Verfahren? → dann null Punkte.
  4. Die Grenze des Konzepts – wann es nicht gilt, was es nicht beantwortet, welcher Fehlanreiz daraus entsteht.

Was den Zuwachs nicht trĂ€gt: derselbe Aspekt ausfĂŒhrlicher, Einleitungs- und ÜberleitungssĂ€tze, Wiederholung der Aufgabenstellung, Stichwortliste bei „erlĂ€utern" (dort zĂ€hlt nur der ganze Satz: Subjekt, PrĂ€dikat, Objekt).

Beispiel – Financial Leverage, 10 → 14 P. Die 10 P. decken die Ermittlung der GesamtkapitalrentabilitĂ€t (4 P.) und drei erlĂ€uterte Maßnahmen (6 P.). Die zusĂ€tzlichen 4 P. holt man so: (1) andere Perspektive – Zinsdeckungsgrad 1,31 gegen die bankĂŒbliche Schwelle 2,00 bis 3,00, daraus „Maßnahme 1 arbeitet gegen Maßnahme 2"; (2) Grenze mit Zahl – der Spread betrĂ€gt vor Steuern nur 1,00 Prozentpunkt, bei EBIT 90,00 ist der Hebelvorteil vollstĂ€ndig weg; (3) Beispiel mit Zahlen – der Verlustfall: bei EBIT 50,00 ROE −12,37 % gegen +3,50 % beim unverschuldeten U1; (4) AbwĂ€gung – Maßstab ist WACC/EVA, nicht die ROE, weil steigende Verschuldung die Eigenkapitalkostenforderung mit anhebt.

Regel 3 – die Klausur fragt in a) nach dem, was hier in b) steht

Material umsortieren, Bewertungslogik beibehalten. Die Punkte hĂ€ngen an der Teilaufgabe, in der er den Aspekt erwartet, nicht am Thema. Sein hĂ€rtester Formalsatz dazu: Wer eine gemeinsame Antwort mit „zu a) und b)" ĂŒberschreibt, bekommt b) mit null gewertet – er streicht das b) durch und rechnet alles a) zu.

Ablauf:

  1. Beide Teilaufgaben vor dem ersten Satz lesen und die Punktzahlen danebenschreiben. Die Lesezeit ist eingepreist (Rohpunkte = Minuten), das kostet also nichts.
  2. Jeden Kernaspekt der Teilaufgabe zuordnen, in der er gefragt ist, nicht der, in der er im Lernmaterial steht. Die Zuordnung entscheidet ĂŒber die Punkte, nicht die Reihenfolge im Kopf.
  3. Nichts inhaltlich doppelt bringen. Was in a) gewertet wurde, zĂ€hlt in b) nicht noch einmal. TrĂ€gt ein Aspekt beide Teile, gehört er in a) ausgefĂŒhrt und in b) mit kurzem RĂŒckverweis („wie unter a) gezeigt: 
") angewendet – der Anwendungsschritt ist die eigenstĂ€ndige Leistung, die Wiederholung ist keine.
  4. Fortsetzungen an beiden Stellen kennzeichnen („Fortsetzung Aufgabe 3b, siehe S. X"), sonst wird der Teil schlicht ĂŒbersehen.
  5. Gewichtung an die neuen Punkte anpassen. Steht die Definition jetzt in a) mit 6 statt 3 Punkten, will er dort mehr als eine Definition – meist die Rolle oder Funktion des Begriffs. Der so dass-Zusatz in der Aufgabenstellung sagt genau, welche.

Beispiel. Hier steht: a) ProfitabilitĂ€t und RentabilitĂ€t definieren (4 P.) – b) auf ein Unternehmen anwenden (4 P.). Die Klausur fragt: a) ErlĂ€utern Sie an einem Beispiel, warum ein profitables Unternehmen Wert vernichten kann (6 P.) – b) Grenzen Sie die beiden Kennzahlen ab (2 P.). Umbau: In a) sofort mit dem Fall beginnen – zwei Unternehmen, je 100,00 Mio. € Umsatz und 5,00 Mio. € EBIT, also gleiche EBIT-Marge von 5,00 %; gebundenes Kapital 25,00 gegen 100,00 Mio. € → ROCE 20,00 % gegen 5,00 %; bei einem WACC von 6,94 % ist der EVA +3,27 gegen −1,94 Mio. €: B ist profitabel und vernichtet Wert. Die Definitionen laufen dabei nur so weit mit, wie das Beispiel sie braucht. In b) dann die reine Abgrenzung in zwei SĂ€tzen: ProfitabilitĂ€t = ob ĂŒberhaupt verdient wird (absolut/Marge, notwendige Bedingung); RentabilitĂ€t = ob sich das gebundene Kapital gegenĂŒber der zweitbesten Verwendung lohnt (VerhĂ€ltnis zum Kapital, Maßstab Kapitalkosten). Bewertungslogik unverĂ€ndert: Definition + Anwendung + Maßstab sind weiterhin alle drei da – nur Reihenfolge und Gewicht kippen.


Wenn er verschĂ€rft – der so dass-Zusatz je Wiederholer-Thema

FĂŒr jedes der elf nachweislich wiederholten Themen: der Zusatz, mit dem er die Frage verengen kann, der Transfer, den er dann zusĂ€tzlich verlangt, und ein Satz, der genau diesen Transfer leistet. Die Definitionen selbst stehen in den Themendateien – hier steht nur das, was bei einer VerschĂ€rfung obendrauf muss.

Angemessener Gewinn (ProfitabilitĂ€t vs. RentabilitĂ€t) · 2022 · 2024 · 2025 · 14 → 8 → 8 P.

VerschĂ€rfung: belegt seit 2024 – „
, so dass die Rolle beider Kennzahlen fĂŒr die Unternehmenssteuerung klar wird!" NĂ€chste Stufe: „
, so dass erkennbar wird, warum ein profitables Unternehmen trotzdem Wert vernichten kann!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: nicht zwei Definitionen nebeneinander, sondern je Kennzahl der Adressat und die Entscheidung, die auf ihr beruht – plus die Kapitalkosten als Maßstab, an dem die ProfitabilitĂ€t allein scheitert.

Der Satz: „Die ProfitabilitĂ€t sagt, ob ĂŒberhaupt verdient wird – ein Euro Gewinn genĂŒgt dafĂŒr bereits; die RentabilitĂ€t sagt, ob sich das dafĂŒr gebundene Kapital gegenĂŒber der zweitbesten Verwendung lohnt. Gesteuert wird mit beiden: Die ProfitabilitĂ€t ist die Überlebensbedingung des KerngeschĂ€fts, die RentabilitĂ€t der Maßstab, nach dem Kapital zwischen GeschĂ€ftsfeldern verteilt und gegen die Kapitalkosten geprĂŒft wird – wer 5 % Kapitalrendite erzielt, wĂ€hrend der WACC bei 6 % liegt, ist profitabel und vernichtet trotzdem Wert."

Kund*innenorientierung · 2024 · 2025 · 16 · 16 P.

VerschĂ€rfung: „ErlĂ€utern Sie den inneren Zusammenhang zwischen QualitĂ€t, Effizienz und Kund*innenorientierung, so dass die Wirkungsrichtung zwischen den drei GrĂ¶ĂŸen eindeutig wird!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: die drei Begriffe nicht nebeneinanderstellen, sondern verketten – wer wirkt auf wen, in welcher Reihenfolge, mit welcher Kostenfolge. Der Punkt liegt darin, dass QualitĂ€t die Effizienz erhöht und nicht kostet.

Der Satz: „Kundenorientierung legt ĂŒberhaupt erst fest, woran QualitĂ€t gemessen wird; erfĂŒllte Anforderungen senken Nacharbeit, Ausschuss und Reklamationen und damit die StĂŒckkosten; die niedrigeren StĂŒckkosten erlauben ein zugleich besseres und gĂŒnstigeres Angebot, das den Marktanteil sichert und die nĂ€chste Runde Kundenorientierung finanziert – die Kette schließt sich zum Kreis, und deshalb gilt: QualitĂ€t ist nicht teuer, schlechte QualitĂ€t kostet Geld."

Überbevölkerung · 2024 · 2025 · 11 · 11 P.

VerschĂ€rfung: „Nehmen Sie zu dem Gebrauch des Begriffs ausfĂŒhrlich und kritisch Stellung, so dass deutlich wird, wer von der jeweiligen Deutung profitiert!"

ZusÀtzlich zu leisten: die Bewertung nicht am Wort festmachen, sondern am Sprecher und an der Verantwortungsverschiebung, und den neutralen Fachbegriff dagegensetzen, statt nur zu kritisieren.

Der Satz: „Ethisch entscheidet nicht der Begriff, sondern wer ihn verwendet und wem er die Verantwortung zuschiebt: Wer von ‚Überbevölkerung' spricht, verschiebt das Problem von den ressourcenintensiven Verbrauchern des globalen Nordens auf die kinderreichen Armen des SĂŒdens. Sachlich richtig wĂ€re die neutrale Frage nach der TragfĂ€higkeit, also nach Pro-Kopf-Verbrauch, Technologie und Verteilung –, und die richtet sich zuerst an den Norden."

Structure follows strategy · 2024 · 2025 · 12 · 10 P.

VerschĂ€rfung: „Nehmen Sie Stellung, ob Sie Chandler zustimmen, so dass klar wird, ob Sie den Satz als Beschreibung der Wirklichkeit oder als Handlungsregel verstehen!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: die Zustimmung aufspalten. Wer nur „ja" oder „nein" sagt, verliert den Transferpunkt; verlangt ist die Trennung von normativer Reihenfolge und tatsĂ€chlicher KausalitĂ€t, und die praktische Folge daraus.

Der Satz: „Als Handlungsregel stimme ich Chandler zu: Die Strategie muss den Vorrang haben, sonst ĂŒberstimmt die Frage ‚Was können wir organisatorisch gerade?' die Frage ‚Was mĂŒssen wir am Markt tun?'. Als Beschreibung der Wirklichkeit stimme ich nicht zu: Die bestehende Struktur filtert, welche Strategien ĂŒberhaupt in Betracht kommen (Hall/Saias 1980). Praktisch folgt daraus, dass der Strukturumbau Teil der Strategie ist und nicht ihre Folge."

Kennzahlenvergleiche (ytd, Prognose-Soll) · 2024 · 2025 · 10 · 7 P.

VerschĂ€rfung: „ErlĂ€utern Sie ausfĂŒhrlich, wie und warum Prognose-Soll-Vergleiche genutzt werden, so dass ihr Vorrang gegenĂŒber den ĂŒbrigen Kennzahlenvergleichen begrĂŒndet ist!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: nicht den Vergleich beschreiben, sondern ihn gegen die anderen drei stellen – Frage, Adressat, Zeitbezug, und sagen, was er auslöst.

Der Satz: „Plan-Ist- und Soll-Ist-Vergleich messen historische, nicht mehr verĂ€nderbare Werte und sind damit ein Blick in den RĂŒckspiegel; nur Prognosewerte liegen in der Zukunft, weshalb allein der Prognose-Soll-Vergleich Radarfunktion hat: Er zeigt wĂ€hrend der Periode, ob und in welchem Umfang die Zielerreichung gefĂ€hrdet ist, und löst die Gap-Analyse aus, solange Gegenmaßnahmen noch wirken, deshalb laufen Prognosen stets bis zum nĂ€chsten Soll-Zeitpunkt (6+6, 7+5, 8+4 
 11+1)."

Unternehmenskultur / Culture vs. Strategy · 2023 · 2024 · 14 · 10 P.

VerschĂ€rfung: „Definieren Sie aussagekrĂ€ftig, was man unter Unternehmenskultur versteht, so dass deutlich wird, was daran durch die FĂŒhrung tatsĂ€chlich beeinflussbar ist!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: die Schein-Ebenen nicht nur aufzĂ€hlen, sondern jeder Ebene ihre Änderungsgeschwindigkeit und ihren Hebel zuordnen. Damit ist zugleich beantwortet, warum Kulturprogramme scheitern.

Der Satz: „Kultur ist das, was gelebt wird, nicht das, was an der Wand hĂ€ngt: Die FĂŒhrung Ă€ndert Artefakte in Wochen und bekundete Werte in Monaten, die verhaltenswirksamen Grundannahmen dagegen erst ĂŒber Jahre. Direkt steuerbar sind deshalb nicht die Werte, sondern die vier Hebel, die sie ĂŒber Zeit prĂ€gen – Auswahl und Beförderung, Anreizsysteme, das eigene Entscheiden unter Druck und die konsequente Sanktion nach oben."

Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung · 2023 · 2024 · 12 · 12 P.

VerschĂ€rfung: „Nennen und erlĂ€utern Sie sechs wesentliche und verschiedene Prinzipien 
, so dass zu jedem Prinzip der Wirkmechanismus erkennbar wird, der den dauerhaften Erfolg trĂ€gt!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: je Prinzip nicht Schlagwort plus Umschreibung, sondern Begriff → Mechanismus → Beispiel. Und einen Satz, der die sechs zusammenbindet, statt sie als Liste stehen zu lassen.

Der Satz: „Alle sechs Prinzipien haben denselben Wirkmechanismus: Sie halten Entscheidung, Wirkung und Verantwortung nah beieinander – rĂ€umlich ĂŒber FĂŒhrung am Ort der Wertschöpfung, organisatorisch ĂŒber kleine, ergebnisverantwortliche Einheiten und flache Hierarchien, zeitlich ĂŒber schnelles Handeln mit anschließender Standardisierung und personell ĂŒber Beteiligung. Erfolgreich ist ein Unternehmen also nicht wegen der Liste, sondern weil diese NĂ€he das dreifache Silo aus Funktion, Hierarchie und Zeit gar nicht erst entstehen lĂ€sst."

KPI = Opportunismus und Tunnelblick? · 2023 · 2024 · 14 · 14 P.

VerschĂ€rfung: „Beantworten Sie die gestellte Frage und begrĂŒnden Sie Ihre EinschĂ€tzung, so dass klar wird, unter welchen Bedingungen die KPI-Steuerung trĂ€gt und ab wann sie schadet!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: keine Ja-Nein-Antwort, sondern ein Bedingungssatz. Der Transfer liegt darin, die Fehlwirkung vom Instrument zu trennen und der Kopplung an die VergĂŒtung zuzuordnen.

Der Satz: „Nicht das Messen erzeugt Opportunismus und Tunnelblick, sondern die einseitige Kopplung einer einzigen Zahl an die VergĂŒtung: Sobald der Indikator zur ZielgrĂ¶ĂŸe wird, lohnt es sich, die Zahl statt der RealitĂ€t zu verbessern. Sinnvoll ist die KPI-Steuerung deshalb genau dann, wenn der KPI aus der Strategie abgeleitet und vom Adressaten beeinflussbar ist, wenn zu jedem Mengenziel eine WĂ€chterkennzahl und ein FrĂŒhindikator gehören und wenn die Verengung auf einen einzigen Wert eine befristete Ausnahme mit definierter RĂŒckkehrschwelle bleibt – dauerhaft ist kein Unternehmen mit einer Kennzahl zu fĂŒhren."

Financial Leverage · 2023 · 2024 · 10 · 10 P.

VerschĂ€rfung: „ErlĂ€utern Sie die Ermittlung der GesamtkapitalrentabilitĂ€t von U2, so dass klar wird, warum der Zinsaufwand im ZĂ€hler wieder hinzugerechnet wird!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: nicht nur einsetzen und ausrechnen, sondern den ZĂ€hler begrĂŒnden, und den auffĂ€lligen Befund erklĂ€ren, dass die hochverschuldete U2 die höhere GesamtkapitalrentabilitĂ€t ausweist.

Der Satz: „ROA(U2) = (JahresĂŒberschuss + Zinsaufwand) Ă· Bilanzsumme = (16,45 + 76,50) Ă· 1.000 = 9,30 %. Die Zinsen kommen zurĂŒck in den ZĂ€hler, weil sie kein Verlust des Gesamtkapitals sind, sondern der Ertragsanteil, den die Fremdkapitalgeber vorab bereits erhalten haben – erst dadurch misst die Kennzahl die Leistung des Kapitals und nicht die Aufteilung des Ertrags. Dass U2 damit ĂŒber U1 (7,00 %) liegt, ist kein Leistungsvorsprung, sondern exakt das Tax Shield: 9 % × 850 × 30 % = 22,95 GE, also 2,30 Prozentpunkte."

Self-Concept Maintenance · 2022 · 2023 · 6 · 6 P.

VerschĂ€rfung: „ErlĂ€utern Sie kurz, was die Self-Concept-Maintenance-Theorie ĂŒber menschliches Handeln bzw. Entscheiden sagt, so dass der Unterschied zum rationalen KalkĂŒl deutlich wird!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: die Theorie gegen das Modell des rational kalkulierenden TĂ€ters stellen und die FĂŒhrungsfolge nennen – sonst bleibt es bei einer Definition ohne Konsequenz.

Der Satz: „Nach dem rationalen Modell mĂŒsste betrĂŒgen, wer den erwarteten Vorteil höher einschĂ€tzt als Entdeckungswahrscheinlichkeit mal Strafe; empirisch beeinflussen Belohnungshöhe und Entdeckungsrisiko das Schummeln jedoch kaum. Begrenzt wird es nicht durch Sanktionen, sondern durch das Selbstbild: Man weicht nur so weit ab, wie man sich noch fĂŒr ehrlich halten kann. FĂŒr die FĂŒhrung folgt daraus, dass eine moralische Erinnerung vor der Gelegenheit mehr bewirkt als eine hĂ€rtere Strafe danach."

Finanzkennzahlen (Ziel × Handlungsebene) · 2022 · 2023 · 12 · 12 P.

VerschĂ€rfung: „BegrĂŒnden Sie mit je einem Satz, warum sich die gewĂ€hlten Kennzahlen fĂŒr den jeweiligen Quadranten besonders eignen, so dass erkennbar wird, dass die Kennzahl nur in genau diesen Quadranten gehört!"

ZusĂ€tzlich zu leisten: zuerst die beiden Achsen ĂŒbersetzen, damit die Auswahl abgeleitet und nicht geraten wirkt; dann je BegrĂŒndung eine Eigenschaft nennen, die nur diese eine Kennzahl hat. Ein Satz, der auf jede Kennzahl passen wĂŒrde, zĂ€hlt nicht.

Der Satz: „‚Heute verdienen' heißt vorhandene Potenziale nutzen (OPEX, Effizienz), ‚morgen verdienen' heißt Potenziale erst schaffen (CAPEX, EffektivitĂ€t); ‚KerngeschĂ€ft' ist die Leistungsfrage ohne Finanzierung und Steuern, ‚Unternehmen' die Finanzierungsfrage einschließlich beider. Damit ergeben sich ROI, Reinvestitionsquote, GesamtkapitalrentabilitĂ€t und Free Cashflow, und jede BegrĂŒndung nennt die eine Eigenschaft, die nur diese Kennzahl liefert: der ROI ist je GeschĂ€ftsfeld ermittelbar, die Reinvestitionsquote deckt den Substanzverzehr auf, die GKR ist finanzierungsneutral, der Free Cashflow ist kaum bilanzpolitisch gestaltbar."

Alle 57 Original-Aufgaben auf einen Blick – zum Wiedererkennen

Erkennst du in der Klausur eine dieser Aufgabenstellungen wieder, steht die gelöste Fassung in deinen Unterlagen. Über das Aufgaben-Register (Klausur-Version, ab S. 11) findest du sie in Sekunden – such dort nach dem Thema oder dem Aufgabentyp.

18.07.2025 · 8 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 10 Ethik der Subvention
A2 11 „Überbevölkerung“
A3 8 Angemessener Gewinn
A4 10 Strategy Follows Structure
A5 13 Helmut-Schmidt-Zitat oder vision-to-cash?
A6 15 Stakeholder-Management
A7 16 Kund*innenorientierung
A8 7 Kennzahlenvergleiche

15.07.2024 · 8 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 14 Ethische Bewertung von Minijobs
A2 8 Angemessener Gewinn
A3 10 Kurzarbeit
A4 10 Unternehmenskultur
A5 16 Kund*innenorientierung
A6 12 Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung
A7 10 Management-Heilslehren
A8 10 Kennzahlenvergleiche

23.01.2024 · 7 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 16 Equal Pay Day 2024
A2 11 Überbevölkerung
A3 12 Ökonomische und soziale Nachhaltigkeit
A4 15 ZukunftsfÀhigkeit
A5 14 KPI = Opportunismus und Tunnelblick?
A6 10 Financial Leverage
A7 12 Structure follows strategy

28.07.2023 · 7 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 14 Stellenwert der Ethik
A2 14 Moderne Sklaverei
A3 8 Beispiel-Leitbild
A4 16 Mindestlohn
A5 14 KPI = Opportunismus und Tunnelblick?
A6 10 Financial Leverage
A7 14 Culture vs. Strategy?

24.02.2023 · 9 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 5 Ethische Dilemmata
A2 7 Utilitarismus
A3 14 Vertragstheorien
A4 6 Self-Concept Maintenance
A5 19 Kennzahlen
A6 6 Motivation
A7 12 Finanzkennzahlen
A8 9 William E. Deming und der PDCA-Zyklus
A9 12 Prinzipien erfolgreicher UnternehmensfĂŒhrung

02.08.2022 · 9 Aufgaben · 90 P.

Nr. P. Thema
A1 14 Der angemessene Gewinn
A2 8 Diskursethik
A3 10 Der Rawls‘sche Schleier des Nichtwissens
A4 6 Self-Concept Maintenance
A5 10 Corporate Citizenship
A6 12 Stakeholder
A7 8 Soll- und Planwerte
A8 12 Finanzkennzahlen
A9 10 UnternehmensfĂŒhrung

🆕 01.02.2022 · 9 Aufgaben · 90 P. – die Ă€lteste vorliegende Klausur, am 28.07.2026 nachgetragen

Nr. P. Thema Status
A1 10 Ökonomisierung der Lebenswelt neu gelöst
A2 14 Überbevölkerung – mit Ethik-Definition neu gelöst (11-P-Fassung von 2024 hat Teil b nicht)
A3 5 Phasen des moralischen Entscheidungsprozesses neu gelöst · wörtlich aus Holzmanns Fragenkatalog
A4 8 Diskursethik – 8 Regeln des fairen Diskurses war schon da (100 % gleich wie 02.08.2022)
A5 12 Nachhaltigkeit – Definition, Ziele, Strategien, Greenwashing neu gelöst
A6 6 Motivation – warum „mehr Geld" ĂŒberschĂ€tzt wird war schon da (95 % gleich wie 24.02.2023)
A7 14 Silodenken neu gelöst
A8 9 William E. Deming und der PDCA-Zyklus war schon da (96 % gleich wie 24.02.2023)
A9 12 AusprÀgungen von Kennzahlen (Soll/Plan/Ist/Prognose) von der 19-P-Fassung 2023 mit abgedeckt

Der Bauplan jeder Klausur (gilt fĂŒr alle sieben)

Immer genau 90 Punkte auf 7 bis 9 Aufgaben, und immer diese Mischung:

  1. Ein gesellschaftspolitischer Fall, ethisch zu bewerten – Subvention (2025), Minijobs (2024), Equal Pay Day (2024), Mindestlohn (2023), Moderne Sklaverei (2023). Der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.
  2. Mindestens eine Kennzahlen-/Rechenaufgabe – in allen sieben Klausuren vertreten.
  3. Eine Aufgabe zu FĂŒhrung, Kultur oder UnternehmensfĂŒhrungs-Prinzipien.
  4. Eine Strategie-Aufgabe.
  5. Ein bis zwei ethische Grundlagen (Grundpositionen, Dilemmata, Stakeholder).

Wer diese fĂŒnf Blöcke sicher kann, deckt rechnerisch die gesamte Klausur ab.